Ausprobiert: Das Razer Kishi ist ein neuer mobiler Gamecontroller im Switch-Stil

Ausprobiert: Das Razer Kishi ist ein neuer mobiler Gamecontroller im Switch-Stil

Im Januar hat Razer mit dem Kishi einen neuen mobilen Gamecontroller vorgestellt. Ab sofort ist der vom Design der Nintendo Switch inspirierte Controller im Handel verfügbar. Wir hatten bereits die Gelegenheit, ihn uns näher anzuschauen.

Was ist das Razer Kishi?
Kurzum ein Gaming Controller, den ihr mit eurem Mobiltelefon verbindet und wie eine Switch unterwegs nutzen könnt. Ihr setzt euer Android-Smartphone in das Kishi ein (eine Version fürs iPhone ist in Vorbereitung) und habt dann eine ähnliche Anordung von Thumbsticks und Buttons wie beim Xbox Controller.

Beim Einsetzen und Verwenden des Telefons gibt es direkt die ersten Anforderungen. Unterstützt werden grundsätzlich nur USB-C Geräte, da das Kishi über einen integrierten USB-C Stecker verbunden und betrieben wird. Die direkte USB-Verbindung sorgt, anders als bei einer Bluetooth, für eine verzögerungsfreie Verbindung.

Razer Kishi zusammengeklappt

Dazu muss aber auch gesagt werden, dass nicht alle USB-C Geräte unterstützt werden, sie müssen folgende Anforderungen an die Passform erfüllen:

  • Höhe: 145.3 – 163.7mm
  • Breite: 68.2-78.1mm
  • Dicke: 7.0-8.8mm

Damit fällt zum Beispiel ein Samsung Galaxy S20 Ultra raus. Eine eigene Stromversorgung benötigt das Kishi nicht, da es über USB-C versorgt wird. Das Kishi hat selbst auch einen USB-C Anschluss, der als Passthrough dient, um das Smartphone aufladen zu können.

Martin, der das Kishi auch testete, benutzte ein Galaxy Note 10+, seine Einschätzung findet ihr weiter unten. Ich verwendete das Google Pixel 2 XL und mein aktuelles Telefon, das Pixel 4 XL.

Razer selbst garantiert die Nutzbarkeit für Razer Phone 1 & 2, Samsung Galaxy S8/S8+/S9/S9+/S10/S10+/S20/S20+/Note 8/Note 9/Note 10/Note 10+, Google Pixel 2/2 XL/3/3XL/4/4XL und andere USB-C Android Telefon mit Android 7.0 und Android 8.0.

Ausgepackt ist das Kishi klein und kompakt und wird auf der Rückseite mittels einer Platte und Datenkabeln zu den Controller-Stücken nach links und rechts verbunden.

Razer Kishi zusammengeklappt

Dabei bin ich dann auch gleich mal tüchtig erschrocken: Da die Gebrauchsanweisung unter dem Karton-Inlay etwas versteckt ist, habe ich die Anweisung auf den Stickern am Kishi befolgt und löste die Controller von der Platte. Da diese etwas unter Spannung stehen, springen diese quasi voneinander ab und mein erster Gedanke war sofort, dass ich es nach fünf Minuten Besitz bereits kaputt gemacht habe! Dem war natürlich nicht so, sorgte aber für einen Adrenalinschub.

Razer Kishi entfaltet

Umso behutsamer legte ich dann  mein Pixel 4 XL ein. Dieses funktioniert so, dass man die Seite mit dem USB-Port zuerst einsetzt, um die Verbindung sicherzustellen und das Gerät zu fixieren, bevor man das andere Ende einsetzt. Da die Kabel leicht dehnbar sind, werden die beiden Controller-Hälften dann unter Spannung gehalten.

Razer Kishi mit eingelegtem Smartphone

Ist das Telefon erfolgreich eingesetzt, wird das Kishi automatisch erkannt und ihr könnt euch mittels der Thumbsticks auch durch die Android Oberfläche navigieren.

Dennoch ist es empfehlenswert, die Razer Kishi App zu installieren. Über diese könnt ihr getestete und kompatible Spiele aus dem Playstore herunterladen und in den Launcher einbinden sowie eigene Spiele, die ihr getestet habt, manuell hinzufügen. Die App wird außerdem benötigt, um die Firmware des Kishi zu aktualisieren.

Von Razer geprüfte Spiele sind bislang:

  • Fortnite
  • King of Fighters ALLSTAR
  • Armajet
  • GRID Autosport
  • Black Desert Mobile

Natürlich funktioniert das Kishi auch mit den drei großen Streamingdiensten:

  • Microsoft Project xCloud
  • Google Stadia
  • NVIDIA GeForce NOW

Zusätzlich wird auch das PC Streaming aufs Smartphone mit Valve Steam Link und Rainway unterstützt.

Neben Project xCloud habe ich zusätzlich noch versucht, zwei der meistgespielten Mobile Games über das Kishi zu spielen: Call of Duty: Mobile und auch PUBG. Beide sind allerdings auf Touchsteuerung ausgelegt und fallen damit leider aus dem Raster.

Kommen wir nun zu Martins und meinen Spieleindrücken:

Ich habe das Kishi auf xCloud getestet und habe gemischte Gefühle. Das Pixel 4 XL sitzt bombenfest und eignet sich damit auch für Spiele, die etwas hektischer sind, wie zum Beispiel Killer Instinct, Mortal Kombat X oder auch Fifa 20.

Das Pixel 2 XL ist hingegen etwas schmaler und hat deshalb etwas mehr Spiel. Alles funktioniert einwandfrei, mir fehlt in dem Moment aber etwas das Vertrauen, mit mehr Energie auf die Trigger, Buttons und Thumbsticks einzuwirken. Dabei fällt mir auf, dass die YXAB-Buttons typisch wie bei der Xbox angeordnet sind, aber direkt über dem rechten Thumbstick liegen.

Gerade bei Spielen wie Mortal Kombat oder Killer Instinct stört diese Ergonomie die hektischen Klickfolgen und manchmal drückt man die falschen Knöpfe oder man streicht dabei über den Thumbstick und versaut die Position.

Die Thumbsticks sind dafür sehr gut verarbeitet und reagieren präzise. Die Knöpfe selbst haben, wie die Bumper Buttons und das D-Pad, ein gutes Klickgefühl. Die Trigger selbst haben keinen nennenswerten Widerstand, das kann bei manchen Spielen irritierend wirken. Es gibt drei Funktionsknöpfe, die zum Beispiel die Select und Menue Taste ideal wiedergeben.

Project xCloud auf dem Razer Kishi

Martins Eindruck

Alles, was Daniel geschrieben hat, kann ich bestätigen. Ich habe das Kishi mit dem Galaxy Note 10+ verwendet und es passt gerade so rein, ich musste es dafür aber auch aus der Schutzhülle nehmen. Dennoch ist es für mich die bessere Wahl, als den Xbox-Controller samt Halterung mitzunehmen, das Kishi braucht einfach sehr viel weniger Platz. Außerdem ist die Kombination von Smartphone und Controller mit dem Kishi nicht so kopflastig. Wenn ich mein Smartphone über dem Xbox-Controller einklemme, empfinde ich das immer schon nach kurzer Zeit als störend.

Mit dem großen Note 10+ wirkte das Gesamtgebilde wie von Daniel korrekt beschrieben ein wenig instabil. Das hat mich vor allen Dingen beim Einlegen und Herausnehmen des Smartphones gestört, ich hatte irgendwie ständig Angst, ich könnte etwas abbrechen – was aber nicht passiert ist. Beim Spielen selbst hat mich das weniger gestört, woran ich mich allerdings erst mühsam gewöhnen musste war der plötzlich so große Abstand zwischen meinen Händen. Wer im Umgang mit der Switch geübt ist, wird dieses Problem natürlich nicht haben.

Die Größe der Analog Sticks ist für mich gerade noch so ok, kleiner dürften sie keinesfalls sein, und wer etwas kräftigere Finger hat, könnte hier Probleme bekommen.

Fazit

Das Razer Kishi lohnt sich für Leute, die gerne unterwegs zocken möchten, ohne eine Nintendo Switch dabei zu haben oder einen Xbox- oder anderen Controller mit sich führen zu wollen.

Mit 265 Gramm ist es angenehm leicht und, anders als bei einem Xbox Controller mit Halter, sehr gut ausbalanciert. Die Verarbeitung ist wie immer bei Razer auf sehr hohem Niveau, durch das geringe Gewicht fällt es aber manchmal schwer, der Stabilität zu vertrauen.

Für den Preis hätte Razer gerne noch ein Etui oder eine Tasche beifügen können, wie das  inzwischen bei jeder Powerbank üblich ist. Besonders wenn man unterwegs ist, können schnell mal Krümel, Sand oder Ähnliches zwischen die beweglichen Teile kommen und irgendwann das Spielgefühl trüben.

Das Razer Kishi für Android ist ab heute für 89,99 € bei autorisierten Händlern wie beispielsweise Amazon und natürlich bei Razer selbst erhältlich. Die iOS Variante ist für den Sommer diesen Jahres geplant. Weitere Infos zum Produkt findet ihr auf der Razer Homepage.

Disclaimer: Enthält Affiliate-Links. Das Testmuster wurde uns von Razer leihweise überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, lediglich der frühestmögliche Zeitpunkt der Veröffentlichung war vorgegeben.

Über den Autor
Daniel Heithorn
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Microsoft-Padawan seit MS-DOS 5.0 und Windows 3.1 | Überzeugter Surface, Office 365 und Xbox One X User | Xbox FanFest süchtig | RIP Windows Phone & Microsoft Band 2

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Kommentare

  1. Ich habe ein Gamepad von IPEGA für mein Smartphone. Das kostete ein Drittel von dem Razer, funktioniert unter Android / PC und koppelt sich per Bluetooth. Das bietet gewisse Vorteile.
    90 Euro finde ich arg happig, was Razer da verlangt.
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