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Benchmark-Vergleich: Bringt das 19H1-Update für Windows 10 mehr Leistung?

Benchmark-Vergleich: Bringt das 19H1-Update für Windows 10 mehr Leistung?

Die Bekämpfung der CPU-Sicherheitslücke Spectre v2 ist unter Windows leider mit Performance-Einbußen verbunden, da die vorsorglichen Schutzmaßnahmen die CPUs daran hindern, ihre volle Rechenleistung zu entfalten. Mit dem kommenden Windows 10 Update 19H1 soll das angeblich besser werden.

Microsoft hat in Windows die „Retpoline“-Logik integriert, die auch schon Google benutzt hat, um seine Linux-Systeme gegen Spectre zu patchen. Vereinfacht gesagt lässt Retpoline die entsprechenden Side Channel Angriffe einfach ins Leere laufen. Microsoft-Mitarbeiter Mehmet Iyigun, der im Windows Kernel Team arbeitet, hat das letzte Woche via Twitter bestätigt, die Meldung war auf zahlreichen Seiten zu lesen.

Ich wollte wissen, ob man wirklich einen Unterschied bemerkt, und die Gelegenheit war günstig. Ich hatte zufällig gerade ein Surface Book 2 mit Windows 10 Version 1809 (Oktober Update) auf dem Tisch, das ansonsten noch „jungfräulich“ war. Also habe ich auf diesem einige Benchmark-Tests durchgeführt, das Gerät anschließend ins Insider-Programm geschickt, um die Version 19H1 zu installieren, und dann die Benchmarks wiederholt. Das Ergebnis war in der Tat nicht uninteressant.

In Cinebench R15 kam Version 1809 auf 606 Punkte, mit 19H1 wurde 649 Punkte erreicht – das ist immerhin ein Leistungszuwachs von rund sieben Prozent. Ganz erhebliche Unterschiede zeigten sich in CPU-Z. Im Single Thread Test wurden aus 355,5 Punkten (1809) 435,5 (19H1) – das sind über 22 Prozent mehr. Im Multi Thread Modus stiegen die Werte gar um über 40 Prozent von 1368,5 auf 1975,2 Punkte – jeweils bei identischen Leistungseinstellungen, außerdem habe ich je drei Durchläufe gemacht und das jeweils beste Ergebnis genommen.

Im SSD-Benchmark CrystalDisk ergaben sich ebenfalls Leistungsgewinne von ungefähr sieben Prozent, allerdings nur beim Lesen – die Schreibleistung war praktisch unverändert.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich von Benchmarks im Grunde nicht viel halte, weil es letztlich auf die erlebte Arbeitsgeschwindigkeit ankommt. Diese konnte ich noch nicht beurteilen, mit diesen Zahlen im Hinterkopf wird es nun aber natürlich schwer, einen Placebo-Effekt zu vermeiden.

Grundsätzlich scheint das Versprechen, dass es mit Windows 10 19H1 zu Performance-Verbesserungen kommen wird, kein leeres zu sein. Zum jetzigen Entwicklungs-Zeitpunkt ergibt der Vergleich natürlich auch nur begrenzt Sinn – ich wollte aber nicht einfach nur nachbeten, was jemand gesagt hat, sondern es selbst auf die Probe stellen.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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