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Bericht: EU will ihre KI-Strategie mit mehr Pragmatismus anpassen

Bericht: EU will ihre KI-Strategie mit mehr Pragmatismus anpassen

Glaubt man einem aktuellen Bericht von Heise, steht die EU beim Thema Künstliche Intelligenz vor einer pragmatischen Neuausrichtung der Wirtschafts- und Digitalpolitik. Eine entsprechende KI-Strategie hat Jim Hagemann Snabe, der als KI-Berater der EU-Kommission und Sonderbeauftragter für industrielle KI tätig ist, nun vorgelegt. Wichtigster Punkt: Die EU soll das blinde KI-Wettrüsten mit China und den USA um extrem mächtige Frontier-Modelle zugunsten einer praxisorientierten Umsetzung mit spezialisierten KI-Modellen aufgeben.

Was nach einer Kapitulation im aktuellen KI-Wettrüsten klingt, ist allerdings keine. Laut Snabe will die EU-Kommission konkrete Einsatzbereiche definieren, wo KI möglichst schnell in die Praxis kommt, gut kontrolliert werden kann und vor allem den Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft wirklich steigern kann. Neben der Industrie nennt er konkret die Bereiche Verkehr, Landwirtschaft und Gesundheit. Mit spezialisierten KI-Modellen könnte also etwa die Erkennung von Tumoren und dergleichen in der Medizin verbessert werden.

Anstatt sich an einem KI-Wettrüsten von kaum kontrollierbaren Frontier-Modellen zu beteiligen, sollen sich europäische KI-Entwicklungen wieder stärker dort orientieren, wo sie wirklich konkreten Mehrwert bieten und wo europäische Anbieter die Lücke viel leichter füllen können. Weitere konkrete Anwendungsszenarien sind der Test autonomer Fahrzeuge in sicheren Umgebungen, sichere Datenräume für personalisierte Medizin und KI-Assistenten in der Landwirtschaft. Bis zum Jahresende sollen konkrete Zweige festgelegt, ein Maßnahmenpaket inkl. der Infrastrukturen zum Jahreswechsel in Kraft treten.

Gleichwohl bedeutet der neue Fokus laut Snabe nicht, dass man bei den größeren KI-Entwicklungen aus der europäischen Privatwirtschaft neue Abhängigkeiten von außereuropäischen KI-Modellen fördern will. Die Wertschöpfung heimischer Firmen soll zum allergrößten Teil in Europa bleiben und diese dabei auch weiterhin Unterstützung erhalten. Gleichzeitig ermöglicht der neue Ansatz eine schnellere Unabhängigkeit in für Europa zentralen Bereichen.

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Über den Autor

Kevin Kozuszek

Kevin Kozuszek

Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden und habe in diesem Ökosystem meine digitale Heimat gefunden. Bei Dr. Windows halte ich euch seit November 2016 über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden, die Microsoft bei seinen Open Source-Projekten und Microsoft Edge zu berichten hat. Beiträge über Mozilla, Europas Digitalwirtschaft und inklusive Informatik runden meinen Bereich ab.