Bericht: iTunes soll noch in diesem Jahr verschwinden

Bericht: iTunes soll noch in diesem Jahr verschwinden

Zugegeben: Die Nachricht, dass Apple sein Schlachtschiff iTunes irgendwann einmotten will, ist mittlerweile schon ziemlich alt und die Beiträge, die dazu in den letzten Jahren immer mal wieder aufgepoppt sind, können schon problemlos die große Polonaise tanzen. Tatsächlich bekommen die bisherigen Gerüchte aber besonders seit dem März-Event ziemlichen Auftrieb, seitdem Apple neben den neuen Services vor allem die neue Apple TV-App ankündigte und mittlerweile auch erste Screenshots der (angeblichen) neuen Apple Music-App aufgetaucht sind. Ich hatte das in diesem Beitrag ja schon einmal näher behandelt.

Aktuell macht ein neuer Beitrag von Bloomberg die Runde, wonach iTunes nun bereits doch in diesem Jahr durch die drei neuen Apps Apple Music, Apple TV und eine neue Podcast-App ersetzt werden soll. Das widerspricht der bisherigen Vermutung, dass Apple sein Multimedia-Werkzeug zunächst noch parallel mit macOS 10.15 ausliefern oder zumindest eine Nachinstallation ermöglichen wird. Die Frage, die sich dann natürlich wieder stellt, ist: Was wird dann aus der Windows-Unterstützung? Immerhin kennt das Engagement auf dieser Plattform in den vergangenen Jahren nur noch eine Richtung und das ist der geordnete Rückzug.

music-app-macos-10.15

Zumindest eine gewisse Grundunterstützung dürfte es für Windows auch weiterhin geben. Nach allem, was bisher gemunkelt wird, soll die Apple Music-App – anders als ihre Geschwister – nicht auf Project Marzipan aufbauen, sondern weiterhin auf dem bisherigen iTunes-Code aufsetzen und auch weiterhin den lokalen Abgleich mit dem iPhone und anderen Apple-Geräten erlauben. Einen angeblichen Screenshot einer zumindest frühen Version hatte vor kurzem 9to5Mac veröffentlicht (s.o.). Entsprechend gering wäre auch die Hürde für Windows, da die Angelegenheit mit einem einfachen Update zu lösen wäre und auch die Leute, die neben den Musikkäufen auch ein Abo bei Apples Musikstreamingdienst abgeschlossen haben, würden den Service weiter nutzen können.

Dass Apple darüber hinaus eine weitere Unterstützung in Form zusätzlicher Apps plant, glaube ich persönlich aber nicht. Auf dem März-Event, wo Apple seine neuen Dienste vorgestellt hat, wurde Windows bei den unterstützten Plattformen für die neue Apple TV-App explizit nicht genannt. Auch für das bisherige Webradio-Verzeichnis (das eigenständige, nicht das innerhalb von Apple Music) oder die Podcasts könnten von Windows verschwinden, da Apple sehr selten wirklich große Anstrengungen unternimmt, um Drittplattformen umfassend zu unterstützen. Man soll Überraschungen zwar nicht grundsätzlich ausschließen und dem Unternehmen sollte auch daran gelegen sein, ihre Services möglichst umfassend unter die Kunden zu bringen, aber die bisherigen Signale, die gerade im März ausgesandt wurden, sprechen da einfach eine andere Sprache.

Insofern sollten Windows-Nutzer, sofern sie außer der Backup-Funktion, den lokalen Musikkäufen und ggf. Apple Music noch andere Funktionen von iTunes aktiv genutzt haben, zur Sicherheit einen Plan B in der Hinterhand haben. So steht ein Großteil der Podcasts unter anderem auch auf Spotify zur Verfügung und Radiosender bekommt man auch über andere Dienste wie Tune in, Phonostar oder Radioplayer, um nur einige zu nennen. So oder so werden wir spätestens am Montag schlauer sein, wenn gegen 19.00 Uhr die Keynote der diesjährigen WWDC beginnt.

Über den Autor
Kevin Kozuszek
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Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.

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Kommentare
  1. Was kann es für die Backups für einen Plan B geben. Und wie rippe ich meine CDs für das iPhone? ?

    mit nem richtigen PC
    Hier ein Artikel (englisch) zum 10-jährigen Jubiläum von iTunes:
    https://www.rollingstone.com/culture/culture-news/itunes-10th-anniversary-how-steve-jobs-turned-the-industry-upside-down-68985/
    Hinweise sollten, so wenn es stimmt, in der Beta zu iOS 13 zu finden sein.
    Fraglich auch, wie Apple das Wegfallen der iOS Backauplösung erklären will.
    Ich glaube nicht so wirklich daran.
    matcho782
    mit nem richtigen PC

    Ohje.....du hast jetzt nicht wirklich verstanden wo der Haken ist......:angel
    Tómór Willson
    Was kann es für die Backups für einen Plan B geben. Und wie rippe ich meine CDs für das iPhone? ?

    Für Backups mit dem iPhone und iPad gibt es für Windows und Mac schon lange zwei Wege, einmal über iTunes selbst und direkt in die iCloud. Daran soll sich auch mit der Apple Music-App nichts ändern, die wird weiterhin zusätzlich den lokalen Abgleich zwischen PC/Mac und den mobilen iOS-Devices behalten. Das Gleiche gilt für die Grundfunktionen wie CD brennen oder rippen, zumindest wenn man dem Glauben schenkt, was bisher so geschrieben wurde. Dazu kommen eben die lokale Musikbibliothek und die Anbindung an Apple Music.
    Man muss bei Apple immer eines wissen: Sie werden für fremde Plattformen nur in den seltensten Fällen wirklich Anstrengungen unternehmen, die auch im großen Stile zu unterstützen. Bei Windows wurde Safari 2012 abgezogen, Quicktime einige Jahre später und aktuell sind nur noch iCloud und iTunes übrig. Dass die neue Musik-App auf Windows kommt, wäre keine große Überraschung, weil sie eben nicht auf Project Marzipan aufbauen soll, sondern bisherigen iTunes-Code weiter verwendet. Trotzdem steht hinter einigen Sachen ein Fragezeichen. Dass wir die neue Podcast-App bekommen, glaube ich nicht, die wird auf Project Marzipan basieren. Die neue Apple TV-App hat Apple auf dem März-Event auch praktisch für Windows ausgeschlossen, ansonsten wäre sie auch für unsere Plattform angekündigt worden. Nicht mal die Xbox war dabei.
    Ich lasse mich Montag gerne eines Besseren belehren, aber bis auf die neue Musik-App, die mit den iOS-Backups, Apple Music, lokale Musikbibliothek (vielleicht können wir ja zumindest weiter Musik kaufen, wer weiss...) und gewissen Grundfunktionen eine gewisse Grundversorgung für Windows sicherstellen dürfte (neben der iCloud, wer sie verwendet), dürften wir eher leer ausgehen. Apple Music müssen sie Windows ja zumindest lassen, weil es hier auch Kunden geben dürfte, die das Abo abgeschlossen haben, und die will Apple sicher nicht verlieren. Beim Rest sieht das anders aus, die Services sind ganz frisch.
    Kevin, wenn ich mir die Einstellungen in iTunes anschauen, scheint über iTunes ein umfangreicheres Backup möglich zu sein.
    Im Übrigen, Apple Musik gibt es auch für Android, von daher.
    Sie werden schon was für Windows anbieten müssen.
    @Setter
    Hab ich ja auch geschrieben. Es gibt zwei Wege, einmal über iTunes selbst (du kannst damit das iOS-Device ja auch neu aufsetzen bzw. iOS darüber einspielen) und einmal direkt in die iCloud. Diese Funktionen soll die neue Apple Music-App, was man so liest, ja auch behalten. Ist halt einer der Vorteile, wenn die neue App ausnahmsweise nicht auf Project Marzipan aufbaut, sondern iTunes-Code recyclet. Man lässt den alten Code hierfür einfach drinne und optimiert ihn ein bisschen, fertig ist die Laube.
    Sorry Kevin - schon etwas spät.
    Öhm das klingt dann ja eher nach einem Facelift mit umtaufen. Wenn die neue App AppleMusik lokale Backups und Musik-Downloads ermöglicht, fehlt ja nicht wirklich viel.
    Der iTunes-Server müsste eigentlich auch bleiben um die Kompatibilität mit dritten Playern zu gewährleisten.
    Naja, man wird es sehen
    Das Programm an sich kann schon weg, nur die Frage ist, was mit AppleApplicationSupport64.msi und mit AppleMobileDeviceSupport64.msi passiert.
    Erstered braucht man für qaac, zweiteres und ersteres, damit ein angeschlossenes iPhone von einem besseren iPhone Explorer verwendet werden kann.
    "Plan B" ist bei mir Android. Entweder haben die BWLer bei Apple keine Ahnung von der realen Welt oder sie wollen rausfinden wie gross das Fass ist... . Zwar gibt es kaum was besseres als iTunes um den Niedergang von Apple anhand einer einzigen Software zu beschreiben, aber immerhin kann man damit noch Musik und Filme kaufen, verwalten und abspielen sowie auf seine i-Devices verteilen. Und diese "managen" (sprich: backup und updates).
    Zwar mag die Zahl derjenigen die weniger bis keine Apps mehr kaufen weil diese Funktion in iTunes rausgefallen war wahrscheinlich genauso vernachlaessigbar sein wie derjenigen die keine Musik und Filme mehr kaufen werden wenns nicht mehr via Desktop/Laptop geht.
    Aber es zeigt einfach nur wie asozial Apple ist, denn als Plattform-Monopolist hat man eine gewisse Verantwortung fuer seine Anwender..
    Granolche
    Das heißt, man kann in Zukunft keine Musik bei Apple kaufen?

    Ich gehe mal davon aus, dass das in irgendeiner Form weiter funktionieren wird, weil der Bereich zum Musiksektor gehört und Apple bei der neuen TV-App ja auch den Filmverleih weiter ermöglichen wird. Insofern sollten wir, was den Punkt angeht, unter Windows Glück haben, weil die Musik-App auf dem bisherigen iTunes basieren soll. Was die Themen TV und Podcasts angeht, bin ich skeptisch. Das sind bei macOS Portierungen auf Basis von Project Marzipan und wenn Apple da nicht einen Anflug von gütigem Samariter hatte, wird das bei uns wegfallen. Windows gehört ja beim Apple TV-Dienst sowieso nicht zu den unterstützten Plattformen.
    @Miine
    Android ist es bei mir ja sowieso und was das Tablet und das Thema Streaming angeht, will ich mir in den nächsten Monaten noch ein Tablet von Samsung und einen Fire TV-Stick von Amazon holen. Der Wechsel stand aber ohnehin schon länger fest. Was mich eher etwas ins Schwitzen gebracht hat, waren die anderen Dienste (Musikkauf, Podcasts, Webradio).
    Miine
    aber immerhin kann man damit noch Musik und Filme kaufen, verwalten und abspielen sowie auf seine i-Devices verteilen. Und diese "managen" (sprich: backup und updates).
    Zwar mag die Zahl derjenigen die weniger bis keine Apps mehr kaufen weil diese Funktion in iTunes rausgefallen war wahrscheinlich genauso vernachlaessigbar sein wie derjenigen die keine Musik und Filme mehr kaufen werden wenns nicht mehr via Desktop/Laptop geht.

    War es bei Zune nicht ähnlich?
    Aber es zeigt einfach nur wie asozial Apple ist, denn als Plattform-Monopolist hat man eine gewisse Verantwortung fuer seine Anwender..

    Es ist doch noch gar nichts wirklich bekannt, sondern nur ein unbestätigter Pressebericht. Und wenn man von dem was Kevin bisher dazu berichtet hat ausgeht, dürften kaum Abstriche zu erwarten sein.
    Apple wird es sich nicht erlauben können die Mehrheit seiner Kunden vor den Kopf zu stoßen.
    Was kommt und wie es weiter geht, sollte m.E. in der Beta zu iOS 13 zu erkennen sein. Aus dieser Richtung ist mir bisher nichts näheres bekannt.
    Ich hätte nichts dagegen wenn iTunes endlich wegfallen würde. Ich finde das Tool einfach nur grottig, unübersichtlich und umständlich zu bedienen. Ist schon lange überfällig das iTunes ersetzt wird.
    Allein schon die Tatsache, dass iTunes die Bibliothek des Nutzers immer noch nicht aktualisieren kann, hat mich von der Benutzung abgehalten. Dazu kommt noch, dass iTunes mindestens 3 zusätzliche Programme installiert.
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