Bericht: Microsoft plant den Cloud PC

Bericht: Microsoft plant den Cloud PC

Microsoft bietet schon heute diverse Virtualisierungsdienste für den Arbeitsplatz in und aus der Cloud an, beispielsweise den Windows Virtual Desktop. Nun will man offenbar noch einen Schritt weiter gehen und einen neuen Dienst mit dem Namen „Cloud PC“ an den Start stellen.

Die Informationen hat Mary Jo Foley einer Stellenanzeige von Microsoft entnommen. In dieser wird ein Programm Manager für das Cloud PC Team gesucht. Wir haben in der Vergangenheit schon öfter über solche Anzeigen von zukünftigen Produkten erfahren, in diesem Fall ist die Beschreibung sogar vergleichsweise präzise:

Microsofts Vision vom Cloud PC ist es, dass dies der einzige, über Azure zur Verfügung gestellte und von Microsoft verwaltete Computer eines Microsoft 365-Nutzers ist – zu einem Pauschalpreis je Benutzer. Microsoft Cloud PC ist ein strategisch ausgerichtetes, neues Angebot, das auf dem Windows Virtual Desktop aufbaut, um „Desktop as a Service“ anzubieten. Microsoft Cloud PC bietet Geschäftskunden ein modernes, flexibles und Cloud-basiertes Windows-Erlebnis und ermöglicht es Unternehmen, auf einfache und skalierbarere Weise auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Vollständig virtualisierte Computer aus der Cloud sind keine komplett neue Erfindung, von Shadow gibt es ein solches Angebot ja sogar schon für Endverbraucher. Der Microsoft Cloud PC wird  – so ich den Text richtig deute, also kein Bestandteil on Microsoft 365, sondern ein optionales Angebot mit zusätzlichen Kosten. Inwieweit das wirtschaftlich ist, muss dann im jeweiligen Fall durchgerechnet werden, denn ein Endgerät benötigt man ja in jedem Fall, und einen PC zu finden, der sich nicht für alltägliche Office-Aufgaben eignet, ist inzwischen praktisch unmöglich. Interessant ist ein solches Angebot aber beispielsweise dann, wenn man hoch leistungsfähige Geräte für einen bestimmten Zeitraum benötigt, die sind dann quasi immer nur einen Klick entfernt und erfordern keine Investitionen.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare

  1. Interessant dürfte das auch im Trainingsumfeld sein, wo bisher der PC immer zurückgesetzt werden muss.
    Man würde dann nur einen internetfähigen Bildschirm mit Tastatur benötigen. Sämtliches Innenleben, was einen heutigen PC ausmacht, wäre dann überflüssig. So ein Bildschirm wäre dann nicht von typischen Alterungserscheinungen eines PCs betroffen und man könnte über einen viel längeren Zeitraum, mit nur einem Bildschirm, arbeiten!
    Ich sehe viele Vorteile solcher Angebote. Das es sich aber für einen Otto-Normalverbraucher rechnen wird, das glaube ich aber leider (!) eher nicht.
    Aber die Hoffnung stirbt zuletzt!
    Eine Möglichkeit dies zu nutzen, wären Thin Clients, sprich "dumme" Kästchen, die nur Anschlüsse haben (Monitor, Tast, Maus, LAN) und mit RDP über VPN auf den Virtuellen Desktop gehen. Oder mit einem Surface Neo :-):-)
    Ist wirklich ein alter Hut eigentlich die Idee. Gab vor Urzeiten schon RDP und ThinClients. Neu ist nur das Microsoft selbst fertig konfiguriert Server anbietet und man selbst nicht die Server einrichten muss ?
    Ist wirklich ein alter Hut RDP und ThinClients.

    Genau das kam mir auch grad in den Sinn. Mit den zB Zotac-Boxen, inzwischen dürfte sogar ein Pi reichen, hinten auf den Monitor an Vesa getackert und schon hast du son Teil. Weil letztlich sind das nur graphische Endsysteme, Datenprojektion, die Verarbeitung erfolgt auf dem Server. In dem Sinne ist "Cloud" schon falsch, klingt nur schöner diese Tage, wo ja alles irgendwo gerne "Cloud" wäre, was früher anders hiess.
    Nach den letzten Kapriolen bei MS würde ich aber ganz viel Abstand von MS Lösungen nehmen und lieber was auf Citrix oder VMware aufbauen und mein eigener Herr sein.
    Cloud PC? Da kam mir direkt der Bericht der gesperrten Microsoft Konten in den Sinn. Na, so Sadomaso kann man eigentlich nicht veranlagt sein das man sich das antun muss oder will. Aber gut, jeder so wie er es braucht. :-)
    Eine solche Lösung wünsche ich mir dringend. So könnte ich einen relativ leistungsschwachen, schicken, lüfterlosen und günstigen Laptop kaufen und meine Programmier- und Grafikarbeiten über den Cloud PC laufen lassen. Bei 50€ pro Benutzer pro Monat würde sich das locker rentieren.
    Cloud PC macht am meisten Sinn auf Android oder Apple Geräten. Den Dienst einfach als App für 15€ anbieten. Da werden bestimmt viele zuschlagen.
    Oliver
    Eine Möglichkeit dies zu nutzen, wären Thin Clients, sprich "dumme" Kästchen, die nur Anschlüsse haben (Monitor, Tast, Maus, LAN) ...

    Diese Idee (oder dieser Plan) ist im IT-Zeitalter wirklich schon uralt.
    Es ist wohl bereits ~18 Jahre her, seit ich in einer Vorlesung anlässlich einer Weiterbildung zu dieser DV-Variante "geschult" wurde.
    Das Thema der damaligen Weiterbildung war Windows Server 2003 und Windows XP. Das Zusammenspiel dieser beiden Systeme ermöglichten es (theoretisch), dass Anwendungen auf einem Server im LAN abgearbeitet werden und jegliche Daten nur auf Servern im LAN gespeichert werden. Die Arbeitsplatz-PCs würden zu "dummen Terminals" degradiert, die nur noch der Kommunikation dienen.
    In der Praxis scheiterte die Realisierung vor allem an der damals sehr begrenzten Leistungsfähigkeit der Hardware (Server- und Netzwerktechnik).
    Hier hat MS wohl eine alte, damals nicht realisierbare Entwicklungsarbeit wieder ausgegraben und weiterentwickelt.
    Nach Cloud Gaming die logische Weiterführung und für die Meisten wahrscheinlich ausreichend, mit ruhigen Schlaf. Heute i.d. Früh war wegen MS Patch zweiter Espresso angesagt, dass dürfte mit C-PC Geschichte werden.
    @Tetzlav ich kann mich erinnern, in meiner Lehrstelle hatten wir OS/2 als Server und WyseClients als Terminals. OK, damals 1994 noch kabelgebunden :-) Aber der Sinn ist der gleiche... Ist irgendwie lustig, dass alles wieder kommt, soll ja sogar in der Mode so sein ?
    Als jemand der tagtäglich mit AWS, AZURE und GCP arbeitet, bringe ich es mal auf den Punkt.
    Ein Cloud-PC ist im Prinzip nichts anderes wie ein Chromebook/Chromebox .Denn man arbeitet fast nur noch im Browser.
    Die lokale Hardware/Software ist völlig uninteressant.In der Cloud arbeitet man zumindest als Entwickler zumeist in einer
    virtuellen LINUX-Umgebung und man entwickelt i.d.R. plattformübergreifend mit den jeweiligen füt den Anwendungszweck
    vorgesehenen Sprachen/Frameworks/API's/Diensten....von denen nichts lokal installiert wird.
    Rein hardwaremäßig hätte sogar schon ein Smartphone genügend Rechenleistung um in der Cloud arbeiten zu können.Ich
    selbst verwende auch nur noch einen Mini-PC, weil das einfach zum arbeiten in/mit der Cloud reicht. Die Zeit der großen
    Kisten (Tower/Midi/Mini-Tower) mit dem Stromverbrauch einer Waschmachine ist eh vorbei.
    Ich freu mich jetzt schon auf die Schlagzeile und die vielen Kommentare: MS sperrt massenhaft PC`s, Daten unwiederbringlich verloren, User bekommen keinen Kontakt zu Microsoft.
    @M1500 das wird nicht passieren, weil das ein Angebot für den kommerziellen Bereich wird, und dort erhalten die Kunden einen vernünftigen Support, da wird auch nicht so einfach gesperrt, sondern immer erst nach Vorwarnung. Sie wissen also eigentlich, wie es geht :).
    Ich arbeite in einem Deutschen Großunternehmen. Eine Cloud-Lösung wird es bei uns aus Sicherheitsgründen in absehbarer Zeit nicht geben. Es ist ist schon untersagt, Dokumente ab einer bestimmten Schutzklasse auf privaten Druckern auszudrucken. Das Speichern und Synchronisieren von Kalenderdaten in Clouds oder auf privaten Geräten ist strengstens untersagt. Home Office geht nur mit dem Firmennotebook per VPN-Verbindung.
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