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Bericht: Microsoft plant Übernahme von Nuance Communications – Update: Bestätigt

Bericht: Microsoft plant Übernahme von Nuance Communications - Update: Bestätigt

Update vom 12. April um 14:43 Uhr: Microsoft hat die Übernahme von Nuance offiziell bekanntgegeben und dabei auch den Kaufpreis von 56 US-Dollar pro Aktie bestätigt- Insgesamt hat die Übernahme ein Volumen von 19,7 Milliarden Dollar. Die Aktionäre müssen dem Deal noch zustimmen, Microsoft und Nuance gehen aber davon aus, die Übernahme noch in diesem Kalenderjahr abschließen zu können.

Nachfolgend die ursprüngliche Meldung von 7:27 Uhr:

Microsoft soll an einer Übernahme von Nuance Communications interessiert sein. Das Unternehmen mit seinen rund 13.500 Mitarbeitern ist auf Spracherkennungsdienste spezialisiert. Die Übernahme könnte bereits in Kürze bekannt gegeben werden, berichtet das Magazin Bloomberg. Der Preis für die Übernahme soll bei 16 Milliarden US-Dollar und damit rund 23 Prozent über dem aktuellen Börsenwert von Nuance liegen. Weder Microsoft noch Nuance haben den Bericht kommentiert, wie das so üblich ist.

Endkunden dürfte Dragon NaturallySpeaking wohlbekannt sein, es ist seit 1997 das populärste Produkt von Nuance. Inzwischen hat sich das Produktportfolio aber deutlich erweitert und Nuance setzt bei seinen Spracherkennungs- und Verarbeitungsdiensten auf künstliche Intelligenz. Nachdem man sich zwischenzeitlich auch auf anderen Gebieten wie Scan-Software, Dokumentenmanagement und Bildverarbeitung ausprobiert hat, wurden diese Bereich vor zwei Jahren abgestoßen. Seitdem konzentriert sich Nuance wieder voll und ganz auf seine ursprünglichen Kompetenzen, mit Microsoft arbeitet man im Bereich Gesundheitswesen eng zusammen.

Nuance wird gerne als „Siri-Entwickler“ bezeichnet, was allerdings nur die halbe Wahrheit ist. Tatsächlich hat Nuance das Unternehmen Siri mit Technologie beliefert, bevor es 2010 von Apple übernommen wurde. Den Rest des Weges bis zur Veröffentlichung von Siri als iOS-Funktion ist Apple allerdings anschließend alleine gegangen.

Daran, dass Microsoft dringenden Nachholbedarf beim Thema Spracherkennung hat, dürfte niemand ernsthaft zweifeln. Die hauseigenen Services sind ein Wrack und in allen anderen Sprachen als Englisch vollkommen unbrauchbar. Seinen eigenen digitalen Assistenten Cortana hat Microsoft zwar mehr oder weniger aufgegeben, die Bedienung von Geräten und Software in natürlicher Sprache wird davon unbenommen allerdings in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen, von daher muss Microsoft bemüht bleiben, die um Jahre enteilte Konkurrenz wieder irgendwie einzuholen.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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