Billige Windows- und Office-Lizenzen bei Edeka: Microsoft verklagt Anbieter Lizengo

Billige Windows- und Office-Lizenzen bei Edeka: Microsoft verklagt Anbieter Lizengo

Seit einiger Zeit vertreibt der Einzelhändler Edeka verdächtig günstige Windows- und Office-Lizenzen von Lizengo, das Thema hat bereits einige mediale Aufmerksamkeit erhalten. Nachdem sich in der Beschaffungskette von Lizengo offenbar diverse Unregelmäßigkeiten zeigen, geht Microsoft nun in die Offensive und zerrt den Anbieter vor Gericht.

Erst in der letzten Woche haben wir an dieser Stelle über das Thema gesprochen, nachdem heise den Lizengo-Keys quasi eine „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ ausgestellt hat, obwohl deren Recherchen keine Aufklärung brachten, sondern neue Fragen aufwarfen. So tauchten bei der Untersuchung beispielsweise „Multi-Activation-Keys“ auf, die unter keinen Umständen für den Weiterverkauf bestimmt sind.

Wie CRN jetzt berichtet, haben eigene Testkäufe sowie Untersuchungen von Microsofts Produktidentifikationsdienst PID weitere zweifelhafte Quellen der über Lizengo verkauften Office-Seriennummern offenbart. So stammten einige Keys aus dem OEM-Programm für China, dürften also in Deutschland nicht verkauft werden. Weitere geprüfte Keys waren Volumenlizenzverträgen mit Universitäten aus diversen Ländern zuzuordnen, diese dürften auch nur in diesem Rahmen verwendet werden. Wie diese Keys überhaupt in den Handel kommen, ist völlig unklar – die betroffenen Unis wussten von diesen Aktivitäten jedenfalls nichts.

Zwei der untersuchten Windows 10-Seriennummern, die von Lizengo verkauft wurden, wurden im Rahmen eines speziellen Lizenzierungsprogramms an eine Bildungseinrichtung in den USA ausgegeben. Auch diese Keys dürften nirgendwo anders auftauchen, wurden aber teilweise sogar mehrfach verkauft. Der eine Key wurde siebenmal, der andere bereits neunmal aktiviert.

Mit diesen Erkenntnissen im Rücken zieht Microsoft jetzt gegen Lizengo vor Gericht. Der Anbieter beteuert stets, seine Keys ausschließlich aus einwandfreien Quellen zu beziehen, die günstigen Preise ergäben sich aus „Überkapazitäten“ bei den Distributoren. Von den Distributoren, die CRN befragt hat, will aber niemand jemals Lizengo mit Produktschlüsseln beliefert haben.

Die Angelegenheit entwickelt sich allmählich also zu einem echten Krimi. Mit einer kurzfristigen Klärung ist nicht zu rechnen, das Verfahren dürfte sich über längere Zeit hinziehen.

Quelle: CRN

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Das hoert sich erstmal nicht gut an fuer Lizengo. Interessant wirds wenn vor Gericht geklaert wird ob Lizengo in der Lage war die "falschen" Keys ueberhaupt zu erkennen. Solange Microsoft da nichts anbietet muss Lizengo dem Verkaeufer vertrauen...
    Im Endeffekt bleibts dann wohl beim Kunden haengen. Mal schauen was Microsoft da unternimmt.
    Ich sage, dabei kommt genau nichts rum. In Deutschland kann man als Unternehmen nicht mehr erwarten, dass in solchen Fällen nicht für den dummen Konsumenten (und damit für Buden wie Lizengo, die die einzigen sind, die sich hier reich stoßen) entschieden wird.
    Andererseits wird es Microsoft wohl am besten wissen, denn, die haben die entsprechende Rechtsabteilung, die entscheidet ob und wie geklagt wird. Bin gespannt, was dabei raus kommt. Ich sage: Nichts.
    Iceblue
    Bei eBay gibt es sie doch weiterhin

    Klar, denn dieses Drecksloch wird niemand so schnell ausmisten.
    Wenn man einen neuen Computer kauft ist in aller Regel, naja praktisch fast immer, Windows 10 dabei. Und davor war es Windows 7. Und man konnte viele viele viele Monate kostenlos Windows 7 auf Windows 10 aktualisieren. Selbst ein nigelnagelneuer Kauf einer Lizenz ist nicht so unbezahlbar teuer, dass man drei Monate dafür hungern muss. Und trotzdem gibt es noch so viele Menschen in Deutschland, die (wahrscheinlich wissend, weil 5 oder 10 EUR für ein Betriebssystem oder Office-Suite kann kein normaler Preis sein) eine illegale Lizenz für einen Appel und ein Ei kaufen? Bin ich zu reich, dass ich übersehe, dass es zu viele arme mittellose Menschen gibt, die nur mit Raubkopien überleben können (und das sicherlich auch für Bewerbungsschreiben benötigen) oder ist es immer noch ein Hobby für Software nichts zu bezahlen? Werden so viele tausend neue Rechner ohne Betriebssystem ausgeliefert? Basteln noch so viele Menschen ihre Computer selbst aus Ersatzteilen zusammen und haben keine alte legale Lizenz von irgendeinem Windows herumliegen? Ist Windows tatsächlich überwuchert teuer? Oder sind da draußen so viele Menschen einfach nur noch doof?
    Was übersehe ich?
    Das ist ja nun eine sehr gute Entwicklung. Dann wird hoffentlich in absehbarer Zeit geklärt was rechtens ist.
    Ich befürchte, dass solche Präzedenzfälle einfach nicht allen Fällen gerecht werden. Was ist denn z.B. wenn man, wie Microsoft, Volumen-Lizenzen verkauft, die "im Dutzend billiger" sind? Sollen die dann genauso behandelt werden wie Einzelplatzlizenzen, die weiterverkauft werden dürfen? Oder sollen die dann auch nur "im Dutzend" weiterverkaufen werden dürfen? Was ist mit Software, die einem lebenslange kostenlose Updates verspricht, und deshalb laut Lizenzbestimmungen nicht weiterverkaufen werden darf, von Seiten der Firma? Viele unterschiedliche Fälle, die alle über einen Kamm geschoren werden müssten, wenn man ein Urteil fällt. Ich halte das nicht für zielführend.
    Für den gewöhnlichen Nutzer ist nur wichtig, dass das Produkt funktioniert, wenn man die Lizenz aktiviert hat. Alles andere ist uninteressant.
    Und eben deshalb ist es interessant zu wissen, wie das Urteil ausfallen wird. Denn, nur weil Lizengo oder Edeka ein Riegel vorgeschoben wird, heißt das ja nicht, dass von heute auf morgen alle Hinterhof-Anbieter auf Ebay die Ware nicht mehr anbieten.
    Mal abgesehen davon, dass es für mich auch interessant ist, wie hierzulande mit solchen Dingen umgegangen wird.
    @KeinUntertan: Solange sichergestellt ist, dass Nadella mit Rückendeckung der GSG9 nicht vor der Wohnungstür steht oder man einen hoffnungsfrohen Brief vom Microsoft-Anwalt bekommt, ist es für den Endkunden tatsächlich egal woher der Key kommt. Hautsache er funktioniert. Selbstverständlich sollte trotzdem vor Gericht endgültig entschieden werden was nun zulässig ist oder nicht.
    @SweetFalke: Es gibt auch noch andere Möglichkeiten. Ich z.B. haben meinen PC bei Alternate online konfiguriert und zusammenbauen lassen. Selbstverständlich habe ich brav auch ein W10-Lizenz zum regulären Preis mitbestellt. Allerdings läuft auf meinem PC eine Virtuelle Maschine unter Hyper-V. Dort bin ich als Windows Insider angemeldet. Da habe ich natürlich nicht eingesehen, dass für als Insider für Microsoft teste und noch eine Lizenz zum vollen Preis erwerbe. Der Key war entsprechend preiswert. Wenn Microsoft den irgendwann deaktiviert, ist mit Insider halt Schluss.
    Genau. "Hauptsache der Key funktioniert". Wenn Microsoft der Meinung ist, dass die Keys unrechtmäßig genutzt werden, können die schnell nicht mehr funktionieren. Deshalb ist es für den Kunden auch so relevant zu wissen, ob er rechtlich auf der sicheren Seite steht. Genauso wie man auch wissen muss, dass man niemandem so einfach einen Knüppel über den Kopf ziehen kann, auch wenn man die Motivation dazu hat. ;)
    Aber, gut, es ist schon richtig, dass das Urteil in diesem Fall nicht relevant für den Kunden ist. Eher, ob er in Zukunft seine Billig-Keys, die natürlich völlig legal sind, noch von Edeka/Lizengo bekommt oder nicht. Aber, natürlich sind die dann immer noch völlig legal. Genau wie die Rolex für 50 €.
    Schön das Microsoft reagiert. Allerdings hätte man diese Situation erst gar nicht aufkommen lassen müssen, wenn man bereits in der Vergangenheit zumindest für das Betriebssystem vernünftige Preise festgelegt hätte. Da ich von Beginn an seit 1989 meine Rechner selber zusammenbaue, hatte ich immer wieder das "Vergnügen" ein Betriebssystem für diese zu kaufen. Zum Glück gab es Computerbörsen oder auch die Hobbytronic, wo man die weissen Schachteln mit den OEM-Versionen von MS-DOS, Windows 3 oder Windows für Workgroups anfangs noch "illegal" kaufen konnte. Später konnte man die OEM-Versionen "offiziell" u.a. beim Kauf einer Festplatte erwerben. Ich könnte mir vorstellen, das bis zu 60,- € für Home und bis zu 100,- € für Pro für viele akzeptabel wäre.
    Frage mich wie Lizengo an solchen speziellen "Bildungs-Keys" von einer Einrichtung in USA kommt?
    MrMiagi
    Also schnell zuschlagen, bevor es die Keys nicht mehr gibt xD

    Da wäre ich jetzt nicht so optimistisch. Ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass MS infolge der rechtlichen Auseinandersetzung alle von Lizengo verkauften Keys für ungültig erklärt.
    Miine
    Im Endeffekt bleibts dann wohl beim Kunden haengen. Mal schauen was Microsoft da unternimmt.

    Deiner einer ist doch selber schuld für sein Handeln. Versuche Deinen bewussten Vorsatz, aus dem Vergehen des anderen seinen eigenen Nutzen ziehen zu wollen, nicht auch noch damit zu rechtfertigen, Du seist der ahnungslose und unschuldige Kunde! Euresgleichen hat ganz genau gewusst, worauf es sich einlassen würde. Ich hoffe, dass ein jeder einzelner dieser delinquenten Konsumenten die Konsequenzen in gleichermaßen zu spüren bekommt.
    @Tezlav: Die Frage ist inwieweit sie das nachverfolgen können. Wenn sie für diesen Fall sogar extra Lizenzen von Edeka einkaufen mussten, dann würde ich sagen, gar nicht. Vielleicht machen sie strichprobenartige Prüfungen, und setzen die Lizenzen außer Kraft, die durchfallen. Tja, selbst Schuld kann ich da nur sagen, wer meint das Schnäppchen des Jahrhunderts zu schießen.
    Alle Fundstellen zu "Microsoft verklagt Lizengo" beziehen sich im Moment auf CRN.de
    Ich denke, man muß abwarten bis zumindest ein Statement von offizieller Seite kommt.
    Ich sehe es mit illegalen Lizenzen genauso wie mit Falschgeld.
    § 146
    Geldfälschung
    (1) Mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr wird bestraft, wer
    1. Geld in der Absicht nachmacht, dass es als echt in Verkehr gebracht oder dass ein solches Inverkehrbringen ermöglicht werde, oder Geld in dieser Absicht so verfälscht, dass der Anschein eines höheren Wertes hervorgerufen wird,
    2. falsches Geld in dieser Absicht sich verschafft oder feilhält oder
    3. falsches Geld, das er unter den Voraussetzungen der Nummern 1 oder 2 nachgemacht, verfälscht oder sich verschafft hat, als echt in Verkehr bringt.
    (2) Handelt der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung einer Geldfälschung verbunden hat, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren.
    (3) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 2 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.
    Zudem kommt noch, wer Hehlerware bezieht und verwändet, macht sich genauso strafbar wie der Hehler selber.
    Komisch, bei Geldfälschung sieht das so gut wie jeder ein und hält sich dran. Aber bei Lizenzen soll das plötzlich anders sein?
    Windows 10 gab es lange genug kostenlos und unter bestimmten Umständen ist Windows 10 noch immer kostenlos. MS Office gibt es in der 365er Version offiziell und ganz legal spotbillig. Wer dann noch meint, sich eine noch billigere Version kaufen zu müssen, bei dessen Preis jeder weiß, das kann nur illegal sein, dem ist nicht mehr zu helfen. Wer sich sündteure Rechner zusammenbaut, aber bei der Windows und/oder Office sparen will, dem ist nicht mehr zu helfen und es ist nur sehr gut, wenn das Gesetz in seiner ganzen Härte zuschlägt. Allein schon dem ehrlichen Kunden gegenüber.
    Ich werde Microsoft jedenfalls die Daumen drücken, dass sie im vollen Umfang vor Gericht ihr Recht bekommen und dass Microsoft danach mit den entsprechenden Lizenzen konsequent umgeht und abschaltet. Sonst wäre jeder ehrliche Windows- und Office-Kunde vor den Kopf gestoßen.
    @KnSN
    Genau solch einen Kommentar verfasste ich eben bei Windowsunited.
    Ich habe keinerlei Mitleid für MEnschen die wissentlich bzw. mindestens fahrlässig Diebstahl begehen.
    SweetFalke
    Was übersehe ich?

    Die banalen / einfach Aspekte.
    Otto-Normalverbraucher sucht einfach nach "Software XY billig (kaufen)" und findet entsprechende Angebote in Massen. Außerdem ist es mit dem Preisverständnis bei Software auch so eine Sache. Ist nicht gerade etwas, was man "merkt" im Gegensatz zu physischen Produkten. Software funktioniert halt genauso, auch wenn die Lizenz nicht im Sinne des Herstellers erworben wurde.
    Im Fall von Software: Würde man den alten Win 7 Key auf dem neuen Gerät für eine Win 10 Aktivierung verwenden, dann ist das offiziell gestattet / legal und kostet nicht einen Cent. Hat man jetzt aber kein altes Gerät (mehr), warum sollten es dann für viele Leute klar sein, dass eine Windows Lizenz via eBay und CO für 10-20€ rechtliche / aus Lizenzsicht nicht echt sein kann? Davon ab, dass 9x% der Leute nie sichtbar etwas für Windows bezahlt haben. Oder der Fall Office: Ein Open Office gibt es kostenlos, Google Docs ist kostenlos, etc. und bei MS kann man sehr viel Geld dafür bezahlen. Ohne Frage gibt es da Unterschiede / Office ist durchaus Geld wert, aber auch da springt längst nicht jedem überall in den Sinn "Office hat auf jeden Fall einen Wert von X Hundert Euro" und alles weniger ist "fragwürdig".
    Das ganze "Problem" ist ja auch kein reines MS Problem. Gilt für andere Software (oder auch Hardware) ähnlich bzw. die Leute wollen halt auch sparen. Wenn die Firmen etwa billig in XY produzieren / auslagern können, dann kann man ja als Kunde auch nach Möglichkeiten suchen, um billig(er) an die Produkte zu kommen.
    ronnybruechner
    Diebstahl begehen

    Welcher Diebstahl? Außerdem ist das erst einmal nur die Auffassung von MS. Mal schauen, was am Ende ggf. von richterlicher Seite aus entschieden wird. Vor 20 Jahren hat man bei MS auch die Ansicht vertreten, dass OEM Software an die Hardware gebunden sei.
    Wenn die Lizenzen tatsächlich nicht die Bedingungen für die Erschöpfung erfüllen, wird's jedenfalls ungemütlich für Lizengo auch im Hinblick auf deren Beziehungen zu den eigenen Unternehmenskunden. Was dann konkret wirtschaftlich und rechtlich daraus wird, kann man derzeit nicht vorhersagen. Gerichtlich wird es dann eher um urheberrechtliche Fragen gehen, strafrechtlich wird da vermutlich nichts passieren. Selbst wenn die Lizenzen am Ursprung der Handelskette mal illegal womöglich von Mitarbeitern, Studenten, usw. verkauft wurden, wird man Lizengo nichts nachweisen können. Allerdings können die sich als Händler nicht wie ein Kunde im Zweifel auf Unwissen berufen.
    Nochmal an alle, die es immer noch nicht verstanden haben:
    Nur weil etwas Illegales bezahlt werden muss, wird es nicht dadurch legal.
    Wenn 100.000 Euro Falschgeld 20.000 Euro kostet, wird aus dem Falschgeld ja auch kein echtes Geld daraus.
    _Sabine_

    Welcher Diebstahl?

    Die Quellen, aus denen die Keys kommen, die im Artikel genannt sind, lassen durchaus die Vermutung zu, dass hier Diebstahl begangen wurde. Zumindest aber mal, dass gegen jegliche Lizenz- und Nutzungsbestimmungen verstoßen wurde.
    Zum Thema "Otto-Normalverbraucher sucht einfach nach "Software XY billig (kaufen)"". Dazu kann ich nur immer wieder sagen, bei allen Dingen gilt "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht". Wenn du Hehlerware auf dem Schwarzmarkt einkaufst, dann wirst du dich auch kaum rausreden können, dass du ja überhaupt nichts davon gewusst hattest. So blöd kann man doch eigentlich auch gar nicht sein, dass man meint, man bekäme die Ware zu einem Zehntel oder Zwanzigstel des Preises, den legitime Händler dafür verlangen. Oder doch?
    Und nochmals, weil man es wohl nicht oft genug sagen kann: Der einzige, der hier absahnt sind Lizengo und Edeka. Microsoft hat davon: Nichts. Der Kunde hat davon: Nichts. Wenn sein Key deaktiviert wird. Ein totales Bauernfänger-Geschäft.
    Ob der Erschoepfungsgrundsatz vor Laendergrenzen halt macht - ich glaube eher nicht. Z.b. chinesische OEM-Lizenzen. Wessen Problem ist das?
    Nicht des Endkunden hier in Deutschland der bei Lizengo gekauft hat, auch nicht Lizengos Problem - sondern - Microsofts mit dem chinesischen OEM Vertragspartner.
    Es sei denn diesem waeren die Keys gestohlen worden...
    Desto laenger man drueber nachdenkt, desto wahrscheinlicher erscheint einem das Microsoft da einfach nur die PR-Trommel ruehren aber keine Strafverfolgung anstreben wird.
    Ich find's auch Kacke, dass Spiele hier z.B. aus Key-Beständen aus Asien oder sonstwo verkauft werden, zu 1/3 des Preises, was sie normal kosten würden. Davon habe vor allem die Entwickler überhaupt nichts. Da muss zwangsläufig irgendwann eine Lösung für gefunden werden. Das geht so nicht. Wir können hier nicht dieselben Preise wie in Billiglohnländern bezahlen. So ist das mit der Globalisierung nicht gemeint.
    Naja, sehen wir's positiv. Wegen Themen wie diesem gibt's wenigstens was zu diskutieren. ;)
    Thomas62
    Nochmal an alle, die es immer noch nicht verstanden haben:
    Nur weil etwas Illegales bezahlt werden muss, wird es nicht dadurch legal.
    Wenn 100.000 Euro Falschgeld 20.000 Euro kostet, wird aus dem Falschgeld ja auch kein echtes Geld daraus.
    Es hat seinen Grund, daß es einen eigenen Paragraphen für Falschgeld gibt. Softwarelizenzen sind anders zu behandeln. Auch ist es keine Hehlerei, denn eine Lizenz und auch ein Key sind keine Sachen im juristischen Sinn. Ich finde den Umgang der Juristen und Politiker mit der IT-Welt ja auch nicht immer richtig, aber die Rechtslage ist diesbezüglich eindeutig.
    Für die Kunden dieser Händler wird am Ende die einzige "Strafe" sein, daß sie einem kriminellen System die Weiterexistenz ermöglicht haben und vielleicht wird die Lizenz von Microsoft für ungültig erklärt. Für den Händler wird es wohl auch nur bei urheberrechtlichen Problemen bleiben. Mehr als Schadensersatz gegenüber Microsoft und einige verlorene Kunden wird es den Händler nicht kosten.
    Was Microsoft über die Keys herausgefunden haben will, kann gegenüber dem Händler vermutlich nur in Teilen und gegenüber den Kunden überhaupt nicht vorgebracht werden. Microsoft stehen andere Mittel zur Verfügung, die Herkunft von Keys zu verfolgen. Natürlich steht immer noch im Raum, daß Lizengo sich nicht selbst von den Verkäufern versichern hat lassen, daß Erschöpfung vorliegt. Das hat aber höchstens die Folge, daß die Lizenzen illegal verkauft wurden bzw. der legale Verkauf nicht nachgewiesen werden kann. Je nachdem steht Microsoft dann Schadensersatz evtl. auch von den gewerblichen Kunden von Lizengo zu, mehr aber wohl nicht.
    Vielleicht steht hier auch der nächste PC-Fritz bevor, aber das ist Spekulation, denn dazu wäre um einiges mehr nötig als die bisher kolportierten kreativen Lieferwege.
    Reicht ja an sich auch. Für solche Läden wie Lizengo kann das dann schnell mal Insolvenz bedeuten.
    chakko
    Ich find's auch Kacke, dass Spiele hier z.B. aus Key-Beständen aus Asien oder sonstwo verkauft werden, zu 1/3 des Preises, was sie normal kosten würden. Davon habe vor allem die Entwickler überhaupt nichts. Da muss zwangsläufig irgendwann eine Lösung für gefunden werden. Das geht so nicht. Wir können hier nicht dieselben Preise wie in Billiglohnländern bezahlen. So ist das mit der Globalisierung nicht gemeint.

    Wieso war das mit der Globalisierung SO nicht gemeint? Soll nur die Globalisierer Nutznieser der Globalisierung sein? Nein! Gut das endlich mal JEDER Globalisierungsgewinner sein kann!
    Im Endeffekt ist es halt Marktwirtschaft wo der freie Markt ein Maerchen ist: da wird auf jedem geschlossenen Markt das verlangt was man verlangen kann...
    Das "man muss davon leben koennen" Argument - ganz einfach loesbar: Menschen haben so eine Art Gerechtigskeitsgefuehl "eingebaut". Wenn Preis/Leistung stimmen dann zahlt man auch gerne wenn man das Geld hat.
    BTW: was Spiele angeht - wenn ich mich richtig erinnere haben die Project Red Spiele (Witcher) keinen Kopierschutz drin. Und trotzdem verdienen die so gut das die weiterhin fleissig fuer den PC Spiele produzieren...
    Wieso war das mit der Globalisierung SO nicht gemeint? Soll nur die Globalisierer Nutznieser der Globalisierung sein? Nein! Gut das endlich mal JEDER Globalisierungsgewinner sein kann!

    Wer bitte schön profitiert davon? Außer geizigen Erste Welt Konsumenten? Für die Wirtschaft ist das in jedem Fall schlecht. Was heißt, dass hier irgendwann die Preise noch mehr anziehen müssen, um das zu kompensieren. Typischer Fall von "nur so weit gedacht bis zum Brett vorm Kopf".
    Wir profitieren hier übrigens enorm von der Globalisierung, genauso wie die Chinesen von der Globalisierung profitieren. Ob du das nun einsiehst oder nicht.
    BTW: was Spiele angeht - wenn ich mich richtig erinnere haben die Project Red Spiele (Witcher) keinen Kopierschutz drin. Und trotzdem verdienen die so gut das die weiterhin fleissig fuer den PC Spiele produzieren...

    Dass die vor nicht allzu langer Zeit jede Menge Leute entlassen mussten hast du wohl nicht mitbekommen. https://www.gamepro.de/artikel/cyberpunk-2077-entlassungen-gog-rpg-frueher,3341104.html
    Finanzielle geht es denen nicht wirklich rosig. Ist allerdings, genauso wie Kopierschütze, ein ganz anderes Thema.
    Schon amüsant wie man hier wieder Käufer solcher Lizenzen als „dumm“, „doof“ usw. beschimpft und Ebay als „Drecksloch“ bezeichnet nur weil es Menschen gibt die ein reguläres Angebot von Edeka angenommen haben. Das sagt schon einiges aus über einige User hier.
    Fakt ist das der Käufer mit Edeka einen Kaufvertrag geschlossen hat und davon ausgehen kann das Edeka legale Ware verkauft. Sollten nach einem Gerichtsurteil Lizenzen gesperrt werden wendet sich der Käufer mit Schadensersatzforderungen an Edeka. Der Käufer ist also nach wie vor auf einer relativ sicheren Seite. Von dumm und doof kann da also keine Rede sein
    Dumm und doof sind lediglich Menschen die andere so bezeichnen.
    Bin ja mal gespannt wie sich die Geschichte entwickelt... werden eigentlich die ganzen "Fachzeitschriften" usw. wegen Beihilfe angeklagt, falls es zu einem Strafprozess kommt???:lol
    Ich verstehe nicht das es so was heute überhaupt noch gibt. Microsoft kann im Office 365 jederzeit steuern auf welchem Gerät wann ein PC ffice Programm läuft. Aber Sie bekommen es nicht hin die verkauften Lizenzen klar definiert zu Managen.
    Meine Haltung zu den Billig-Keys ist hinlänglich bekannt. Ich käme dennoch nicht auf die Idee, ahnungslose Käufer solcher Kärtchen als Idioten zu verunglimpfen. Wenn der normale Homeuser, der sich mit der Thematik nicht näher beschäftigt, sowas bei Edeka sieht, dann hält er das natürlich für ein seriöses Angebot. Die meisten Verbraucher werden ja nicht mal wissen, was eine Windows-Lizenz regulär kostet.
    Wer solche Leute als "dumm" bezeichnet, der sollte vielleicht selbst mal überlegen, auf wie vielen Gebieten er selbst ein ahnungsloser Trottel ist, dem man alles erzählen kann ;).
    Immer diese Debatte um "illegale Lizenzen" und das feste Draufschlagen auf deren Käuferschaft. Wenn ich mir überlege, dass ich bereits für unter 200 Euro Subnotebooks und Notebooks von Markenherstellern (!) inklusive Windows 10 Home und teils auch Office 365 bekomme, dann kann ich die nicht einfach für dämlich und für selbst Schuld erklären. Die Käufer solcher Keys sind oft keine "Pros", wie sie hier unterwegs sind, sondern Menschen, die sich nicht sonderlich mit Computern befassen. Die sollen einfach funktionieren und werden für Officetätigkeiten, für die Kinder oder Eltern, für einfache Spiele wie Minecraft und für Multimediaaufgaben gekauft.
    Drei Beispiele: Hier bei Amazon gibt es ein Trekstor Surftab (Trekstor wird jedem Bild-Leser ein Begriff sein) mit Windows 10 Home und Office 365 für gerade einmal 186,70 Euro. Hier ein Asus Subnotebook für 229 Euro und Hier sogar ein 14" Medion Laptop für 217 Euro.
    Ich selbst habe mir beispielsweise Das Hier von Medion für unter 250 Euro gekauft und bin damit zufrieden.
    Ja klar: Bei Windows 10 Lizenzen für unter 20 Euro sollte jeder noch so große Schnäppchenjäger misstrauisch werden. Bei Edeka wurden die Keys jedoch für 40 Euro verkauft. Zum einen trauen 99% der Leute Edeka ganz gewiss und zum anderen erscheint der Preis der Lizenz realistisch. Denn wie in meinen Beispielen oben aufgezeigt, gibt es bereits für unter 200 Euro komplette Subnotebooks mit allem Drum und Dran an Hard- und Software.
    Wer kann dann schon davon ausgehen, dass eine Windows 10 Lizenz regulär 145 Euro (Home Version) kostet?
    Oh, die armen Käufer. Bei Euren Ausführungen könnte man ja fast meinen, daß heute Geschäftsunfähigkeit der Standard ist. Mal davon abgesehen, gilt in einem Rechtsstaat immer noch, daß weder Dummheit noch Unwissen vor Strafe oder zivilrechtlichen Folgen schützt. Ja, das BGB schützt Verbraucher, aber das gilt in gewissem Rahmen und nicht grenzenlos. Was eine Windows-Lizenz regulär kostet, kann jeder wissen und nur darauf kommt es in dem Zusammenhang an.
    Und Edeka wird die Käufer eher nicht entschädigen müssen, weil die verkauften Gutscheine längst bei Lizengo eingelöst wurden. Man könnte zwar etwas konstruieren, um auch von Edeka Schadenersatz verlangen zu können, aber das Prozessrisiko bei unter 100 EUR Schaden liegt natürlich auf Seiten der Kunden. Zumal die meisten Kunden wohl Kassenbeleg und Gutschein nach Einlösen dem Altpapier anvertraut haben werden. Auf bloßes Beteuern wird Edeka nicht aus reiner Herzensgüte den Kunden etwas erstatten.
    Nordlicht2112
    Schon amüsant wie man hier wieder Käufer solcher Lizenzen als „dumm“, „doof“ usw. beschimpft und Ebay als „Drecksloch“ bezeichnet nur weil es Menschen gibt die ein reguläres Angebot von Edeka angenommen haben. Das sagt schon einiges aus über einige User hier.

    Ich bin seit langer Zeit (sicherlich jetzt über 15 Jahren) bei Ebay angemeldet. Und, ja, im Laufe der Zeit hat es sich zu einem regelrechten "Drecksloch" entwickelt. Und, die Entwicklung erinnert mich sehr an diese Geschichte, weil es auch wieder auf einer Attitüde basiert, die ich so auch immer mehr auf Ebay erlebt habe. Nämlich, dass es egal ist, ob der Deal legal ist, und für alle Seiten befriedigend über die Bühne geht. Und daraus resultiert dann, dass man sich auf Ebay nie sicher sein kann, ob man nicht übers Ohr gehauen wird. Was schade ist, denn, das ist nicht die Art und Weise, in der ich mit anderen Menschen umgehen möchte.
    Nordlicht2112
    Fakt ist das der Käufer mit Edeka einen Kaufvertrag geschlossen hat und davon ausgehen kann das Edeka legale Ware verkauft. Sollten nach einem Gerichtsurteil Lizenzen gesperrt werden wendet sich der Käufer mit Schadensersatzforderungen an Edeka. Der Käufer ist also nach wie vor auf einer relativ sicheren Seite.

    Nein!
    Edeka hat lediglich einen Gutschein verkauft, der zum Bezug eines MS-Keys bei Lizengo berechtigt. Sobald dieser Gutschein bei Lizengo eingelöst wurde, ist Edeka raus aus dem Geschäft. Der Partner des Käufers ist dann, auch bei Problemen (z. B. ungültiger Key oder Key gesperrt), Lizengo.
    Nur wenn der Gutschein nicht eingelöst werden kann, egal aus welchen Gründen, ist Edeka im Rahmen der Gewährleistung verpflichtet, den Kaufpreis des Gutscheins dem Käufer zu erstatten.
    Also ich bin schon seit 2001 in dem "Drecksloch" unterwegs... vielleicht suhle ich mich ja einfach nur gerne... oder aber um es ähnlich deftig zu formulieren: "Wer nicht gerade einen IQ wie 10 Meter Feldweg" hat, der hat eher selten ein Problem. Man braucht sich nur die Bewertungsprofile der Verkäufer ansehen, den Text des Angebotes komplett lesen und mit Paypal bezahlen, dann ist man auf der sicheren Seite, also schwer ist das wirklich nicht.
    Wenn man dann noch einen freundlichen Umgangston an den Tag legt, was scheinbar auch nicht mehr selbstverständlich ist - das ist die Geschichte mit dem Ruf in den Wald ... der kann doch schon noch ein Schnäppchen machen... es muss ja nicht gerade ein Windows 10 Key für 1,99 € sein :D
    um es ähnlich deftig zu formulieren: "Wer nicht gerade einen IQ wie 10 Meter Feldweg" hat, der hat eher selten ein Problem

    Wie dieses Thema, und die Leute, die sich lieber einen 5 € Office 2019 Professional Plus Key kaufen, als bei Microsoft Office 365 einzukaufen, zeigen, ist das wohl gar nicht mal so selten. :angel
    Ich würde mal behaupten, ich habe einen IQ über 10, wurde aber auch schon bei Ebay verarscht. Soviel dazu. Wenn man falsche Produktbilder reinstellt, und ähnliche Späße, dann hilft der IQ auch nicht so wirklich weiter. Ist halt eher ein Basar, mittlerweile, während es früher eine Plattform war, auf der man seinem Gegenüber noch trauen konnte.
    Aber, um aufs Thema zurück zu kommen, und darauf, ob die Leute, die sich solche Keys sorgenfrei zulegen, doof sind. Ich denke, es sollte sich jeder selbst beantworten, wie er/sie es beurteilen würde, wenn jemand beim Straßenhändler eine Rolex für 50 € kauft, und die dann stolz rumzeigt, und damit prahlt, was er für ein Schnäppchen gemacht hat.
    Wenn etwas nicht koscher ist, es Grund für eine Beanstandung gibt, weil die Ware nicht der Beschreibung entspricht, dann öffnet man einen Fall und falls man - was man nach Möglichkeit grundsätzlich machen sollte - mit Paypal bezahlt hat, dann hat man seine Kohle auch ganz schnell zurück. Ich habe auch mal vor Jahren einen defekten Artikel erhalten, innerhalb weniger Tage hatte ich mein Geld zurück, den Artikel habe ich dann entsorgt, weil sich der Verkäufer nicht mehr gemeldet hat.
    Ich bin selbst auch mal reingefallen, da war Verkäufer vor Lieferung schon pleite und konnte nicht mehr liefern, aber das war vor der Einführung von Paypal...
    Brav dass die Medien den Ball ordentlich rollten, dass darf ja nicht sein wo kommen wir da hin. Ich hoffe die Medien machen sich auch für die Schließung div. Steuerschlupflöcher dieser 'anständigen' IT- Riesen stark. Bloss blöd wenn man selber auf der Seite der ausgesuchten Nutznießer steht und schreibt. #heuchlerlizenzen #zeigefingerinsaug
    Was die Sache mit den Preisen angeht, so wissen viele nicht, dass der Preis auf einem Preisschild nun mal kein Angebot des Verkäufers ist, sondern nur eine Info. Das klassische Jura Beispiel ist hier der teure Pelzmantel mit einem Preis von nur 100€, weil eine "0" fehlt. Der Käufer hat keinen Anspruch auf diesen "fehlerhaften" Preis. Warum? Steht im BGB:
    Also, der Knackpunkt ist, dass der Käufer (Verbraucher §13 BGB) bei Kaufabsicht dem Verkäufer (Unternehmer §14 BGB) ein Angebot (§145 BGB) macht zu welchem Preis er den Artikel (die Sache) kaufen möchte. Erst jetzt entscheidet der Verkäufer ob er zustimmt und das Angebot annimmt (§147 BGB). Stimmt er zu, kommt es zu einem Kaufvertrag (§433 BGB, §929 BGB). Dabei hat der Verkäufer die Pflicht zu gewährleisten, dass der Käufer seine Sache frei von Sach- und Rechtsmängeln(!) erhält. (§434 BGB, §435 BGB).
    Somit hat das Preisschild eigentlich keine Relevanz für den Käufer, da er dem Verkäufer ein beliebiges Angebot machen kann.
    Wenn der gekaufte Key nicht funktioniert, dann liegt ein Mangel vor; erste Anlaufstelle ist der Verkäufer, weil man eben mit diesem ein Vertrag (Kaufvertrag) geschlossen hat. Recht auf Nachbesserung blablabla usw.
    Da spielen natürlich noch ein paar andere Paragraphen ein Rolle und auch der Umstand, dass etwas offensichtlich nicht rechtlich in Ordnung sein kann, könnte man dem Käufer anlasten (allerdings nur Nachteilig in Verbindung mit der Rückerstattung; wenn der Verkäufer dazu nicht mehr in der Lage ist). Wobei hier zu untersuchen gilt ob der Käufer es hätte wissen können. Da EDEKA nunmal keine Hinterhof-Garage ist, ist die Sache mMn eher eindeutig. Bsp: Wenn ich zu einem einem Autohändler (z.b: Autohaus mit dem Stern) gehe und sage, dass ich das Fahrzeug für den halben Preis nehmen würde und der Verkäufer geht darauf ein, dann hab ich auch keinen Grund an der Herkunft des Fahrzeugs zu zweifeln.
    Wie @Tetzlav schrieb, wird es in der Tat spannend, wenn der Key bereits eingelöst werden konnte. Grundsätzlich kam ja erstmal ein Kaufvertrag zwischen Käufer und EDEKA zustande. Beim Einlösen jedoch, kommt es zu einem weiteren Vertrag zwischen Käufer und Lizengo. Das müsste dann ein Dienstvertrag (§611 BGB) sein. Jetzt müsste man genau den Ablauf prüfen bei welchem Vertrag der Mangel entstanden ist. Rein vom bekannten Ablauf wäre EDEKA fein raus, was aber auch bedeutet, dass der bezahlte Preis vollkommen in Ordnung war, womit die ganze Diskussion über den UVP obsolet wird.
    "Nachbesserung" hieße dann wohl in diesem Fall, dass man einen weiteren Key, der unrechtmäßig verkauft wurde, und jederzeit von Microsoft deaktiviert werden kann, erhält.
    Ich hoffe nur, dass die Diskussion darum den ein oder anderen wachrüttelt. In seinem/ihrem eigenen Interesse.
    #STP
    Aber hat der Käufer nicht sein Recht auf Besitz verwirkt, weil die Ware eigentlich Diebesgut ist?
    Wenn ich mir ein gebrauchtes Fahrrad, und es stellt sich danach heraus, dass es Diebesgut ist, wird man mir das Rad wieder wegnehmen und ich bekomme mein Geld nicht zurück.
    Hier ist die Sache mit der Haftung noch etwas schwieriger, weil Edeka nicht selbst die Windows/Office Keys verkauft, sondern lediglich Gutscheine von Lizengo anbietet und dafür wohl nur eine Provision bekommt.
    Das geht deutlich aus dem Text der Gutscheine hervor und wurde auch in den Artikeln in den "Fachzeitschriften" korrekt dargestellt. Somit tritt Edeka lediglich als Vermittler auf und ist nicht für Leistungsstörungen im Rahmen der vermittelten Leistung haftbar zu machen, wenn in den AGB entsprechend geregelt ist, dass sie lediglich als Vermittler der von Lizengo zu erbringenden Leistung handeln und daher nicht für Leistungsstörungen im Verhältnis zwischen Kunde und Lizengo haften. Ohne jetzt die AGBs zu kennen, denke ich mal, dass Edeka sich genau so in den AGBs abgesichert haben wird.
    Wenn Lizengo allerdings - so wie jetzt geschehen - von Microsoft verklagt wird, dann sollte Edeka den Verkauf sofort einstellen, damit kein Haftungsfall entsteht. In dem Moment, wo Edeka über das Problem Kenntnis erlangt, dass der Verkäufer (Lizengo) womöglich die versprochene Leistung (ein funktionierendes Windows/Office) nicht mehr vertragsgemäß erbringen wird können und sie die Gutscheine trotzdem weiterhin anbieten und verkaufen, die Käufer dann durchaus Schadensersatz von Edeka verlangen und vor Gericht erfolgreich sein können.
    Allein schon aus Gründen der Seriosität hätte ich mir sowas an Edeka's Stelle nie ans Bein gebunden. Nun haben sie den Schlamassel.
    @ Thomas62
    Wenn ich mir ein gebrauchtes Fahrrad, und es stellt sich danach heraus, dass es Diebesgut ist, wird man mir das Rad wieder wegnehmen und ich bekomme mein Geld nicht zurück.

    Ja. Da hatte ich mal ein Nachbarn, der hatte ein Alfa Romeo als Gebraucht gekauft. Später, nach ca. 2 bis 3 Jahren wurde ihm das Fahrzeug konfisziert, da sich heraus gestellt hatte, dass das Fahrzeug in Italien als gestohlen gemeldet war.
    Sein Geld war er los.
    Soweit ich mich erinnere konnte es auch nie anmelden, da die Papiere nicht korrekt waren.
    Das ist echt bitter.
    Auch wenn ich ebenfalls der Meinung bin, dass man ein nicht-physisches Gut nicht unbedingt mit physischem vergleichen kann (auch wenn ich das auch desöfteren bei meinem Rolex-Vergleich tue). Rechtlich gibt's da jedenfalls ein paar Unterschiede. Dennoch ist es schon schockierend, wenn man sich so den Ursprung dieser Keys betrachtet. Wie gesagt, echter Hinterhof-Basar Stil. Sowas erwarte ich eigentlich nicht in Deutschland.
    chakko
    Allein schon aus Gründen der Seriosität hätte ich mir sowas an Edeka's Stelle nie ans Bein gebunden. Nun haben sie den Schlamassel.

    Na ja, die Referenzen auf der Lizengo-Webseite sind doch vertrauenswürdig, oder?
    Allerdings hatte ich mich anfangs über diesen Edeka-Deal gewundert, passen die MS-Keys eigentlich nicht ins Sortiment.
    Wow... also als Polizeibehörde würde ich die Erlaubnis, mich als Referenz zu zitieren schleunigst zurück ziehen. :lol
    Wundern tut's mich ehrlich gesagt nicht. So ist's halt im Deutschland der Neuzeit.
    Übrigens sollten einen solch offensichtlich dargestellten Referenzen, um die Seriosität zu beweisen, schon besonders stutzig machen...
    Ich verstehe es einfach nicht, denn ich habe mir noch nie einen Rechner gekauft, dem kein OEM-BS beilag. (Mit Office ist das was anderes.) Selbstschrauber oder Komponenten-Auswähler dürften ja kaum auf die Lizengo-Fakes hereinfallen. Also hält sich mein Mitleid mit den Geiz-ist-geil-Kunden in Grenzen.
    @chakko
    Wenn ich mir deine Kommentare und die abfälligen Äußerungen gegenüber anderen Menschen so ansehe komme ich zu der Vermutung das du mit deiner Einschätzung deines IQ‘s wahrscheinlich doch etwas zu hoch greifst.
    Läßt du dir eigentlich in jedem Laden bei jedem günstigen Angebot immer juristisch Nachweisen das alles rechtlich einwandfrei ist? Falös ja läufst du demnächst bestimmt Gefahr zu verhungern weil du keine günstigen Lebensmittel mehr kaufen darfst weil du deiner Meinung nach davon ausgehen musst das diese Angebote alle illegal sind, da sie ja weniger Kosten als man eigentlich annehmen sollte.
    Ich schätze mal das du bei sehr vielen Dingen die du konsumierst und nicht zum OVP kaufst in die von dir definierte Kategorie „dummer Mensch“ fällst ohne es zu merken.
    @Tetzlav
    Glaubst du ernsthaft das Edeka die Kunden im Regen stehen lässt sollte sich rausstellen das man dem Kunden illegale Ware verkauft hat?
    Diesen Imageschaden wird Edeka definitiv nicht tragen wollen und wird den Kunden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Kaupreis erstatten und den entstanden Schaden bei Lizengo geltend machen.
    Deshalb behaupte ich weiterhin das der Kunde da relativ sicher ist und wenn wider Erwarten nicht, stellt am Schadesnersatzansprüche an Lizengo.
    Tja, dann spekulier mal schön weiter, daß Edeka die Kunden nicht im Regen stehen läßt, weil sie Angst vor schlechter Presse haben könnten. Erstens wird denen das, wie bei anderer schlechter Presse, die kommt und geht, egal sein und zweitens sind die nicht die Wohlfahrt, die jedem, der behauptet so einen Key gekauft zu haben, etwas erstattet. Dann könnten die nämlich gleich die Kasse offen stehen lassen und ein "Bedient Euch."-Schild danebenstellen.
    Und Du kannst noch zehnmal schreiben, daß hier abfällig über Menschen geredet wird. Die Fakten sind eindeutig. Wer bei solchen Angeboten nicht erkennt, worum es sich handelt, ist entweder geschäftsunfähig oder gierig und skrupellos. Dabei ist es egal, ob die bei Edeka im Regel stehen oder auf E-bay vertickt werden. Was eine Windows-Lizenz regulär kostet, weiß jeder und mit günstig haben derartige Angebote nichts mehr zu tun. Deine Vergleiche mit Lebensmittelsonderangeboten kannst Du Dir auch langsam sparen. Oder kaufst Du Butter für einen, zehn oder zwanzig oder Nutella für vierzig Cent?
    Ich sehe schon die Schlagzeile ...
    Aber mal im Ernst, wann kauft man ein Betriebssystem separat? Bei mir war das Windows 7 und ist schon ein paar Jährchen her. In den meisten Fällen kauft man einem Computer inkl. Betriebssystem, das dürfte bei der überwiegenden Mehrheit der Edeka-Kunden auch so sein.
    Und 40 € für ein Betriebssystem, dass man z.B. mit komplettem Gebraucht-PC für 119 € erwerben kann, erscheint einem Durchschnittskäufer mit Sicherheit zwar vielleicht als günstig, aber garantiert nicht als illegale Version, zumal nicht bei Edeka.
    Und hätten die "Fachpresse" und sämtliche Medien nicht so einen Hype veranstaltet, lägen die Gutscheine wahrscheinlich immer noch wie Blei in den Regalen, von den meisten Käufern unbeachtet, weil "wer kauft bei Edeka ein Office oder Windows"? PCs bei Aldi, daran hat man sich gewöhnt, aber Gutscheine für Software sind neu...
    @1960tommy
    man erwirbt die Lizenz für ein Betriebssystem u.a. wegen Selbstbau, wegen Upgrade der OEM Lizenz , Installation VM
    Der typische Edeka-Kunde ist bestimmt PC-Selbstbauer ... ja nee is klar, die ganzen Hausfrauen und Hausmänner sind fast immer auch Nerds ... :D
    @1960tommy
    man erwirbt die Lizenz für ein Betriebssystem u.a. wegen Selbstbau, wegen Upgrade der OEM Lizenz , Installation VM
    @build10240
    Vorlage von Kassenzettel bei Edeka dürfte ausreichen zus. mit Dokumentation Ablehnung von Lizengo-Key durch Microsoft.
    Schon mal was von Verbraucherschutzorganisationen gehört?
    ich hoffe insgeheim daß Microsoft endlich die Notwendigkeit erkennt Ordnung im eigenen Lizenzverwaltungssystem zu schaffen. Mit anderen Worten, Transparenz und lückenlose Dokumentation.
    Butter oder Nadella (Freud'scher Typo? - war mir Screenshot wert!) zum Preis von ...Cent? Kaufst du XYZ, kriegst du ABC zum Superniedrigpreis dazu? Illegal?
    @1960tommy
    Auch Nerds kaufen Lebensmittel und mehr im örtlichen Supermarkt.
    Es würde mich gar nicht wundern, wenn Microsoft hier mal wieder vor den Gerichten eine Schlappe erleidet. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass nur ganz wenige Keys gesperrt werden, das Gros wurde und wird anstandslos aktiviert und der Aufwand, da mal für Ordnung im eigenen Haus zu sorgen und das System der Aktivierung auf eine vernünftige und auch durchsichtige Basis zu stellen, das ist Microsoft zu "anstrengend" ... oder einfach gar nicht gewollt
    Pixelschubse
    Vorlage von Kassenzettel bei Edeka dürfte ausreichen zus. mit Dokumentation Ablehnung von Lizengo-Key durch Microsoft.
    Schon mal was von Verbraucherschutzorganisationen gehört?
    Ach, diese Institutionen, die sich immer aussuchen dürfen, ob Verbraucher als quasi geschäftsunfähig dargestellt werden sollen oder deren Mündigkeit betont werden soll - ganz wie es zur eigenen Argumentation paßt. Ja, von denen habe ich schon zur genüge gehört.
    Davon abgesehen, Kassenzettel wirft der durchschnittliche Kunde weg, eine Dokumentation der Ablehnung eines bestimmten Keys gibt es seitens Microsoft nicht und auch mit der Dokumentation, welcher Key einem Kauf bei Lizengo zuzuordnen ist, wird es schwer.
    ich hoffe insgeheim daß Microsoft endlich die Notwendigkeit erkennt Ordnung im eigenen Lizenzverwaltungssystem zu schaffen.
    Warum? Microsoft fährt gut damit, wenn ab und zu unter den Schmarotzern auf Kunden und Händlerseite wie bei PC-Fritz und Co. aufgeräumt wird. Erfolgversprechende Fälle bringt man vor Gericht, bei anderen sperrt man einfach die Keys. Dabei stört es Microsoft kaum, wenn gierige Kunden sich von gierigen Verkäufern über den Tisch ziehen lassen. Letztendlich bleiben die fast alle Kunden, egal ob die mal mit einer Key-Sperre in Kontakt kamen. Ansonsten bleiben sowieso genügend von Microsoft nicht entdeckte illegale Verkäufe übrig, daß viele Käufer dieser Keys stolz behaupten können, ihnen sei noch nie ein derartiger Key gesperrt worden. Daß diejenigen, denen ein Key gesperrt wurde, sich eher nicht damit brüsten, versteht sich von selbst.
    1960tommy
    Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass nur ganz wenige Keys gesperrt werden, das Gros wurde und wird anstandslos aktiviert

    Das wird ansonsten für Microsoft auch sicher viel zu teuer.
    Ich kenne das aus anderen Bereichen. Es muss erwägt werden, ob sich der Aufwand einer Nachverfolgung und Sperrung der Keys lohnt, wenn man die Kosten/Nutzen Rechnung aufstellt.
    Pixelschubse
    Butter oder Nadella (Freud'scher Typo? - war mir Screenshot wert!) zum Preis von ...Cent? Kaufst du XYZ, kriegst du ABC zum Superniedrigpreis dazu? Illegal?
    Nein, ich habe tatsächlich N_utella (also ohne _) geschrieben, aber Martin waren die Beleidigungen von Microsofts CEO wohl zu viel, daß der Markenname dieser Nussnougatcreme automatisch zu Nadella korrigiert wird.
    1960tommy
    Es würde mich gar nicht wundern, wenn Microsoft hier mal wieder vor den Gerichten eine Schlappe erleidet. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass nur ganz wenige Keys gesperrt werden, das Gros wurde und wird anstandslos aktiviert
    Wieso werden diese Legenden ständig weiterverbreitet? Erstens gewinnt Microsoft öfter vor Gericht bzw. außergerichtlich als es die Öffentlichkeit wahrnimmt und zweitens werden Keys sehr wohl gesperrt. Daß der eigene Key nicht dabei war oder man zig Bekannte hat, deren Key auch noch nicht gesperrt wurde, heißt nichts. Wie schon geschrieben, diejenigen deren Key gesperrt wurde, äußern sich i.d.R. nicht öffentlich.
    Das gerne zitierte Used-Soft-Verfahren hat Microsoft quasi gewonnen, weil die Gegenseite nämlich den Schwanz eingezogen hat. Genau auf dem Ausgang dieses Verfahrens basiert das jetzige Vorgehen gegen Lizengo. Die müssen nämlich aufgrund der Urteile von BGH und EuGH die Erschöpfung nachweisen und das ist schwierig bis unmöglich. Auch mit den gerichtlich definierten Bedingungen wie urheberrechtliche Erschöpfung überhaupt entsteht, kann Microsoft vermutlich sehr gut leben. Sicher gäbe es auch noch günstigere Bedingungen, aber die jetzigen sind akzeptabel. Auch die gern zitierten Entscheidungen bzgl. OEM sind nicht komplett zu Ungunsten von Microsoft ergangen. Mit dem Key im BIOS hat Microsoft dem diesbezüglichen Mißbrauch sowieso endgültig einen Riegel vorgeschoben und das auch noch ohne jemals deswegen verklagt worden zu sein.
    Natürlich könnte man sagen, daß es Microsoft nicht reichen sollte, bestimmten Handel per Gerichtsentscheid zu kriminalisieren, und stattdessen über die Aktivierung die Lizenzen besser kontrollieren sollte, aber das trifft dann auch die ehrlichen Kunden und man befürchtet dabei wohl größere Verluste oder will das einfach nicht.
    PeteM92
    Alle Fundstellen zu "Microsoft verklagt Lizengo" beziehen sich im Moment auf CRN.de
    Ich denke, man muß abwarten bis zumindest ein Statement von offizieller Seite kommt.

    Lizengo liegt keine Klage von Microsoft vor
    ... Microsoft hat auf Nachfrage von heise online noch nicht erklärt, welche rechtlichen Schritte sie genau einleiten wollen.
    Edeka scheint ja jetzt wohl die Reißleine gezogen zu haben, der Verkauf wurde eingestellt, das passt zu meinem Beitrag #49, Stichwort Haftung. Lizengo scheint sich seiner Sache trotzdem sicher zu sein, der CEO gab ein entsprechendes Statement ab, es bleibt also spannend, widersprüchliche Infos von allen Seiten Microsoft-Klage ja demnächst oder nein doch nicht... auf jeden Fall hat CRN da eine Lawine losgetreten.
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