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Bitte Platz nehmen: Der noblechairs Hero im Test

Bitte Platz nehmen: Der noblechairs Hero im Test

Dieser Beitrag dürfte eine Premiere auf Dr. Windows sein. Wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, dann ist das der erste Testbericht über ein Produkt, das keinen Strom benötigt, um zu funktionieren. Und doch geht es um etwas, das wir täglich benutzen und das bei der täglichen Arbeit am PC enorm wichtig ist.

Dauerhaftes Sitzen ist ungesund, das wissen wir schon seit Jahrzehnten, darum wurden viele Alternativen getestet. Nachdem sich die Menschen beim Salto Mortale von Sitzbällen Arme und Beine brachen oder sich an Stehtischen die Wirbelsäule ruinierten, hat man inzwischen gelernt: Die richtige Mischung macht’s. Eine gesunde Arbeitshaltung gibt es nicht, was wir brauchen, ist Abwechslung und ein regelmäßiger Ausgleich.

Soweit die Theorie, in der Praxis verbringen dann halt doch die meisten von uns viel zu viel Zeit im Sitzen, und darum sollte ein guter Stuhl zur Pflichtausstattung gehören, egal ob im Büro oder zu Hause.

Ich hatte die Gelegenheit, den „noblechairs Hero“ auszuprobieren. Ein Drehstuhl, der primär für die Zielgruppe der Gamer entwickelt wurde, die ja oft noch länger an einem Stück sitzen, weil es mitten im Online-Match eher unpassend ist, sich mal eben die Beine zu vertreten.

Der Hero wird damit beworben, dass er besonders hochwertig und ergonomisch ist. Der Preis von 399 Euro deutet schon darauf hin, dass es sich nicht um Billigware handelt – alternativ gibt es auch eine Edition mit Echtleder-Bezug für 659 Euro.

Vor dem Test steht natürlich erst mal der Zusammenbau: Der noblechairs Hero wird in einem mächtigen Karton geliefert, der auch mächtig schwer ist – schließlich wiegt der Stuhl alleine schon 28 Kg.

noblechair Hero - zerlegt

Der Aufbau geht dank der bebilderten Anleitung gut von der Hand, wegen der teils sehr schweren Einzelteile ist es aber ratsam, wenn man dabei zu zweit ist. Ich habe es alleine gemacht, da gerade niemand sonst zu Hause war.

Verarbeitung

Ich habe in meinem Leben schon so einige Bürostühle montiert, von billig bis hochpreisig. Daher weiß ich: Man merkt schon beim Zusammenbau, wie viel Freude man damit haben wird – und vor allen Dingen wie lange. Besonders bei den billigen Stühlen hat man oft den Eindruck, das Gestell sei aus recycelten Getränkedosen hergestellt. Teilweise muss man aufpassen, dass man nicht schon bei der Montage etwas verbiegt.

Nicht so beim noblechairs Hero: Alle wichtigen Einzelteile sind schwer und aus massivem Metall, die Schraubverbindungen machen ebenfalls einen robusten Eindruck. Hier wurde nicht gespart. Lediglich bei den Bedienhebeln und vor allen Dingen bei den Armlehnen hätte man gerne etwas höherwertige Materialien verwenden können.

Der erste Kontakt

Nach erfolgreicher Montage erfolgt das erste Probesitzen, und da bin ich zunächst mal erschrocken. Statt weich in die Polsterung einzusinken, dachte ich, ich setze mich auf einen Stein. Ein Blick in die Beschreibung klärt das allerdings auf – das ist so gewollt. Der Hero verfügt über eine spezielle und zunächst sehr feste Kaltschaum-Polsterung, die sich im Lauf der Zeit an die Körperform des Nutzers anpasst und so für eine bessere Sitzposition sorgen soll. Bereits nach wenigen Tagen besserte sich das deutlich und ich saß bequem.

Einstellmöglichkeiten und Ergonomie

Die Bequemlichkeit eines Stuhl hängt natürlich entscheidend davon ab, wie gut er sich an die persönlichen Bedürfnisse anpassen lässt. Der noblechairs Hero lässt sich quasi in alle Richtungen verstellen. Die Einstellung von Sitzhöhe und -Neigung inkl. Einstellung des Neigungswiderstandes ist ja Standard, dazu kommt noch die Neigungsverstellung der Rückenlehne (90-135 Grad), eine stufenlos regelbare Lendenwirbelstütze und Armlehnen, die sich ebenfalls in Höhe und Winkel verstellen lassen.

Zusätzlich zur integrierten Lendenwirbelstütze wird noch ein Kissen mitgeliefert, mit dem man die Rückenlehne im unteren Bereich auf Wunsch noch etwas aufpolstern kann. Ein zweites Kissen wird an der Kopfstütze befestigt und verfügt laut Herstellerangaben ebenfalls über eine Polsterung mit Memory-Effekt, die sich an die Kopf-Form des Passagiers anpasst.

Nach einigen Tagen der Eingewöhnung saß ich auf dem noblechairs Hero wirklich sehr bequem. Die Lendenwirbelstütze hatte ich allerdings etwas zu streng eingestellt, was ich mit entsprechenden Druckschmerzen bezahlte. Ein paar Nachjustierungen später war aber auch das geregelt.

noblechairs Hero - fertig montiert

Technische Daten

Damit ich nichts vergesse, was euch interessieren könnte, hier noch alle technischen Details aus dem Datenblatt:

  • Gesamthöhe (mit Basis): ca. 129 – 137 cm
  • Höhe Sitzfläche (mit Basis): ca. 48 – 56 cm
  • Höhe Rückenlehne: ca. 89 cm
  • Breite Rückenlehne innen: ca. 32,5 cm
  • Breite Rückenlehne außen (breitester Punkt): ca. 57 cm
  • Breite Sitzfläche innen: ca. 35 cm
  • Breite Sitzfläche außen (breitester Punkt): ca. 52 cm
  • Tiefe der Sitzfläche: ca. 50 cm
  • Gesamttiefe (ohne Basis): ca. 55 cm
  • Breite Armlehnen: ca. 10,5 cm
  • Tiefe Armlehnen: ca. 27 cm
  • Gewicht: ca. 28 kg
  • Neigungswinkel der Wippmechanik: max. 11°
  • Neigungswinkel der Rückenlehne: 90° bis 135°
  • Maximalbelastung: 150 kg

Fazit

Nach mehrwöchiger Testphase habe ich am noblechairs Hero nur wenig auszusetzen. Dass der Stuhl eine mehrtägige Phase der Eingewöhnung benötigt, sollten potenzielle Käufer unbedingt wissen, man sitzt zu Beginn wirklich nicht bequem. Sobald man das aber „überstanden“ hat, ist der Hero ein komfortabler Bürostuhl, der sich sehr gut an die eigene  Körperform anpassen lässt und in dem man es durchaus viele Stunden aushalten kann – auch wenn man das ja bekanntlich nicht sollte.

Einen ganz entscheidenden Faktor kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen: Die Langlebigkeit. Wer 400 Euro investiert, will natürlich auch lange Zeit Freude an seinem Stuhl haben. Da dürfen keine Verbindungen locker werden, es darf nicht quietschen und knarzen und auch das Obermaterial sollte sich nicht in seine Bestandteile auflösen. Alles schon erlebt.

Wie sich der noblechairs Hero in der Langzeit-Nutzung schlägt, bleibt abzuwarten, ich bin allerdings optimistisch, denn bei den wichtigen Teilen merkt man, dass auf Robustheit geachtet wurde.

Der noblechairs Hero wird in Deutschland exklusiv über Caseking vertrieben, von dort wurde mir ein Exemplar für diesen Test zur Verfügung gestellt.

Nachtrag: Ein Leserkommentar hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich ein wichtiges Detail vergessen habe: Die Rollen des noblechairs Hero sind laut Hersteller sowohl für harte als auch für weiche Böden geeignet. noblechairs bietet allerdings dennoch spezielle Hartbodenrollen für seine Stühle an. Auf einem wertvollen Boden würde ich ehrlich gesagt kein Risiko eingehen und entweder diese Rollen dazukaufen oder eine dieser Unterlagen für Bürostühle verwenden.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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