Blick in die Vergangenheit: Der Windows 8 Student Developer Club

Blick in die Vergangenheit: Der Windows 8 Student Developer Club

Es kommt ab und an vor, dass ich in alten Beiträgen meines kleinen privaten Blogs stöbere. Manchmal weckt der eine oder andere Beitrag alte Erinnerungen an längst vergessene Ereignisse. Dieses Mal fand ich einen Beitrag, in dem ich mich freute, dass meine Anfrage bezüglich der Teilnahme am Microsoft Windows 8 Student Developer Club (kurz W8SDC) angenommen wurde und ich ein in heutiger Zeit unvorstellbar großes Willkommenspaket für diese Gruppe an technikinteressierten Heranwachsenden erhalten habe. Erst heute merkte ich, dass ich damals bereits Kontakt mit vielen netten Microsoft (nahen) Menschen hatte, welchen ich erst Jahre später wieder über den Weg laufen sollte.

Was war der W8SDC?

Der an Schüler und Studenten gerichtete Club beschäftigte sich noch vor der Markteinführung von Windows 8 mit der Entwicklung der Metro-Apps, die dank einer Handelskette später als Modern UI-Apps bezeichnet werden mussten. Diese unterschieden sich in den geforderten Oberflächen- und Benutzungskonzepten sehr stark von den Paradigmen, die bis dahin für Windows 7 und seine Vorgänger galten. So war das Credo „Touch- und Fullscreen-First“, was diesen Apps dann wohl später auch zum Verhängnis wurde.

Windows 8 Student Developer Club Brief

Anfangs konnte man dem Club, welcher in erster Linie eine Technet-Community war, nur über eine Bewerbung inklusive Motivationsschreiben beitreten. Dies führte dazu, dass die allermeisten Teilnehmer wirklich Lust auf das neue Ökosystem hatten und sich verschiedene kleine Gruppen je nach Vorlieben der einzelnen Entwickler bilden konnten.

Der Austausch fand in diversen Technet-Foren, aber auch in einem speziell für den Club angelegten Technet-Wiki statt. Das war schon etwas Besonderes, als mein allererster Beitrag in einem mehr oder weniger offiziellen Microsoft-Wiki freigegeben wurde und dieser auch noch den ein oder anderen Like bekam. All diese Anstrengungen mündeten für mich in meinen ersten kleinen Microsoft Titel als Microsoft Community Contributor (MCC).

Windows 8 Student Developer Club Wiki

Microsoft-Angestellte,  Student Partners und MVPs halfen bei der Lösung von Problemen aktiv mit und stellten ab und an auch lohnende Gewinnspiele für den Club bereit.

Da es das Microsoft Surface damals noch nicht zu kaufen gab beziehungsweise für Viele unerschwinglich war, wurden an verschiedenen Universitäten auch Surface-Geräte zum Verleih angeboten. Dies ist heute kaum noch vorstellbar, war damals jedoch elementar, um seine Apps auf einem mit Touch-Display ausgestatteten Rechner zu testen.

Weiter konnte man sich in Workshops und am Telefon bei verzwickten Problemen rund um die Entwicklung der zu dieser Zeit noch blutjungen ModernUI Apps Hilfe suchen. Dies war an sich ein super Angebot und half sicherlich auch Vielen, die ersten Schritte in Richtung einer spannenden Karriere als Software Engineer zu gehen.

Meine Erinnerungen mögen verschwommen sein, so kann manch Detail unabsichtlich inkorrekt wiedergegeben sein.

Jähes Ende – ohne Nachfolger?

Von allzu langer Dauer war der Windows 8 Student Developer Club nicht. Nach meinem damaligen Gefühl wurde er erst von Microsoft fallen gelassen und schließlich von den jungen Entwicklern selbst. Auch nutzten sich irgendwann die Gewinnspiele ab, als die Teilnahmebedingungen strenger wurden und man zum Beispiel fünf oder zehn Applikationen im noch jungen Microsoft Store haben musste. Wer dies jedoch schaffte, erhielt auch zum Ende hin noch sehr interessante Preise wie ein Surface RT und andere spannende Hardware.

Eine solche, von Microsoft intensiv begleitete Community-Aktion gab es meines Wissens seit der damaligen Zeit nicht mehr. Bitte schreibt in die Kommentare, falls ich falsch liege und euch andere Förderprogramme für Jung-Entwickler aus der Community bekannt sind.

Für mich war es der Türöffner in die Microsoft Welt – was war euer?

Auch wenn die Lebensdauer des Clubs eher traurig als motivierend  zu stimmen vermochte, hat die Teilnahme an dieser Aktion mich erst so wirklich in Richtung des Microsoft Ökosystems gelockt. Zu merken, dass der Softwaregigant aus Redmond nicht nur Excel ist, sondern dort auch hilfsbereite und vor allem nette Menschen aus Fleisch und Blut arbeiten, war eine lehrreiche und für die Zukunft auch prägende Erkenntnis.

Aus diesem Grunde an dieser Stelle einfach mal ein Danke an alle, die damals mitgewirkt haben, den Windows 8 Student Developer Club in der Kürze seines Bestehens mit Leben zu füllen. Stellvertretend hierfür, danke an Anne Michels (Twitter), Kai Jäger (Twitter) und den damaligen Microsoft Student Partner und heutigen Microsoft Regional Director Raphael Köllner (Twitter).

PS: Wer sich über die Qualität der eingebetteten Bilder ärgert, das war 2012 eine der besten mobilen Kameras in einem Tablet. Wie die Technik sich eben weiterentwickelt.

Über den Autor
Tobias Scholze
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Bayrischer Open Source- und Community-Enthusiast, Verfechter des neuen Microsoft und Wandler zwischen den Betriebssystemwelten. #communityrocks Von Herzen ein Nerd mit der festen Überzeugung, dass man gemeinsam und durch den Einsatz von moderner IT die Welt für jeden ein Stückchen besser machen kann.

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Kommentare
  1. Meine Tür in die Microsoft Welt öffnete sich eigentlich dadurch, dass ich mir damals mit 13 meinen ersten eigenen Computer gekauft hatte, dieser aber kein Betriebssystem hatte. Also hat mir mein Vater eine Windows XP Lizenz gekauft, und so sollte ich Windows eigenständig installieren. Hab mich damals natürlich gefreut wie ein Schnitzel. Dann kam Win7, Win8(.1), und seit Tag 1 war ich dann im Insider Programm zu Win10, was mir dann auch noch mal riesig Spaß gemacht hat.
    Meinen ersten Kontakt mit Microsoft hatte ich 1990, als einige MS-Mitarbeiter unseren Physik-Hörsaal in Jena besuchten und uns für Windows 3.0 interessieren wollten. Ich hatte damals noch gar keinen eigenen Computer. Im Rechenzentrum und bei einem Mitstudenten lernte ich später DOS und Windows 3.x kennen.
    Mein erster Versuch, Windows 3.0 auf einem alten 286er mit 1MB RAM (den bekam meine Mutter aus den Resten ihres von der Treuhand abgewickelten Betriebes) zu installieren endete kläglich. Ich musste bei der Konkurrenz Geoworks bleiben.
    So richtig ging es für mich mit Windows 95 auf einem Volks-(oder Net-? ) PC von Vobis (AMD 586er 75 MHz, 8MB RAM) los.
    Seitdem habe ich alle Windows-und Office-Versionen mitgemacht. War eine tolle Zeit.
    So ähnlich ging es mir auch. Mein Nachbar hatte sich damals einen XT PC gekauft mit DOS 5.0. Ich war stark interessiert, hatte mir dann aber mit meinem letzten Ersparten einen Amiga gekauft. Erst später kaufte ich mir dann einen 386 mit DOS 6x und später dann Win 3.1. Seit dahin habe ich so alles was es an Betriebssystemen vob Microsoft gab benutzt bis zum heutigen Win10.
    Geoworks... war das nicht das geniale Geos unter dem Commodore 64? Das war mein erster Kontakt mit Fenster, einige Zeit vor dem Start mit Microsoft. :-)
    Dos 6.22 Und Windows 3.11. damals noch mit meinem treuen Begleiter. 486 dx2-80 und unglaublichen 4mb Edo RAM. S3 Trio 32 graka. War Grotten schlecht aber reichte.
    Gott bin ich alt.
    Ohja, das waren noch die glorreichen Zeiten. Ich bin glaube beim Imagine Cup 2012 dem SDC beigetreten. Leider zeichnete sich da schon das Ende ab. Es gab einen Windows 8 Block für App-Skizzen und eine Mitgliedskarte. Dann hörte ich davon nie wieder was und es ging mit dem DVLUP Programm los (in Zusammenarbeit mit Nokia). Dort hab ich noch eine Handvoll Lumia 800 gewonnen. Auch ein Lumia 1020 hatte ich noch als Leihgerät. Hätte ich gewusst, dass ich es nur 1 Monat länger hätte behalten müssen und dann wäre es von Microsoft abgeschrieben worden... Naja :-(
    Wow, hier sammelt sich ja eine geballte Menge an Microsoft-Vergangenheit! Sogar noch zu den Apple II Zeiten.
    Welches Microsoft habt ihr besser gefunden? Das "Neue" oder doch wie es vor 10, 20, 30 Jahren war?
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