BUILD 2018: Die smarten Meetings waren das Highlight an Tag 1

BUILD 2018: Die smarten Meetings waren das Highlight an Tag 1

Am Montagabend hat Microsoft-CEO Satya Nadella die BUILD 2018 eröffnet. In seiner Vision Keynote wurden mehrere Neuerungen und Partnerschaften angekündigt sowie diverse Szenarios live demonstriert. Mein absolutes Highlight hierbei waren die „Smarten Meetings“.

Microsoft wird in letzter Zeit oft vorgeworfen, viele Dinge anzufangen und nicht zu Ende zu bringen, Kritiker vermissen einen klaren Plan, wohin es denn nun genau gehen soll. Die Tatsache, dass man den Fokus zuletzt deutlich von Windows weg bewegt hat, macht die Sache nicht einfacher.

Die Meeting-Demo war daher für mich in doppelter Hinsicht ein Aha-Moment. Einerseits konnte ich mir sofort vorstellen, wie extrem hilfreich und produktiv das werden kann, was da auf der Bühne gezeigt wurde, andererseits fügten sich für mich zum ersten Mal mehrere Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammen.

Wenn man es nicht gesehen hat, dann ist es schwer zu beschreiben. Ich versuche es dennoch, empfehle aber in jedem Fall, sich die unten eingebundene Aufzeichnung der Keynote anzuschauen, die Meeting-Demo beginnt bei 1:28 h.

Das Setup bestand aus Cortana, Microsoft Teams und dem Prototyp eines neuen Audio-/Video-Konferenzsystems, auf den noch nicht näher eingegangen wurde. Surface Hub und Mixed Reality spielten ebenfalls noch eine Rolle und es wurde für meinen Geschmack wunderbar aufgezeigt, wie das alles zusammenwirkt.

Das Konferenz-System erkannte die Beteiligten an Gesicht und Stimme, konnte also jederzeit identifizieren, wer gerade spricht. Gleichzeitig wurde das Gesprochene in Echtzeit protokolliert. Ja, es ware eine Demo und jedes einzelne Wort war streng nach Drehbuch, höchstwahrscheinlich war das auch alles noch kein funktionierender Code, sondern ein hart programmierter Ablauf. Der Beweis, dass das in der Praxis alles so funktioniert, muss natürlich noch erbracht werden.

Aber sei’s drum, es geht um das Konzept, welches dahinter steht, und das ist durchgängig und schlüssig. Ich musste an viele vergangene Meetings denken und an die Probleme, die in Zukunft gelöst werden könnten: Kein Streit mehr, wer das Protokoll führt, keine Diskussion mehr, wer in einem früheren Meeting wann, was und zu wem gesagt hat, kein mühevolles Aufsynchronisieren von Kollegen, die nicht dabei sein konnten. Keine Unterbrechung, weil ein Kollege gefühlt stundenlang nach einer Datei suchen muss – die KI spielt sie automatisch ein, sobald sie mithört, dass sie gebraucht wird. Keine vergessenen Aufgaben, für die man sich zuständig erklärt hat, weil sie ganz automatisch in die eigene ToDo-List eingespielt werden. Mit dieser Technik könnten Meetings in der Tat endlich Spaß machen und produktiv sein.

Ich vermute, was Einige denken, wenn sie den Text lesen und sich die Aufzeichnung ansehen: Die Angst vor dem „gläsernen Mitarbeiter“ kommt hier unweigerlich auf. In der Tat möchte ich ein solches System nicht mit dem Datenschutzbeauftragten eines deutschen Unternehmens diskutieren müssen. Der Nutzen, den ich hier sehe, ist aber so gewaltig, dass es unvorstellbar schade wäre, wenn man keinen Weg fände, das möglich zu machen.

Alle News zur BUILD 2018 in der Übersicht

Artikel im Forum diskutieren (15)

Über den Autor
Martin Geuß
  • Martin Geuß auf Facebook
  • Martin Geuß auf Twitter
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
Nach oben