BUILD 2019: Microsoft Edge wird den Internet Explorer beerdigen

BUILD 2019: Microsoft Edge wird den Internet Explorer beerdigen

Ende 2018 hat Microsoft angekündigt, seinen Edge-Browser von Grund auf neu zu entwickeln und ihn auf die Basis von Chromium zu stellen. Noch bevor die erste Vorabversion erschien, machte ich mir Gedanken darüber, welchen Nutzerkreis dieser neue Browser ansprechen muss.

In „Microsoft Edge: Wen muss der Browser mit seinem Neustart überzeugen?“ ging es im Tenor darum, dass der neue Edge nicht die fünf Prozent überzeugen muss, die ihn heute nutzen, sondern die 95 Prozent, die das eben nicht tun. Es gab in diesem Beitrag aber noch eine andere Passage, die mir aus eigenem Erleben sehr am Herzen lag.

Ich zitiere:

Es gibt allerdings im Bezug auf die Überschrift dann doch noch einen speziellen Kundenkreis, den der neue Edge wirklich abholen muss, und das sind die Firmen. Vor allen Dingen in den traditionellen Großbetrieben herrscht ein zum Teil fürchterliches Browser-Chaos, ich kenne das aus eigenem Erleben: Nach der Migration auf Windows 10 ist grundsätzlich Edge der Standard-Browser, teilweise wird aber der Internet Explorer noch benötigt, weil ein paar alte Web-Anwendungen ihn benötigen. Und für die Seiten, die weder mit dem einen noch mit dem anderen Browser ordentlich funktionieren, sind dann zusätzlich noch Chrome oder Firefox im Einsatz.

Hier muss der neue Edge nicht nur die solide Standard-Basis bilden, die alternative Browser überflüssig macht, er muss auch zwingend eine „IE-Personality“ bekommen, die den unsäglichen Zustand beendet, dass man zwischen zwei Microsoft-Browsern hin und her geschubst wird. Ich kenne das wie gesagt aus der Praxis, es ist furchtbar. Der Internet Explorer muss zu einem Tab unterhalb von Edge werden, das sollte für Microsoft kein Problem sein und das sollte sich auch in den entsprechenden Verwaltungstools (Gruppenrichtlinien etc.) niederschlagen. Es wäre ein Segen, denn der Internet Explorer als eigenständig startbarer Browser kann dann verschwinden (unter der Haube wird ihn Microsoft natürlich bis in alle Ewigkeit behalten müssen).

Um es kurz zu machen: Genau das ist eine der Ankündigungen zum Start der BUILD 2019. So wie oben beschrieben geht es laut Microsoft heute 60 Prozent aller Unternehmen, die gezwungen sind, mehrere Browser zu verwenden, um alle Anforderungen abzudecken.

Der neue Chromium-Edge soll nicht nur alle modernen Kompatibilitätsprobleme beseitigen, welche die alte Version plagten, er soll auch den guten alten Internet Explorer endgültig überflüssig machen. Der „IE Mode“ wird ein Tab innerhalb von Microsoft Edge, in dem alte Intranet-Anwendungen, die beispielsweise noch ActiveX benötigen, ausgeführt werden können.

Ob es tatsächlich so kommt wie im letzten zitierten Satz oben geschrieben und der Internet Explorer als eigenständig sichtbares Programm verschwindet, weiß ich noch nicht. Wenn sich die heute schon verfügbare Richtlinie, den Zugriff auf den Internet Explorer zu unterbinden, unabhängig vom IE Mode im neuen Edge aktivieren lässt, dann ist es ja bereits Realität. Wäre aber letztlich ohnehin nur Kosmetik.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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