Die Windows-Highlights von der CES 2019: Von evolutionär bis bizarr

Die Windows-Highlights von der CES 2019: Von evolutionär bis bizarr

Da soll doch jemand nochmal behaupten, Windows wäre langweilig. Heute startet in Las Vegas mit der Consumer Electronics Show die erste große Technikmesse des Jahres 2019. Es wäre wirklich vermessen, würde man behaupten, dass Windows-PCs dort eine Hauptrolle spielen, aber viele Hersteller nutzen die große Bühne, um ihre Neuheiten zu präsentieren.

Vieles davon fällt in den Bereich „Evolution“, es sind aber auch ein paar wirklich pfiffige Ideen am Start. Ob die im Einzelfall besonders sinnvoll sind, darüber darf sicherlich diskutiert werden. Ich nehme es aber ganz grundsätzlich mit Wohlwollen zur Kenntnis, dass sich die OEMs nach wie vor „verrückte“ Gedanken rund um das Thema Windows machen.

Eine kleine Auswahl meiner bisherigen Highlights folgt jetzt.

Acer Swift 7

Weniger als ein Zentimeter, weniger als ein Kilo. Das sind beiden herausragenden Merkmale des Acer Swift. Das superleichte Ultrabook bringt nur 890 Gramm auf die Waage, ist 9,95mm dünn und hat eine Screen-to-Body-Ratio von 92 Prozent. Es ist ja ein kleiner Wettstreit um den dünnsten Display-Rahmen entbrannt, den man meiner Meinung nach nicht allzu ernst nehmen sollte. Allerdings geht es hier nicht nur um Ästhetik, sondern letztlich auch um kompaktere Geräte, und das ist wiederum eine gute Sache. Man sollte eben nur kein goldenes Kalb daraus machen. 317,9 mm x 191,5 mm groß ist das neue Swift 7, das ein 14 Zoll FullHD-Display mit Multitouch besitzt. Infos zu Preisen und Verfügbarkeit hat Acer noch nicht geliefert.

Acer Swift 7 2019

 

Acer Predator Triton

Während das Swift 7 ein nüchtern-evolutionärer Vertreter seiner Art ist, präsentieren sich die Gaming-Notebooks der Triton-Reihe schon deutlich „abgefahrener“. Die neuen Modelle kommen im Frühjahr zu Preisen ab 1.699 Euro auf den Markt und sind mit Intel Core-Prozessoren der achten Generation sowie den ebenfalls zur CES vorgestellten Nvidia Geforce RTX 2080-Grafikkarten ausgestattet.

Hingucker ist natürlich die außergewöhnliche Display-Mechanik, die zwar nicht neu erfunden wurde, aber immer noch sehr cool aussieht. Übertaktung, Lüftergeschwindigkeit, Beleuchtung und Audiomodi können Besitzer eines Acer Triton im Lauf des Jahres übrigens auch vom Smartphone aus regeln. Die „PredatorSense“-App wird auch für Android (bis Ende März) und iOS (bis Ende Juni) erscheinen.

Acer Triton 2019

Asus ROG Mothership

Habe ich gerade eben von außergewöhnlicher Display-Mechanik gesprochen? Da kann Asus nur lachen und präsentiert uns das ROG Mothership. Sieht aus wie ein Surface Pro, ist aber eine Gaming-Maschine. Das Wort „mobil“ kommt mir angesichts des Gewichts von 4,7 Kilogramm nicht über die Lippen, mit seinem 17,3 Zoll- Display passt es davon abgesehen auch nicht unbedingt in jeden Rucksack.

 

Asus ROG Mothership 2019

 

Das ROG Mothership soll mit Intel Core i9-CPU, Nvidia GeForce RTX 2080 und einem SSD Performance-Raid ein echtes Leistungsmonster werden. Der Preis wird noch nicht verraten, und das ist auch gut so – ich wüsste sowieso nicht, wer das kaufen soll. Das Anschauen kostet ja selbst in bewegten Bildern nichts.

Asus ZenBook S13

Kaum hatte sich Acer mit dem Swift 7 die Displayrand-Krone aufgesetzt, wurde ihnen diese sogleich wieder entrissen. Asus dampft die Display-Ränder beim ZenBook S13 auf 2,55 mm ein und erreicht so eine Screen-to-Body-Rate von 97 Prozent. Allerdings nur mit „Beschiss“: Weil beim besten Willen kein Platz mehr für die Webcam war, bekommt das Gerät am oberen Rand ein Hütchen aufgesetzt – sozusagen ein Kopfstand-Notch. Wie ich oben schon erwähnte, man sollte es nicht übertreiben – genau das ist hier meiner Meinung nach passiert.

Wenn das ZenBook S13 im Lauf des ersten Quartals zu einem noch nicht genannten Preis erscheint, wird es (laut Asus) außerdem das dünnste Notebook mit dediziertem Grafik-Chip sein – hier kommt die GeForce MX150 zum Einsatz.

Asus ZenBook S13

HP bringt besseren Schutz vor neugierigen Blicken

Das HP-Lineup zur CES 2019 ist insgesamt unspektakulär. Das meine ich nicht negativ, denn die Notebooks insbesondere der Envy-Reihe gehören zur absoluten Spitzenklasse, aber Revolutionäres tut sich hier nicht – einen Überblick findet ihr auf dem Windows Blog. Das Highlight bei HP ist daher die neue und dritte Generation der „HP Sure View“-Technologie, die vor neugierigen Blicken zum Beispiel auf Geschäftsreisen schützen soll. Sure View wird auf Knopfdruck aktiviert und schränkt den Blickwinkel der Displays ein, ohne dass man mit einer dieser Sichtschutz-Folien hantieren muss.

Nvidia wählt die CES als Bühne

Gaming wird für die PC-Industrie immer wichtiger, hier lassen sich noch ordentliche Margen erzielen und die Kundschaft ist wesentlich kauf- und upgradefreudiger. Es ist daher kein Zufall, dass Nvidia die große CES-Bühne genutzt hat, um seine neuen Grafik-Chips RTX 2060 und RTX 2080 zu präsentieren. Eine durchaus interessante und bemerkenswerte Randnotiz.

Zum Schluss noch ein Fundstück, über das ich bei TheVerge gestolpert bin: Der Cemtrex SmartDesk ist ein beinahe bizarrer Stehtisch mit drei Bildschirmen, Gestensteuerung und einer Dokumenten-Kamera. Alles befeuert von einem Windows-PC. Wie schon gesagt, es soll nochmal jemand behaupten, das Thema wäre langweilig.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Die Mechanik des Acer Predator hatte Dell schon vor Jahren.
    Bei einem Gerät, das man auch als Tablet nutzen sollte, durchaus sinnvoll.
    (https://www.amazon.de/Dell-Inspiron-Duo-3232-Netbook/dp/B004HLNINE)
    Aber wofür Acer sowas in ein Spiele-Notebook einbaut...?

    Die Variante von Dell ist ja wohl nicht ganz das Gleiche. Außerdem gefällt mir Die Bildschirmnähe die dadurch entsteht wesentlich besser als zB. die hier abgebildete Variante von ASUS.
    Kleiner Hinweis: Es ist mir schon klar dass man das beim ASUS auch erreicht, wenn man die Tastatur Abnimmt und zusammenklappt, deshalb beziehe ich mich auf das Bild ;)
    @reschef:
    Das Prinzip den Bildschirm an je einem Punkt links und rechts drehbar aufzuhängen ist das Gleiche.
    Deshalb sprach ich ausdrücklich von „Mechanik“.
    Das Dell sich zusätzlich noch für einen umlaufenden Rahmen entschieden hat, ändert nichts am Funktionsprinzip.
    Das fing mit Dell in der XPS Reihe zu Win8 an. Ich meine aber das hier nicht gedacht war, den Blickwinkel zu ändern. Es ging da nur um das Flip. Stabil ist es Rahmen. Beim XPS war es deutlich Filigraner als bei verlinkten Inspirion.
    Bei hier im Artikel gezeigten soll die Funktion m.E. andere Winkel erlauben.
    @WindowsPhoenix
    Da Dell damit etwas anderes erreichen wollte, was ja auch Setter erkannt hat, ist es also nicht das Gleiche und ich bezweifele auch, dass die Mechanik gleich ist, wenn dann ist es gleiche Prinzip, was du ja auch noch geschrieben hast. Das ist aber auch unwichtig, außer man will sich halt nur an einem Satz von mir aufhängen und lässt das wesentliche Thema weg, denn ich hatte ja auch etwas zu deiner Frage geschrieben, wenn auch indirekt.
    Das Acer Predator Triton erinnert mich gerade an ein anderes Gerät. Zumindest kann ich mir dieses Geräte gut im Service vorstellen. In Situation bei denen man mehr von oben aufschaut. Das System nimmt weniger Raum ein, als ein Notebook mit weit nach hinten gestellten Display.
    Das XPS von Dell konnte ich heuer nochmal anschauen, ein Freund von mir hat es. Theoretisch geht es da auch, aber die Position im Rahmen liegt deutlich im Vordergrund. Frei "schwebend" ist es beim "grabschen" zu labil.
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