Chocolatey: Der fehlende Paketmanager für Windows 10
Was unter Linux gang und gäbe ist, bleibt unter Windows 10 weiterhin Wunschdenken: Ein Paketmanager, welcher es ermöglicht Programme, Werkzeuge und Co. mittels der Kommandozeile zu installieren. Chocolatey, kurz „choco“ (GitHub) füllt als Third-Party-Programm diese Lücke und tut bereits seit vielen Jahren gute Dienste unter anderem auch in der automatisierten Installation verschiedenster Softwarepakete. Neben mehreren kommerziellen Varianten ist choco auch in einer freien Community Edition erhältlich.
Eine genauere Definition, was Chocolatey genau ist, wie es funktioniert und was alles möglich ist, findet ihr im entsprechenden Wiki-Eintrag auf GitHub.
Installation
In der freien Variante des Helferleins reicht ein Befehl in einer als Administrator gestarteten PowerShell aus.
Hierbei wird mittels des folgenden Befehles:
Set-ExecutionPolicy Bypass -Scope Process -Force; iex ((New-Object System.Net.WebClient).DownloadString(‚https://chocolatey.org/install.ps1‘))
ein Skript von der Herstellerseite des Managers heruntergeladen und ausgeführt. Wie immer gilt hier jedoch auch: Führt nie blind ein Skript aus, welches ihr nicht selbst geprüft hat oder euer Vertrauen besitzt.
Falls hierbei Probleme auftauchen würden, sind die bekanntesten Lösungen auf der entsprechenden Seite des Herstellers aufgelistet.
Benutzung
Die Benutzung von Chocolatey ist denkbar einfach. Sobald die Installation abgeschlossen ist, können in einer neuen PowerShell-Sitzung mittels der einfachen Befehlssyntax choco install <name> beliebige Pakete installiert werden. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass der Paketmanager – wie der Name schon sagt – nur die Möglichkeit der Installation zur Verfügung stellt. Es obliegt dem Benutzer, entsprechende Lizenzen der zu installierenden Pakete zu erwerben bzw. vorher zu prüfen, ob diese tauglich für den jeweiligen Einsatz sind.
Eine Übersicht aller Pakete, welche out of the box zur Verfügung stehen, gewährt entweder die Suche auf chocolatey.org oder die im späteren Verlauf des Beitrags erwähnte grafische Oberfläche.
Als Grundlage für diese Übersicht dienen von der Community gepflegte Feeds mit entsprechenden Quellangaben. Diese lassen sich allerdings auch mit selbstbestimmten Pfaden erweitern oder überschreiben, um beispielsweise nur hauseigene, geprüfte Softwarepakete zur Verfügung zu stellen.
Nicht nur für Administratoren
Dass Paketmanager nicht nur für Administratoren und IT-Verantwortliche bequem sein können, zeigt die komfortable und zugleich zeitsparende Funktionalität einer zentralen Anlaufstelle für Installationspakete auf. Chocolatey nimmt hierbei die unnötige Arbeit ab, sich durch unzählige Downloadportale zu wühlen, um ein Programm genau in einer spezifizierten Version, oder eben der neusten, zu finden.
Nicht nur die Installation von Programmen und Werkzeugen wird hierdurch an einer Stelle zusammengefasst, sondern auch das Einspielen von Updates kann über Chocolatey gesteuert werden. Dies kann in Zeiten von Exploits und schnellen Entwicklungszyklen von Paketen wie nodejs auch ein Bestandteil eines Sicherheitskonzepts drin, entweder der Maschine an sich oder für das, was man mit den installierten Programmen macht.
Es muss nicht immer die Shell sein
Keine Angst, es geht auch grafisch. Auch wenn die automatische und skriptgesteuerte Installation von Programmen eines der Hauptmerkmale dieses Paketmanagers ist, lässt sich das Ganze auch mittels der Oberfläche chocolateygui steuern. Diese lässt sich selbstverständlich einfach über choco installieren.

Dem ein oder anderen Leser wird aufgefallen sein, dass die Oberfläche noch stark an Windows 8 und das ModernUI- (Metro-) Design erinnert. Für mich heißt das, dass dieses Werkzeug innerhalb des Chocolatey Ökosystems nicht die höchste Aktualisierungspriorität besetzt. Allerdings könnte man auch sagen: Never touch a running systen.
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Über den Autor

Tobias Scholze
Bayrischer Open Source- und Community-Enthusiast, Verfechter des neuen Microsoft und Wandler zwischen den Betriebssystemwelten. #communityrocks Von Herzen ein Nerd mit der festen Überzeugung, dass man gemeinsam und durch den Einsatz von moderner IT die Welt für jeden ein Stückchen besser machen kann.



