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Cloud Gaming: Amazon Luna hat seine Apps für Windows und Mac schon wieder beerdigt

Cloud Gaming: Amazon Luna hat seine Apps für Windows und Mac schon wieder beerdigt

Verliert nach Google nun auch Amazon recht schnell wieder das Interesse am Cloud Gaming? Die dedizierten Apps für Windows und Mac wurden jedenfalls schon wieder eingestellt und stehen nicht mehr zum Download zur Verfügung.

Amazon Luna gibt es seit 2020, in Deutschland verfügbar ist das Angebot seit März. Schon bei seiner Vorstellung vor beinahe drei Jahren hatte ich es als den möglichen Hauptkonkurrenten für Microsoft im Cloud Gaming bezeichnet. Amazon verfügt über ein etabliertes Unterhaltungs-Ökosystem und hat mit FireTV und vor allen Dingen der Prime-Mitgliedschaft einen mächtigen Hebel, um viele Menschen zu erreichen.

Offiziell hat Amazon die Apps für Windows und Mac aus dem Programm genommen, weil mehr Spieler über die Browser-Oberfläche auf Luna zugegriffen hätten (via 9to5Google):

“Kunden auf PCs und Macs können weiterhin über unterstützte Browser auf Luna zugreifen und es spielen. Wir haben festgestellt, dass Kunden deutlich mehr Zeit damit verbringen, Spiele auf Luna mit ihren Webbrowsern zu spielen, als mit nativen PC- und Mac-Apps. Wenn wir sehen, dass Kunden etwas lieben, verdoppeln wir unsere Anstrengungen. Wir haben das Webbrowser-Erlebnis mit allen Funktionen und Möglichkeiten optimiert, die in den nativen Desktop-Apps von Luna angeboten werden, sodass Kunden jetzt genau das gleiche Luna-Erlebnis haben, wenn sie Luna in ihren Webbrowsern verwenden. Wir glauben fest an die Zukunft des Cloud-Gamings und werden die nativen Desktop-Apps von Luna PC und Mac einstellen, damit wir mehr Zeit und Ressourcen in Innovationen für unsere Luna-Kunden investieren können.”

Selbstverständlich wird ein Unternehmen niemals sagen “für die wenigen Nutzer lohnt sich das nicht”, das dürfte allerdings deutlich näher an der Wahrheit liegen als ein entsprechend geschöntes Statement.

Die “Ungeduld” der Anbieter kann ich indes nicht verstehen. Cloud Gaming steckt in den Kinderschuhen und entsprechende Investitionen sind strategisch und dementsprechend langfristig zu betrachten. Wer meint, direkt wieder sparen zu müssen, um schneller profitabel zu werden, darf sich anschließend nicht wundern, wenn die Nutzer kein Vertrauen in die “Langlebigkeit” eines Dienstes aufbauen.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 17 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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