Cloud Gaming Roundup: GeForce Now startet, Stadia stolpert, Microsoft sucht neue Konkurrenz

Cloud Gaming Roundup: GeForce Now startet, Stadia stolpert, Microsoft sucht neue Konkurrenz

Cloud Gaming. Definitiv ein großer Hype. Bislang findet die Zockerei in der Wolke hauptsächlich in den Köpfen der Strategen und auf bunten Marketing-Folien statt, der Markt selbst ist noch ziemlich überschaubar. Interessant ist er aber trotzdem, und in den letzten Tagen hat sich wieder allerhand getan. Werfen wir ein Auge drauf.

Nvidias GeForce Now geht an den Start

Lang und intensiv wurde getestet, nun geht Nvidias Streaming-Dienst GeForce Now an den Start. Für 5,49 kann man sich einmieten, die Spiele muss man allerdings weitgehend selbst mitbringen. Anders als bei Google Stadia muss man aber nicht zwei Mal kaufen, was man schon hat, man kann auf die eigene Bibliothek von Steam, Origin, Uplay und Battle.net zugreifen. Diesen Ansatz halte ich grundsätzlich für den besten, auch weil man nicht „All in“ gehen muss. GeForce Now ist einfach eine zusätzliche Option. Technisch ist es allerdings noch limitiert, es steht maximal FullHD zur Verfügung und eine Streaming-Session ist auf sechs Stunden begrenzt. Später soll es auch einen kostenlosen Zugang geben, um diesen zu nutzen, muss man sich allerdings in eine virtuelle Schlange einreihen, auf einen freien Slot warten und darf dann eine Stunde schnuppern. Das ist also nicht mehr als eine „Probefahrt“, die man allerdings beliebig oft wiederholen kann.

GeForce Now kommt einem „Spotify für Games“ bislang am nächsten. Flexibler ist man eigentlich nur noch bei Shadow, wo man einfach einen kompletten PC in der Cloud mietet, mit dem man dann anstellt, was man will.

Google Stadia stolpert

Was hat Google im letzten Jahr für seinen Dienst Stadia getrommelt, um alle wichtigen Game-Events herum wurden eigene Präsentationen abgehalten, in denen so richtig dick aufgetragen wurde. Auch jetzt kommuniziert Google weiterhin eifrig: Im wöchentlichen Rhythmus wird verkündet, was von den im letzten Jahr angekündigten großen Dingen nun doch später kommt. Man sagt das eben jetzt nur nicht mehr ganz so laut und nur auf Nachfrage. Letzte Neuigkeit vom Verschiebebahnhof: Mit dem Start der kostenlosen Version von Stadia wird es erstmal nichts, das wird noch ein paar Monate dauern.

Es wäre ein Fehler, Stadia schon abzuschreiben, ich werde nicht müde zu betonen, dass wir erst ganz am Anfang eines langen Rennens stehen. Aber es ist schon sehr peinlich, was da abgeliefert wird.

Microsoft sucht neue Konkurrenz

Wer sind die Konkurrenten von Microsoft im Gaming-Bereich? Sony? Nintendo? Nein, sagt Phil Spencer, Microsofts Chef-Zocker, in einem Interview mit Protocol. Google und Amazon sind die Gegner, gegen die man künftig bestehen muss. Vor Sony und Nintendo habe man zwar gewaltigen Respekt, so Spencer, aber die Zukunft liege nun mal in der Cloud und da muss man sich neuer Konkurrenz stellen. Auch Spencer gibt also nicht viel auf die Startschwierigkeiten von Stadia. Dass an zweiter Stelle gleich Amazon genannt wird, verwundert auf den ersten Blick, schließlich haben die einen eigenen Dienst noch nicht einmal angekündigt, man geht allerdings weiterhin fest davon aus, dass es passieren wird. Vermutlich noch in diesem Jahr.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Zu Google...
    Stadia stolpert und Android geht mit Version 11 in seiner womöglich letzten Auflage in R-R-Ruhestand.
    Android R - besser hätte der Codename nicht lauten können und was dem nachfolgt ist noch ungewiss, auch wenn Fuchsia hoch im Kurs liege.
    Für Google geht es derzeit gefühlt bergab, auch wenn die Marktwerte das nicht offerieren wollen - Google weiß es genau.
    Welches Ziel Google mit Fuchsia verfolgt ist noch nicht absehbar, doch ich meine, dass in Kombination mit Stadia erst absehbar wird, was die Intension dahinter ist, die Google verfolgt und welche Zielgruppen davon angesprochen werden.
    Google hat bei Stadia vor allem den großen Fehler gemacht, den Launch im vergangenen November mit den Foundern nicht von Anfang an als Testlauf zu bezeichnen, sondern Stadia gleich als quasi fertiges Produkt auf den Markt zu schicken. Hätten sie es die erste Zeit ruhiger angehen lassen, nicht so auf den Putz gehauen und Stadia in der finalen Variante entweder zur E3, zur Gamescom oder gegen die neue Konsolengeneration gelauncht, hätte sicherlich niemand was gesagt. Jetzt kriegen sie den Geist, den sie rausgelassen haben, nicht mehr zurück in die Flasche.
    Mittlerweile ist es ja so, dass selbst die Unterstützer der ersten Stunde so langsam die Nase voll haben. Das aktuelle Geschäftsmodell tut da sein Übriges. Wenn Google wirklich noch was reißen will, müssen sie mit den versprochenen Features wirklich ausm Quark kommen und das Angebot an sich wirklich um ein echtes Abomodell a la XBOX Game Pass etc. erweitern.
    Hätten sie es die erste Zeit ruhiger angehen lassen, nicht so auf den Putz gehauen und Stadia in der finalen Variante entweder zur E3, zur Gamescom oder gegen die neue Konsolengeneration gelauncht, hätte sicherlich niemand was gesagt.

    In den heutigen hysterischen Blogger und Vlogger Zeiten? Hmm... sehr unwwahrscheinlich. ;)
    Übrigens finde ich bei Geforce Now gar nicht gut, dass man in der kostenlosne Version nach einer Stunde, und in der kostenpflichtigen Version spätestens nach 6 Stunden vom Server getrennt wird. Warum bloß? Das ganze hörte sich echt gut an, bis ich das gelesen habe. Absoluter no-go meiner Meinung nach.
    Momentan verliere ich mehr und mehr das Interesse an diesen Streaming-Dienst. Irgendwie haben die alle einen Haken. Gerade das Spielen der vorhandenen Steam-Spielen fand ich bei Geforce Now einen enormen Vorteil. Aber, dieses Trennen vom Server ist doch Müll.
    Geforce Now und Shadow werden, eventuell zusammen mit xCloud, wenn es denn mal startet in Europa, die besten Vorraussetzungen haben, sich hier durchzusetzen. Vor allem da auch nun im Dorf endlich Glasfaser angekommen ist, merkt man nun wirklich kaum noch Unterschiede bei den Spielen. Selbst ein Destiny 2 lässt sich gut über GN spielen. Und da man fast alle Spiele mitbringen kann, zahlt man nur die Cloud Nutzungsgebühr. An Nvidias Stelle würde ich die Webseite aber nochmals Überarbeiten, denn es liest sich dort so, als wenn man die gesamte Steam library nutzen könnte ?
    Ich hoffe Spencer behält seinen Respekt für die "lokale" Konkurrenz auch gut für die nächste Gen. Denn die Zukunft mag "vielleicht" in der Cloud liegen, aber die Zukunft ist noch weit weg ^^
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