Connected e-Roadtrip: BMW stellt mobiles Wohnzimmer vor

Connected e-Roadtrip: BMW stellt mobiles Wohnzimmer vor

Ich durfte für Euch an einer exklusiven Preview zum BMW-Design der Zukunft teilnehmen. Der „BMW World Flight“ fand am 09. September in München statt. In einem Cargo-Flugzeug am Münchner Flughafen gab es die Möglichkeit, mit BMW-Designern und dem Entwicklungschef Klaus Fröhlich zu reden, sowie ein neues Visionsfahrzeug zu sehen. Und zwar vor allen anderen.

Beim ausgestellten Fahrzeug „BMW Vision i Next“ geht es primär darum aufzuzeigen, wie sich das Design beim Münchner Autobauer wandeln wird. Rein äußerlich fällt zunächst die bullige Erscheinung auf. An der Front werden die sehr schmalen LED-Scheinwerfer von einer neu gestalteten Niere flankiert. Diese ist von cyan-farbenen Akzenten umrandet und vertikal ausgeführt, statt wie bisher horizontal. Da bei reinen Elektro-Fahrzeugen weniger Kühlluftöffnungen benötigt werden, hat sich BMW dazu entschlossen, den ehemaligen Kühlergrill in Nieren-Form anderweitig zu nutzen. So befinden sich zukünftig alle Sensoren darin, um vom einfachen Abstandsregeltempomat bis hin zu autonomen Fahrfunktionen möglichst alles abdecken zu können. Die Frontscheibe geht nahtlos in das Panorama-Glasdach über. Riesige 24-Zoll-Räder sollen für eine gute Bodenhaftung des SAV – BMWs Bezeichnung für einen SUV, der Marken-typisch sportlich ausgelegt ist – sorgen. Typisch für die elektrisch-angetriebenen BMW i-Modelle sind die hellblauen Farbakzente, die sich auch am Seitenschweller wiederfinden, ebenso wie die charakteristische Form der Türen an der B-Säule. Am Heck sticht der große Diffusor ins Auge. Er soll für eine gute Aerodynamik sorgen.

Neues Bedienkonzept für neuen Innenraum

Besonderes Augenmerk wurde bei der Veranstaltung, als auch beim ausgestellten Visionsfahrzeug – BMW Vision iNext – dem Interieur geschenkt. Gemeinsam mit Designern und Entwicklern ist der neu gestaltete Innenraum präsentiert worden. Auffällig dabei, dass klassische Elemente – wie das Lenkrad samt Pedalerie – nach wie vor vorhanden sind. Inspiriert von Boutique-Hotels haben die Designer einen Holzboden integriert, sowie eine Mittelkonsole aus offenporigem Holz. Auf der wie ein Tisch wirkenden Ablage zwischen den Vordersitzen projizieren weiße LEDs ein Eingabefeld. Um optisch nachvollziehen zu können, welche Eingabe gerade erfolgt, erscheint eine Spur, die dem Finger folgt. So lassen sich verschiedene Gesten auf dem Holztisch ausführen, um beispielsweise das Radio zu steuern. Dieses „shy technology“ genannte Bedienkonzept ist auch nochmal im Fond zu finden. Auf der durchgängigen Rücksitzbank lässt sich direkt auf dem Jacquard-Stoff ein Eingabefeld projizieren. Ich hatte die Gelegenheit, auf einem Ausstellungsstück Platz nehmen zu dürfen. Es ist eine harte Polsterung, auf der es aber dennoch bequem zu sitzen ist, vergleichbar mit Alcantara. In der Fondsitzbank ist ebenfalls eine Schaltfläche mit weißen LEDs eingearbeitet. Zeichnet man zum Beispiel eine Musiknote, so lässt sich die Musik starten. Durch diese „versteckten“ Tasten lassen sich ganz neue Innenräume entwickeln, da es keinerlei physischer Knöpfe bedarf. Insgesamt wird es drei Möglichkeiten zur Bedienung geben:

  • Touchscreen. Auf dem Armaturenbrett erstreckt sich ein klassischer berührungssensitiver Bildschirm bis zum Beifahrer.
  • Sprachsteuerung – „Intelligent Personal Assistent“. Mehr zur neuen Sprachbedienung habe ich hier für Euch zusammengefasst.
  • „Shy technology“-Bedienfelder in der Mittelkonsole und eingearbeitet in der Rücksitzbank.

Alle drei Bedienarten sind gleichberechtigt, so dass man jederzeit zwischen den Eingabemöglichkeiten wechseln und alle Komfort-Funktionen des BMWs damit steuern kann.

Speziell für die Fondpassagiere ist der Intelligent Beam gedacht. Das ist ein im Dachhimmel integrierter Beamer, der in den Fondbereich sein Bild projiziert. Ein Passagier kann beispielsweise ein komplett weißes Buch in seinen Händen halten, das dann als Projektionsfläche dient. Darauf lassen sich dann Filme oder Ähnliches darstellen. Es ist auch möglich, seine Sitzposition zu ändern und trotzdem bleibt die Projektion erhalten – für Kinder kann das schon was Schönes sein. Aber nicht nur für die kleinen Erwachsenen ist das eine coole Sache, mich persönlich hat das auf jeden Fall auch angesprochen, denn es ergeben sich neue Möglichkeiten des Film-Genusses oder des Arbeitens – dem integrierten Beamer sei Dank.

Autonomes Fahren bei BMW – Du hast die Wahl zwischen Freude am Fahren oder Gefahrenwerden

Zur Einordnung empfehle ich, sich die offiziellen Abstufungen des „autonomen Fahrens“ zu Gemüte zu führen, siehe meinen Beitrag hier. Der iNext kann nach Level 4 autonom Fahren, das bedeutet, dass viele Verkehrssituationen schon selbständig vom Auto bewältigt werden. Auf Wunsch kann der Fahrer jedoch in den „Boost“-Modus schalten und selbst das Lenkrad übernehmen. Oder aber er wählt den „Ease“-Modus aus und lässt den BMW fahren. In diesem Modus fährt das Lenkrad ein Stück ein und die Pedale verschwinden bündig im Fußraum, sodass sich diese nicht mehr bedienen lassen. Erst, wenn der Fahrer aktiv wird, das Lenkrad anfasst und somit in den Boost-Modus wechselt, lassen sich die beiden Pedale wieder treten. Wie Entwicklungschef Klaus Fröhlich vor Ort mitteilte, beobachtet man auch das komplett Lenkrad-lose Level 5 Fahren, sprich vollautonomes Fahren, jedoch sind hierfür auch regulatorische Hürden zu nehmen – es muss eine eindeutige Gesetzgebung geben. Erst dann wird man autonome Fahrfunktionen ab Level 4 auf den Markt bringen. Das vollautonome Fahren nach Level 5 steht derzeit bei BMW nicht im Fokus. Zum Einen passt es schlicht nicht zum Markenslogan – Freude am Fahren – wenn gar keine Steuerungseinheit mehr im BMW verbaut sein sollte. Zum Anderen sind eben die Gesetze noch gar nicht fertig, wie solche Fahrzeuge aussehen müssen, damit Sie legal auf den Straßen fahren dürfen. Aktuell sind weltweit nur Testfahrzeuge unterwegs, die eine Sondergenehmigung erhalten haben.

Wann wird man den Vision iNext auf den Straßen sehen?

Der Vision iNext soll einen Ausblick auf die Zukunft von BMW geben. Es ist vor allem eine Machbarkeitsstudie, was man zukünftig erwarten darf. Einzelne Elemente, wie beispielsweise die neue Bedienlogik werden in den kommenden Jahren in neue BMWs Einzug halten, wenn auch nicht in alle Modelle. Es wird auch Modellreihen im Konzern – beispielsweise den 1er BMW oder Modelle von MINI – geben, die weiterhin auf einfacher zu produzierende Tasten statt „shy technology“ zurückgreifen werden. Ab einer bestimmten Preis- und Fahrzeugklasse – beispielsweise einem 5er BMW – wird es jedoch auch die neuartige „shy technology“ geben. Zudem wird ab 2021 ein neues BMW i-Modell auf den Markt kommen, indem sehr wahrscheinlich die „shy technology“ ihr Debüt feiern wird. Dieser rein elektrisch angetriebene SUV, wird ähnlich dem gezeigten Visionsfahrzeug aufgebaut sein. Da weltweit die meisten SUV mit Allradantrieb verkauft werden – der Anteil liegt bei 90%  wird dieser kommende BMW i mit Vierradantrieb ausgestattet sein. Dazu dienen zwei Elektromotoren, jeweils einer an der Vorder- und einer an der Hinterachse. Dazwischen liegt das Batteriepaket. Um über konkrete Zahlen zu sprechen, ist es noch viel zu früh. Angestrebt wird eine Reichweite zwischen 500 bis 750 Kilometern, die real möglich sein soll.

Ich freue mich auf viele frische Ideen, die es in den nächsten Jahren geben. Vor allem „shy technology“, aber auch der „Intelligent Personal Assistent“ werden viele neue Dinge ermöglichen und sollen das Automobil zum Lieblingsort machen.

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Über den Autor
Claus Ludewig
Ich bin mit Windows 98 aufgewachsen und habe seitdem jede Windows- und Office-Version genutzt. Zum Entspannen dient die Xbox. Neben der engen Verbundenheit zu Microsoft-Produkten, schaue ich auch gerne mal über den Tellerrand hinaus in die weite Welt. Ich interessiere mich für alles, was vier Räder hat. In diesem Sinne nehme ich Euch gerne zu einer Spritztour mit.
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