Connected Roadtrip-Spezial: MINI Connected im Alltagstest

Connected Roadtrip-Spezial: MINI Connected im Alltagstest

In diesem Monat gibt es eine Spezialausgabe des Connected Roadtrips. Ich hatte die Gelegenheit, eine Woche lang das aktuelle MINI Navigationssystem samt MINI Connected zu testen. Doch zunächst einmal ein paar Worte zur automobilen Hülle.

Als im September 2010 der erste Countryman auf den Hof der Autohändler gerollt ist, war die Verwunderung groß. Ein Familien-MINI im SUV-Kleid?! Doch allen Unkenrufen zum Trotz, war der R60, so die interne Bezeichnung, ein voller Erfolg. Schon 2013 waren mehr als 250.000 Landmänner verkauft. Damit ist der Countryman das erfolgreichste Modell der MINI-Familie in der Generation R5x/R60. Daher ist es nur konsequent, dass in diesem Jahr der neue Countryman in den Verkauf geht.

Die F60 genannte zweite Generation hat ein besseres Handicap, denn die Ausmaße sind vergrößert, um angenehmere Platzverhältnisse zu schaffen. Die Außenlänge beträgt knapp 4,30 Meter und bewegt sich damit auf dem Niveau der Kompaktklasse. Zusammen mit einem langen Radstand sorgt das für großzügige Platzverhältnisse im Innenraum. Auch Menschen mit über 1,90 Meter haben bequem Platz. Sogar im Fond können großgewachsene Personen mit genügend Freiheit mitreisen. Der Kofferraum lässt sich sehr gut beladen  der rechteckigen Form sei Dank  und ist mit 450 Litern locker für ein paar Getränkekästen oder ein Profi-Kameraequipment geeignet. Durch die 1,56 Meter Außenhöhe kann man bequem einsteigen und bekommt eine gute Rundumsicht. Im Vergleich mit den meisten anderen SUVs ist das niedrig; dadurch wird die Seitenwindempfindlichkeit auf ein Minimum reduziert, ohne jedoch auf einen komfortablen Einstieg verzichten zu müssen. Die Verarbeitungsqualität ist hervorragend. Dank der schicken beleuchteten MINI Yours-Interieurleisten und der LED-Beleuchtung rund um das MINI Centre Instrument, in dem das Navi sitzt, erstrahlt ein prächtiges Farbenspiel im Innenraum. Mir persönlich gefällt’s. Es passt einfach zur Marke.

Das Fahrverhalten ist sportlich. Einerseits gibt es eine direkte Lenkung, die den MINI willig durch Lenkmanöver zirkeln lässt. Typisch MINI. Andererseits offeriert das Fahrwerk zwar eine sportliche Grundabstimmung und vermittelt so Fahrbahnkontakt, allerdings werden schlechtere Beläge sauber geschluckt und harte Unebenheiten ordentlich verarbeitet. Man merkt, dass wohl die Fahrbahn nicht gut ist, jedoch bekommen die Bandscheiben keine bleibenden Schäden davon. Dadurch lässt es sich angenehmer reisen als mit den sehr straff abgestimmten und zum Teil auf längeren Autobahnetappen nervösen Modellen aus der Vorgängergeneration. Insgesamt also ein sehr ansprechendes, erwachsenes Benehmen. Die 192 PS werden aus einem 2,0-Liter 4-Zylinder Turbobenzinmotor von BMW geholt und sorgen in jeder Verkehrssituation für mehr als ausreichende Leistung. Im Testzeitraum mit mehr als 1.000 Kilometern wurden sowohl längere Autobahnetappen als auch Überland- und Stadtverkehr befahren. Durchschnittlich genehmigte sich der Countryman Cooper S hierbei 8,4 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer. Wer den Landmann sehr ökologisch bewegt, kann mit Werten knapp unter 8 Liter rechnen.

Grundlegendes zum Infotainmentsystem

Im Countryman der zweiten Generation ist das MINI Navigationssystem Professional mit MINI Connected XL-Paket verbaut. Das System wird vom Hardware Tier1-Lieferanten Harman beigesteuert. Es verfügt über einen 8,8-Zoll-Touchscreen mit einer Auflösung von 1280 mal 600 Pixel. Im Inneren befindet sich ein Nvidia Tegra K1-Chipsatz, der das Blackberry QNX-Betriebssystem mit angepasster MINI-UI antreibt. Das MINI Navigationssystem Professional kostet im sogenannten Wired-Paket mit MINI Connected XL (zwei Bluetooth-Schlüsselanhänger) und der Telefonie mit Wireless Charging 2.440 Euro Aufpreis. Das Head-Up-Display belastet das Konto mit 600 Euro zusätzlich.

Die Bedienung erfolgt entweder über den MINI-Controller mit Direktwahltasten und Touch-Oberfläche, die gekritzelte Buchstaben und Ziffern erkennt, oder über den Touchscreen. Ebenfalls möglich ist die Steuerung via Sprache. Hierbei kann man jedoch nicht alle Menüpunkte mit Sprache anwählen und wird dann von der Stimme aus den Lautsprechern zur manuellen Eingabe aufgefordert. Die Steuerung des Infotainmentsystem ist intuitiv. Schon nach kurzer Zeit switche ich zwischen den verschiedenen Eingabemethoden hin und her. Je nach Situation ist mal die Eingabe via Controller praktisch, dann die Sprachsteuerung – vor allem zum Diktieren von Textnachrichten  und mal ist der berührungssensitive Bildschirm das Mittel der Wahl. Die Touch-Oberfläche auf dem Controller habe ich jedoch nie genutzt, denn zur Eingabe von Text hält das MINI-Navigationssystem intuitivere Möglichkeiten bereit. Ein besonders praktisches Feature sind die zuletzt verwendeten Menüpunkte. Auf der abgebildeten Startseite sind links oben in der Ecke drei Punkte zu sehen, damit kommt man zu einer horizontalen Leiste mit den zuletzt verwendeten Menüs. Insgesamt sechs unterschiedliche Menüpunkte werden dem Nutzer angeboten. So lässt sich beispielsweise der Bordcomputer und der Zustand des Fahrzeugs (für z.B. Servicearbeiten) komfortabel am großen Display steuern. Dabei sind die Animationen flüssig. Der Nvidia-Prozessor leistet also ganze Arbeit. Nützlich ist der Splitscreen, so dass sich zwei verschiedene Apps gleichzeitig visualisieren lassen, wie Kurznachrichten und Musik. Schön wäre es, wenn die Größe der beiden Bildschirminhalte individuell angepasst werden könnte.

Jegliche Online-Funktionen laufen über das Smartphone des Fahrers, denn MINI verbaut – aktuell – keine variabel nutzbare SIM-Karte im Auto. Man braucht also für die MINI Connected-Funktionen auf jeden Fall eine Datenflatrate. Erst im Jahr 2018 wird es MINIs mit festverbauter LTE-Mobilfunkkarte beim Händler zu kaufen geben. Damit das Smartphone nicht so schnell leer wird, lässt es sich drahtlos laden. Die QI-Ladeschale ist hierbei in der Mittelarmlehne verbaut. Alternativ kann man aber auch den 12-Volt-Anschluss oder den USB-Port in der Mittelkonsole verwenden. Kurios: Ein Snap-In-Adapter für jeweils ein bestimmtes Handymodell passend, ist ebenfalls noch beim Händler erhältlich. In der heutigen Zeit ist das eigentlich nicht mehr nötig, denn die Vorteile – wie Aufladefunktion und Antennenverstärkung – halten sich sehr in Grenzen beziehungsweise werden egalisiert durch offenere Standards a la QI-Ladefunktion.

Und nun lasst uns näher eintauchen in die Welt des MINI Navigationssystem Professional mit MINI Connected. Dazu werde ich nachfolgend die Eindrücke aus den vier Bereichen Multimedia, Navigation, Kommunikation und Konnektivität schildern.

Multimedia

Während der Autofahrt möchte man unterhalten werden. Vorbei sind die Zeiten, in denen man nur die Wahl zwischen ein paar Radiostationen hatte. Mal mit besserem Empfang, mal als Rauschkonzert. Im getesteten MINI kann man neben dem Radio auch Musik aus anderen Quellen nutzen. Dazu stehen folgende weitere Möglichkeiten parat:

  • USB-Schnittstelle,
  • AUX-In-Anschluss,
  • Bluetooth-Audio-Streaming,
  • Interner Musikspeicher (20 GB zur freien Belegung)

Der USB-Anschluss ist ein normal großer Type A-Port. An diesem klappt es auch, einen USB 3.0-Stick mit 512 GB Speicherkapazität und NTFS-Formatierung zu betreiben. Damit kommt nicht jedes Radiosystem der Konkurrenz zu Recht. Nach dem erstmaligen Initialisieren steht den Passagieren die Möglichkeit offen, die Musik als Zufallswiedergabe abzuspielen, direkt nacheinander oder man sucht nach Interpreten, Alben oder einzelnen Tracks. Bei der Suchfunktion ist die Fingereingabe praktisch, denn dann wird eine virtuelle Tastatur eingeblendet, analog zum Smartphone. Möchte man innerhalb eines Liedes springen, so lässt sich auch dies mittels touch einfach lösen. Eine andere Möglichkeit, Audiodateien abzuspielen, ist via Bluetooth-Verbindung zum Telefon. Wenn auf dem Smartphone die Spotify-App und die MINI Connected-App installiert sind, dann ist es möglich, seine Spotify-Playlisten auf dem MINI Navigationssystem anzeigen und abspielen zu lassen (Ihr ahnt es sicher bereits, aber die MINI Connected-App gibt es leider nur für Android und iOS und nicht für Windows-Smartphones). Auch eine Steuerung der Spotify-App über den 8,8-Zoll-Touchscreen ist möglich. Im Test klappte das Streaming problemlos, allerdings wünsche ich mir mehr optisches Feedback. Beispielsweise fehlt mir eine Displaymeldung über den aktuellen Verbindungsstatus zwischen Smartphone und Festeinbau-System. Generell muss man sich nämlich ab und an auf kurze Wartezeiten einstellen, ehe die Bluetooth-Verbindung zwischen Auto und Telefon steht. Eine kurze Anzeige, ob das Handy nun erfolgreich gekoppelt ist oder ob man noch kurz warten muss, ehe eine gestreamte App nutzbar ist, wäre daher hilfreich. Die aktuelle Lösung mit zwei kleinen Kreisen, die sich am linken Bildschirmrand aufeinander zu bewegen, ist zu undeutlich und sagt nichts über den Verbindungsstatus aus. Wer andere Musik-Streaminganbieter als Spotify bevorzugt, der kann auf jeden Fall via Bluetooth Audio-Streaming Inhalte über die Fahrzeuglautsprecher hören. Einige Dienstleister bieten – analog zum größten Musik-Abo-Portal – jedoch auch eine Steuerung der App über das MINI-Radio an. Eine detaillierte Übersicht zu den beliebtesten Musikservices – inklusive Hinweis zur Kompatibilität mit MINI – habe ich Euch hier zusammengestellt.

Audiofiles können auch auf den internen Speicher des Festeinbau-Systems gezogen werden. Ich nutze jedoch lieber entweder den USB-Anschluss samt Stick oder aber gleich mein Smartphone. Diese Lösungen bieten die höchste Flexibilität und es ist schön zu sehen, dass auch das Radio im Auto damit umgehen kann. Die Multimedia-Funktionen beherrscht das MINI-Infotainmentsystem hervorragend. Auf der Webseite von MINI lassen sich kostenlose Updates für die Multimedia-Funktion herunterladen. Dabei geht es einerseits um die Kompatibilität mit Endgeräten und Speichersticks, andererseits um die Unterstützung von Dateiformaten. Die Update-Datei muss nach dem Download auf einen USB-Stick verschoben und dieser dann in den Anschluss im Auto eingesteckt werden.

Navigation

Das Smartphone ist die kostengünstigste Option, um sich navigieren zulassen. Aber was bringt denn ein Festeinbau-Navi an Mehrwert? Das Kartenmaterial für Europa ist im MINI-Navi im internen Speicher archiviert und kann dadurch komplett offline verwendet werden. Somit spart man sich im Vergleich zu populären Anbietern wie Google Maps, Apple Karten oder HERE das Datenvolumen bzw. den vorsorglichen Download. Der große Bildschirm ist selbstverständlich ebenfalls ein weiterer Vorteil von im Fahrzeug verbauten Navigationsgeräten. Im Navi Professional erfolgt die Routenberechnung schnell und die Navigation ist exakt. Praktisch ist die Anzeige der Abbiegehinweise im optionalen Head-Up-Display. Die Anzeige der Fahrtrichtungsempfehlungen im Head-Up-Display funktioniert allerdings ausschließlich, wenn die im Fahrzeug verbaute Navigationssoftware genutzt wird. Falls man mit der App Apple Karten im Apple CarPlay-Modus navigieren will, muss man auf die Hinweise hinter dem Lenkrad verzichten und sich mit Ton und Karten-/Pfeil-Darstellung im MINI Centre Instrument zufriedengeben. Löblich hervorzuheben ist die Option eine Benachrichtigung am 8,8-Zoll-Display zu bekommen, ob man die empfohlene Umleitung fahren möchte oder nicht. Die Stauumfahrung erfolgt standardmäßig via dem veralteten TMC-Standard. In Verbindung mit der MINI Connected-App und einem mit dem In-Vehicle-Infotainmentsystem gekoppeltem Smartphone werden auch kostenfreie Online-Verkehrsinfos angeboten, die jedoch unter Zuhilfenahme des Datentarifes vom Telefon geladen werden.

Kartenupdates lassen sich via USB-Stick einspielen. Nach den drei Jahren nach erstmaliger Fahrzeugzulassung, in denen man lizenzkostenfrei aktualisieren kann, muss man für ein erneutes Update gut 100 Euro zahlen. In Zeiten von lebenslangen, komplett kostenlosen Kartenupdates bei Google Maps oder auch bei HERE WeGo (der Anbieter gehört immerhin zum Mutterkonzern BMW, sowie Audi und Daimler), ist es nur schwer vermittelbar, warum der Endkunde für aktuelle Kartendaten zahlen soll. Zukünftig wird aktuelles Kartenmaterial eine besonders wichtige Rolle einnehmen, man denke nur an autonome Fahrzeuge.  Hier sollte also gehandelt und über eine andere Art der Monetarisierung nachgedacht werden. Beispielsweise könnte man die Echtzeitverkehrsinformationen mit der Anzeige von freien Parkplätzen (und POIs mit Online-Funktion) erweitern und als kostenpflichtiges Add-On im Jahresabo anbieten. Über diese Querfinanzierung könnten dann die Ressourcen für die Erstellung der Kartendaten refinanziert werden. So oder so wird es auch in Zukunft einen Zweikampf zwischen Smartphone-Navigation und Festeinbau-Navis geben.

Kommunikation

In Sachen Kommunikation offeriert das Festeinbau-System die Möglichkeit, zwei Smartphones gleichzeitig via Bluetooth anzubinden. Das Adressbuch wird vollständig aus unterschiedlichen Quellen geladen. So konnte ich sowohl Kontaktdaten aus Outlook anzeigen lassen, als auch aus dem Gmail-Konto. Dank zwei verbauter Mikrofone und Antennenverstärkung, ist die Sprachqualität hervorragend. Kein Rauschen ist zu vernehmen und keiner der Gesprächspartner muss laut schreien, um verstanden zu werden. So soll das sein. Auch SMS werden anstandslos angezeigt und vorgelesen. Mit der Diktierfunktion lassen sich die Nachrichten bequem beantworten. Um Freunden mitzuteilen, wann man am Ziel ankommt, kann man eine automatisch generierte SMS an Kontakte versenden. Das war´s auch schon mit den Kommunikationstalenten. Leider fehlen beliebte Kommunikationsapps vollständig. Weder WhatsApp, noch Facebook Messenger, WeChat, oder Telegram sind im MINI-Infotainmentsystem verfügbar. Auch der Umweg über ein via Apple CarPlay angebundenes iPhone bringt in diesem Fall keinen Mehrwert. Denn der Technologie-Konzern aus Cupertino erlaubt es nicht, Kommunikationsapps während des CarPlay-Modus zu nutzen. Stattdessen muss man seine Nachricht der Sprachassistentin Siri diktieren, die dann via SMS oder iMessage die Mitteilung verschickt.

Googles Android Auto wird bei MINI übrigens nicht angeboten.

Gerade weil die Freisprecheinrichtung dank der im Dachhimmel verbauten Mikrofone im Vergleich zu anderen Lösungen, wie beispielsweise Smartphones an Saugnapfhalterungen, einen erheblichen Komfort bietet, ist die Integration von Messenger-Services sehr wünschenswert. Denn immer mehr Menschen nutzen Messenger, um mit Ihren Liebsten in Kontakt zu bleiben. So könnte man die bestehende Vorlese- und Diktierfunktion um die Integration von zeitgemäßen Messengern erweitern. Analog zu den kostenfreien Updates im Bereich Multimedia, gibt es auch Updates für die Telefon-Funktionen. Hier durch soll die Kompatibilität mit neuen Smartphones sichergestellt werden, damit man dann auch mit dem neuen Telefon beispielsweise erweiterte Anruf-Funktionen wie Konferenzschaltung nutzen zu kann.

Konnektivität

Herzstück von MINI Connected ist die gleichnamige App. Diese ist kostenlos erhältlich für iOS und Android-Geräte. Voraussetzung ist ein iPhone mit iOS-Version 9.3 oder neuer oder ein Android-basiertes Telefon mit Version 5.0 oder neuer. Die App kann nur mit Infotainmentsystemen von MINI verwendet werden, die in einem Modell der aktuellen F5x/60-Generation verbaut sind. Diese Modelle werden seit 2013 verkauft. Getestet habe ich die mobile Software (Version 3.1.1.3078) mit einem Motorola Moto Z Play mit Android 7.1 (Nougat).

Nach der Registrierung bei BMW (es gibt ein gemeinsames Portal für BMW- und MINI-Fahrer), wird man aufgefordert, eine Verbindung zum Fahrzeug herzustellen. Dies geschieht entweder via Bluetooth oder kabelgebunden über USB. Bei jeder Verbindung zum MINI wird der aktuelle Kilometerstand, Tankfüllstand, die restliche Reichweite und der Durchschnittsverbrauch übermittelt. Mit der App hat man die Möglichkeit, nach Orten via Google Suche zu suchen. Ist der gewünschte Zielort gefunden, lässt er sich mit einem Fingertipp ans Festeinbau-Navi schicken, sobald sich das Phone mit dem Navi-System verbunden hat. Wer möchte, kann auch mehrere Fahrten planen. Dann werden die Ziele automatisch ans Auto geschickt und die Routenberechnung gleich gestartet. Außerdem habe ich eine Benachrichtigung auf dem Smartphone bekommen, dass es in circa 10 Minuten Zeit ist, loszufahren, damit ich pünktlich zur angegebenen Ankunftszeit vor Ort bin. Ist man am Ziel, kommt eine weitere Benachrichtigung, um gleich die in der MINI Connected-App enthaltene Fußgängernavigation zu starten. Das ist ziemlich praktisch. Es können auch Termine aus der Kalender App übernommen und im Fahrzeug angezeigt werden. Leider gibt es keine Möglichkeit selbst festzulegen, aus welchen Kalendern Termine übernommen werden sollen. Man müsste sich also einen eigenen Kalender anlegen und dieser muss im Smartphone als Standardkalender hinterlegt sein. Bei Android ist das der Google Kalender. Eine freie Wahl, welche Kalender von der App und im Fahrzeug angezeigt werden, wäre schön.

Funktionen wie die Remote-Steuerung zum Öffnen und Verriegeln des Automobils bietet MINI Connected nicht. Hier wird jedoch in naher Zukunft etwas auf den Markt kommen, wenn eine LTE-fähige SIM-Karte fest verbaut wird.

Ein besonderes Schmankerl sind die beiden Bluetooth-Schlüsselanhänger, die MINI Find Mates. Diese koppeln sich drahtlos mit dem Smartphone. Über die MINI Connected-App ist es möglich auf der Karte zu verfolgen, wo sich zum Beispiel der Rucksack mit dem Anhänger zuletzt befunden hat. Zur eindeutigen Identifikation lässt sich ein Name und ein Logo vergeben. Komfortabel ist, dass die Find Mates auch auf der Navigationskarte im Festeinbau-Navi zu sehen sind. Und wer vergessen hat, wo sein Telefon ist, kann den Smartphone Finder aktivieren und so sein Mobiltelefon klingeln lassen.

Fazit

MINI Connected bringt einige nützliche Tools mit, die den Alltag erleichtern. Vor allem die Funktion, seinen Tag voraus zu planen und dann die Ziele ans Festeinbau-Navi zu schicken, ist sehr nützlich. Auch die automatische Erinnerung auf dem Smartphone, dass es bald (ca. 10 Minuten vorher) Zeit wird, loszufahren, ist praktisch und möchte ich nicht mehr missen. Die Find Mates erweisen sich als hilfreiche Accessoires für Taschen jeglicher Art. Dringend nachgeliefert werden muss jedoch die Unterstützung für angesagte Kommunikationsapps. Inzwischen sind WhatsApp und Co. so sehr zum Austauschmedium für Nachrichten geworden, dass man diese eben auch während der Fahrt nutzen möchte. Schön ist, dass es möglich ist, bestimmte Funktionen des Infotainmentsystems mit Updates aktuell zu halten. Dies sollte zukünftig weiter ausgebaut werden. MINI Connected ist kostenlos nutzbar und stellt das Bindeglied zwischen Smartphone und vierrädrigem Kompagnon da. Wer sich aktuell einen MINI aus der F5x/60-Generation kaufen möchte, sollte ein MINI Navigationssystem dazu bestellen. Die gute Integration ins Fahrzeug, vielfältige Möglichkeiten zur Medienwiedergabe und die Vernetzung mit dem Smartphone sind die besonders hervorzuhebenden Punkte. Für die Zukunft steht unter anderem eine fest verbaute LTE-SIM-Karte und weitere Connected-Funktionen wie die Integration von Amazons Alexa auf dem Fahrplan.

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Über den Autor
Claus Ludewig
Ich bin mit Windows 98 aufgewachsen und habe seitdem jede Windows- und Office-Version genutzt. Zum Entspannen dient die Xbox. Neben der engen Verbundenheit zu Microsoft-Produkten, schaue ich auch gerne mal über den Tellerrand hinaus in die weite Welt. Ich interessiere mich für alles, was vier Räder hat. In diesem Sinne nehme ich Euch gerne zu einer Spritztour mit.
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