Cyberpunk 2077: Macher entschuldigen sich und bieten Erstattungen an – nur ein PR-Stunt? (Update)

Cyberpunk 2077: Macher entschuldigen sich und bieten Erstattungen an - nur ein PR-Stunt? (Update)

Siehe Update am Ende des Artikels.

Immer dann, wenn dem Start eines neuen Produkts ein großer Hype vorausgeht, kann man zuverlässig davon ausgehen, dass es Enttäuschungen geben wird. Da macht Cyberpunk 2077 keine Ausnahme. Kaum ein anderes Spiel hatte so viel öffentliche Aufmerksamkeit, nicht zuletzt aufgrund der mehrmaligen Verschiebungen. Was CD Projekt Red am Ende veröffentlicht hat, war – maximal diplomatisch ausgedrückt – eine Frechheit.

Das Spiel ist rundum unfertig, auf die vielen Probleme im Einzelnen einzugehen, lohnt sich daher kaum. Nun haben sich die Entwickler via Twitter zu Wort gemeldet. Es gibt Entschuldigungen, die Aussicht auf Fehlerbehebungen und das Angebot, das Spiel gegen Erstattung des Kaufpreises zurückzugeben.

Im ersten Absatz entschuldigt man sich dafür, dass man den Spielern, die eine Xbox One oder Playstation 4 besitzen, im Vorfeld zu wenig Gameplay auf diesen Konsolen gezeigt hat, damit diese eine „informierte Kaufentscheidung“ treffen können. Das ist die verklausulierte Form von „Sorry, aber wenn wir euch vorher gezeigt hätten, wie bescheiden das aussieht, hättet ihr es niemals gekauft – und das wollten wir verhindern.“

Immerhin möchte man nun bei der Fehlerbeseitigung Gas geben. In den kommenden sieben Tagen soll ein Patch veröffentlicht werden, welche Fehler dieser behebt, wird aber nicht genannt. Im Januar und Februar sind dann weitere umfangreiche Updates geplant, mit denen „die prominentesten Probleme“ auf den Konsolen der letzten Generation behoben werden sollen.

Wer nicht warten möchte oder kein Vertrauen (mehr) hat, der kann binnen einer Woche eine Rückerstattung des Kaufpreises beantragen. Bei digitalen Kopien läuft das über die jeweiligen Stores, bei Einzelhandelsversionen sollten die Spieler zunächst versuchen, das Spiel im Laden zurückzugeben. Wer damit keinen Erfolg hat, soll sich per E-Mail an [email protected] wenden.

An der Börse hat CD Projekt Red durch den holprigen Start von Cyberpunk 2077 beinahe 40 Prozent seines Wertes eingebüßt, das war sicher anders geplant. Das haben sie sich allerdings selbst zuzuschreiben, denn sie sind sehenden Auges in diese Situation marschiert.

Update vom 17. Dezember: Es hat leider den Anschein, dass die angekündigte Erstattung ein vorschneller PR-Stunt war. Sowohl PS- als auch Xbox-Spieler berichten mehrheitlich davon, dass ihnen die Erstattung verweigert wurde. Das ist kein Wunder, denn für die Rückgabe digitaler Produkte gelten strenge Richtlinien, die nur dann außer Kraft gesetzt werden können, wenn der Herausgeber eines Spiels entsprechende Vereinbarungen mit dem Anbieter der jeweiligen Plattform trifft. Genau das ist aber offensichtlich nicht geschehen, CD Projekt Red hat seine Kunden im Grunde gegen die Wand laufen lassen.

Wer sich an die angegebene E-Mail-Adresse wendet, erhält eine lapidare Standard-Antwort, siehe unten. Ein wirklich armseliges Schauspiel.

Statement von CDPR zu den Erstattungen für Cyberpunk 2077

(Kotaku, via Caschy)

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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