Das dynabook Tecra X50-F im Test: Businessklasse mit Ausdauer

Das dynabook Tecra X50-F im Test: Businessklasse mit Ausdauer

Es sei einmal mehr einleitend erwähnt: Hinter dynabook steckt nicht etwa ein aufstrebender Newcomer im Notebook-Mark, es handelt sich dabei um den (nicht mehr ganz so) neuen Namen der Notebook-Sparte von Toshiba nach dem Verkauf an Sharp (außerdem hießen die Toshiba-Notebooks in Japan schon immer dynabook, was ich allerdings auch erst vor Kurzem gelernt habe).

Mit dem dynabook Tecra x50-F hatte ich mal wieder ein ganz klassisches Clamshell-Notebook auf dem Tisch. Ohne Stift, ohne Touch, ohne Schnickschnack. Nicht trotzdem, sondern gerade deshalb hat es Spaß gemacht, es zu testen.

dynabook Tecra X50-F Frontansicht

Legen wir los.

Tecra X50-F-127 technische Daten des Testgeräts:

  • Display: 15,6 Zoll, FullHD, matt und entspiegelt, ohne Touch, max. Helligkeit 470 NIT
  • CPU: Intel Core i7-8565U vPro
  • RAM: 16 GB, zwei freie Erweiterungsslots bis maximal 32 GB
  • SSD: 1 TB PCIe M.2
  • Anschlüsse: 2 USB-C 3.1, Thunderbolt, 2x USB 3.0 Type A, HDMI, microSD Slot, 3,5 mm Audio
  • Sicherheits-Features: IR-Kamera für Windows Hello, Intel Authenticate Support, TPM 2.0, Webcam-Shutter
  • Sound: harman/kardon, DTS Studio Sound
  • Betriebssystem: Windows 10 Pro
  • Maße: 359 x 250 x 17,6 mm
  • Gewicht: ca. 1,4 kg
  • Preis: ca. 2.300 Euro
  • Verfügbarkeit: bereits erhältlich

Design und Verarbeitung

dynabook verwendet bei seinen Notebooks eine spezielle Magnesium-Legierung, zu der ich unbedingt eine kleine Anekdote los werden muss. Die Oberfläche fühlt sich nämlich ganz und gar nicht metallisch an, weshalb ich in einem früheren Testbericht von einem Kunststoffgehäuse ausging und das ungeprüft auch so schrieb. Der zuständige Produktmanager von dynabook (damals noch Toshiba) rief mich daraufhin am Rande des Herzinfarkts stehend an. Wenn wir uns auf Events wie zuletzt auf der IFA treffen, wird über diese Geschichte jedes Mal aufs Neue herzhaft gelacht.

Die Oberfläche des Onyx-Blau (offizielle Herstellerbezeichnung) gehaltenen Magnesium-Gehäuses fasst sich jedenfalls hervorragend an, mit rund 1,4 kg ist das Gerät für ein 15-Zoll-Notebook außerdem erfreulich leicht.

Nichts zu bemängeln gibt es erwartungsgemäß an der Verarbeitung. Wartungsfreundlich ist das Tecra X50-F ebenfalls, über gewöhnliche Kreuzschlitz-Schrauben an der Unterseite lässt sich das Gerät öffnen, um beispielsweise die SSD zu wechseln oder den Arbeitsspeicher aufzurüsten.

dynabook Tecra X50-F Unterseite

Das Tecra X50-F ist nach dem US-Militärstandard MIL-STD-810 zertifiziert, kann also Stürze, Stöße, Feuchtigkeit, Hitze oder Kälte ab. Um mir eine potenziell unerfreuliche Kommunikation mit der PR-Agentur zu ersparen, habe ich auf eine Verifizierung verzichtet.

Display

Als ich kürzlich das HP Spectre x360 getestet habe, kam ich ins Zweifeln, ob ein FullHD-Display noch zeitgemäß ist – auch dann, wenn es sich um ein reines Office-Gerät handelt. Mit Blick auf das Tecra X50-F tendiere ich dazu, diese Frage eher wieder mit einem „Ja“ zu beantworten, denn ich habe an der Qualität der Darstellung, insbesondere was Text angeht, nicht das Geringste auszusetzen. Für Grafiker und Designer ist das Gerät ja ohnehin nicht gedacht.

Farben werden trotz des matten Displays, das im Übrigen von der Konzernmutter Sharp stammt, kräftig und lebendig dargestellt. Ich hatte die Version ohne Touch im Test, optional bietet dynabook das Tecra X50 aber auch mit Touchbildschirm an.

Hervorzuheben ist die Helligkeit, die mit maximal 470 NIT in normaler Umgebung schon fast unangenehm ist, aber dafür sorgt, dass man das Display auch bei greller Beleuchtung noch gut ablesen kann.

Tastatur und Touchpad

dynabook Tecra X50-F Tastatur

Was die Haptik und den Druckpunkt angeht, gehört die Tastatur zu den besten, die ich kenne, und das sind inzwischen eine ganze Menge. Den integrierten Trackpoint werden seine Freunde zu schätzen wissen, ich habe ihn ignoriert. Negativ anzumerken ist neben der zu kleinen rechten Shift-Taste auch die verkleinerte Ausführung der Umlaut-Tasten. Da haben die Designer leider nicht international genug gedacht. Für mich ist das inzwischen ein No-Go.

Bei längeren Schreibarbeiten merkt man aufgrund der großzügig bemessenen Ablagefläche für die Hände, dass 15-Zöller nicht nur wegen des größeren Bildschirms nach wie vor gewisse Vorzüge haben.

Das Trackpad funktioniert sensationell gut und die Finger gleiten fast von alleine über die Oberfläche. Für meinen Geschmack hätte man es durchaus noch eine Idee größer machen können, der Platz wäre ja vorhanden.

Sound

Der Klang im Tecra X50-F wird von harman/kardon beigesteuert. Die Stereo-Lautsprecher sitzen vorne an der Gehäuseunterseite. Sobald man das Gerät auf dem Schoß oder einer anderen weichen Unterlage benutzt, wird der Klang entsprechend gedämpft, auf dem Schreibtisch klingt es aber sehr gut und ausgewogen.

Der Sound ist mittenbetont, was bei einem Business-Gerät auch völlig in Ordnung ist, denn primär geht es um eine gute Verständlichkeit des gesprochenen Wortes in Konferenzen. In diagloglastigen Filmen wird man den Klang ebenfalls sehr zu schätzen wissen.

Akkulaufzeit

Den ersten Kontakt mit dem Tecra X50-F hatte ich im September auf der IFA in Berlin, dort wurde das Gerät mit einer Akkulaufzeit von bis zu 17 Stunden angepriesen. Möglich machen soll dies das IGZO-LCD Display, welches nur halb so viel Energie verbraucht wie andere Displays dieser Klasse.

Im Datenblatt, welches mit meinem Testgerät geliefert wurde, ist eine mit dem Benchmark-Programm MobileMark ermittelte Laufzeit von 10:45 Stunden angegeben. Diese würde ich als absolut realistisch bezeichnen, in meinen Tests kam ich bei einer Helligkeit von 50 Prozent ebenfalls auf eine Laufzeit zwischen 10 und 11 Stunden. Bei normalem Büro-Umgebungslicht sollte man auch mit 40 Prozent Helligkeit gut klar kommen, dann dürfte noch mehr drin sein.

dynabook Tecra X50-F Seitenansicht

Sonstiges und Fazit

Für sicherheitsbewusste Nutzer hat dynabook einen mechanischen Shutter integriert, mit dem sich die Webcam abdecken lässt. Emotional ist das auf jeden Fall die bessere Option als ein Hard- oder Software-Schalter.

Erwähnen sollte man ebenfalls die besondere Garantie, die dynabook auf seine Geräte gibt: Kommt es innerhalb der ersten 12 Monate zu einem Defekt, dann wird das Gerät nicht nur ausgetauscht bzw. repariert, sondern es wird zusätzlich auch der Kaufpreis erstattet. Da möchte man ja schon fast hoffen, dass es kaputt geht.

Der Lüfter tritt beim normalen Arbeiten praktisch nie in Aktion, und wenn, dann ist er kaum hörbar. Unter hoher Last kann er natürlich auch Vollgas geben, auch dann geht die Lautstärke aber nicht in den unangenehmen Bereich.

Insgesamt hat dynabook hier ein grundsolides Business-Paket mit einer für ein 15-Zoll-Notebook hervorragenden Akkulaufzeit abgeliefert. Dass noch die Intel-CPUs der achten Generation zum Einsatz kommen, ist der vPro-Variante geschuldet. Diese wird in der zehnten Generation erst noch nachgereicht und dann wird dynabook diesem Modell mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein entsprechendes Update spendieren.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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