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Das Huawei Mate 20 X weckt Erinnerungen an die gute alte Zeit

Das Huawei Mate 20 X weckt Erinnerungen an die gute alte Zeit

Für diesen Beitrag muss ich ein wenig in der Zeit zurück reisen. Etwas mehr als fünf Jahre, um genau zu sein. Im November 2013 kaufe ich mein bis dahin größtes Smartphone, das Lumia 1520. Es ist Liebe auf den ersten Blick und schon bald kann ich mich von meinem „Brett am Kopf“ nicht mehr trennen. Inzwischen liegt es als Erinnerungsstück in der Schublade, aber jedes Mal, wenn es mir wieder in die Finger fällt, wird mir klar: Nie wieder wird mich ein Smartphone derart nachhaltig beeindrucken. Das kann ich mit dieser Endgültigkeit sagen, weil die Geräteklasse der Smartphones durchentwickelt ist. Da kommt nichts bahnbrechend Neues mehr.

Das muss nicht heißen, dass es deswegen keine spannenden oder tollen Smartphones mehr gibt. Mit dem Huawei Mate 20 X habe ich seit langer Zeit mal wieder ein Gerät auf den Tisch bekommen, dass mir ein Lächeln auf’s Gesicht zaubern konnte. Obwohl es nichts kann, was andere Smartphones nicht auch können.

Obwohl – darf man hier überhaupt noch von einem Smartphone sprechen? Selbst der Begriff „Phablet“ klingt angesichts der Display-Diagonalen von 7,2 Zoll schon beinahe verniedlichend.

Lasst uns diesen Punkt daher auch direkt zuerst besprechen. Ein Gerät für die Hosentasche ist das Huawei Mate 20 X ganz sicher nicht. Das war das Lumia 1520 auch nicht, und trotzdem habe ich immer einen Weg gefunden, es bei mir zu tragen. Interessant: Obwohl zwischen beiden Geräten 1,2 Zoll Unterschied bei der Displaygröße liegen, ist das Mate 20 X nur ein kleines Stückchen länger als das Lumia 1520.

Huawei Mate 20 X und Lumia 1520

Es ist vermutlich genau diese Eigenschaft, die mir das Mate 20 X sofort ans Herz wachsen ließ: Die Erinnerung an die alte Liebe und die Tatsache, dass es so herrlich unvernünftig groß ist. Das hat bei der Nutzung sowohl Vor- als auch Nachteile, auf die wir gleich noch zu sprechen kommen.

Zunächst mal der Steckbrief:

Technische Daten des Huawei Mate 20 X:

  • Kirin 980 CPU
  • 7,2 Zoll OLED-Display, 2.244×1.080 Pixel
  • 6 GB RAM
  • 128 GB Speicher
  • Dual SIM oder SD-Kartenerweiterung
  • Leica Triple-Kamera 40 MP/20 MP/8 MP
  • 24 MP-Frontkamera
  • Akku: 5.000 mAh
  • Unterstützt den Huawei M-Pen (nicht enthalten)
  • Maße: 174,6×85,4×8,15mm
  • Gewicht: 232 Gramm
  • UVP: 899 Euro

Huawei Mate 20 X

Technisch ist das Mate 20 X voll auf der Höhe der Zeit: Angetrieben wird es von Huaweis aktuell schnellstem Prozessor, dem Kirin 980. Die Performance ist entsprechend herausragend und sucht unter den aktuellen Top-Smartphones ihresgleichen.

Ein Smartphone dieser Größe ist natürlich in erster Linie zum Medienkonsum gedacht. Videos und Spiele machen auf dem riesigen Bildschirm entsprechend Spaß und in vielen Apps passt einfach mehr Inhalt auf den Bildschirm. Allerdings wird auch schnell klar, dass es hier noch viel Nachholbedarf gibt. Zahlreichen Android-Apps merkt man an, dass sie für diese Bildschirmgröße nicht optimiert wurden. Da entstehen dann teilweise unschöne Freiflächen, oder die Oberfläche wirkt so aufgeblasen, dass so ein wenig Lego Duplo-Feeling aufkommt. Ein Problem, mit dem auch die aufgeklappten Bildschirme der faltbaren Smartphones erst mal leben müssen.

Eine Besonderheit: Das Mate 20 X unterstützt den Huawei M-Pen und ist somit auch für Stift-Fans interessant. Leider handelt es sich dabei nicht um den gleichen Stift, der auch mit dem Windows-Convertible MateBook E geliefert wird – sonst wäre das eine richtig spannende Kombination.

Huawei Mate 20X

Von den technischen Daten her entspricht die Kamera im Mate 20 X jener im Mate 20 Pro. Es ist eine Weile her, dass ich Letzteres in der Mangel hatte, aber ich würde behaupten wollen, dass die Bilder des Mate 20 X qualitativ nicht an das Mate 20 Pro heran reichen.

Bei Tag macht es fantastische Bilder, aber diese Disziplin beherrschen ja inzwischen auch die Mittelklasse-Smartphones schon nahezu perfekt. Das Nachtbild unten entstand bei völliger Dunkelheit und bei Vollmond. Es wirkt schon beinahe maßlos übertrieben, was die Kamera aus diesen Lichtverhältnissen macht. Schöner wird’s dadurch aber nicht.

Huawei Mate 20 X Beispielfoto

Huawei Mate 20 X Beispielfoto

In ein großes und dickes Gerät passt natürlich auch ein fetter Akku: Stattliche 5.000 mAh kann die Batterie im Huawei Mate 20 X vorweisen, und es ist mir in meiner dreiwöchigen Testphase nicht ein einziges Mal gelungen, ihn am Ende des Tages auch nur annähernd in den kritischen Bereich zu bringen. Selbst bei intensiver Nutzung darf man sich gerne mal eine Nacht im Wald verlaufen und hat trotzdem noch genug Reserve für den nächsten Tag. Drahtloses Laden wird leider nicht unterstützt.

Schweren Herzens musste ich das Mate 20 X nun wieder zurück schicken. Das fällt mir wirklich schwer, und ich muss zugeben, dass mir der Gedanke „ich kauf mir das jetzt einfach“ mehrfach durch den Kopf schoss. Knapp 900 Euro sind allerdings ein stolzer Preis und mir war das am Ende dann einfach zu viel. Vor fünf Jahren war das noch anders, exakt diesen Preis hab ich für das Lumia 1520 seinerzeit nämlich auch bezahlt, weil ich es unbedingt am ersten Tag haben musste.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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