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Das neue Windows Insider Programm: So kann das wieder Spaß machen

Das neue Windows Insider Programm: So kann das wieder Spaß machen

Nach Jahren, in denen das Windows Insider Programm zunehmend im Chaos versank, hat Microsoft dieses neu aufgestellt. Im Grunde sind die Änderungen gar nicht so gravierend. Sie könnten allerdings dazu führen, dass es endlich wieder interessant ist, Windows Insider zu sein.

Was war das früher für ein Spaß!

Wer erinnert sich noch an  Gabe Aul und den „Big red Button“, der auf seinem Schreibtisch stand und tatsächlich der Freigabe neuer Insider-Versionen diente?

Damals – vor mehr als zehn Jahren – hatte man noch das Gefühl, nahe dran zu sein – ein echter „Insider“ eben. Der Schein trügte, selbstverständlich hatte Microsoft damals schon eine klare Strategie, die von Privatnutzern nicht beeinflussbar war. Dennoch gab es immer wieder Einzelfälle, in denen Änderungen in Insider-Versionen angepasst oder wieder rückgängig gemacht wurden, wenn das Feedback entsprechend negativ ausfiel.

Gabe Aul gab sich in den sozialen Medien präsent und volksnah, das kam gut an. Mit seinem Abgang im Jahr 2016 begann der Niedergang des Windows Insider Programms. Das hatte aber wenig bis nichts mit seiner Nachfolgerin zu tun.

Gabe Aul übergibt den berühmten Big Red Button an Donna Sarkar

Dona Sarkar trat ein in mehrfacher Hinsicht schweres Erbe an. Als Person wurde sie von Beginn an kritisch gesehen. Das lag aber nicht an ihr. Die Popularität des Windows Insider Programms hing größtenteils an Windows Mobile. Das stand bei ihrem Amtsantritt aber  bereits auf dem Abstellgleis. So hatte sie die undankbare Aufgabe, die Fans immer weiter zu vertrösten, ohne offen aussprechen zu dürfen, dass da nie wieder etwas kommt.

Zeitgleich wurde Windows innerhalb von Microsoft endgültig zu einem Produkt der Kategorie B degradiert. Als Terry Myerson im Jahr 2018 seinen Hut nehmen musste, verteilte Microsoft die Windows-Entwicklung auf unterschiedliche Abteilungen. Die Mitglieder des Windows Insider Teams waren fortan Outsider, die sich ihre Informationen mühselig zusammensuchen mussten, um nach außen so zu tun, als hätten sie die Zügel in der Hand.

Kanal-Chaos und gestaffelte Rollouts

Wir machen einen kleinen Sprung ins Jahr 2023. Dona Sarkar hatte 2019 die Brocken hingeworfen, es folgte eine mehrjährige Irrfahrt des Programms ohne echte Führung.

Dann strukturierte Microsoft das Insider-Programm um und führte einen weiteren Kanal ein. Mit meiner Prognose, dass fortan rein gar nichts besser und stattdessen alles noch chaotischer laufen würde, traf ich leider ins Schwarze. Die verschiedenen Kanäle trugen zwar offiziell logisch aufeinander aufbauende Namen, in der Praxis aber folgten die Insider-Versionen und die darin enthaltenen Funktionen keiner Logik mehr.

Wenn man in den Insider-Blogs eine spannende Neuerung entdeckte und sie ausprobieren wollte, stellte man fast immer fest, dass sie wegen der gestaffelten Rollouts noch nicht verfügbar war.

Mein persönliches Interesse, am Insider-Programm erlahmte derart, dass ich die Blogposts zu neuen Builds teilweise nicht einmal mehr gelesen habe.

Windows Insider Programm 2026: Weniger Kanäle, mehr Kontrolle

Künftig gibt es wieder nur noch drei Kanäle. „Experimental“ für die Risikofreudigen, die einen frühen Blick in die Hexenküche wagen und dafür Instabilitäten in Kauf nehmen. „Beta“ für die nicht ganz so Mutigen, und „Release Preview“ für jene Insider, die einfach nur ein wenig früher dran sein wollen, wenn es um neue Funktionen geht.

Die eigentlich spannende Neuerung, die das Insider-Programm schlagartig wieder so richtig interessant macht, sind die „Windows Feature Flags“. Funktionen, die sich im gestaffelten Rollout befinden, können in der Rubrik „Windows Insider Programm“ von Windows Update gezielt an- und abgeschaltet werden.

Windows Insider Feature Flags

Man klickt die gewünschte Funktion an, klickt auf „Aktiviert“ und startet anschließend seinen PC neu. Und schon ist die Neuerung aktiv.

Windows Insider Feature Flags im Detail

Das Leben kann so einfach sein, wenn man es sich nicht selbst unnötig schwer macht. Das hat Microsoft jetzt endlich erkannt.

Wenn jetzt in einem Insider-Blogpost neue Funktionen angekündigt werden, kann man diese auch sofort ausprobieren. Das macht auch die Berichterstattung über Insider-Versionen, die wir zwischenzeitlich komplett eingestellt hatten, wieder interessanter.

Die alten Zeiten kommen nicht wieder

Die guten alten Zeiten, von denen ich zu Beginn des Beitrags sprach, kommen nicht wieder. Dazu müsste Microsoft eine Zeitmaschine erfinden, ins Jahr 2015 zurückreisen und sich entscheiden, Windows Mobile doch nicht einzustellen. Die „Windows-Enthusiasten“ sind ausgestorben.

Wenn es aber gelingt, wieder mehr Leute für das Windows Insider Programm zu begeistern, wird das für die Reputation von Windows von enormer Bedeutung sein. Schade, dass es so unendlich lange gedauert hat, bis Microsoft erkannt hat, dass dieses Produkt doch noch wichtig ist. Aber ich bin sehr froh darüber, dass es endlich passiert ist.

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Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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