Das Oppo Reno4 Z 5G im Alltagstest: Viel mehr Smartphone braucht man nicht

Das Oppo Reno4 Z 5G im Alltagstest: Viel mehr Smartphone braucht man nicht

Vorgeschichte: Die Marke Oppo war mir bereits seit längerer Zeit ein Begriff, ohne dass mich deren Produkte näher interessiert hätten. Das hat nichts mit irgendwelchen Vorurteilen gegenüber dem Unternehmen zu tun, sondern vielmehr damit, dass ich eine gewisse Sättigung verspüre, was Smartphones angeht. Die Zeiten, in denen diese Geräteklasse Jahr für Jahr bahnbrechende Fortschritte machte, sind nun mal vorbei. Was die Hersteller zuletzt unternahmen, um vermeintliche Innovation zu erreichen, hat mich zunehmend irritiert. Fingerabdruckscanner im Display und Monster-Kameras sind nur zwei Beispiele, wie funktionierende Lösungen schlechter wurden.

Quasi durch Zufall kam ich mit Oppo in Kontakt und man fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, ein Gerät der neuen Reno-Serie auszuprobieren. Wenn es einem vor diese Nase gehalten wird, sagt man nicht nein. Ich hätte gerne das Reno4 Pro 5G gehabt, das war aber im Testpool nicht verfügbar, und so wurde es das Oppo Reno4 Z 5G, sozusagen das „Einstiegsmodell“. Nachträglich gesehen bin ich froh darüber, denn das Reno4 Z hat eine Lektion aufgewärmt, die ich eigentlich schon gelernt, aber wieder vergessen hatte.

Oppo Reno4 Z 5G – Technische Daten

Schauen wir zunächst, womit wir es hier zu tun haben, indem wir einen Blick auf den Steckbrief des Oppo Reno4Z 5G werfen. Die UVP des Geräts liegt bei 379 Euro, der Straßenpreis hat sich aber bereits darunter eingependelt, im Rahmen von Sonderangeboten ist das Reno4 Z immer mal wieder für unter 300 Euro zu bekommen.

  • 6,5 Zoll Display, 1.080 mal 2.400 Pixel, 120 Hz, Kontrast 1500:1, Gorilla Glas 3
  • 8 GB RAM
  • 128 GB interner Speicher, nicht erweiterbar
  • Prozessor: MediaTek MT6873V Dimensity 800 5G (8 Kerne, max 2,0 Ghz)
  • Dual SIM (5G/4G)
  • Anschlüsse: USB-C, 3,5mm Audio
  • Bluetooth 5.1 (Audiocodecs SBC, AAC, aptx, aptx HD, LDAC)
  • NFC
  • Hauptkamera: 48 MP
  • Frontkamera: 16 MP
  • Sensoren: Fingerabdrucksensor, Geomagnetischer Sensor, Lichtsensor, Näherungssensor, Beschleunigungsmesser, Schwerkraftsensor und Gyroskop
  • Betriebssystem: Android 10.0
  • Akku: 4.000 mAh
  • Maße: 163.8 x 75.5 x 8.1mm
  • Gewicht: 184 Gramm
  • Farben: Schwarz und Weiß

Ich habe das Testgerät Anfang Oktober erhalten. Persönlich nutze ich ansonsten ein Galaxy Note 10+ und jeder Vergleich damit wäre blanker Unsinn, denn dieses Gerät hat den dreifachen Preis gekostet. Leider passiert dieser Fehler in unserer „Geek-Blase“ zu häufig, wenn Budget-Geräte getestet werden. Man entdeckt vermeintliche Schwächen, weil man Besseres gewohnt ist. Das ist aber nicht die Sichtweise der Zielgruppe, die eine niedrige Schmerzgrenze hat, was den Preis von Smartphones angeht.

Für den Test habe ich das Note 10+ zur Seite gelegt und in den vergangenen sechs Wochen ausschließlich das Reno4 Z genutzt. Wirklich schmerzlich vermisst habe ich dabei nur das drahtlose Laden und brauchbare Fotos bei Dunkelheit.

Der erste Kontakt

In der Box finden wir neben dem Smartphone noch das 18W starke Netzteil, eine Silikon-Schutzhülle sowie ein kabelgebundenes Headset.

Oppo Reno4 Z 5G

Bei der Einrichtung verliebte ich mich auf Anhieb in den Fingerabdruck-Sensor, der seitlich rechts am Gehäuse in den Powerbutton integriert ist. Ich stehe mit der Pseudo-Innovation, diese Sensoren unter das Display zu verfrachten, nach wie vor auf Kriegsfuß, denn diese Lösungen sind allesamt langsamer und ungenauer als die „guten alten“ Hardware-Sensoren. Zudem ist die Position des Scanners seitlich am Gehäuse für mich ergonomischer.

Oppo Reno4 Z 5G Seitenansicht

Neben der Anmeldung per Fingerabdruck unterstützt das Reno4 Z auch Gesichtserkennung, was in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich ist.

Während der Einrichtung ruckelte das System an manchen Stellen merklich und ich bekam schlimmste Bedenken, was die Alltagsperformance angeht. Glücklicherweise haben diese sich nicht bestätigt, nach 1-2 Tagen gab es hier nichts mehr zu bemängeln. Ich fürchte allerdings, dass dieses Verhalten so manchen Käufer allzu früh verschrecken und zur Rückgabe bewegen könnte.

Das Gerät selbst präsentiert sich tadellos verarbeitet und fühlt sich trotz der Hochglanz-Rückseite nicht glitschig an. Die mitgelieferte Silikonschutzhülle trägt spürbar auf, ich habe sie dennoch über den gesamten Testzeitraum verwendet, weil ich das Leihgerät möglichst schonen wollte.

Das Display

Der Bildschirm des Reno4 Z hat eine Diagonale von 6,54 Zoll, bietet also reichlich Platz. Ich rede nicht drum herum, vom Note 10+ kommend ist die Darstellungsqualität rundherum ein Abstieg, aber da verweise ich auf den oben erwähnten Fehler des unfairen Vergleichs und das Preisschild. Das Display des Reno4 Z ist das, was man in dieser Preisklasse erwarten darf: Guter Durchschnitt und absolut alltagstauglich. Die 120 Hz machen sich vor allen Dingen beim Scrollen durch Dokumente und Webseiten bemerkbar, das sorgt für eine gefühlt sehr viel bessere Performance.

Akkulaufzeit

Laut Datenblatt kommt das Reno4 Z mit dem 4.000 mAh großen Akku auf 22 Stunden Gesprächszeit, 16 Stunden Videowiedergabe und 325 Stunden Standby. Nur für den Fall, dass das wirklich jemanden interessieren sollte. Mich interessiert nur die Praxis, und hierzu lautet mein Fazit: Die Akkulaufzeit ist „egal“. Soll heißen, dass ich auch bei intensiver Nutzung immer ganz locker über den Tag kam, der bei mir in aller Regel gegen 6 Uhr beginnt und kurz vor Mitternacht endet. Nur an wenigen Tagen waren noch weniger als 20 Prozent Restkapazität im Akku.

Ich war während des Tests ein paar Tage in meiner ostfriesischen Zweitheimat, wo die Mobilfunkversorgung vor allen Dingen im Haus eine echte Herausforderung ist. Mein Note 10+ macht dort nicht selten bereits am späten Nachmittag schlapp, das Reno4 Z meisterte das deutlich besser und kam auch dort mühelos über den Tag.

Kamera

Die Kamera ist für viele Käufer das wichtigste Ausstattungsmerkmal bei einem Smartphone, das gilt auch für mich. Meine bisherige Erfahrung mit Smartphones der mittleren Preisklasse war die, dass man bei Tageslicht durchaus brauchbare Fotos schießen kann und es bei Dunkelheit lieber gleich in der Tasche lässt.

Dieses Fazit trifft auch auf das Reno4 Z grundsätzlich zu, wobei ich die Fotos bei Tageslicht und auch bei schwierigen hellen Lichtverhältnissen als für diese Preisklasse überdurchschnittlich bezeichnen würde. Oder anders gesagt: Für mich wäre diese Kamera gut genug.

Das Kamerasystem besteht aus vier Linsen mit 48/8/2/2 Megapixel plus einem LED-Blitz.

Die wunderschönen Herbstfarben vermag sie ebenso einzufangen…

Oppo Reno4 Z 5G Beispielfoto

…wie den diesigen Sonnenuntergang über dem Timmeler Meer.

Oppo Reno4 Z 5G Beispielfoto

Darf ich vorstellen: Mein Corona-Skill. Ich habe den Spaß am Backen entdeckt. Das Bild habe ich ausgewählt, um vor euch damit anzugeben, aber auch, weil man hier schön sehen kann, wie gut die Kamera des Reno4 Z Details einfängt.

Oppo Reno4 Z 5G Beispielfoto

Schwachpunkt ist wenig überraschend die Qualität der Bilder bei Dunkelheit. Zwar wirbt Oppo mit einem Ultra Low Light Modus, der mehr sieht als das menschliche Auge, wirklich zu gebrauchen sind die Nachtaufnahmen aber allesamt nicht – entweder sind sie unnatürlich hell, weil besagter Ultra Low Light Modus gnadenlos übertreibt, oder man sieht halt einfach gar nichts mehr.

Oppo Reno4 Z 5G Beispielfoto

Fazit

Für diese Preisklasse hat Oppo mit dem Reno4 Z 5G ein sehr gutes Gesamtpaket geschnürt. Man bekommt ein Smartphone mit guter Performance, sehr guter Akkulaufzeit und einer absolut alltagstauglichen Kamera. Das in dieser Preisklasse nicht selbstverständliche NFC und die 5G-Unterstützung gibt’s als Bonbon noch dazu, wenngleich ich die 5G-Leistung des Geräts mangels Netz nicht testen konnte.

Als ich vor zweieinhalb Jahren das Nokia 7 Plus zu meinem Primärgerät machte, zog ich das Fazit „Mehr Smartphone braucht man nicht“ – um anschließend doch wieder rückfällig zu werden und zu einem teuren Gerät zu greifen. Diese haben nach wie vor ihren Mehrwert – ob dieser auch den vielfachen Preis rechtfertigt, steht dagegen wieder auf einem anderen Blatt.

Wer nicht viel Geld ausgeben will und zum Reno4 Z 5G greift, macht sicher nichts falsch und wird wenig bis nichts vermissen.

Disclaimer: Das Testgerät wurde mir von Oppo leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme auf den Test oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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