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Das Surface Duo im Lesertest – Teil 2

Das Surface Duo im Lesertest - Teil 2

Vor rund einer Woche hat unser Leser Peter seine Eindrücke vom Surface Duo mit uns geteilt, da versprachen wir bereits einen zweiten Teil. Leser Sebastian konnte nämlich ebenfalls nicht widerstehen und hat das Surface Duo aus den USA importiert. Er schildert uns in diesem Gast-Review seine bisherigen Erlebnisse mit dem Dual Screen Gerät aus Redmond. Vielen Dank an Sebastian – und euch viel Spaß beim Lesen.

Vorwort

Ich bin Informatiker und leite eine ICT Abteilung, wobei es nicht zuletzt um die Frage nach dem passenden Endgerät für die Mitarbeitenden geht. Die Bedürfnisse der einzelnen Mitarbeitenden sind ebenso unterschiedlich wie auch die Use-Cases, die mit den entsprechenden Geräten abgebildet werden müssen.

Es liegt also auf der Hand, dass ich mich beruflich (und natürlich auch privat) stets mit diversen Endgeräten auseinandersetze, um die ideale Lösung für die verschiedenen Anwendungsszenarien zu finden.

Persönlich lege ich besonderen Wert auf Qualität, Haptik und ansprechende Optik sowie eine hochwertige Verarbeitung. Was wir von Apple kennen bzw. gewohnt sind, musste sich Microsoft mit einer eigenen Hardware-Marke zunächst erarbeiten. Vor allem im Mobil-Sektor konnten die Lumia-Geräte zwar mit der Ausstattung punkten, jedoch war auch bei den Topmodellen 950 und 950 XL nicht alles «high-end».

Die Vorstellung des Surface Duo war für mich (nach Jahren der Nutzung eines Lumia 950 mit W10M) persönlich ein absolutes Highlight und auch der Grund, warum ich als Nutzer eines iPhone XS auf ein Android Smartphone wechseln wollte. Dies sollte quasi zur Vorbereitung auf das Surface Duo dienen.

Hierfür kam für mich nur ein Google Pixel 4 in Frage, da man hier die «herstellernahste» Geräte-Erfahrung unter Android hat.

Direkt zu Beginn habe ich den Microsoft Launcher auf dem Pixel 4 installiert und als Standard-Launcher genutzt. Das war bzw. ist (bis auf wenige Kleinigkeiten) eine tolle Sache und die Ausgangslage für das folgende Review des Surface Duo auf Basis des Android-OS.

Das Gerät habe ich geschäftlich über Big Apple Buddy per FedEx Express bezogen und bereits Anfang der KW39 erhalten. (Anmerkung: Big Apple Buddy bezieht das Gerät wiederum von BestBuy).

Unboxing

Das Unboxing ist unspektakulär und «Surface-like». Im Lieferumfang ist nur das «Nötigste» enthalten. Also ein Netzteil (in diesem Fall die US-Version), ein Sim-Karten-Pin sowie der passende Bumper.

Surface Duo Unboxing

Surface Duo Unboxing

Erster Eindruck Hardware

Der Eindruck der Hardware war für mich eine kleine Sensation. Das Gerät fühlt sich absolut hochwertig an und die Fertigung wirkt bis ins kleinste Detail auf höchstem Niveau. Der Klappmechanismus könnte sich nicht besser anfühlen. Das Öffnen und Schließen bzw. Umklappen fühlt sich perfekt an. Der Bildschirm ist sehr hell, sehr scharf und die Farbwiedergabe ist (rein subjektiv betrachtet) ideal.

Das Scharnier ist aus poliertem Edelstahl in einem eher dunklen Farbton, was ich persönlich sehr gelungen finde. Das Windows-Logo ist unter der Glasfläche und somit (leider) nicht spürbar. Die Glasoberfläche der Außenseite ist glänzend weiß.

Das sieht zwar sehr schick aus, hinterlässt aber nach jeder Nutzung unschöne Fingerabdrücke. Hier hätte man meiner Meinung nach besser auf satiniertes Glas (analog der aktuellen iPhone Pro Modelle) gesetzt. Das würde auch der (ich gehe weiter unten hierzu noch weiter ins Detail) Haptik zugutekommen.

Erster Eindruck Software bzw. OS

Es ist Android 10 vorinstalliert. Das ist zwar zum Zeitpunkt des Release nicht die allerneuste Version, aber als out-of-the-Box OS zum jetzigen Zeitpunkt völlig in Ordnung. Und ja, es ist natürlich Android, auch wenn die beiden Logos beim Power-On nebeneinander zugegeben etwas seltsam anmuten.

Surface Duo Inbetriebnahme

Die Einrichtung des Geräts ist durch Microsoft angepasst und entspricht nicht dem Standard-Wizard des Stock-Android. Microsoft verknüpft hier direkt die eigenen Dienste mit dem Gerät und möchte demnach bereits beim Wizard die Kontodetails wissen.

Hierbei gibt es auch schon direkt den ersten «groben Softwareschnitzer». Microsoft unterscheidet hier nicht (wie sonst üblich) zwischen privaten und geschäftlichen Accounts. Es wird also der «Nächstbeste» Account genommen, der sich hinter einer E-Mail-Adresse verbirgt. In meinem Fall war dies ein privater Microsoft Account, welcher auf dem Gerät für mich nutzlos ist. Ich nutze mit derselben E-Mail-Adresse sowohl einen privaten als auch einen geschäftlichen Account.

D.h. dass auch der Feed (beim Microsoft Launcher links neben dem Homescreen) mit dem falschen Account verknüpft ist. Dies umzustellen ist mir leider bis dato nicht gelungen.

Und auch sonst ist der «Mix» aus Microsoft und Google Diensten für meine Begriffe sehr unübersichtlich bzw. verwirrend gestaltet. Microsoft versucht das in den Einstellungen sauber zu trennen, was jedoch nur bedingt gelingt. Im Screenshot sieht man die Aufteilung.

Surface Duo Startbildschirm

Leider hat auch der Microsoft Launcher wenig bis nichts mit dem angepassten Android auf dem Surface Duo gemeinsam. Alles was ich an dem MSL unter Android (Google Pixel 4) zu schätzen wusste, finde ich auf dem Duo leider nicht.

So lässt sich das Design fast nicht anpassen. Weder die Icons noch die Farben, etc. lassen sich aktuell auf dem Duo personalisieren. Das habe ich beim Umstieg von iOS zu Android 10 sehr geschätzt. Es bleibt zu hoffen, dass Microsoft sich hier am eigenen Launcher orientiert und die Features nachreicht. Es wäre jedenfalls eine Bereicherung für Menschen wie mich, die sich die Oberfläche gerne anpassen.

Lediglich ein Hintergrundbild für den Start- sowie den Sperrbildschirm lässt sich bestimmen. Für den Anfang sehr wenig, wie ich finde.
Soweit der erste Eindruck zum Betriebssystem. Ich werde dann weiter unten noch weitere Anmerkungen zur Software machen.

Haptik & Optik

Wie oben bereits angesprochen, sieht das Gerät «bildschön» aus und fühlt sich absolut hochwertig an. Das Scharnier ist perfekt umgesetzt und auch sonst ist die Optik des Geräts sehr stimmig.

Die empfindliche Glasoberfläche trübt den Eindruck schlussendlich doch ein wenig und hätte vermieden werden können. Letzen Endes ist das aber Jammern auf «High-End-Niveau».

Aufgrund der ausladenden Ausmaße des Geräts leidet die Haptik zwangsläufig. Eine Einhandbedienung (auch im umgeklappten Ein-Bildschirm-Modus) ist nicht wirklich gut möglich. Generell sind die mobilen Betriebssysteme (egal ob Android oder iOS) wenig bis gar nicht auf eine Ein-Hand-Bedienung ausgelegt, was mir bis heute ein Rätsel ist.

Ein Beispiel (wie man es besser macht) ist mir noch gut von Windows 10 Mobile bekannt. Hier konnte man den Browser mit einer Hand wunderbar bedienen, weil die Adresseingabe, etc. unten platziert war. Bei den aktuellen mobilen Betriebssystemen ist die Adresszeile oben und man muss sich dann doch sehr strecken (je nach Größe des Displays bzw. der eigenen Hand ist das manchmal dann auch unmöglich das obere linke Eck einhändig zu erreichen). Auch die Matrix-artige Menüstruktur unter W10M war meines Erachtens deutlich effizienter für die Einhandbedienung ausgelegt. Ein Umstand den ich nach wie vor wirklich vermisse.

Beim Duo ist das also nicht anders, auch im Ein-Bildschirm-Modus. Generell ist es aber smart gelöst, wenn man den Bildschirm nach außen klappt und erstmal «verkehrt herum» hält. Mit einem «Doppeltippen» wird der gedrehte Bildschirm also aktiviert und man kann weitermachen.

Ich bin mir auch noch nicht sicher, ob ich die Kamera nicht eher links statt rechts platziert hätte. Jedenfalls klappe ich es stets auf die falsche Seite, wenn ich ein Foto machen möchte. Das wird sich aber hoffentlich noch durch entsprechende Übung ergeben bzw. fügen.

Ein (Warn-)Hinweis zur generellen Größe des Geräts darf an dieser Stelle natürlich nicht fehlen. Das Gerät ist sehr ausladend und passt gerade noch so in eine Hosentasche. Wirklich angenehm fühlt es sich aber nicht an muss ich gestehen.

Anbei der Größenvergleich (von links nach rechts) zum Surface Pro 7, Pro X, Go 2.

Surfacec Duo im Vergleich mit anderen Surface Geräten

Das Gerät im (Geschäfts-)Alltag

Ich nutze das Gerät nun seit über einer Woche sowohl privat als auch geschäftlich. Wie gewohnt lassen sich die meisten Microsoft Apps mit verschiedenen Accounts nutzen und genau das finde ich persönlich sehr effizient und smart. Für mich ist das auch untrennbar und auch das Surface Duo muss diese Disziplin des «Prosumers» beherrschen, andernfalls wäre es für mich schlicht nicht zu gebrauchen.

Man stelle sich vor, man nutzt das Duo ausschließlich geschäftlich und schleppt dann noch ein weiteres (privates) Gerät mit einem «dritten Display» mit sich herum. Für mich eigentlich undenkbar. Und doch ist es bei mir aktuell so der Fall.

Denn dem Duo fehlt ein (für meine Begriffe) entscheidendes Hardware-Feature, nämlich die NFC-Schnittstelle. Wer einmal mit seinem Smartphone bezahlt hat, der will das (sehr wahrscheinlich nicht mehr) missen. Unter Android lässt sich Google Pay mit PayPal verknüpfen und mit PayPal hat man dann die Möglichkeit per Bankeinzug oder Kreditkarte zu bezahlen und demnach alle Möglichkeiten. Das ist sehr nützlich und erleichtert den Alltag auf Reisen, etc. enorm und ist meiner Meinung nach besser gelöst als bei Apple Pay, da ich dort stets auf die teilnehmende Bank angewiesen bin.

Beim Einrichten der beiden Dienste wird man auch unmissverständlich auf diesen schmerzhaften Umstand hingewiesen.

Surface Duo: Mobiles Bezahlen nicht möglich

Hier könnte die Geschichte mit dem fantastischen neuen Gadget dann auch tatsächlich schon zu Ende sein, wenn da nicht diese «Magie» dieses Geräts wäre. Es ist weder Smartphone noch Tablet, weder ein kleiner PC noch ein digitales Notizbuch und doch irgendwie alles zusammen. Es ist eine völlig neue Erfahrung und genau das macht den Reiz des Gerätes aus. Es vereint viele positive Eigenschaften in einem neuen Formfaktor. Es birgt also ein enormes Produktivitätspotential.

Auf dem Gerät lassen sich sog. «App-Gruppen» bilden. Also beispielsweise OneNote & Edge. D.h. beim Tippen auf die Gruppe werden beide Applikationen gleichzeitig auf die beiden Bildschirme gestartet. Aktuell macht das aber irgendwie noch wenig Sinn.

Einzig die Kombination aus Outlook Posteingang & Outlook Kalender finde ich persönlich sinnvoll. Man wird sehen, ob es die App-Hersteller aufgreifen und die Applikationen für solche Szenarios optimieren werden.

Microsoft hat den zaghaften Versuch gemacht und Google möchte das nun ebenso tun. Wirklich beeindruckend ist das aber (noch) nicht.

Und auch sonst gibt es noch viel Luft nach oben. Anbei ein Beispiel: Ein geöffnetes PDF im Vollbild zeigt in der Mitte den Text (im Beispiel die Überschrift) nicht an, da dort natürlich die Bildschirme unterbrechen. Bisher konnte ich noch nicht herausfinden, ob das auch anders voreingestellt werden kann.

Surface Duo - gestreckte Ansicht

Natürlich gibt es auch Szenarien, wo man sehr wohl von den beiden Bildschirmen profitiert. Im Beispiel ist oben eine VMware Horizon Verbindung geöffnet (also ein Windows 10 Virtual Desktop) und unten ist der Browser (oder was auch immer man möchte).

Surface Duo -eine App je Bildschirm

Die Botschaft bleibt aber als erster Eindruck bestehen: Aktuell ist das noch nicht das, was es potenziell sein könnte. Es bleibt zu hoffen, dass viele Software-Anbieter diese Möglichkeiten aufgreifen und etwas Gutes daraus machen.

eSIM

Ich betreibe das Gerät mit einem eSIM Profil der Swisscom. Das funktioniert tadellos und die LTE-Bänder in Deutschland und der Schweiz werden vom US-Gerät unterstützt. Generell bin ich ein großer Fan von eSIM. Ich nutze das ebenfalls auf den Surface Pro X und Go 2 Geräten sowie meinem Pixel 4. Die physikalische SIM-Karte ist also obsolet und das ist gut so.

Akkulaufzeit

Das war für mich ebenfalls eine große und sehr positive Überraschung. Das Gerät hält gut einen bis anderthalb Tag(e) durch. Für mich sehr erstaunlich bzw. fast schon ein Rätsel, da das Display sehr hell und kontrastreich ist und auch die Synchronisation von zwei OneDrive Accounts, Teams sowie mehren Outlook Active Sync Postfächern eigentlich bisher jedes Gerät maximal einen (Arbeits-)Tag lang hat durchhalten lassen (bei meinem Nutzungsverhalten).

Ich habe das Gerät die ersten Tage ohne Mobilfunk genutzt und der Akku hielt ganze vier (!) Tage. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal ein Gerät so lange ohne Zwischenladung betreiben konnte. Vermutlich war es ein Nokia 3210?!

Das Gerät ist mit dem richtigen Netzteil sehr schnell aufgeladen. Ich nutze das 18W USB-C Netzteil von Apple. Das passt optisch auch perfekt zum Gerät.

Leider verfügt das Surface Duo nicht über die Möglichkeit per Qi-Charge aufzuladen. Das ist schade und leider auch ein gewisser Komfortverlust im Vergleich zu aktuellen Smartphones.

Jedenfalls ist die Akkulaufzeit erstaunlich gut und es bleibt zu hoffen, dass sich das durch Systemoptimierungsupdates noch etwas herausholen lässt.

Kamera

Nun kommen wir zu einem für mich sehr interessanten Thema. Die Kamera des Geräts kündigte sich bereits im Vorfeld als Totalausfall an. Auch ich habe die ersten Schnappschüsse mit Entsetzen zur Kenntnis genommen. Das Argument einer Business-Strategie kann ich bei einer Kamera beim besten Willen nicht gelten lassen. Ein heutiges High-End-Gerät sollte auch eine entsprechend gute Kamera haben. Und das hierfür eine Einzelne ausreicht, wissen wir nicht erst seit dem Lumia 950 bzw. dem Pixel 4.

Nun habe ich dann doch den (amateurhaften) Versuch gestartet, Alltagsschnappschüsse mit dem Surface Duo sowie dem Google Pixel 4 zu machen und war dann doch erstaunt, dass die Bilder des Surface Duo subjektiv teilweise besser aussehen als bei der Aufnahme angenommen.

Links die Bilder des Pixel 4, rechts die vom Surface Duo.

Kameravergleich Google Pixel 4 gegen Surface Duo Kameravergleich Google Pixel 4 gegen Surface Duo Kameravergleich Google Pixel 4 gegen Surface Duo

Ganz so klar, scheint die Sache dann eben doch nicht zu sein. Fest steht, ganz so schlecht wie vorab berichtet ist die Kamera tatsächlich nicht. Das in Aussicht gestellte größere Softwareupdate könnte das also nochmals etwas angleichen.

Und dennoch bleibt ein wenig der Eindruck, als ob Microsoft hier nicht das abliefert, was im Rahmen des Möglichen gewesen wäre.

Fingerprint-Reader

Der Fingerprint-Reader verrichtet seinen Dienst tadellos und superschnell. Gerade in der aktuellen Situation mit Maskenpflicht ist das eine echter Segen gegenüber Face-ID bzw. Face-Unlock, wobei Zweiteres aufgrund der sehr schnellen Funktionsweise im Alltag schon sehr komfortabel ist.

Auf dem Pixel 4 ist Face-Unlock unschlagbar gut, jedoch nutzen so gut wie gar keine Apps die Biometrie API von Google und so bleibt der Mehrwehrt bei den Apps leider vollständig auf der Strecke. Das ist unter iOS wahrlich ein Segen und aktuelle meiner Auffassung nach die beste Lösung.

Die Office Software von Microsoft unterstützt die Biometrie per Fingerabdruck von Tag eins auf dem Surface Duo, was ich sehr schätze. So kann ich den Fingerabdruck z.B. zum Entsperren passwortgeschützter OneNote Seiten verwenden, usw. Das ist sehr smart und bringt einen echten Gewinn an Komfort. Und bisher habe ich Face-ID bzw. Face-Unlock auf dem Surface Duo noch nicht vermisst. Das liegt sehr wahrscheinlich auch daran, dass man das Gerät auch immer mit beiden Händen sehr bewusst anfasst und nicht wie beim klassischen Smartphone oft nebenher einen kurzen Blick drauf wirft.

Surface Pen

Ich habe den Surface Slim Pen des Surface Pro X mit dem Duo verwendet. Das Duo erkennt diesen sofort und bietet dann weitere Optionen an. Das ist ebenso gut wie unspektakulär. Generell finde ich die Surface Pen Modelle allesamt sehr gelungen und das Schreiben bzw. Zeichnen macht einen hervorragenden Eindruck, auch auf dem Duo.

Surface Duo mit Surface Pen

Gesamteindruck & Fazit

Generell lässt sich das Gerät aufgrund des Android Betriebssystems wie jedes andere Smartphone nutzen. Das doppelte Display hilft in vielen Situationen weiter und die stufenlose Einstellungsmöglichkeit beim Neigungswinkel erweisen sich im Alltag als außerordentlich praktisch. Das Gerät lässt sich also gut hinstellen und betrachten und bietet viele unvorhergesehenen praktische Nutzungsszenarien (z.B. beim Sandmännchen schauen mit den Kindern im Bett oder beim Anzeigen eines Kochrezeptes auf der Küchenarbeitsfläche).

Auch die Stiftnutzung macht auf dem Gerät sehr viel Spaß und bringt zusätzlichen Nutzen für gewisse Szenarien. Das Hardwaregesamtpaket macht also einen wirklich runden Eindruck. Einzig der etwas blasse Klang des mono-Lautsprechers sowie die kleinen Software-Bugs (manchmal reagiert das Gerät nicht, wenn man z.B. zum Doppeltippen aufgefordert wird) trüben den Gesamteindruck nur marginal und können (beim Klang z.B. per Equalizer) ggf. nachgebessert werden.

Einzig das Fehlen des NFC-Chips ist für mich persönlich ein großes Manko über den ich nicht einfach hinwegsehen kann. Auch hier lasse ich das Argument des Business-Einsatzes nicht gelten. Es gibt auch sehr viele Industrieanwendungen, die mittels NFC kommunizieren. Das Gerät disqualifiziert sich damit schon für solche Einsatzwecke.

Aber vielleicht will es das auch gar nicht sein. Nämlich das Gerät für so Vieles. Vielleicht soll es einfach auch nur eine Machbarkeits-Demonstration von Microsoft sein. So wie man es einst mit den 2-in-1-Geräten bei den Surface Pro Modellen vorgemacht hat.

Ich werde die Entwicklung jedenfalls mit Spannung weiter mitgehen bzw. verfolgen und bin natürlich auch ebenso gespannt, was man hier noch an Anwendungsszenarien abbilden kann. Im Sinne des Wettbewerbs hätte ich mir natürlich ein modulares Windows-OS auf dem Gerät gewünscht, was sich dem Formfaktor anpasst und so eine echte Konkurrenz zu den (wie ich finde sehr eingefahrenen) aktuellen mobilen Betriebssystemen darstellt, aber dieser Ansatz mit einem angepassten Android kann ebenso gut gelingen, da man hier die App-Problematik pragmatisch umschifft hat.

Ein solches Gerät ist jedenfalls selbst für Microsoft-Verhältnisse sehr mutig und zeigt, dass Innovation trotz der Konzerngröße gelingt.
Das Duo ist sicherlich nichts für Jedermann und noch ist es nicht das, was es sein könnte. Aber für einen ersten Wurf ist das schon verdammt gut gelungen und extrem beeindruckend.

Über den Autor

Dr. Windows

Dr. Windows

Dies ist der allgemeine Redaktions-User von Dr. Windows. Wird verwendet für allgemeine Ankündigungen und Gastartikel

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