Datenschutz in Windows 10: Gut genug für das US-Militär, aber die Schwaben zögern noch

Datenschutz in Windows 10: Gut genug für das US-Militär, aber die Schwaben zögern noch

Windows 10 und der Datenschutz – eine Diskussion, die offenbar niemals so richtig enden möchte, obwohl Microsoft seit der Veröffentlichung im Sommer 2015 bereits zahlreiche Verbesserungen vorgenommen hat, um das Thema transparenter zu machen. Nach wie vor stelle ich mir die Frage, ob diese Diskussionen überhaupt entstanden wäre, hätte es in den Windows 10-Einstellungen nie eine entsprechende Rubrik gegeben (meine subjektive Antwort auf diese Frage lautet „Nein, nicht mal im Ansatz“).

Sei’s drum. Aktuell fallen mir zwei Meldungen vor die Füße, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Da wäre zum einen der Umstand, dass das US-Militär die geplante Umstellung auf Windows 10 offenbar wie geplant zum 31. März abschließen kann, lediglich bei der Marine wird der Abschluss der Umstellung noch bis Juni dauern.  Es wurden bestehende PCs aktualisiert, außerdem wurden im Rahmen des Upgrades 500.000 Systeme ersetzt oder neu beschafft. Nicht nur einfache Verwaltungs-PCs wurden auf Windows 10 aktualisiert, sondern auch solche, auf denen hochsensible Informationen gespeichert sowie Strategien geplant und taktische Einsätze vorbereitet werden. Die stärkste und leider auch fleißigste Streitkraft der Welt scheint sich im Zusammenhang mit Windows 10 also nicht um die Sicherheit seiner Daten zu sorgen.

Stefan Brink, der baden-württembergische Landesdatenschutzbeauftragte, sieht den Sachverhalt allerdings anders, wie heise berichtet. Er fordert von Microsoft „schleunigst Nachbesserungen“ im Bereich der ungeklärten Daten-Transfers, außerdem spricht er von „bekannt gewordenen Sicherheitslücken“, in beiden Fällen wird aber leider nicht näher ins Detail gegangen. Was ihm also genau Sorge bereitet, wird aus dem Statement nicht klar, und ich hätte mir gewünscht, dass heise da etwas konkreter nachfragt. So bleibt leider nur der Tenor, dass der baden-württembergische Datenschutz offenbar besondere Bedenken hat, nachdem andere Bundesländer Windows 10 bereits bescheinigt haben, dass es unternehmenskonform eingesetzt werden könne.

Mit Blick auf die europäische Datenschutz-Grundverordnung, die Ende Mai verbindlich wird, sagt Brink: „Ein Dienstleister, der diesen Anforderungen nicht genügen kann oder will, scheidet künftig aus dem Kreis derjenigen aus, mit denen ein datenschutzrechtlich Verantwortlicher kooperieren kann.“ Da hat er zweifelsfrei Recht, und in einem Punkt wird er dabei auch konkret: „Jeder Nutzer von Windows 10, wie auch anderen Betriebssystemen und Anwendungen, muss die volle Kontrolle über seine Daten haben. Er fordert „volle Transparenz bezüglich der übertragenen Daten herrschen und der Anwender muss jede Übertragung deaktivieren können“.

Da stimme ich ihm zu. Windows 10 macht einen Unterschied zwischen der Home- und der Enterprise-Version. Firmenkunden ist es möglich, z.B. die Übertragung von Telemetrie-Daten vollständig zu deaktivieren. Heimnutzer dürfen das nicht, und auch wenn ich die Telemetrie-Daten für grundsätzlich unkritisch halte, frage ich mich: Wozu diese Unterscheidung? Das schafft doch nur einen unnötigen Angriffspunkt für Kritiker und nährt den Verdacht, dass in der Home-Version irgendetwas nicht ganz koscher ist. Dem geht man aus dem Weg, wenn man für alle Nutzer die selben Einstellungen anbietet. Die meisten Heimanwender sind damit ja ohnehin überfordert und übernehmen die Standardeinstellungen.

Letzteres ist ein ganz schwieriger Punkt: „Volle Transparenz“, wie von Brink gefordert, würde vermutlich zu „voller Überforderung“ führen, zumindest bei den meisten Nutzern. Da er an alle Betriebssysteme die selben Anforderungen stellt, frage ich mich, wie lange es wohl dauern würde, ein Gerät betriebsbereit einzurichten, wenn man jedes Detail explizit erklärt bekommt und bestätigen muss. Die Kritiker, die vermuten, dass dennoch heimlich Daten abgegriffen werden, würden aber auch dann nicht verstummen.

Am Ende führt der ganze Deal nur über Vertrauen. Viele liebgewonnene Funktionen sind ohne die Übertragung auch sensibler Daten an die Server des Dienste-Anbieters nicht realisierbar. Wer von Datensparsamkeit wie vor zehn Jahren träumt, der muss im Gegenzug auch bereit sein, funktional auf dem Stand von vor zehn Jahren zu arbeiten. Es geht nur entweder oder.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat schon vor Jahren gesagt, wir leben in der „Nach-Datenschutz-Ära“. Die aktuelle Affäre rund um Facebook beweist, dass er Recht hat, und das betrifft sowohl sein Unternehmen als auch die Nutzer. Ein Ausweg aus diesem Dilemma? Ganz ehrlich, ich kenne keinen, außer konsequenten Verzicht.

Zurück zu Windows 10: Was die Datenschutz-Einstellungen und die Transparenz angeht, so ist es das beste Betriebssystem der Welt. Kein anderer Hersteller kommt da auch nur in die Nähe. Darum bin ich sicher: Dort, wo noch Bedenken geäußert werden, hört Redmond zu und bessert gegebenenfalls weiter nach. Mit dem Redstone 4 Update wird beispielsweise der „Diagnostic Data Viewer“ eingeführt, der einen tiefen Einblick in die Telemetrie-Daten gewährt und bei dem die meisten Nutzer nur Bahnhof verstehen werden. Trotzdem ist es natürlich gut, dass es ihn gibt.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Dieselben Leute die über den Datenschutz von Windows 10 jammern nutzen garantiert Android: Und das ohne mit der Wimper zu zucken...
    Was die deutschen Behörden - es ist ja nicht nur der Datenschutzbeauftragte aus dem Ländle - mit ihrem Gezeter bzgl. Windows 10 indirekt zugeben ist, daß man sich bisher nicht für diese Probleme interessiert hat. Schon frühere Windowsversionen haben allerlei Daten an Microsoft-Server gesendet und schon damals konnte man nicht jeden Kontakt in den Systemen selbst verbieten.
    Außerdem ist es unwahr, daß man Windows-10-Rechner nicht ohne Kontakt zu Microsoft-Servern betreiben kann. Meines Wissens muß lediglich der KMS-Server, aber nicht die einzelnen Windowsclients online gehen können. Selbst ein Windows 10 Home läßt sich abgesehen von der Aktivierungsproblematik offline betreiben. Wenn man also in der Firewall gewissen Netzwerkverkehr unterbindet, sollten die Windows-10-Systeme in Behörden genauso problemlos weiterlaufen.
    nutzen garantiert Android: Und das ohne mit der Wimper zu zucken...
    Stichwort owi21-App entwickelt von ekom21. Das sind die, die sich mit allerlei Online-Pannen im Behördenbereich bestens auskennen.
    Windows (10) gehört nicht auf PCs der Regierung, Punkt. Wie kann man die Daten seiner Bürger nur so mit den Füßen treten?
    Dieselben Leute die über den Datenschutz von Windows 10 jammern nutzen garantiert Android: Und das ohne mit der Wimper zu zucken...

    +1
    Windows (10) gehört nicht auf PCs der Regierung, Punkt. Wie kann man die Daten seiner Bürger nur so mit den Füßen treten?

    Das machen die ja nicht aus Spaß sondern weil sie es brauchen (Kompatibilität) und Linux hatte auch seine Sicherheitspannen zum Teil unentdeckt über Jahre.
    Man kann Windows 10 z. B. mit Shutp10 o.ä. weniger kommunikativ machen. Der Rest muß dann auf Browser bzw. Anwendungsebene passieren - auch bei Linux.
    Nun ja, es ist ein Unterschied ob beim US-Militär die NSA "mithört" oder bei der baden-württembergischen Regierung :D
    @iCON:
    Ich denke, dass wie so oft das größere Problem VOR, nicht IM Computer sitzt
    Ich glaube wohl kaum,dass Regierungen/Ministerien die Standard-Windows Version nutzen,
    da wird mit Sicherheit ein angepasste Version genutzt,
    von daher ist der Ganze Artikel Nonsens und eher dem Clickbait zu zuordnen!
    Wie Martin schon sagt es gibt den Diagnostic Data Viewer, wo jeder nachgucken kann was übertragen wird. Es ist zwar alles in Json, aber wer Datenschutz will muss auch selber was dafür tun und muss sich dann halt mal die Basics von Json angucken und sein Gehirn benutzen um zu verstehen was übertragen wird. Doch sowas ist unseren ach so schlauen Politiker wohl zu viel oder es wird einfach ignoriert das es dir Möglichkeit gibt und somit die Verantwortung auf andere geschoben weil man selbst von tuten und blasen keine Ahnung hat.
    Ihr glaubt doch hoffentlich nicht, dass das US-Militär für ihre hochkritischen Systeme ein Windows 10 von der Stange nutzen wird.Für die einfachen Verwaltungsrechner mag das zutreffen, aber ganz sicher nicht für jene Systeme, die vertrauliche oder geheime Informationen erhalten.
    "Die stärkste und leider auch fleißigste Streitkraft der Welt"
    Nicht zuletzt wegen Martins oft genialer Formulierungen (die nur sehr brav _klingen_) lese ich hier so gerne. Das war OT.
    Aber trotzdem bleibt wie immer der Schluss: MS kann noch so geniale Software machen (können sie nicht), der Vertrauensverlust unter Windows-Anhängern ist nicht wieder gut zu machen, und die Anhänger des BS werden ja nicht jünger.
    Und wenn sogar ICH vertrieben werde klingeln sogar bei mir die Glocken.
    Enterprise schön und gut, aber ich glaube nicht dass wirklich viele öffentliche Stellen Enterprise einsetzen, sondern Pro. Sind ja nicht nur die abartigen Kosten, sondern auch der Lizensicherungsaufwand.
    Martin hat mit seiner Einschätzung, dass es ohne Datenschutzeinstellungen unter Windows die Diskussion darum nicht gäbe, mAn DEN Punkt getroffen.
    Das Problem ist beileibe nicht, dass Windows Daten überträgt. Das Problem ist, dass es bis dahin EGAL war und auch heute vielerorts ist. Die Aussagen von Brink halte ich für typischen politischen Aktionismus, heiße Luft.
    Wenn es ihnen so ernst wäre, dann müssten zumindest Androidhandys bei Verwaltungsangestellten bzw. das Konfigurieren eines Firmen-Email-Kontos inkl. der Kontakte dort strengstens verboten werden.
    Es ist hier die typische Bigotterie wie vielerorts zu finden - wenn es ein Thema gibt, über das man schimpfen kann ohne sich selbst belangen zu müssen, dann wird geschimpft. Nachdenken und entsprechend handeln kommt erst bei Druck von oben oder Skandalen.
    Paule21
    Ihr glaubt doch hoffentlich nicht, dass das US-Militär für ihre hochkritischen Systeme ein Windows 10 von der Stange nutzen wird.
    Da wird eine entsprechend konfigurierte Enterprise-Edition laufen, aber zwischen diesen Rechnern und dem Internet steht entsprechende Infrastruktur, die unerwünschten Netzwerkverkehr unterbindet, oder die Rechner sind nur an speziell gesicherte Netzwerke ohne Internetverbindung angeschlossen.
    Eben so, wie es deutsche Behörden auch machen sollten. Jedoch wäre in Deutschland nicht mal die Bundeswehr in der Lage ohne externe Dienstleister Krieg führen zu können. Von der IT der übrigen Behörden brauchen wir gar nicht erst anfangen. Gerade der Föderalismus sorgt an den Stellen, an denen hochsensible Daten der Bürger verwaltet werden, für einen Super-Gau bei der IT-Sicherheit. Frag mal den Bürgermeister Deiner Stadt, wie die Systeme abgesichert sind.
    AndyZ77
    Nun ja, es ist ein Unterschied ob beim US-Militär die NSA "mithört" oder bei der baden-württembergischen Regierung
    Auch das US-Militär dürfte wenig daran interessiert sein, daß eine konkurrierende Behörde bei ihnen mitlesen kann. Dementsprechend werden die Systeme dort so gesichert sein, daß zumindest technische Bedrohungen weitgehend ausgeschlossen sind.
    Was ihm also genau Sorge bereitet, wird aus dem Statement nicht klar.

    Wundert das, zu einer Zeit in dem skeptische Bauchgefühle Standard und sachkundige Kritik zur Mangelware geworden ist, wirklich?
    Vertrauen muss man sich verdienen. Da war gerade der Win 10-Start doch extrem holprig. Und wenn das OS heimlich im Hintergrund den Bitlocker-Key in die MS-Cloud lädt, dann kann noch so viel von Datenschutz geredet werden, aber die Realität sieht leider anders aus.
    Die stärkste und leider auch fleißigste Streitkraft der Welt scheint sich im Zusammenhang mit Windows 10 also nicht um die Sicherheit seiner Daten zu sorgen.
    Die Russen haben vermutlich auch keine Bedenken Kaspersky auf Firmen- und Regierungssystemen zu verwenden...
    Man kann Windows 10 z. B. mit Shutp10 o.ä. weniger kommunikativ machen.
    Solche Aktionen sind der größte Witz überhaupt. Windows nicht vertrauen, aber irgendwelche Fremd-Tools am System hantieren lassen.
    Als Badener hat man eine natürliche Abneigung gegen Schwaben.
    Und eine Alternative zu Windows haben sie aber auch nicht.
    Also ist das was für das US-Militär ausreicht, auch für Schwaben
    gut genug. :-)
    ..
    Man kann Windows 10 z. B. mit Shutp10 o.ä. weniger kommunikativ machen.
    Solche Aktionen sind der größte Witz überhaupt. Windows nicht vertrauen, aber irgendwelche Fremd-Tools am System hantieren lassen.

    Shutup vereinigt nur datenschutzrelevante Systemeinstellungen übersichtlich an einer Stelle - mehr nicht. Du kannst alle diese Einstellungen natürlich auch einzeln selbst per Hand in allen Untermenues vornehmen.
    Dagegen ist die Wahl und Einstellung Deines Browsers und anderer Anwendungsprogramme tatsächlich datenschutzrelevant.
    Ich denke _Sabine_ ging es da mehr ums Prinzip. Einem großen Konzern, der entsprechend überwacht wird, misstraut man, und dann installiert man sich irgendwelche Programme von unbekannten Entwicklern. Das ist durchaus Realsatire.
    Ich denke _Sabine_ ging es da mehr ums Prinzip. Einem großen Konzern, der entsprechend überwacht wird, misstraut man, und dann installiert man sich irgendwelche Programme von unbekannten Entwicklern. Das ist durchaus Realsatire.

    Jedem Programm, welches man nicht selbst geschrieben hat muß man vertrauen. Eigentlich sogar auch einem selbstgeschriebenem da man nie voll fehlerfrei programmiert.
    Ich glaube die hohen Strafen der DSGVO werden auch gerade Großkonzerne zu erhöhter Sorgfalt zwingen.
    Browser und Anwendungsprogramme dürften eher die reale Bedrohung darstellen - nicht ein Programm das nur weit verstreute Windowseinstellungen zusammenfasst.
    Nachdem die Meldung bei Heise-Portal seit Samstagnachmittag ganz oben stand und demzufolge die bei MS-Themen übliche Aufmerksamkeit im Forum bekam (es waren schon fast mehr Kommentare als zu einer aktuellen Facebook-Meldung), ist die dort jetzt nur noch schwer zu finden. Außer über den Link natürlich, der jetzt natürlich weiterhin als "Beweis" in diversen Portalen, Blogs und Foren auftaucht und auftauchen wird.
    Warum kann ein Privatuser die Telemetrie nicht abschalten? Weil sonst Windows Update nicht mehr geht... Ein Enterprise Kunde kann per WSUS, SCCM oder ähnlichem die Updates verteilen.
    Dieselben Leute die über den Datenschutz von Windows 10 jammern nutzen garantiert Android: Und das ohne mit der Wimper zu zucken...

    Kein Grund deswegen bei W10 völlig beide Augen zuzudrücken. Nur weil es wer anders macht, heisst es nicht dass dies ne Entschuldigung und Erlaubnis für MS ist ;)
    Martin
    Ich denke _Sabine_ ging es da mehr ums Prinzip. Einem großen Konzern, der entsprechend überwacht wird, misstraut man, und dann installiert man sich irgendwelche Programme von unbekannten Entwicklern. Das ist durchaus Realsatire.

    Man muss da aber auch ein wenig mehr differenzieren. Grundsätzlich gebe ich dir da absolut recht, aber es gibt auch kleine Entwickler, die aber im Dunstkreis großer Projekte mitschwimmen und von denen auch Unterstützung in irgendeiner Form bekommen. Ein entsprechendes (wenn auch eher extremes) Beispiel wäre Onionshare, was das Teilen von Dateien über das Tor-Netzwerk erlaubt. Das OpenSource-Projekt wird von einem unabhängigen Entwickler gestemmt, hat aber Rückendeckung vom Tor-Projekt selber und ist auch in dessen Linux-Distribution Tails verankert. Gibt aber noch kleinere, unspektakulärere Beispiele.
    Generell ist es wichtig, dass man das Thema Datenschutz und Datensicherheit eben nicht auf die leichte Schulter nimmt, gleichzeitig aber auch Dritte nicht Angst bei Laien schüren und das Netz und die Datenabfrage förmlich zur Bedrohung erklären. Das ist mir letztens wieder aufgefallen, wie ich mich mal wieder durch den Blog vom bekannten deutschen Sicherheitsblogger Mike Kuketz geklickt hatte, welcher ja ein ziemlich radikaler Verfechter eines maximal möglichen Datenschutzes ist und für den das Internet einfach krank ist. Anstatt aber die Sache wirklich aufzudröseln und auch etwaige Schwächen von quelloffener Software etc. anzusprechen, fordert er u.a. den weitgehenden Einsatz des Tor-Browsers, die reine Nutzung alternativer Kommunikationswege und kompromisslose Vollverschlüsselung. Vieles mag nicht ganz falsch sein, aber halt auch unrealistisch, wenn man sich nicht vollends separieren will.
    Es gibt im Grunde sehr einfache Möglichkeiten, einen soliden Grundschutz für seine Daten zu erreichen: Einsatz eines Skriptblockers, Blockieren von Drittanbieter-Cookies im Browser, eine solide Accountabsicherung mit einem guten Passwortmanager und 2FA (z.B. mit dem Microsoft Authenticator), regelmäßige Backups (ja, das gehört auch dazu), mindestens eine datenschutzfreundlichere Suchmaschine in der Sammlung, Nutzung verschiedener Browser für verschiedene Sachen (man kann ja z.B. Edge als Standardbrowser nehmen und Firefox für sensiblere Sachen optimieren) und so weiter. Das ist alles kein Hexenwerk und völlig in Ordnung. Aber von Tuning-Suiten jeglicher Form sollte man tunlichst die Finger lassen.
    Vorsicht ist immer geboten aber diese "Reichsbedenkenträger" sollten sich mal umsehen wie viele in Ämtern auf Arbeits-PC's FB und ähnliches nutzen. Aber wenn einer was verbessert und zeigt lässt sich das auch leichter zerpflücken als bei anderen die nix zeigen und vewrbessern.
    Es stimmt, dass viele Nutzer wohl mit einer vollen Transparenz überfordert wären und in der Regel die Standardeinstellungen belassen. Das rechtfertigt aber nicht, dass diese beiden Punkte in Windows 10 fehlen.
    Im kommenden Windows 10 Upgrade kann man sich die übertragenden Daten durch den "Windows Diagnostic Data Viewer" anschauen. Natürlich wird es die Mehrheit nicht interessieren aber gar nicht zu wissen/erfahren was übertragen wird, ist einfach nicht richtig.
    Das völlige Abschalten funktioniert natürlich in der Enterprise Edition. Meiner Meinung nach, hätte Microsoft das in der Pro Version unterbringen sollen. Viele Unternehmen und "Power"-User nutzen in der Regel die Pro Version und sind gerade die, die sich über das Nicht-Abschalten der Telementrie Daten beschweren.
    Die Home User, welche nicht auf Pro wechseln weil sie die Version durch einen PC Kauf erworben haben, interessiert das Abschalten in der Regel eher nicht.
    br403
    Warum kann ein Privatuser die Telemetrie nicht abschalten? Weil sonst Windows Update nicht mehr geht... Ein Enterprise Kunde kann per WSUS, SCCM oder ähnlichem die Updates verteilen.

    Naja, auch das ließe sich garantiert lösen. Ich sehe es wie gesagt unkritisch, Telemetrie-Daten sind für Microsoft mit das Wertvollste und für den User gleichzeitig das, worum er sich am wenigsten Sorgen machen muss. Aber man würde halt den Angriffspunkt entfernen.
    Im Gegensatz zu einigen Verschwörungstheoretikern hier im Kommentarbereich, weiß die US Arme mit Sicherheit genau bescheid, was Windows 10 da treibt oder eben auch nicht.
    Kritische Rechner werden dort mit Sicherheit keinen Zugang zum Internet haben und in einem physikalisch isolierten Netz laufen.
    Welches Bundesland soll dass denn bitte bestätigt haben? Komm mir nicht mit Bayern Martin selbst da steht nicht im Bericht das Win 10 EU DSGVO konform ist sondern man geht davon aus das es evtl. in späteren itterationen evtl. so einsetzbar ist und das auch erst nachdem man restlos alles in Windows Enterprise abgewürgt hat von Cortana über One Drive bis Smartscreen womit sich aber selbst im Test nicht jedwede Kommunikation nach außen abschalten ließ und weiter hat Bayern aus Zeitgründen nie getestet.
    Und auch wenn man es so hingewürgt bekommt, selbst dann verstößt Win 10 noch gegen EU DSGVO das hat nämlich per default zu erfolgen und wurde damals nicht berücksichtigt genau so wenig wie die Kastration der GPO durch Microsoft in der pro Version und von Home redet man besser erst garnicht
    Von daher nochmal die Frage welches Bundesland hat bestätigt das Windows 10 EU DSGVO konform ist
    @Rottendam
    Im Artikel steht nichts von DSGVO, sondern "kann unternehmenskonform eingesetzt" werden - und ja, da hatte ich zuerst an Bayern gedacht. In deren Bericht steht auch tatsächlich drin, dass nicht abschließend geklärt werden konnte, ob Windows 10 die Anforderungen der DSGVO erfüllt oder nicht. Dass es auf jeden Fall dagegen verstößt, steht allerdings auch nicht da.
    Ich habe gestern die fertige Version des Frühjahrs-Updates (1803) neu installiert. Während des Setups werden alle wichtigen Datenschutz-Einstellungen abgefragt und man kann nicht einfach blind auf "Weiter" klicken, man muss sich jeweils aktiv für "Ja" oder "Nein" entscheiden. Damit dürfte eine wichtige Forderung - nämlich ein explizites opt-in - erfüllt sein.
    Seite 19 ist sogar der allerletzte Satz kann man eigentlich nicht verfehlen
    However,
    there is still no extensive guidance on how Windows 10 can be used in full compliance with European data protection
    law.

    https://www.lda.bayern.de/media/windows_10_report.pdf
    Sprich Stand September 2017 ist Win 10 Enterprise nicht EU DSGVO konform. Die Pro eh nicht die bekommst du nicht mehr so verrammelt wie die Enterprise. 1803 ist eh nochmal eine andere Geschichte die Version müsste ja erstmal getestet werden was dann alle 6 Monate wiederholt werden darf
    Ich habe gestern die fertige Version des Frühjahrs-Updates (1803) neu installiert. Während des Setups werden alle wichtigen Datenschutz-Einstellungen abgefragt und man kann nicht einfach blind auf "Weiter" klicken, man muss sich jeweils aktiv für "Ja" oder "Nein" entscheiden. Damit dürfte eine wichtige Forderung - nämlich ein explizites opt-in - erfüllt sein.

    Das ganze nützt im übrigen auch herzhaft wenig per default hat nämlich alles was auch nur irgendwie in der Lage ist Daten in die freie Wildbahn zu entlassen ausgeschaltet zu sein um der DSGVO zu entsprechen da gibt es kein ja oder nein sondern nur aus. Sprich Windows 10 ist selbst mit 1803 nicht DSGVO konform
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