Der dreifache Tobias: Microsoft sperrt Nutzerkonten wegen Namensgleichheit
Immer wenn man denkt, die Geschichten rund um die scheinbar willkürlichen Sperrungen von privaten Microsoft-Konten könnten nicht mehr bizarrer werden, wird man vom Gegenteil überzeugt. Mir liegen drei Fälle von Kontosperrungen vor, bei denen den Betroffenen die Tatsache zum Verhängnis wurde, dass sie den gleichen Namen haben.
Auslöser war der Fall eines Nutzers, der angeblich Skype missbraucht haben soll, obwohl er nach eigener Aussage den Dienst nie genutzt hatte und Skype zum Zeitpunkt der Sperre bereits eingestellt war. Details zu hier: Microsoft-Konto wegen Missbrauch von Skype gesperrt.
Zuerst die guten Nachrichten
In diesem Fall gibt es übrigens gute Nachrichten: Nachdem ich den Kontakt zu Microsoft herstellen konnte, hat der Betroffene sein Konto inzwischen wieder zurück. Das ist schön. Dafür wird es jetzt aber direkt wieder kurios.
Zufall?
Tobias Müller (er heißt nicht wirklich so, aber er hat einen ebenfalls häufig vorkommenden Nachnamen) hatte sein Konto also wieder und freute sich darüber. Mich erreichten nach dem obigen Artikel noch zwei weitere Meldungen von Leuten, denen Microsoft ihr Konto mit der identischen Begründung gesperrt hatte. Ich leitete auch diese an Microsoft weiter. Kurz darauf meldete sich mein Ansprechpartner mit einer Rückfrage zu einem der beiden Betroffenen: „Ist das derselbe Tobias Müller oder heißt der zufällig genauso?“
Ich schaute noch einmal nach, ob ich vielleicht die falsche E-Mail weitergeleitet hatte. Es hatte aber alles seine Richtigkeit. Der Betroffene hieß ebenfalls Tobias Müller und es war auch garantiert eine andere Person. Mir war die Übereinstimmung beim Namen vorher gar nicht aufgefallen.
So weit, so zufällig. Oder eben nicht.
Nein!
Gestern schrieb mich ein weiterer Betroffener an: Sein Konto ist ebenfalls gesperrt, seit dem gleichen Datum, mit der gleichen Begründung. Sein Name, Ihr ahnt es bereits: Tobias Müller.
Das ist garantiert kein Zufall mehr. Offensichtlich hat Microsoft diese drei Konten gesperrt, weil deren Besitzer den gleichen Namen tragen.
Eine mögliche Theorie: Irgendwo hat ein Tobias Müller, denn es gibt sicher noch mehr davon als diese drei, tatsächlich Schindluder mit seinem Microsoft-Konto getrieben und wurde daraufhin gesperrt. In diesem Zusammenhang fand eine Prüfung statt, ob der Betroffene eventuell mehrere Microsoft-Konten besitzt. Als Folge dieser Prüfung verloren dann auch die anderen Tobias Müller den Zugang zu ihrem Microsoft-Konto.
Davon, dass es eine solche Prüfung gibt, kann man fest ausgehen, die allermeisten Anbieter haben eine Fake-Account-Erkennung. Eine automatisierte Sperre lediglich aufgrund des gleichen Namens klingt im ersten Moment dennoch weit hergeholt. Nach meinen bisherigen Erfahrungen mit den Microsoft-Kontosperrungen, und davon hatte ich in den vergangenen Jahren sehr viel mehr, als mir lieb ist, möchte ich aber keine Schludrigkeit mehr ausschließen. Ich halte es für absolut vorstellbar, dass es exakt so gelaufen ist.
Berücksichtigt man die Tatsache, dass Dr. Windows eine Webseite von begrenztem Bekanntheitsgrad ist, mag man sich gar nicht ausmalen, wie hoch die Dunkelziffer ist.
Thema:
- Microsoft
Über den Autor

Martin Geuß
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!


