Der große Xbox Jahresrückblick – Erster Teil

Der große Xbox Jahresrückblick - Erster Teil

Was für ein Jahr. Höhen und Tiefen. Trauer und Hype eng beisammen. Neues und Altes. Für die Konsolen und das Gaming war es ein Jahr des Umbruchs.

Viele fangen einen Jahresrückblick mit dem Stichtag 1. Januar an. Wir nicht.

Ich fange da an, wo das Jahr 2020 eingeläutet wurde: Am 13. Dezember 2019, bei den Video Game Awards. Viele hofften, von Sony oder Xbox einen möglichen Teaser zu den neuen Konsolen zu erhaschen, tatsächlich aber überraschte Microsoft alle, indem sie in einem „World Premier Trailer“ das schon fertige Design der Konsole vorstellten und den Leitspruch für das kommende Jahr ausgaben: #PowerYourDreams.

Der Vorstellung der Konsole folgte etwas, das ich auch als Bekenntnis zur Transparenz werten möchte. Begleitend zur Enthüllung gab Xbox bekannt, dass sämtliches 1st Party Xbox One Zubehör (Außer der Kinect) 100% kompatibel mit zukünftiger Technik sein wird. Das ist allein deswegen schon beeindruckend, als sich die Hersteller bei einer neuen Konsolen-Generation mit einem zusätzlichen Controller oder Headset gerne etwas dazuverdienen.

Dieses wurde später im Jahr dadurch unterstrichen, dass Microsoft aktiv mit namenhaften Headset-Herstellern wie Astro zusammengearbeitet hat, um deren Premium-Headsets kompatibel zur neuen Xbox-Generation zu machen.

Aber nicht nur Zubehör, sondern auch das Versprechen, die Abwärtskompatibilität der Xbox-Spiele beizubehalten und sogar weiter auszubauen, sorgte für Raunen, da so mancher Titel gerne auf neuen Konsolen als „Remaster“ (Auf Skyrim schiele und dann GTA entdecke) neu veröffentlicht wird.

Danach wurde es zunächst etwas ruhiger.

Der Januar stand im Zeichen der Ausweitung von Project xCloud um das Konsolenstreaming und häppchenweise gab es  neue technische Details zur Xbox Series X, während im Hintergrund die Planungen für die E3 auf Hochtouren liefen.

Während im Februar die Veröffentlichung von bislang exklusiven Sony und PC Titeln wie Kingdom Hearts und Yakuza im Xbox Game Pass im Fokus standen, wurde die Welt unruhiger und Corona fing an, sich unkontrolliert auszutoben.

Im März überschlugen sich dann die Ereignisse. Deutschland ging das erste Mal in den Lockdown, Microsoft schickt alle Mitarbeiter auf unbestimmte Zeit ins Homeoffice und Gerüchte mehrten sich um die weltweit größte Spielemesse E3, die Anfang Juni in Los Angeles stattfinden sollte.

Sollte.

Am 11. März wurde offiziell bekannt, dass die E3 abgesagt wird. Da die Messe Fachbesucher aus der ganzen Welt zusammenzieht und zahlreiche asiatische Firmen vorab die Teilnahme ausschlossen, blieb den Veranstaltern nichts anderes übrig als frühzeitig die Reißleine zu ziehen. Microsoft reagierte prompt und kündigte ein digitales Ersatzprogramm mit Geoff Keighly, Produzent der Video Game Awards an.

Woran man sich im März positiv erinnert, ist Ori and the Will of the Wisps, welches ein audio-visueller Genuss ist.

Außerdem kam das Nebenprojekt von Ninja Theory, Machern von Sensua´s Sacrifice, Bleeding Edge, auf den Markt, das als reines Online Multiplayer Spiel allerdings eher ein Nischenpublikum ansprach.

Im April hat man dann auf die neuen Situationen mit Corona und Homoffice reagiert und Project xCloud in 11 neue Länder gebracht, darunter auch Deutschland.

Mediale Aufmerksamkeit erzeugte außerdem, dass Red Dead Redemption II im Xbox Game Pass erschien.

Es gab auch immer wieder Hinweise oder Gerüchte, dass Microsoft nicht nur eine, sondern zwei neue Konsolen in Arbeit hat – was sich ja, wie wir inzwischen wissen, bewahrheitet hat.

Nach der E3 hat es dann leider auch die weltweit größte Consumer-Messe für Videospiele erwischt. Die Gamescom in Köln erwischt konnte ebenfalls nicht in physischer Form durchgeführt werden, sie wurde im April abgesagt.

Dafür durften wir uns dann im April noch auf Gears Tactics freuen, ein rundenbasiertes Gears Survival Game für den PC und den Xbox Game Pass auf PC, welches meinem Teamkollegen Daniel Ollesch viel Freude bereitete.

Alles Neu macht der Mai. Oder so.

Der Wonnemonat startete mit der ersten großen Online Show und der Präsentation von Spielen, die für die Xbox Series X optimiert sind oder aber das Beste rausholen. Schon damals wurde Codemasters „Dirt 5“ als Marketing-Kollaboration vorgestellt und erstaunliche 120FPS in 4K versprochen. Spoiler-Alarm: Sie haben es gehalten.
Zwar hat es aufgrund der neuen Situation aufgrund der Heimarbeit nicht jedes Spiel pünktlich zum Launch geschafft, dennoch unterstrich es, was ich Xbox das ganze Jahr hoch anrechne: Die größtmögliche Transparenz, was zu erwarten ist.

Spieltechnisch konnten wir uns im Mai dann auf Minecraft Dungeons freuen. Der Dungeon Brawler erschien nicht nur für Xbox und im Game Pass, sondern auf allen gängigen Plattformen und erfreut sich einer stetig wachsender Fangemeinde. Dafür sorgen auch DLCs wie das kürzlich erschienene „Howling Peaks“.

Nicht unterschlagen will ich, dass die Xbox Family Settings überarbeitet wurden und nun bequem als App auf Android und iOS verwaltet werden können.
Auch wurde Project xCloud nochmal gepushed und mehr als 100 Spiele via Streaming zugänglich gemacht.

Was als Abschluss des Monats Mai nochmal für einen technischen Leckerbissen sorgte, war ein Blogpost von Jason Ronald, Mastermind der Xbox Series X, der aufzeigte, wie die neue Konsole abwärtskompatible Spiele nativ unterstützt. Nein, nicht nur unterstützt, sondern auch optimiert. Neben einem Rendering auf 4K und Framerate-Optimierung gibt es die HDR-Rekonstruierungstechnologie. Diese optimiert und fügt zusätzliche Lichteffekte zu Spielen hinzu.

Nach dem sehr ergiebigen Mai gab es einen etwas ruhigeren Juni, der aber dennoch mit wichtigen Infos zur Xbox Series X aufwarten konnte: Microsoft stellte das Feature „Smart Delivery“ vor. Während Sony es den Entwicklern überließ, ob sie kostenpflichtige Upgrades existierender Spiele herausbringen oder nicht, stellte Xbox klar, dass es so etwas nicht geben wird. Und so werden Spiele, die vor Release der Xbox Series X herauskommen und als „Smart Delivery“ markiert sind, kostenlos auf die bestmögliche Variante optimiert. Beste Beispiele, wie gut das tatsächlich geklappt hat, sind die Eigengewächse Forza Horizon 4, Gear 5 und dann auch das für Konsole erschiene Gears Tactics, aber auch 3rd Party Spiele wie Fifa 21, Assassin´s Creed: Valhalla und Dirt 5.

Außerdem hat sich bewahrheitet, was inzwischen ein offenes Geheimnis war: Microsoft arbeitet an einer kleineren Konsole neben der Xbox Series X, die als Project Lockhart dann zur uns bekannten Xbox Series S wurde. Ich muss gestehen, dass mir das Fan-Konzept auch sehr gut gefallen hätte.

Fan-Konzept der Xbox Series S

Interessant war auch eine Meldung zum Xbox Game Pass, die aufzeigte, wie erfolgreich dieser ist und sich etabliert hat: Die Entwickler des Spiels „Descenders“ verbuchten seit dem Hinzufügen zum Abonnement eine Verdreifachung der Umsatzerlöse. Unkte man bis dahin gerne mal, dass ein Studio, dessen Spiel im Game Pass ist, ja kaum noch was verdienen könnte, beweist dieses Beispiel eindrucksvoll, wie es die Nachfrage pusht.

Halbzeit! Ich hoffe, euch hat der erste Teil unseres Rückblicks gefallen. Teil 2 folgt in Kürze, stay tuned!

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Daniel Heithorn
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Microsoft-Padawan seit MS-DOS 5.0 und Windows 3.1 | Überzeugter Surface, Office 365 und Xbox One X User | Xbox FanFest süchtig | RIP Windows Phone & Microsoft Band 2

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