Der Nächste bitte: Neue Lösung für TikTok liegt auf dem Tisch – Oracle und Walmart beteiligt

Der Nächste bitte: Neue Lösung für TikTok liegt auf dem Tisch - Oracle und Walmart beteiligt

Die Posse rund um das soziale Netzwerk TikTok und seine Zukunft in den USA geht in eine neue Runde: Nachdem das Handelsministerium noch am Freitag die ersten harten Sanktionen angekündigt hatte, die am kommenden Montag in Kraft treten und ihre volle Wirkung bereits bei der zu Tencent gehörenden App WeChat entfalten sollen, wurde die angedrohte Sperre bei TikTok nun zunächst um mindestens eine weitere Woche verschoben. Grund ist eine neue mögliche Lösung, der US-Präsident Donald Trump bereits grundsätzlich zugestimmt hat.

Unter dem Namen TikTok Global soll in Texas ein neues Unternehmen angesiedelt werden, das bis zu 25.000 Mitarbeiter beschäftigen und das globale Geschäft des sozialen Netzwerks abwickeln soll. Glaubt man den Aussagen, wäre damit also auch das Geschäft von ByteDance in Europa betroffen, welches dann aus den USA heraus geführt werden würde. Oracle selbst wird 12,5 % an dem neuen Unternehmen halten und für die Cloud-Infrastruktur verantwortlich sein, Walmart wird als Handelspartner bis zu 7,5 % der Anteile erhalten. Wer die restlichen 80 % am neuen Unternehmen halten wird, ist nicht bekannt.

Klar dürfte aber sein, dass die US-Regierung ByteDance als chinesisches Unternehmen vollständig draußen halten will. Bei einem Wahlkampfauftritt in Fayetteville im Bundesstaat North Carolina bezeichnete Donald Trump TikTok Global als komplett neues Unternehmen, das mit China nichts mehr zu tun haben wird. Außerdem verlangt er vom bisherigen Eigentümer ByteDance zusätzlich zu den wirtschaftlichen Modalitäten der Lösung eine zusätzliche Spende von 5 Milliarden US-Dollar an einen Bildungsfonds in Texas. Damit könnte die Art Kommission gemeint sein, die Trump schon länger fordert, da die Regierung die Lösung erst möglich gemacht habe.

Nähere Details zu der möglichen Lösung sollen demnächst veröffentlicht werden. Trotzdem dürfte diese noch lange nicht in trockenen Tüchern sein. Die chinesische Regierung um Staatspräsident Xi Jinping hat einen vollständigen Verkauf zuvor erschwert, da mit einer neuen Regelung Softwarealgorithmen nur mit Erlaubnis der zuständigen Behörden ins Ausland verkauft werden dürfen. Zudem wurde gestern ein Mechanismus aktiviert, der Strafmaßnahmen gegen ausländische Unternehmen erlaubt, sollte die Nationale Sicherheit Chinas bedroht werden. Eine direkte Antwort mit Sanktionen gegen große US-Unternehmen wie Apple, Microsoft oder Oracle könnte also schon bald folgen.

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Quelle: Zeit Online

Über den Autor
Kevin Kozuszek
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Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.
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