Derzeit knapp 70.000 Apps im Microsoft Store

Derzeit knapp 70.000 Apps im Microsoft Store

Der Microsoft Store – früher Windows Store – blickt auf eine durchaus bewegte Geschichte zurück. Als Microsoft im Jahr 2010 in den Smartphone-Markt einstieg, standen sie mit ihren wenigen Apps den bereits dicht bevölkerten Stores von Google und Apple gegenüber, die sich regelmäßig mit neuen Statistiken überboten. 150.000 Apps hier, 180.000 Apps dort, dann wieder 220.000 auf der anderen Seite.

Im Grunde war es von Beginn an klar, dass Microsoft in diesem Rennen nicht wird mithalten können. So Mancher fragte sich auch damals schon, ob das überhaupt notwendig ist, denn damals wie heute waren mehr als 90% aller Apps in den Stores nutzloser Müll mit Download-Zahlen unterhalb der Wahrnehmungs-Grenze.

Spätestens mit dem Release von Windows 8 entschied sich Microsoft aber, trotzdem an diesem Rennen teilzunehmen und dabei tatkräftig mitzuhelfen. Man beauftragte externe Entwickler, den Store mit Apps zu fluten. Dabei ging es nicht um Qualität, sondern nur um Masse. Da wurde dann auch durchaus mal viel Geld für die Erstellung von 5.000 Wallpaper-Apps mit je einem Bild ausgegeben. Das war selbstverständlich so lächerlich, wie es klingt, aber ich hatte dennoch ein wenig Verständnis dafür, denn wir leben nun mal in einer Zeit, in der oberflächliche Informationen einen zu hohen Stellenwert haben.

Dennoch hatte ich immer gefordert, Microsoft möge doch bitte aus der Not eine Tugend machen und mit der Übersichtlichkeit seines Store werben. Weniger Apps bedeuten für Entwickler zum Beispiel auch mehr Sichtbarkeit. Man hätte außerdem sagen können: Schaut her, unser Store ist gut gepflegt, hier gehst du nicht zwischen 18.000 Taschenlampen-Apps verloren.

Im September 2016 kam dann tatsächlich die Kehrtwende, „begünstigt“ durch die Tatsache, dass das Ende von Windows Smartphones zu diesem Zeitpunkt bereits beschlossene Sache war. Microsoft begann, den Store auszumisten, außerdem implementierte man einen neuen Altersfreigabe-Prozess, und wer den nicht durchlief, dessen App flog automatisch aus dem Store. So konnte man viel Ballast abwerfen.

Von 330.000 Apps im Sommer 2016 waren im Januar 2017 dann noch rund 125.000 Apps übrig. Ungefähr zum selben Zeitpunkt versiegte leider auch mein Zugriff auf die Quelle, die mir exakte Zahlen liefern konnte, somit war es mir nicht möglich, die weitere Entwicklung zu beobachten.

Die Mehrzahl aller Apps im Microsoft Store ist für Smartphones gemacht, insofern lag es auf der Hand, dass sich ihre Anzahl im Lauf der Zeit weiter verringern wird. Nun habe ich auch endlich wieder eine Zahl: Am 12.02.19 waren exakt 69.879 Apps im Microsoft Store. Diese Info gilt für die USA, eine exakte Zahl für den deutschen Store habe ich leider nicht. Aus meinen früheren Vergleichen weiß ich aber, dass die Abweichung nicht sehr groß ist.

Ist diese Zahl besonders wichtig? Nein, ist sie nicht, für mich ist sie aber sozusagen von historischem Interesse. Aus bekannten Gründen wird es auch in den kommenden Monaten weiterhin rückwärts gehen, das hat aber keine Bedeutung für die einzige Plattform, für die der Store noch Relevanz hat: Den Windows Desktop. Hier hat sich qualitativ und quantitativ in den letzten zwei Jahren sehr viel getan, zahlreiche Desktop-Applikationen sind in den Store gekommen und werden auch genutzt (bei dem Stichwort fallen mir natürlich sofort alle Todsünden ein, weil ich euch noch die Auswertung des Mitmach-Artikels schuldig bin. Ich verspreche, sie kommt noch). Der Store taugt sicherlich nicht als alleinige Quelle, aber ich würde behaupten wollen, dass er sich etabliert hat. Trotzdem steht hinter seiner Zukunft ein Fragezeichen, denn so Einiges deutet darauf hin, dass Microsoft dem Store als Software-Quelle eine weitaus geringere Priorität geben wird als bisher. Darauf werde ich in Kürze in einem separaten Beitrag eingehen.

Über den Autor
Martin Geuß
  • Martin Geuß auf Facebook
  • Martin Geuß auf Twitter
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Kommentare
  1. "Microsoft dem Store als Software-Quelle eine weitaus geringere Priorität geben wird als bisher"
    Zumindest die Qualität des Clients kann eigentlich nicht viel weiter sinken. Für mich sieht es so aus, als ober der Store schon immer die geringste Priorität besitzt, weil sich auch absolut nichts zum besseren verändert.
    Allerdings gab es vor dem Einstieg von Microsoft in den Smartphone-Markt jede Menge Anwendungen für das jeweils aktuelle mobile Windows, die nach 2010 nicht mehr verwendet werden konnten und es fast immer auch keinen gleichwertigen Ersatz gab. Ich denke da an eine mobile Version von Microsoft Access oder eine Sammlung von Utilities, die den Norton Utilities für den PC entsprachen. Für mich war die Einführung von Winpohone 7 und 8 / 8.1 ein Rückschritt. Davon hat sich Microsoft zu keiner Zeit erholt. Die Einführung von Windows 10 Mobile ließ noch einmal hoffen, das es weitergeht. Leider hat da Microsoft wieder einmal anders entschieden und den Smartphone-Markt hardwaremäßig verlassen und bei der Software die Aktivitäten auf iOS und Android gelegt.
    Der Desktop als einzig relevante Plattform für den Store?
    Ich würde die Xbox nicht unterschlagen. Die Zahl der Apps ist dort nicht galaktisch hoch, aber niemand würde dort gerne auf den Store und etwa Netflix und Co verzichten.
    Von den übrig gebliebenen 70tausend Apps im MS Store sind wohl noch immer 50% wertloser Schrott und Nachahmungen.
    Mir wären 10tausend noch zu unübersichtlich.Selber nutze ich genau 2 App's !
    Muss anmerken,ich spreche nur von Desktop und nicht Mobile.
    @DonRolando: Der Xbox Store ist der Xbox Store. Technisch ist es natürlich auch der Microsoft Store und die Xbox ist auch ein Windows 10-Gerät, aber das Angebot dort ist naturgemäß halt ganz speziell. Der läuft daher für mich gedanklich außer Konkurrenz.
    Wenn wir über Windows 10 reden, dann ist da halt aktuell nur noch der klassische PC als Geräteklasse übrig. In Zukunft mag das wieder anders werden, wenn sich der PC auf neuen Formfaktoren ausprobiert.
    "Der Store taugt sicherlich nicht als alleinige Quelle, aber ich würde behaupten wollen, dass er sich etabliert hat."
    Das er sich etabliert hat sehe ich überhaupt nicht.
    Wenn sich etwas etabliert hat sollten die Nutzerzahlen deutlich steigen und damit auch die Vielzahl an qualitativ hochwertigen Apps. Mir scheint aber eher das Gegenteil der Fall zu sein.
    Wenn man sich die Qualität der Apps im Store mal anschaut dann würde ich sogar soweit gehen und sagen das @Iskandar mit der Prognose das dort 50% wertloser Schrott zu finden ist sogar noch sehr tief stapelt.
    Und wenn man nicht auch noch dazu genötigt wäre jede Menge überflüssiger Apps in W10 mitzuführen wäre das Interesse an den Apps noch geringer.
    Egal ob die ganzen Xbox-Apps, Sticky Notes, Groove usw, usw, ich bin gezwungen diese zu behalten weil sie sich nicht deinstallieren lassen. So kann man natürlich die Zahl der User die angeblich diese Apps nutzen künstlich hochschrauben.
    Es ist wie so oft bei Microsoft. Der Store an sich hat gute Vorschritte gemacht und wirkt insgesamt (verglichen mit vor 2 Jahren) sehr viel Ernstzunehmender und zuverlässiger (Mit Luft nach oben). Wenn Sie das ganze auch so ernst meinen wie es die letzten Monate wirkte, würde MS alle Software für Windows 10 bevorzugt über den Store anbieten. Aber wie wir es kennen ist mal wieder genau das Gegenteil der Fall.
    Ich nutze den Store zunehmend gern. Die Software lässt sich leicht Installieren und Wartung ist klein Thema mehr. Die Preise und die Qualität der Apps haben sich stark verbessert. Eigentlich könnte man sagen das es jetzt mit dem Apps aus dem Store erst so richtig los gehen kann.
    Meine Suchen nach einer passenden Anwendung im Microsoft Store endeten meistens bei Google-Suche.
    Wenn schon mal passende Store App dabei, Verdruß daß zeitlich begrenzte Testversionen anscheinend nicht vorgesehen sind.
    Ganz generell, dafür daß Installation nur über Store geht (was passiert wenn...) sind die Preise unangemessen hoch.
    Ich suche im Store nur nach Updates für Apps. Apps selbst "finde" ich eher hier und auf anderen Seiten.
    @Nordlicht2112
    Sehe es genauso.
    Ich benutze den Store nur, um die "Wetter" App upzudaten. Und wenn die Zwangsapps nicht wären, dann würde ich diesen überhaupt gar nicht benutzen. Ich möchte aber nicht von mir auf andere schliessen, nur sehe ich für mich persönlich überhaupt keinen einzigen Vorteil einer App, die mir eine rudimentäre Software nicht bietet. Im Gegenteil, bei x32 Software kann ich die Updates und Versionen selbst bestimmen, falls es zu Problemen kommt. Ich kann Backups von Einstellungen und Datenbanken machen, exportieren, usw. Und habe idR auch einen grösseren Funktionsumfang. Für meinen Desktop PC sind Apps so überflüssig wie Unkraut.
    Und irgendwie zweifel ich die "Etablierung" auch etwas an. Man MUSS halt damit leben dank der Zwangsapps. Die Apps, die ich aus Langeweile mal getestet habe, waren rudimentär und viele funktionierten überhaupt gar nicht richtig.
    Für mich als nette Spielerei nebenbei, wie zB Kinotrailer oder Wetter Apps durchaus nutzbar. Das war es dann aber schon mit ernsthaft arbeiten.
    Und seitdem der Mobile Sektor tot ist, sind diese für mich noch überflüssiger geworden.
    Das ist meine Sichtweise. Wem es gefällt, der soll diese nutzen. Nur sollte das ganze Optional bleiben, was es leider nicht ist dank der "vorinstallierten" Dinge.
    Martin
    Wenn wir über Windows 10 reden, dann ist da halt aktuell nur noch der klassische PC als Geräteklasse übrig.
    Ich dachte, die Surface-Verkäufe sind über die Jahre hinweg durch die Decke geschossen und haben einen großen Marktanteil im Tabletsegment ergattert? Davon ging ich zumindest aus.
    Falls ich falsch liege, dann würde das die stiefmütterliche Behandlung des Tabletmodus erklären. Auch wenn sicherlich einige/viele Surface-Nutzer das Gerät als Desktopsystem nutzen, so ist es ja auch ein Tablet.
    Wenn es möglich ist nutze ich Apps. Sie werden automatisch aktualisiert und lassen sich vor allem wieder rückstandslos entfernen. Außerdem mag ich die Live-Kacheln im Startmenü.
    Ansonsten begrüße ich es sehr, dass MS den Store ordentlich aufräumt!
    Iskandar
    Von den übrig gebliebenen 70tausend Apps im MS Store sind wohl noch immer 50% wertloser Schrott und Nachahmungen.

    Natürlich. Aber, ich denke nicht, dass das der Punkt ist. Wieviele "normal" Programme gibt es dort draußen für Windows, die ebensowenig taugen. Der Konsument sollte schon mündig genug sein, zu entscheiden, was er sich auf seinem Gerät installiert, und was nicht.
    Sie sollten einen Relaunch und ein Rebranding des Stores vornehmen, sodass ihn niemand mehr mit "Apps", also für Touch und Mobilgeräte optimierte Programme in Verbindung bringt.
    Nutze ihn auf dem Desktop in erster Linie für den Bezug klassischer x86-Software, die es eben nun auch über den Store gibt statt als Standalone Installer.
    "Microsoft Software Manager", "Microsoft Software Updater" oder einfach "Install/Update Software" wäre ein Name, der beim User nicht vorbelastet wäre in Bezug auf "sinnlose Apps" auf dem Desktop
    Nutze am liebsten nur noch Apps aus dem Microsoft Store, im Gegensatz zu .exe Desktop-Programmen. Schadsoftware ausgeschlossen, Updates, sofern sie kommen, problemlos. Durch den fatalen Wegfall der Windows Smartphone Sparte befürchte ich leider eine nur negative Entwicklung im Store. Das Universal Windows Platform (UWP) Konzept war genial. Identische Oberfläche und Bedienung unterwegs auf dem Smartphone, wie zuhause, am Notebook. Schade, dass die Mehrheit der Entwickler nur noch Desktop-Programme per Konverter umwandeln und in den Store schieben wird. Üble Entwicklung, wenn man nun einmal ein Google Android Smartphone nicht als sog. Daily Driver verwenden möchte.
    KeinUntertan
    Nutze am liebsten nur noch Apps aus dem Microsoft Store, im Gegensatz zu .exe Desktop-Programmen. Schadsoftware ausgeschlossen, Updates, sofern sie kommen, problemlos.

    Microsoft hat gerade erst 8 Schrottapps aus dem Store geschmissen, die im Hintergrund die Kryptowährung Monero geschürft haben. Insofern gibt es sehr wohl Schadprogramme. Abgesehen davon können UWP-portierte x86-Programme natürlich immer noch Malware mitbringen. Sie greifen weiterhin auf die klassischen APIs zu, die einzige (wesentliche) Besonderheit ist, dass sie in einer Sandbox laufen und man sie restlos entfernen kann. Trotzdem kann ich aus einer Sandbox ausbrechen, wenn es eine Sicherheitslücke gibt.
    Auch UWP ist letztlich Software und fehlerfreie Software wurde noch nicht erfunden.
    Fembre
    Ich dachte, die Surface-Verkäufe sind über die Jahre hinweg durch die Decke geschossen und haben einen großen Marktanteil im Tabletsegment ergattert? Davon ging ich zumindest aus.
    Falls ich falsch liege, dann würde das die stiefmütterliche Behandlung des Tabletmodus erklären. Auch wenn sicherlich einige/viele Surface-Nutzer das Gerät als Desktopsystem nutzen, so ist es ja auch ein Tablet.

    Egal wie kompakt so ein Surface auch sein kann, das Betriebssystem ist Windows mit allen Vor- und Nachteilen. Die mitgelieferte Bildschirmtastatur z.B. funktioniert, aber meilenweit von der Usability einer Android Tastatur entfernt. Wer den Surface Stift nicht viel im Einsatz hat, braucht kein Microsoft Surface. Was die Hardware betrifft ist auch nicht alles Gold.
    Kevin Kozuszek
    Abgesehen davon können UWP-portierte x86-Programme natürlich immer noch Malware mitbringen. Sie greifen weiterhin auf die klassischen APIs zu, die einzige (wesentliche) Besonderheit ist, dass sie in einer Sandbox laufen und man sie restlos entfernen kann.

    So ganz unkompliziert scheinen mir die Storeportierungen nicht zu sein. Ich hatte große Probleme mit (StoreOffice) Outlook und den Plugin GpgOL. Outlook hängte sich regelmäßig auf. Am schlimmsten war es in Verbindung mit s/mime. Die Nutzung von s/mime in GpgOL /Kleopatra mochte Outlook überhaupt nicht.
    Die "normale" Version hingen hatte da keine größeren Probleme.
    Microsoft scheitert beim ersten Versuch an der Ewiggestrigkeit der Nutzer und wirft dann sofort hin. Microsoft das Leben schwer machen scheint auch die Hauptbeschäftigung der Medien zu sein. Alle Anderen Konkurrenten kommen mit viel schlimmerem Bockmist meist völlig ungeschoren davon. Google, Amazon, Apple und Sony... egal in welchem Marktsegment... MS bekommt die Prügel. Und warum machen das die Medien? Weil sie es können. Weil MS dann zu oft und viel zu schnell hinwirft. Ein Bully wird weiter Bully bleiben, wenn ihm keine Grenzen aufgezeigt werden, wenn er keinen Widerstand erfährt.
    Windows Phone 7, 8, Windows 10 Mobile, Windows 8, Windows RT mit einer zweiten Hardware-Generation, obwohl die erste ein Milliardenverlust war...nach dem ersten Versuch aufgeben sieht für mich anders aus.
    Nutzte/nutze gerne den Store und habe mir von dort die auch hier bekannten "Perlen" installiert.
    Wenn ich jedoch auf die PC's schaue die ich in meinem Bekanntenkreis betreue dann bin ich dort der Einzige der darüber etwas installiert oder updatet.
    Ich behaupte der Normalanwender hat bis heute nicht wirklich mitbekommen dass über den Store Programme zu beziehen sind, geschweige denn überhaupt so etwas existiert.
Nach oben