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Die „Deutsche Cortana“ verlässt Microsoft

Die "Deutsche Cortana" verlässt Microsoft

Den Lesern von Dr. Windows ist Marion Sardone bestens bekannt. Die „Deutsche Cortana“ war schon im OneCast und auch auf dem Dr. Windows Community Day 2017 in München zu Gast. Sie war nicht die deutsche Stimme, sondern die deutsche Seele von Cortana, denn ihr Job war die „Persönlichkeitspflege“ der deutschen Version. Heute gab sie auf Twitter ihren Abschied von Microsoft bekannt. Ihrem Tweet zufolge bleibt sie der Assistenten-Branche treu, ab September werden wir sie an anderer Stelle wiedersehen.

Ich kenne Marion schon sehr lange und weiß aus zahlreichen Gesprächen, mit welcher Leidenschaft sie das Thema „Digitale Assistenten“ lebt. Wer sie auf dem Community Day und im OneCast erlebt hat, bekam davon ebenfalls einen Eindruck. Ihr Einsatz für eine bessere deutsche Cortana war stets ein Kampf mit und gegen die amerikanischen Kollegen, das ist ein offenes Geheimnis, und darum ist es meine ganz persönliche Meinung, dass sie mit ihrer Leidenschaft für das Thema überall besser aufgehoben ist als bei Microsoft.

In der neue Cortana-Strategie von Microsoft gibt es außerdem keinen Bedarf mehr an einer „Persönlichkeit“ von Cortana. Sie wird in Richtung einer künstlichen Intelligenz entwickelt, die innerhalb der Produkte als Assistent zur Seite springt und bei der Bedienung und Benutzung hilft – effektiv und frei von jedem Charme.

Man kann sich an dieser Stelle mal wieder ärgern, dass Microsoft als erster Anbieter erkannt hat, dass eine olle Sprachbedienung wie Siri nicht das ist, was die Leute wollen, sondern dass sie sich echte Interaktion mit einem „digitalen Kumpel“ wünschen – und dass sie aus dieser Erkenntnis nichts gemacht haben. Wie ich an anderer Stelle aber auch schon schrieb, gibt es für Cortana schlicht kein Geschäftsmodell. Microsoft verdient sein Geld damit, dass die Smart Home Anbieter ihre Backends auf Azure hosten – wer mit dem Nutzer spricht, ist ohne Belang.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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