Die eigene Cloud mit Nextcloud

Die eigene Cloud mit Nextcloud

Dies ist ein Gastbeitrag von Jan Rehr.
Egal, ob am PC, Smartphone oder Tablet: Von überall aus Zugriff auf die eigenen Daten haben, das ist das Motto vieler Cloud-Anbieter. Daher sind Cloud-Dienste in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Neben plattformunabhängigen Anbietern wie beispielsweise Amazon und Dropbox haben auch die „drei großen“ Plattform-Player jeweils ihre eigenen Cloud-Dienste: Bei Google (Google Drive), Microsoft (OneDrive) und Apple (iCloud) sind diese Cloud-Dienste zudem tief im (mobilen) Ökosystem verankert. Fragt sich nur, wie es hier um den Datenschutz bestellt ist. Wenn man sich abends bei einem guten Gläschen Wein die AGBs der Anbieter zu Gemüte führt (das machen wir doch bestimmt alle ;-)), dann wird man immer wieder über den gleichen Passus stolpern: Jeder Anbieter hält sich das Recht vor, sämtliche Daten zu speichern, zu vervielfältigen und auch zu nutzen (mehr dazu hier). Wie die Daten dabei konkret genutzt werden, versteckt sich in den meist schwammigen Ausformulierungen der Nutzungsbedingungen.

Vielen Nutzern scheint dieser Umstand zunächst einmal egal zu sein. Dennoch muss man sich vor Augen führen, dass sensible Daten schneller in der Cloud landen, als einem lieb sein kann. Weil man aber dort nicht sicher nachvollziehen kann, was genau mit diesen Daten geschieht, gehören sie dort eigentlich nicht hin. Als „paranoider Nutzer“ könnte man nun natürlich einen Bogen um sämtliche Cloud-Dienste machen, dies wäre aber mit deutlichen Einschränkungen verbunden.

Nextcloud – die private Cloud

Wer nun die Vorzüge „der Cloud“ nutzen möchte, sich allerdings nicht in die Hände der großen Cloud-Anbieter begeben möchte, für den bietet Nextcloud eine interessante Alternative. Dabei handelt es sich um eine Webanwendung, mit der eine eigene – und damit private – Cloud eingerichtet werden kann.

Vom Feature-Umfang muss sich Nextcloud dabei nicht hinter den kommerziellen Cloud-Anbietern verstecken. So ziemlich alle Funktionen, die man von Dropbox & Co. gewohnt ist, finden sich auch in Nextcloud wieder:

  • Dateiverwaltung: Dateien können hochgeladen, organisiert und mit den Client-Anwendungen synchronisiert werden (später mehr dazu). Die Dateien werden dabei versioniert abgelegt, so dass man auch auf ältere Datei-Versionen zugreifen kann. Ebenso ist es möglich, Kommentare zu Dateien zu hinterlassen.
  • Teilen/Freigeben von Dateien: Zum Einen können Dateien mit Benutzern der eigenen Nextcloud geteilt werden. Das Ganze geht sogar über die Grenzen der eigenen Cloud-Instanz hinweg, d.h. Dateien werden in andere Nextcloud-Instanzen geteilt und dort eingebunden (sog. Federation Shares). Zum Anderen ist es natürlich auch möglich, Dateien öffentlich (also per Link) zu teilen. Wahlweise dann auch mit Passwort-Schutz und Ablaufdatum.
  • Verschlüsselung/externer Speicher: Auf Wunsch können alle Dateien, die in der Nextcloud abgelegt werden, serverseitig verschlüsselt werden. Dieses Feature ist besonders interessant, da Nextcloud mit externem Speicher erweitert werden kann. Speicherplatz von Google Drive oder eines Dropbox-Accounts kann so nahtlos in Nextcloud eingebunden werden. Durch die Verschlüsselung erhält der Speicher-Anbieter dabei keinerlei Zugriff auf die Daten. Leider wird das Einbinden von OneDrive noch nicht unterstützt.
  • Bilder-Galerie: Fotos, die in die Cloud hochgeladen wurden, können bequem mit dem Browser betrachtet werden.

Übersicht über die eigenen Dateien in Nextcloud

Nextcloud wird übrigens unter einer Open Source Lizenz entwickelt und lebt von der Community. Der Sourcecode ist frei zugänglich auf GitHub verfügbar. Für Fragen und Hilfestellungen gibt es ein eigens eingerichtetes Support-Forum (hier findet man auch ein deutsches Sub-Forum).

Dem Einen oder Anderen wird das Konzept einer privaten Cloud dabei irgendwie bekannt vorkommen: Bereits mit ownCloud wurde das Ziel verfolgt, dass jeder mit einer persönlichen Cloud Herr über die eigenen Daten bleibt. Nextcloud ging dabei aus einem Fork von ownCloud hervor, um viele Dinge besser zu machen. Mit der Abspaltung des Nextcloud-Projekts haben auch viele ehemalige ownCloud-Entwickler die Seiten gewechselt. Seitdem existieren beide Projekte in friedlicher Koexistenz, werden aber in unterschiedliche Richtungen weiterentwickelt. Ob sich hier ein Projekt auf lange Sicht durchsetzen kann (wie damals z.B. bei OpenOffice/LibreOffice passiert), wird die Zukunft zeigen.

Erweiterbarkeit mit Nextcloud-Apps

Der Funktionsumfang von Nextcloud kann mittels Apps erweitert werden. Dies sind Plugins, die schnell und einfach über das Admin-Konto heruntergeladen und installiert werden können. Apps erweitern dabei bereits vorhandene Funktionen oder fügen der eigenen Cloud komplett neue Features hinzu. So kann die eigene Cloud noch besser an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Erweiterungen fügen sich dabei meist nahtlos in Nextcloud ein, so dass alles wie aus einem Guss wirkt.

Der Nextcloud App Store beinhaltet bereits eine große Anzahl an Apps, wird aber auch stetig erweitert. Folgende Apps sind dabei auf jeden Fall einen Blick wert:

  • Contacts: Verwaltung von Kontakten in der Cloud. Diese können anschließend mittels CardDAV auf mehreren Geräten synchronisiert werden.
  • Calendar: Kalender-Verwaltung und Synchronisierung über CalDAV.
  • Mail: E-Mail-Client, der sich direkt in Nextcloud integriert. Damit ist es möglich, über die Weboberfläche E-Mails zu empfangen bzw. zu verschicken.
  • News: RSS-Reader für Nextcloud.
  • Keeweb: Sichere Passwort-Verwaltung in der Cloud (kompatibel zu KeePass)


Newsfeed von Dr. Windows in der News App

Dies war jetzt nur eine kleine Auswahl an Apps, praktisch sind hier kaum Grenzen gesetzt. Nextcloud kann durch Apps beispielsweise auch mit Funktionen wie Online-Office und Video-Konferenzen erweitert werden. Dies sind dann schon sehr fortgeschrittene Features, die man bei den Cloud-Diensten kommerzieller Anbieter meist vergebens sucht.

Zusammenspiel mit Windows und weiteren mobilen Systemen

Einer der Hauptgründe für den Einsatz einer Cloud ist die Verfügbarkeit der eigenen Daten auf sämtlichen Endgeräten. Dazu zählen in der heutigen Zeit nicht nur der PC, sondern auch vor allen Dingen mobile Geräte wie Smartphones und Tablets.

Dr. Windows beschäftigt sich ja hauptsächlich mit der Plattform aus Redmond. Zwar ist das System unter Windows logischerweise nicht so eng mit dem Betriebssystem verzahnt wie OneDrive, allerdings kann Nextcloud unter Windows (10) gut in das Betriebssystem integriert werden:

  • Nextcloud im Browser: Die Standard-Methode, um auf Nextcloud zuzugreifen.
  • Synchronisierung von Dateien über den Nextcloud-Client für Windows.
  • Zugriff auf die Dateien in der Cloud über den Windows-Explorer. Über die Funktion „Netzlaufwerk verbinden“ können dabei die Dateien in der Cloud in den Windows-Explorer als Netzlaufwerk eingebunden werden.
  • Kontakte und Kalender können mittels CardDAV/CalDAV in die Windows Apps „Kontakte“ bzw. „Kalender“ integriert werden.
  • Outlook: Kontakte und Kalender können ebenso mit Outlook synchronisiert werden. Da Outlook aber keine native Unterstützung von CardDAV/CalDAV bietet, ist hier die Verwendung eines Outlook-Addins erforderlich: Outlook CalDav Synchronizer.

Neben dem PC spielen Smartphones und Tablets in der heutigen Zeit eine wichtige Rolle um Alltag. Auch sind Apps für die drei großen mobilen Plattformen (ja, auch für Windows!) verfügbar:

Nextcloud
Nextcloud
Entwickler: André Fiedler
Preis: 0,99 €
Nextcloud
Nextcloud
Entwickler: Nextcloud
Preis: Kostenlos
Nextcloud
Nextcloud
Entwickler: TWS
Preis: Kostenlos

Diese Apps bieten neben dem obligatorischen Zugriff auf die Dateien in der Cloud meist auch einen automatischen Upload von Fotos an. Dies ist besonders für „Smartphone-Fotografen“ interessant, da man sich so um die Übertagung der Fotos auf dem heimischen Rechner per Kabel sparen kann.

Nextcloud-App für Windows 10 Mobile (Bildquelle)

Wie kann ich meine eigene Cloud betreiben?

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, oder Nextcloud gerne mal ausprobieren möchte, dem stehen mehrere Wege offen.

Zunächst gibt es mittlerweile viele Anbieter, die das komplette Hosting von Nextcloud übernehmen. Eine Auswahl an Anbietern findet man auf der Nextcloud Homepage. Hier gibt es mitunter auch kostenlose Angebote, die jedoch meist in der Anzahl der Benutzer und dem zur Verfügung stehenden Speicherplatz sehr eingeschränkt sind. Für eine vollwertige Lösung muss man mit ein paar Euro im Monat rechnen. Dafür bekommt man eine fertig konfigurierte Nextcloud, die mehr oder weniger wartungsfrei ist, da beispielsweise Updates vom jeweiligen Anbieter automatisch installiert werden. Zum Ausprobieren des Konzepts der eigenen Cloud reichen die kostenlosen Angebote allemal aus.

Aber auch bereits ein einfaches Webhosting-Paket, welches auf Linux basiert und mindestens PHP sowie eine Datenbank wie MySQL bietet, kann zum Hosten der Cloud verwendet werden. Hier kann Nextcloud sehr einfach mit wenigen Schritten installiert werden. Jedoch muss man hier auch mit Einschränkungen rechnen, da die meisten Anbieter beispielweise keine Änderungen an der PHP-Umgebung (z.B. das Setzen bestimmter Variablen in der php.ini) zulassen. Dies kann im einfachsten Fall nur zu ein paar Warnungen in der Admin-Übersicht von Nextcloud führen, es kann allerdings auch passieren, dass einige Nextcloud-Apps nicht richtig funktionieren. Auch sollte man sich bewusst sein, dass man mit dieser Lösung einen gewissen administrativen Aufwand hat, da z.B. Updates der Cloud-Software manuell vorgenommen werden müssen. Im Vorfeld sollte man auch vergewissern, ob der Webhosting-Anbieter das Betreiben von Cloud-Software nicht in den AGBs ausschließt.

Für Leute, die sich selbst ein wenig mit Linux auskennen (oder die sich hier ein wenig einarbeiten wollen) und zu Hause auch noch einen Raspberry Pi oder einen ausrangierten Rechner rumstehen haben, kann Nextcloud auch in den eigenen vier Wänden betrieben werden. Mit dieser Lösung hat man hier immer volle Kontrolle über den Server mitsamt sämtlichen Einstellungen (PHP, Webserver und Datenbank). Darüber hinaus liegen die Daten dann immer auf einem eigenen Rechner, ohne dass ein Cloud- oder Webhosting-Anbieter direkten (physischen) Zugriff auf die Daten erlangen kann. Jedoch ist diese Lösung auch am aufwändigsten, da man sich hier selbst um alles kümmern muss: Die Installation des Betriebssystems, die Konfiguration von Webserver und Datenbanksystem und die Einrichtung der Cloud selbst. Das ganze System sollte dann auch regelmäßig mit allen aktuellen Sicherheits-Updates (Betriebssystem und Nextcloud) versorgt werden und das Thema Backups sollte auch nicht außer Acht gelassen werden. Kurzum: Wenn man hier weiß, was man tut, dann ist diese Lösung mit Abstand am flexibelsten.
Der Autor dieses Artikels hat in seinem Blog dazu ein umfangreiches Tutorial erstellt, welches die komplette Einrichtung des Betriebssystems und Nextcloud zeigt. Dabei richtet sich die Anleitung v.a. an Linux-Neulinge und Leute, die die eigene Cloud auch auf schwacher Hardware (wie dem Raspberry Pi) betreiben wollen, aber trotzdem auf eine erhöhte Sicherheit (verschlüsselte Verbindung mittels SSL, Absicherung gegen Brute-Force-Attacken, etc.) wert legen: Nextcloud auf Ubuntu Server mit nginx, MariaDB, PHP, Let’s Encrypt, Redis und Fail2ban.

Wer ein vorkonfiguriertes System bevorzugt, sollte einen Blick auf die Nextcloud Box werfen: Hierbei handelt es sich um ein (fast) fertiges System bestehend aus Gehäuse, 1 TB Festplatte und vorinstallierter SD-Karte. Das Ganze muss lediglich noch mit einem Raspberry Pi bestückt werden und fertig ist die eigene Cloud.

Fazit

Mit ein bisschen Aufwand ist es möglich, seine eigene, private Cloud zu betreiben. Getreu dem Motto „Meine Daten gehören mir!“ ist man dadurch unabhängig von den großen Cloud-Anbietern und kann sicher sein, dass sensible Daten auch privat bleiben.

Der Artikel hat nun einen groben Überblick über Nextcloud und seine Features gezeigt. Hinterlasst doch einen Kommentar, wenn ihr weiter in die Thematik einsteigen wollt. Das Thema „private Cloud“ ist interessant und hat sicherlich das Potential für weitere Artikel – vorausgesetzt, das Interesse in der Community ist groß genug. Darum gebt bitte zahlreich Feedback, wenn ihr mehr dazu erfahren wollt.

Über den Autor
Martin Geuß
  • Martin Geuß auf Facebook
  • Martin Geuß auf Twitter
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Kommentare
  1. Wo genau ist der große Unterschied zu OwnCloud, das es schon ein paar Jahre gibt? Was genau macht NextCloud besser?
    Das habe ich mich auch gefragt.
    Auch: Funktioniert das über Windows Netzlaufwerk wirklich vernünftig? Wie steht es mit den Zertifikaten? Meiner Erfahrung nach klappt das mit Windows überhaupt nicht mehr vernünftig, Netzlaufwerke über das Internet...
    Steht im Artikel!
    Meiner Erfahrung nach klappt das mit Windows überhaupt nicht mehr vernünftig, Netzlaufwerke über das Internet...

    Bei mir klappt das wunderbar. Zwar nicht mit nextCloud, aber mit meinem persönlichen CloudDrive der Uni, die ich als Netzwerklaufwerk einbinde.
    Danke für dem interessanten Bericht und vergleiche zu den 'anderen' Drives
    @fsproede Danke für den tollen Vergleich
    Ich denke ich muss meinen Raspberry Pi wieder mal starten ?
    Sehr viel Text, was ich per se ja gut finde, aber das Wesentliche habe ich deswegen nicht gefunden: Wo genau ist der Unterschied zwischen der OwnCloud und der NextCloud; was von beidem ist am Ende die bessere Wahl und warum. So ein kurzer Passus, so eine Art Schnellinfokasten, macht vielleicht manchmal Sinn, für jene die nur schnell überfliegen möchten. :)
    Sehr interessanter Artikel. Wer die Abspaltung verfolgt hat, weiß, dass nextcloud zu den Wurzeln der freien Cloud zurück will.
    Was ich nicht mag, ist Linux. Und damit ist nextcloud erstmal kein Thema mehr für mich. Das Einrichten anhand des Tutorials mag so einfach sein, wie es will. Spätestens beim nächsten Update (egal ob OS oder nc) geht das Gefrickel los.
    Eigene Cloud setzt übrigens einen recht potenten upstream im heimischen Internetanschluss voraus. Sonst wird's eher langweilig beim Syncen.
    Eigene Cloud setzt übrigens einen recht potenten upstream im heimischen Internetanschluss voraus. Sonst wird's eher langweilig beim Syncen.

    Und dann beginnen wieder die Fragen zum "Datenschutz" und Sicherheit.
    Spätestens beim nächsten Update (egal ob OS oder nc) geht das Gefrickel los..

    Das läuft in der Regel recht problemlos. Für den Pi, QNAP und für Docker gibts auch schon fertig gebackene Images. Für Synology existiert ein etwas angestaubtes OwnCloud Package.
    Hallo Martin
    zunächst einmal herzlichen Dank für die gut aufbereiteten Informationen, speziell zu der 'privaten Cloud', die mir am Nächsten ist.
    An weitergehenden Info's wäre ich sehr interessiert.
    Liebe Grüße aus McPomm
    Johannes
    Hola Jan,
    Vielen Dank für deinen ausführlichen zur Einführung in die private Cloud. Ein Thema, das mich schon immer interessiert hat, dank deiner Einführung wurde mir nun auch ein Stück Distanz genommen und Lust am Ausprobieren gegeben. Weitere Artikel fände ich super; es gibt sicher zig unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten und -Szenarien, die die Community interessieren.
    Und dann beginnen wieder die Fragen zum "Datenschutz" und Sicherheit.

    Hm? Was hat denn der Upstream des eigenen Internets mit Datenschutz zu tun? In Sachen Datenschutz gibt es nichts besseres als ne eigene OpenSource Cloud. Ob sie sicherer uns besser ist...naja kommt wohl drauf an wer sie konfiguriert. ^^
    Stahlreck
    Hm? Was hat denn der Upstream des eigenen Internets mit Datenschutz zu tun? In Sachen Datenschutz gibt es nichts besseres als ne eigene OpenSource Cloud.

    Na überleg mal warum " " ;-) Daten-Schutz = Schutz der Daten. Wenn man tatsächlich vorhat bei einen lokalen Server externen Zugriff zu erlauben, muss man schon etwas mehr Gedanken investieren. Das erfordert dann mitunter mehr Hardwareinvestitionen und evtl auch noch die einen oder anderen Kenntnisse anzueignen.
    Bevor man einen Server aufbaut, sollte m.E. erstmal die Netzwerkkonfiguration überdacht werden.
    für z.B. Synologie kann man schon die vom System bereitgestellten Dienste nutzen. Das deckt doch eigentlich alles ab.
    EDIT: wäre echt nett, wenn die Forumssoftware beim Antworten sich auch dort einsortieren würde. Dieser Beitrag ist eine AW auf fsproede 20.09.2017, 18:36
    Du meinst eine "Relaisstation"? Ja, zumindest muss man den Router nicht "aufbohren". Auf der anderen Seite ist man aber von der Sicherheit und Qualität dieses Service abhängig - vertrauen kommt dann auch noch dazu. Das hat für mich immer einen Faden Beigeschmack.
    Ich kenne den Dienst zwar jetzt nur von WD und da ist es so, das der Server an deren Server "angebunden" ist und man sich über deren Serviceportal auf seinen NAS zugreifen kann. Bedeutet aber auch, das ein evtl vorhandener "Masterkey" der Schnüffelrei Tür und Tor öffnet. Hinzu kommt, das nicht einmal ersichtlich ist, wie der NAS mit dem Service kommuniziert - wie sicher überhaupt diese Verbindung ist.
    Hab ich die Antwort auf meine Frage *wo liegen die Daten beim Verwenden von nextcloud* übersehen?
    Sieht vielversprechend aus - denn gerade gestern hab ich mir nextcloud auf meinem Webspace installiert... Echt problemlos.
    Moin,
    ich habe mit diversen Cloud-/Sync-Diensten experimentiert, unter anderem auch Next-/Owncloud. Daher empfehle ich hier als Alternative einmal Resilio Sync. Gerade in Verbindung mit einem NAS funktioniert es bei mir seit inzwischen 3 Jahren ausgezeichnet. Der große Vorteil gegenüber Nextcloud ist die unkompliziertere Installation und Administration. Einfach auf allen Geräten die Software installieren, Ordner auswählen und das wars. Wenn ich unterwegs bin brauche ich kein VPN, da die sehr schnelle Verbindung über das Bittorrent-Protokoll realisiert wird.
    Killer-Feature schlechthin ist aber für mich die Selektive Synchronisation, die es bei Nextcloud wohl nicht gibt. Diese entspricht imho dem Files on Demand Feature von OneDrive, d. h. wenn gewünscht werden nur Platzhalter angezeigt und erst bei Bedarf werden die Originaldateien auf den Client geladen. So kann ich auf meinem Macbook Speicherplatz sparen und habe trotzdem auf alles Zugriff. Allerdings gibt es dieses Feature nur in der Pro-Variante für einmalig 60 $ (1 Benutzer) bzw. 100 $ (bis zu 5 Benutzer). Lohnt sich aber auf jeden Fall, zumal auch der Support per Email wirklich Klasse ist.
    Was nicht geht bei Resilio Sync sind Kontakt-, RSS-, Kalender-, Mail- und Passwortverwaltung.
    für z.B. Synologie kann man schon die vom System bereitgestellten Dienste nutzen. Das deckt doch eigentlich alles ab.

    Sobald es über das reine Speichern von Dateien hinausgeht ist NextCloud erheblich flexibler, gerade was Kalender und Kontakte angeht. Man kann aber auch Mailbox.org und T-Online über Exchange-Server einrichten und systemübergreifend synchronisieren.
    Also Autor des Artikels versuche ich mal, ein paar eurer Fragen zu beantworten:

    • Unterschied Nextcloud/ownCloud: Hier hat fsproede ja schon einen recht guten Link geliefert. Ohne jetzt auf die kosmetischen Unterschiede einzugehen, würde ich den größten Unterschied darin sehen, dass bei Nextcloud (NC) wirklich die Community im Vordergrund steht. Bei ownCloud (OC) hatte man als Nutzer der Community-Edition immer das Gefühl, dass in erster Linie für die zahlenden Kunden entwickelt wird und die Community-Edition stets etwas hinterherhinkt. Bei NC hat die Weiterentwicklung der Software irgendwie „mehr Drive“ (zumindest meinem Empfinden nach).
    • Netzlaufwerk/Zertifikate: Das Einbinden per Netzlaufwerk funktioniert meiner Erfahrung nach recht gut (natürlich abhängig von deiner Leitung). Windows ist hier nur etwas zickig, wenn keine „richtigen“ (d.h. trusted) SSL-Zertifikate zum Einsatz kommen. Aber das hängt mehr vom Hosting-Provider ab. Im Self-Hosting-Bereich nutzt man einfach Zertifikate von Let’s Encrypt und hat damit keine Probleme.
    • Thema Datenschutz: Eigentlich das Argument für eine eigene Cloud. Bei gehosteten Angeboten muss man sich im Klaren sein, dass (auch trotz Server-seitiger Verschlüsselung), der Provider in der Lage wäre, irgendwie an die Daten zu kommen. Das „Secret“ ist ja auch dem Server selbst gespeichert. Ob sich der Aufwand hier lohnen würde…unwahrscheinlich. Auf der sicheren Seite ist man wirklich nur, wenn sich der Server unter eigener (physischer) Kontrolle befindet – und man weiß, was man tut. 😉
    • Wo liegen die Daten? Ganz einfache Antwort: Dort, wo du sie ablegst. 😉 Bei gehosteten Lösungen wird dies ein vorgegebenes Verzeichnis auf dem Webserver sein, bei eigenen Installation kannst du die Daten dort ablegen, wo du willst. Wenn du externen Speicherplatz nutzt (Google Drive, FTP, etc.), dann werden die Datn natürlich hier gespeichert, jedoch (auf Wunsch) verschlüsselt. D.h. der Anbieter des externen Speichers hat hier keinen Zugriff auf deine Daten.

    So, ich hoffe, dass ich einige Fragen damit beantworten konnte. Falls ihr noch mehr Fragen/Anmerkungen habe, dann immer her damit.
    Gruß,
    Jan
Nach oben