Die ersten Eindrücke vom Galaxy S21 Ultra sind prima

Die ersten Eindrücke vom Galaxy S21 Ultra sind prima

Die Geräteklasse der Smartphones hat mich in den letzten Jahren zunehmend gelangweilt. Es gab wenig Neues, was nicht wirklich schlimm war, große Entwicklungssprünge sind eben nicht mehr drin. Was mich störte, war der Umstand, dass die Hersteller weiterhin so tun, als wäre ein neues Modell die Neuerfindung des Rades. Die verzweifelte Suche nach Innovation hat außerdem zu Entwicklungen geführt, die mir persönlich nicht gefielen.

Regelmäßige Leser ahnen es schon, jetzt kommt wieder das Lieblingsbeispiel: Fingerabdruckleser unter dem Display mögen technisch ein Fortschritt sein, in Punkto Komfort und Zuverlässigkeit sind sie für mich jedoch ein Rückschritt.

Ich schweife ein wenig aus, um zu verdeutlichen, dass ich das neue Samsung Galaxy S21 Ultra nicht mit nervöser Vorfreude auspackte, als es diese Woche hier eintraf. Meine Erwartungshaltung ging eher in die Richtung „naja, mal sehen“, zumal ich das S20 vom Vorjahr überhaupt nicht gelungen fand, wozu hauptsächlich der monströse „Kamerabuckel“ auf der Rückseite beitrug. Erschwerend kam hinzu, dass die ausladende Kamera des S20 Ultra im Vergleich zu meinem damals noch recht neuen Note 10+ nicht den Mehrwert bot, den man aufgrund des Größenunterschieds erwarten durfte.

Nun aber endlich genug der Vorreden, kommen wir zum Galaxy S21 Ultra. Die Überschrift lässt bereits deutlich durchblicken, dass es mich positiv überrascht hat – und zwar in vielerlei Hinsicht.

Beginnen wir beim Design: Die Kamera ist immer noch monströs, die Gestaltung lässt sie aber wesentlich eleganter wirken, es wirkt nicht mehr so aufgesetzt. Außerdem liegt das ansonsten schlanke Gehäuse prima in der Hand. Selbstverständlich ist es immer noch ein ordentlicher Klopper, man muss große und schwere Smartphones schon grundsätzlich mögen, um sich mit dem S21 Ultra anfreunden zu können. Im Vergleich zu meinem Note 10+ fühlt es sich aber nicht nach Rückschritt an – das war wie gesagt beim S20 noch anders gewesen.

Samsung Galaxy S21 Ultra

Viel geknipst habe ich mit der Kamera noch nicht und ich habe mich mit deren Möglichkeiten auch noch nicht intensiv auseinandergesetzt, darum werde ich diesen Punkt jetzt nur streifen. Es sieht aber ganz so aus, als wäre ein neuer Zoom-König in der Stadt. Konzentriert euch auf die kleine Baumgruppe in der Mitte und den dahinter befindlichen Freileitungsmast.

Samsung Galaxy S21 Ultra Beispielfoto

Samsung Galaxy S21 Ultra Beispielfoto

Samsung Galaxy S21 Ultra Beispielfoto

Eine positive Überraschung zeichnet sich außerdem bei der Akkulaufzeit ab, die bei Samsung-Geräten traditionell unterdurchschnittlich ist. Mein Note 10+ sehnt sich am späten Abend stets nach dem Ladegerät, das S21 Ultra hatte bislang im Schnitt noch rund 40 Prozent Kapazität, wenn ich ins Bett ging, was meist so gegen Mitternacht passiert. Das ist allerdings der Eindruck von gerade mal vier Tagen und bedarf noch weiterer Beobachtung.

Regelrecht atemberaubend ist der Fortschritt bei den integrierten Lautsprechern. Die Klangqualität zwischen Note 10+ und S21 Ultra ist der vielzitierte Unterschied zwischen Tag und Nacht. Der Ton kommt sehr viel kräftiger und lauter aus dem Gerät. Für mich ist das gar nicht mal so unwichtig, denn wenn ich mit meinem Hund auf einen langen Spaziergang gehe, dann höre ich ziemlich oft Musik über die integrierten Lautsprecher, weil ich ja meine Umgebung weiterhin wahrnehmen will und muss.

Den von mit vielfach kritisierten Fingerabdrucksensor unter dem Display will Samsung bei der neuen Generation deutlich verbessert haben, er soll jetzt performanter und zuverlässiger sein. Was die Geschwindigkeit angeht, kann ich keinen gefühlten Unterschied im Vergleich zum Note 10+ ausmachen, gleiches gilt leider auch für die Zuverlässigkeit, die Anzahl der Fehlversuche beim Entsperren ist mir nach wie vor zu hoch und weit von dem entfernt, was echte Hardware-Sensoren leisten.

Dennoch fühlt sich das S21 Ultra bis jetzt nach einem Gerät an, von dem ich mir gut vorstellen könnte, dass es mein Note 10+ ablöst. Wäre da nicht der Preis. Mindestens 1.249 Euro muss man für das S21 Ultra auf den Tisch liegen, das ist weit mehr als das, was ich inzwischen für ein Smartphone zu zahlen bereit bin. Ihr solltet mir in diesem Punkt allerdings nicht trauen, ich tue es selbst nämlich auch nicht.

Demnächst mehr. Ich habe das Gerät noch weitere drei Wochen hier, wenn ihr Fragen habt, bleibt mir also noch ein wenig Zeit, um diesen nachzugehen.

Datenblatt_Galaxy_S21_Ultra_5G

Disclaimer: Das Testgerät wurde mir von Samsung leihweise zur Verfügung gestellt, ohne Verpflichtung zur Veröffentlichung eines Testberichts oder eine Einflussnahme auf die Berichterstattung.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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