Die Frage der europäischen Abhängigkeit

Die Frage der europäischen Abhängigkeit

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China dauert nun schon mehrere Jahre und hat mit der Zeit auch einen zunehmend technischen Faktor bekommen. Die bekannteste Auswirkung ist sicherlich der Bann von Huawei, der aufgrund der fehlenden Android-Lizenz durch Google letztlich auch einen globalen Einfluss hat. Es gibt aber auch andere Beispiele wie der Streit um die App Grindr, die das chinesische Unternehmen Kunlun Tech, denen auch die Mehrheit am heutigen Opera gehört, auf Druck der USA wieder verkaufen musste.

Mittlerweile spitzt sich die Lage weiter zu und laut Außenminister Mike Pompeo denkt die US-Regierung auch darüber nach, populäre Apps aus China wie TikTok in den USA zu sperren und damit dem Beispiel von Indien zu folgen. Während uns dieses Vorgehen sicherlich eher egal sein kann, stellt sich trotzdem immer mehr die Frage, ob die Abhängigkeit Europas von den USA im digitalen Bereich nicht zu einem zunehmenden Problem wird. Dabei geht es nicht nur darum, dass die Entscheidungen der USA für uns unmittelbare Folgen haben (können), sondern auch darum, dass sie, wie Nord Stream 2 gezeigt hat, gewillt sind, die europäischen Länder notfalls auch mit massiven Sanktionen unter Druck zu setzen.

Das Beispiel Mobilfunk

Der Bannstrahl gegen Huawei war ein deutlicher Warnschuss, die Liste der möglichen Kandidaten ist aber deutlich länger: Xiaomi, Realme, Oppo, ZTE, Nubia, OnePlus, TCL/Alcatel und nicht zuletzt auch Lenovo mit seinen Töchtern wie Medion oder Motorola sind weitere Kandidaten, die davon in Zukunft betroffen sein können. Das Ganze zieht sich dann bis zu Beteiligungen chinesischer Unternehmen an internationalen Software-Unternehmen, zu denen neben Opera auch andere große Vertreter wie Foxit Software oder Epic Games gehören, die den Publisher Tencent im Rücken haben.

Der Einfluss Chinas im Technologiebereich ist also immens, zumal auch klar ist, dass die USA hier ein hausgemachtes Problem haben. Motorola und Epic Games sind genau wie einst Grindr eigentlich US-amerikanische Unternehmen, die entweder chinesischen Unternehmen gehören oder durch starke Beteiligungen dieser gestärkt werden. Vor allem aber können beide Supermächte ohnehin nur miteinander, denn die seltenen Erden, wo China eine große Vormachtstellung hat, sind für die in den USA so enorm wichtige Technologiebranche unverzichtbar.

Für Europa, und damit auch für Deutschland, besteht die große Gefahr darin, in diesem Handelskonflikt zwischen den beiden Supermächten aufgerieben zu werden. Der Druck bei Nord Stream 2 hat gezeigt, dass die USA auch auf die europäischen Länder und ihre Unternehmen im Notfall massiven Druck ausüben würden, und wenn die USA den Europäern einen echten Schlag versetzen wollen würden, müssten sie nur bei den Technologieunternehmen ansetzen. Ohne Microsoft, Facebook, Amazon, Google oder Apple, um nur einige Beispiele zu nennen, geht in Europa (fast) nichts. Umso wichtiger ist es, dass in Zukunft eine dritte, eine europäische Säule neben der amerikanischen und der fernöstlichen entsteht.

Das digitale Europa

Wenn man das so liest, kann man verstehen, wenn einige Menschen dabei erstmal lachen müssen. Deutschland hat bis heute Probleme mit Funklöchern und beim Breitbandausbau, möchte mit den europäischen Partnern gleichzeitig aber mehr denn je OpenSource pushen und mit Projekten wie Gaia-X, Galileo oder Bergamot in die eigene Souveränität investieren. Tatsächlich existieren in Europa aber etliche Unternehmen, die auch international zu den absoluten Schwergewichten gehören. Gleichzeitig gab es auch in der Vergangenheit schon klangvolle Namen wie Opera, Skype oder Wunderlist, die in Europa ihre eigentliche Heimat haben.

Betrachtet man die Gegenwart, denkt man natürlich an andere Unternehmen. Zu den heutigen Schwergewichten gehören zum Beispiel Spotify beim Musikstreaming, JetBrains bei den Entwicklerwerkzeugen, TeamViewer in der Fernwartung oder Ubisoft und CD Projekt Red bei den Gaming-Publishern. Vor allem ist Europa aber die Heimat vieler großer OpenSource-Projekte. Die Liste ist denkbar lang: LibreOffice mit der Document Foundation mit Sitz in Berlin, die Krita Foundation und Blender Foundation mit Sitz in den Niederlanden, das VideoLAN-Projekt aus Frankreich oder natürlich die großen europäischen Linux-Distributionen wie Manjaro, openSUSE, Ubuntu oder Mageia.

Das sind nur einige Beispiele, aber es zeigt auch, dass die europäische Technikszene von den politisch Verantwortlichen zumindest teilweise bisher unter Wert verkauft wurde. Es geht dabei nicht nur um internationale Schwergewichte, zu denen sicherlich auch SAP oder Siemens weiterhin zählen, oder die starke OpenSource-Community, sondern auch die kleineren Unternehmen. Deutschland hat mit DeepL nachweislich einen der besten Übersetzungsdienste überhaupt und zumindest bei Behörden, der Polizei und ähnlichen Institutionen bestünde eigentlich kein Grund, sich von iOS und Android derart abhängig zu machen, würde man zum Beispiel Sailfish OS aus Finnland in diesem Bereich in Erwägung ziehen.

Eigene Konsequenzen

Natürlich bin ich nicht so naiv und denke, dass die Abhängigkeit von den USA oder anderen Ländern in einer globalisierten Welt wirklich jemals verschwinden wird. Alleine das Beispiel WhatsApp mit seinen rund 60 Millionen Nutzern in Deutschland zeigt schon, wie stark diese tatsächlich ausgeprägt ist. Gleichzeitig mache ich mir in den letzten Monaten aber auch zunehmend Gedanken darüber, ob es für mich nicht sinnvoll wäre, neben den beiden Schwerpunkten Microsoft und OpenSource-Software in Zukunft mehr Geld in Produkte aus anderen Regionen wie eben Europa oder auch Japan oder Südkorea zu stecken. Ich bin als einzelner Nutzer sicherlich ein kleines Licht, aber auch so kann man die Auswirkungen durchaus spüren.

Das Thema Smartphone ist so ein Beispiel, wo ich persönlich eine Überraschung wie mit Huawei gerne vermeiden möchte und mich bei anderen Herstellern wie Samsung oder Nokia umsehe. Gerade Nokia ist für mich auch eine Option, weil HMD Global abgesehen davon, dass die Firmenzentrale immer noch im finnischen Espoo ist, ansonsten weitgehend eine deutsche Angelegenheit ist. Es gibt mit Florian Seiche nicht nur einen deutschen CEO, sondern vor allem die Android-Entwicklung für Nokia findet auch noch im heimischen Ratingen in Nordrhein-Westfalen statt.

Abgesehen davon spiele ich auch an anderen Stellen mit dem Gedanken, gewisse Sachen zu verändern. Dazu gehören unter anderem ein möglicher Wechsel von Trello zu Zenkit bei der Projektplanung oder auch die zusätzliche Integration von GOG Galaxy, um neben Steam, Xbox, Origin und uPlay eine weitere Alternative bei den Gaming-Plattformen zu haben. Letztlich sind das auch nur Beispiele für kleine Schritte, aber wenn man bedenkt, wie unmittelbar die Nutzer den Bannstrahl gegen Huawei zu spüren bekommen haben und dass weitere Überraschungen nicht auszuschließen sind, wuchs in mir auch irgendwann der Gedanke und der Wunsch, mehr auf Sicht und Sicherheit zu fahren. Das heißt natürlich nicht, dass ich mich isolieren will oder Microsoft in Frage stelle, aber es bedeutet, dass es für mich persönlich sinnvoll ist, mich doch breiter aufzustellen.

Schlusswort

Betrachtet man in diesem Handelskonflikt das große Ganze, wird eigentlich klar, dass die USA im Techniksektor in der defensiveren Position sind. China kann im Zweifelsfall gut ohne die USA auskommen, aber umgekehrt herrscht wegen der Vormachtstellung bei den seltenen Erden, der Auslagerung an Auftragsfertiger wie Foxconn oder dem Einfluss großer chinesischer Unternehmen wie Tencent eine große Abhängigkeit der USA bei China vor. Unabhängig davon stellt sich für uns Europäer die Frage, ob die Rolle als Pufferzone zwischen den beiden Supermächten auf lange Sicht wirklich so gesund ist oder ob es nicht besser wäre, die eigene Technologiebranche besser zu unterstützen und hier eine dritte Säule aufzubauen.

Man wird gerade beim klassischen Consumer die große Abhängigkeit zu den US-Konzernen nicht abschwächen können und vielleicht ist das auch gar nicht sinnvoll, aber es wäre ein richtiger Schritt, wenn gerade die kritischen Infrastrukturen im Hintergrund komplett mit europäischen Technologien laufen würden. MariaDB statt MySQL, SAP Hana im Business-Umfeld, Ubuntu oder SUSE als Server-Distribution – die Technologien dafür haben wir allesamt. Gleichzeitig sollten in den Behörden und Institutionen vielleicht nicht unbedingt quelloffene, aber doch europäische Projekte den Vorzug bekommen, um hier keine unnötigen Risiken oder Abhängigkeiten zu generieren. Das kann Sailfish OS als mobiles Betriebssystem für Dienst-Smartphones und -Tablets sein, das kann aber auch in kleinerer Form mit Vivaldi als Browser, den Entwicklerwerkzeugen von JetBrains oder DeepL/Bergamot bei den Sprach- oder Übersetzungstechnologien stattfinden, um nur einige Beispiele zu nennen.

Generell ist das für einen Microsoft-Blog ein besonderes, aufgrund der aktuellen Situation aber auch ein wichtiges Thema, weswegen mich hierzu auch mal eure Meinung interessieren würde. Brauchen wir neben der amerikanischen und der fernöstlichen auch eine europäische Säule als dritte Kraft, wenn es um den Technologiesektor geht? Schreibt eure Meinung dazu gerne in die Kommentare und lasst uns darüber diskutieren. Ich bin gespannt!

Über den Autor
Kevin Kozuszek
  • Kevin Kozuszek auf Twitter
Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.

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Kommentare

  1. Mir wäre vorallem ein Cloudanbieter wichtig der im eurpoäischen Raum seinen Hauptsitz hat.
    Ich weiß es ist utopisch, aber wir haben soviele wichtige und geheime Informationen, über die amerikanische Unternehmen die Macht haben.
    Ich bin kein Anti-Cloudler im Gegenteil ich verwaltet fast alles in meinem Leben mithilfe von Azure, OneDrive und ähnlichem, aber sollte irgendwann die amerikanische Regierung Microsoft die zusammenarbeit mit Europa "verbieten", dann haben viele Unternehmen und privat Personen ein richtiges Problem
    Abhängigkeiten - schwierig.
    Der Knallfrosch mit dem Wiesel auf dem Kopf ist mir genauso sympatisch wie diese ewig lächelnden Grinsegesichter aus dem Land, wo unsere Technik zusammengeschraubt wird. Wie lange China dabei den alleinigen Bösewicht im Blickwinkel dieses Präsidentendarstellers auf der Weltbühne gibt wäre die Frage. Letztendlich interessiert den überhaupt nichts , außer Geld. Bevorzugt das, welches in seinem eigenen Tresor landet. Wenn der so weitermacht, ist irgendwann Amerika First nur noch von Schurkenstaaten umzingelt.
    China ist da wesentlich subtiler. Außerdem besitzen die dort die Frechheit, sich nicht mit der Rolle der verlängerten Werkbank der Welt zufriedengeben zu wollen. Das ist die Folge von dem, was uns als Globalisierung verkauft wurde. Das die Chinesen die Eigenschaft besitzen, rasend schnell zu lernen, kann man denen nicht zum Vorwurf machen. Außerdem haben Europa und Amerika denen, aus Kostengründen, jegliche Technologie nicht nur direkt vor die Hasutür gestellt, sondern diese wurde auch noch aufgebaut und den dortigen Technikern haarklein erläutert wie die funktioniert.
    Außerdem ist Bildung in China fast Staatsreligion. Ganz im Gegensatz zu uns, wo nach jeder Landtagswahl das ach so föderale Rad neu erfunden werden muß. Das bessere Rad natürlich. Ein Rad , wie es die Welt noch nie gesehen hat! Rund , im Zweifelsfall!
    Konsequenzen daraus ... siehe oben
    Ich würde sagen mal die kommenden US Wahlen abwarten und hoffen das da nicht wieder so ein Populist gewählt wird.
    @IngoBingo
    Nein, Ubuntu ist eine britische Distribution und Canonical selbst hat auch in England ihren Firmensitz. Mark Shuttleworth ist in Südafrika geboren, aber in Großbritannien aufgewachsen und seine Familie ist auch britisch.
    Diese Diskussion ist lange überfällig! Wir sind in Europa total abhängig von ausländischen Technologien, bei Hardware und bei Software! Auch SAP kann ohne den Unterbau von Microsoft vermutlich keine einzige Programmzeile schreiben.
    Für mich ist klar, dass wir versuchen sollten die China Abhängigkeit zu reduzieren, und nicht dem antiamerika-Reflex zu verfallen. Nur was heute z. B. mit Hongkong passiert ist Grund genug. Das "Böse" das von Trump kommen soll, wird eindeutig überbewertet. Unsere Medien sind da ausserordentlich einseitig gewickelt. Immerhin ist die USA ein Land, welches seinen Bürgern die Freiheit lässt.
    Den USA gehen bald die Gelder aus und die Wirtschaft pleite. Nicht nur durch Corona, sondern wegen der extremen Abhängigkeiten der Globalisierung. Das China expandiert nach etlichen Jahrhunderten... Wo China allerdings das viele Geld hernimmt, ist aber auch wunderlich für mich.
    Leope
    Wurde Nokia nicht auch von den Chinesen aufgekauft?

    Hatte ich auch zuerst gedacht, aber HMD Global ist tatsächlich ein durch und durch europäisches Unternehmen, das immer noch im finnischen Espoo in unmittelbarer Nähe der eigentlichen Nokia Headquarters sitzt. Das Unternehmen wurde selbst auch von Jean-Francois Baril, einem Franzosen, gegründet, bevor er als CEO den Staffelstab an den Deutschen Florian Seiche weitergereicht hat. Und wie gesagt, die komplette Android-Entwicklung findet bei uns in Deutschland in Ratingen statt. Viel europäischer geht es kaum, da ist Opera als Beispiel wesentlich schlimmer dran.
    @FirstWatt
    Das Problem bei Trump ist, dass er - freundlich formuliert - sehr spontan und aus dem Bauch heraus entscheidet. Ihn interessieren weder die Folgen und schon gar nicht die Fakten. Betrachtet man dann Huawei oder den Zank wegen Nord Stream 2, sieht man, dass das schnell globale Auswirkungen haben kann. Die aktuelle Regierung ist da knallhart. Ich hatte ja auch nicht geschrieben, dass wir die USA und ihre Unternehmen vom Kontinent schmeißen sollen, sondern dass wir eine europäische Säule als dritte Kraft brauchen. Ergänzung ist was anderes als Ersatz.
    Insbesondere heutzutage wird aufgrund der zu Deutschland negativ eingestellten US Regierung, in den deutschen Medien (politische Willensbildung über Medien, durch Parteizugehörigkeit der Medienvorstände), negativ über USA und die Trump Regierung berichtet. Da macht sich so ein Konflikt mit China zu einer günstigen Gelegenheit, um nochmals auf die Trump Regierung drauf zu hauen (öffentliche Medien).
    Der Konflikt zwischen USA und China wird sich bis weit in das jetzige Jahrhundert erstrecken und das Vorgehen der Trump Regierung findet auch große Zustimmung bei den US Demokraten. Es geht hierbei um die technologische Vormachtstellung und politischen und technologischen Einfluss in der Welt. Besonders Europa steht hierbei im Fokus der Chinesen. Der aktuelle chinesische Machthaber hat mal gesagt: "Wer Europa beherrscht, der beherrscht die ganze Welt"
    Die USA haben dem europäischen Kontinent, nach dem zweiten Weltkrieg, Wohlstand und Frieden gebracht, als Schutzmacht vor dem Warschauer Pakt. Das wird heutzutage schnell vergessen, die Sowjets hatten vor, bis nach Portugal zu marschieren!
    Die USA machen zurecht dies, denn davon wird es abhängen, in welche Richtung sich die Welt (auch Europa) zukünftig entwickeln wird. Viele meinen, die Geschichte hat ein Ende gefunden, jedoch befinden wir uns in außerordentlich historischen Zeiten (genau wie zu Beginn des letzten Jahrhunderts).
    Zu Nord Strem2:
    Ich verfolge dieses Thema ziemlich genau. Leider ist der ignorante Egoist hierbei Deutschland und nicht die USA. Die europäische Union hat auf Beschwerde zahlreicher osteuropäischer Staaten das Thema untersucht und ist zur abschließenden Entscheidung gekommen, dass die Energieverteilung nicht von einem einzigen Staat (Deutschland/ Russland) abhängen sollten. Deutschland ignoriert das allerdings und besteht auf seine wirtschaftlichen Interessen. Besonders bemerkenswert ist, dass auf Nachdruck der EU und der osteuropäischen Staaten, die Bundeskanzlerin öffentlich zugegeben hat, dass es hierbei auch um politische und nicht nur einzig um wirtschaftliche Interessen geht (Beziehung zu Russland und Kontrolle der Energieverteilung).
    Die osteuropäischen Staaten fühlen sich von Russland zunehmend bedroht, weil Russland Osteuropa als Teil seines Einflussbereichs ansieht und die ehemaligen Ostblockstaaten langfristig wieder unter Kontrolle bringen möchte.
    Polen habe schon vor dem Bau der Nord Stream 1 Pipeline gewarnt und schon 2005 gesagt:
    "Durch die Nord Stream Pipeline wird der bisherige Energiefluss durch die Ukraine, nach Westeuropa, an der Ukraine umgeleitet. Dadurch wird die Ukraine zum politischen Spielball Russlands werden, mit gravierenden Konsequenzen"
    All die Warnungen habe insbesondere Deutschland ignoriert, mit den mittlerweile bekannten Konsequenzen in der Ostukraine (Krieg). Heute ignoriert Deutschland wieder die Warnungen aus Osteuropa und möchte an seinen Interessen weiterhin festhalten. Somit haben sich die die osteuropäischen Staaten nicht nur an die EU, sondern auch an die USA gewandt, um diese zu unterstützen. Die Konsequenz daraus sind die US Sanktionen gegen an dem Pipeline Bau beteiligte Unternehmen.
    Jede Medaille hat immer zwei Seiten und man muss immer vorsichtig sein, wenn man sich die "politische Willensbildung" in den deutschen Medien ansieht!
    Schöner Beitrag, der mir aus der Seele spricht. Einige Gedanken dazu:
    Sailfish OS ist prinzipiell nach wie vor toll (eigentlich sollten auf meinen Gastartikel von vor einem Jahr ja noch weitere folgen...), aber aufgrund mangelnder Finanz- und Manpower wie auch nur maximal mittelklassiger Hardware entwickeln die sich zu langsam fort.
    Mit Fairphone haben wir zumindest noch einen europäischen Smartphonehersteller.
    Clouds gibt es in Deutschland doch genug. OneDrive nutze ich nur für die Fotosicherung, und selbst da ist es historisch aus der Windows Phone-Zeit bedingt. Ansonsten gibt es das HiDrive von Strato (nebst Anlegern davon bei Providern wie 1&1), die Magenta-Cloud der Telekom usw.
    Mit Nextcloud gibt es einen deutschen Hersteller für Cloud Lösungen, die man auch privat auf eigener Hardware nutzen kann. Dass da noch viel mehr mit drin steckt (bis hin zum Messenger, Videochat und Office-Möglichkeiten inkl. Kollaboration, aber selbst Social Networking und Möglichkeiten wie Standortfreigabe) wissen viele wohl kaum, und wer es nicht selber hosten will kann das auch bei diversen Hostern mieten.
    Nextcloud ist übrigens inzwischen auch in einem Mobilsystem nativ integriert - nämlich in Sailfish OS.
    Für Chat gibt es Telegram, und warum RCS bei den Mobilfunkanbieter immer noch nicht in die Strümpfe kommt ist mir völlig unverständlich (zumal da inzwischen selbst die Videochat-Funktionen begraben wurden).
    @Cryx
    Naja, bei Telegram wäre ich vorsichtig, die haben auch eine ziemliche Wanderschaft hinter sich. Erst hatten sie ihren Sitz in Berlin, dann waren sie mal als Non-Profit-Unternehmen in London gelistet und mittlerweile gabs die große Kehrtwende, wo sie nicht nur nach Dubai umgezogen sind, sondern ihren Non-Profit-Status auch aufgelöst haben und mit Gram jetzt ganz groß in die Kryptowährungen einsteigen wollen. Dass da nicht schon mehr gekommen ist, wo die Einführung eigentlich schon Ende Oktober 2019 stattfinden sollte, wundert mich bis heute.
    Das zentrale Problem ist in Europa einfach, dass wir quasi im Schraubstock sitzen. Da ist die große Abhängigkeit von den USA auf der einen und der Einfluss aus dem Osten auf der anderen Seite. Opera hatte ich als Beispiel für chinesischen Einfluss ja genannt, dafür haben wir auf der russischen Seite zum Beispiel Yandex, die ja auch eine Firmenzentrale in Amsterdam haben. Während dessen sprechen die Politiker zwar immer wieder von Künstlicher Intelligenz, digitaler Souveränität und dem Wert freier/quelloffener Software, aber wirklich zupacken tun sie auch nicht. Natürlich sind Linux-Distributionen und zahlreiche OpenSource-Projekte, darunter auch sehr große wie eben Nextcloud, MariaDB und LibreOffice, ein sehr wichtiger Teil der europäischen Digital-DNA, aber wir haben wie gesagt auch deutlich mehr und klein sind wir damit schon lange nicht.
    Die Liste ist lang: Spotify und Deezer beim Musikstreaming, TeamViewer und AnyDesk bei der Fernwartung, JetBrains/MariaDB/Qt bei den Entwicklerwerkzeugen, Ubisoft/CD Projekt Red/THQ Nordic/Crytek bei den Games, Sailfish OS bei den mobilen Betriebssystemen, Vivaldi als Browser, Steinberg mit Cubase oder Native Instruments mit Traktor bei der Musikproduktion, Serif mit Affinity bei der Grafikbearbeitung, Zenkit bei der Projektplanung, HERE und TomTom beim Kartenmaterial, dazu Estland und Schweden generell mit ihren enormen digitalen Investitionen und digitalen Erfolgen...
    Das sind nur einige Beispiele und nicht alles nur EU, sondern Europa als Ganzes betrachtet. Es zeigt aber, dass wir deutlich mehr könnten, wenn wir wollten. Diverse andere OpenSource-Projekte und -Unternehmen wie Open XChange, Blue Systems, der KDE e.V., die unterschiedlichen Foundations wie die TDF, die Krita Foundation, die Blender Foundation etc. kommen ja noch obendrauf. Wir packen es halt bloß nicht richtig an.
    Wie gesagt, ich möchte die USA nicht ersetzen, aber ich würde gerne sehen, dass die Europäer ihre eigene Digitalindustrie endlich mal selbstbewusst unterstützen, damit wir aus dem Schraubstock rauskommen und zwischen West und Ost ein dritter massiver Pfeiler entsteht. Das können wir schaffen und was wir haben, hat in manchen Bereichen sicherlich Aufholbedarf, aber es ist oft auch keinesfalls schlechter als die anderen. Wir können mehr als aktuell gezeigt wird.
    Ersetzen wir also Telegram durch Threema... ?
    Wobei es mir persönlich mittlerweile fast schon recht wäre, diverse US-Produkte und Dienste gegen europäische auszutauschen...
    Generelles Problem ist halt, wo man anfängt - die Kurve kriegt man nur mit entsprechender Nutzermasse.
    Man sollte nicht davon ausgehen, das dieser Herr Trump mit Amerika gleichzusetzen ist. Ich möchte mich nicht ausführlich darüber auslassen, wie Jemand zu bezeichnen wäre der sich seine Fakten selber zusammenbastelt, bis sie genehm sind. Diese dann als unverrückbare Ausgangsbasis präsentiert und damit der Welt zu verstehen gibt, wie der Hase zu laufen hat. Wer dabei die Stirn in Falten zieht ist der Feind schlechthin. Wer solche Freunde sein Eigen nennt ...
    Abhängigkeiten (das Thema dieses Threads) funktioniert nicht in einer Einbahnstraße. Wie uns Corona gezeigt hat, funktioniert sowas immer inbeide Richtungen. Zuerst konnte unsere Industrie nur noch mit halber Kraft oder gar nicht arbeiten, weil die Lieferketten nicht funktioniert haben. Jetzt genauso weil es kaum noch funktionierende Absatzmärkte gibt. Das ist bei den Chinesen nicht viel anders. Du kannst der König der Welt sein , wenn dir niemand etwas abkauft, bist du am Arsch. Drastisch ausgedrückt.
    Dasselbe mit dem Trump. Wegen des wohlergehens der Welt, hat er vor kurzem fast alles an Remdesivir aufgekauft, was irgendwo in den Ecken gelegen hat. Ob das wirksam ist oder nicht - egal.
    Aus genau diesem Grund wollte er doch auch diese kleinere Pharmafirma CureVac nach Amerika holen. Damit er die Welt retten kann? Wohl kaum - "Amerika First"! Guter Mann!
    Mit Technologie hat das weniger zu tun aber mit der Einstellung, sich selber in der Welt einordnen zu können. Das Trump dabei die größte aller defekten Leuchten in der Dunkelkammer ist bestreiten nur seine Hardcorefans. Sei es denen gegönnt, sich mit wenig zu begnügen ist auch eine Herausforderung.
    Das andere ist zusätzlich ein Schlag ins Gesicht von Mr. Trump. Jetzt erdreisten sich diese Chinesen, wenn es denn stimmt, dasselbe zu machen wie CIA &Co. seit dem Anbeginn der Zeiten. Die hören ab und sammeln Daten! Auch über die Lichtgestalt! Frechheit.
    Das würde die USA ja nie machen - also sich erwischen lassen.
    Eine unendliche Geschichte über unendliche Mißverständnisse.
    Politische Willensbildung? Was soll das sein? Welche Medien und Wer hört Wem überhaupt noch zu, wenn er nicht die eigene vorgefaßte Meinung befleißigt? Argumente - völlig überbewertet.
    Der eine sieht sich die Nachrichten der öffentlich rechtlichen Medienanstalten an. (Ich bezahle gerne meine GEZ! bin ich jetzt geoutet?) Der andere bei RTL ...
    Alle Privatsender sind eigentlich nur noch Bildzeitung in knallig Bunt und laut. Stichwort scripted Reality und Gedöns. Würg!
    Der Andere bevorzugt das Internet und News und Kommentare von unter Pseudonym schreibenden, selbsternannten Universalspezialisten. Oder , schlimmer noch, ungeprüft übernommene Posts in Twitter und Fatzebook. Es steht dort , dann muß es ja wahr sein. Das ist schon -zigtausendmal geliked , wenn das nicht stimmt dann weiß ich ja auch nicht. Das muß einfach!
    Diskussionen finden nicht mehr statt, denn der andere ist der Feind. Feinden muß man nicht sachlich kommen. Wer lauter brüllt hat recht. Anonym sein ist geil!
    Ich habe noch NIE einen einzigen alleine herumstehenden Nazi herumbrüllen und krakeelen hören. Erst mit ansteigender Gruppendynamik kann man sowas erleben. Pöbelnde, sich selber als "links" bezeichnende Solisten ganauso. Die "Helden" der neuen Zeit.
    Was hat sowas mit globeler Abhängigkeit zu tun? Nichts! Mit Diskussionskultur aber viel. Auf Trump draufhauen? Das schafft der von sich aus ganz alleine. Laß den frei reden wollen oder eine Bibel hochhalten und die Army geht als Rollkommando vorneweg. Der rennt gegen Ecken wo es vorher noch nie Ecken gegeben hat.
    Cryx
    Ersetzen wir also Telegram durch Threema... ?

    Der Markt an heimischen Messengern löst sich seit gut 10 Jahren ja so nach und nach auf, sodass Threema heutzutage eigentlich mehr oder weniger alleine ist. Der ganz große Name war ja Skype, der als dänisch-schwedisches Unternehmen in Luxemburg gegründet und von estnischen Entwicklern gestaltet wurde. Skype hat in Estland bis heute einen gewissen Kultstatus. Der andere "große" Name ist Wire, der seinen Hauptsitz aber mittlerweile von der Schweiz in die USA verlagert hat. Und Teamspeak kannste nicht werten, weil zwar deutsch, aber halt nur ein VoIP-Dienst. Außerdem tendieren die datenschutzbewussten Europäer, wenn sie eine Nähe zu FOSS haben, ohnehin eher zu Sachen wie Matrix.
    Wenn es um Kommunikation geht, führt bei der Allgemeinheit sowieso kein Weg an Facebook vorbei. WhatsApp hat in Deutschland bei knapp 83 Millionen Einwohnern etwa 60 Millionen Nutzer, der Facebook Messenger folgt mit nach meinem Wissen fast 20 Millionen Nutzern deutlich dahinter. Der Rest ist Community- oder zweckgebunden. Zoom ist zentral bei Videokonferenzen, Telegram bei den Tech-Communities, Slack bei der Teamarbeit, Discord bei den Gamern. Der Rest wird sehr speziell. Wenn du Kontakte nach Südkorea oder Japan hast, brauchste zwangsläufig KakaoTalk bzw. Line, weil sie da eine eigene Identität aufgebaut haben. Von sowas können wir nur träumen.
    Ist halt schwer, einen Wechsel zu rechtfertigen. Wir haben hier einen gewissen Personenkreis, wo wir darüber diskutieren, den Signal Messenger als zusätzlichen Kanal zu integrieren. Mehr Veränderungen sind hier aber auch kaum denkbar.
    @ tkmopped:
    Politische Willensbildung ist ein offizieller Teil des Staatssystems und Regierungsbildung der Bundesrepublik Deutschland!
    Ich spreche mehrere Sprachen und bediene mich zahlreicher offizieller ausländischer Nachrichtensender im TV, Radio, Internet. Es ist wie in einem Gerichtssaal, man muss zuerst alle beteiligten Seiten gehört haben, um sich eine seriöse Meinung zu bilden. Ein Meinung allein (deutsche Medien) ist nicht ausreichend!
    Es ist schade, dass hier das Rückfahren der Globalisierung Dinge besser machen könnte. Aber auf Grund des Verhaltens der USA und China denke ich, dass es nötig ist. Davon abgesehen ist verteilte Kompetenz eine sehr gute Idee um Ausfallsicherheit und Innovationsdruck zu verbessern.
    eigentlich bin ich ein Fan der EU und auch der Globalisierung, allerdings nicht in der Form, in der sie momentan vor uns liegt.
    ich denke schon, dass jedes Land gewisse Stärken und Vorzüge hat, die es anderen Ländern zur Verfügung stellen könnte, und damit einen ausgleich zu den Schwächen des eigenen Landes zu schaffen
    aber das ist so ein rosarotes Idealbild ;)
    daher bin ich schon der Meinung, dass die EU sich für bestimmte Dinge einfach etwas autarker aufstellen sollte
    kann ja nicht sein, dass die z.B. die Abschaltung gewisser Dienste unseres hier im Blog favorisierten IT-Unternehmens, die Wirtschaft in Europa lahmlegt, weil die Buchhaltung unter Excel nicht mehr funktioniert (ja ich weiß ein seeeeeeeehr einfaches Beispiel)
    oder auch medizinische oder Energieversorgung
    hier würde ich mir wirklich ein größeres Engagement in Europa und sei es nur in einer Katastrophen-Depot-Strategie wünschen.
    Generell hat Software das Problem, dass sie wandern kann, ja. Skype wurde schon genannt, aber auch ICQ hat firmentechnisch ja bereits mehrfach die Nationalität gewechselt.
    Und dass es zum Teil sehr Länder spezifisch ist stimmt schon - in Indien ist ja zum Beispiel mit dem Hike Messenger ein lokales Produkt der große Renner.
    Europa hatte seine Chance. Und hat es vergeigt.
    Als Erfinder des Computers gilt Konrad Zuse aus Hessen. Und da hatten wir noch so einige, die damals tatsächlich im Computermarkt mitgemischt haben. Firmen wie Nixdorf oder Triumph-Adler mit ihren CP/M-Maschinen. Siemens war auch im PC-Bereich unterwegs. Oder reden wir über Olivetti aus Italien! Und auch die DDR hatte was zu bieten: Robotron.
    Vergeigt! Sie haben es vergeigt!
    Der Punkt ist, daß Europa mit seiner Kleinstaaterei keine Chance hat gegen USA, China, Russland (vormals: UdSSR). Sie sitzen da in der zweiten Reihe und können nur zuschauen.
    Europa ist der Kontinent der Zweifler und der Bremser. Insbesondere in Deutschland sitzen die Zweifler. Hinter jeder neuen Technik wird die Apokalypse vermutet. So wird das nix.
    Du kannst so blöd sein wie kein zweiter, aber wenn du die militärische und wirtschaftliche Macht hast , kann es dir am A.... vorbei gehen was die anderen schwätzen !!! Europa war und ist Spielball , ehemals zwischen USA und UDSSR und heute spielt halt auch noch China mit den EU'lern
    Kurz und knapp ich finde es dramatisch wie sehr Europa und speziell Deutschland sich in globale Abhängigkeiten manövriert hat.
    Aber das wurde ja Jahrzehnte auch seitens der Regierung nicht nur gewünscht sondern auch gefördert.
    Es kann wirklich nicht schaden, mehr die eigenen Dienste zu fördern, um aus der Abhängigkeit zu entkommen, da wir gesehen haben, dass einige Leute bereit sind, in alte Muster zu verfallen, was manchmal Stammesdenken genannt wird, und andere Länder in Mitleidenschaft ziehen kann.
    National wird die Sache schon schwieriger, weil manche Leute zu denken schreiben, man könne sein Land allein mit Knopfdruck zur Krönung der Technikentwicklung machen, ohne Handel oder Geschäfte mit weiteren Ländern zu betreiben: das gelang nur wenigen Ländern in der Geschichte zu bestimmten Zeiten wegen der Umstände.
    --
    Heute habe ich etwas zu TikTok gefunden, die App scheint ein seltsames Verhalten an den Tag zu legen, indem es die Zwischenablage auf dem Handy sehr häufig abfragt.
    Anschreiben fließen auch mehr Daten an als bei anderen Apps, die schneller Bilder für E-Mails anbieten wollen oder anbieten, Video-Links einzufügen in Voraussicht.
    Das bringt auch noch mal das Problem auf den Tisch, dass Nutzer nicht bestimmen können, welche App nun zugreifen darf auf die Zwischenablage.
    TikTok seems to be copying and pasting your clipboard with every keystroke
    .Bernd
    Den USA gehen bald die Gelder aus und die Wirtschaft pleite. Nicht nur durch Corona, sondern wegen der extremen Abhängigkeiten der Globalisierung. Das China expandiert nach etlichen Jahrhunderten... Wo China allerdings das viele Geld hernimmt, ist aber auch wunderlich für mich.

    Ich würde nicht darauf tippen, dass alle Spielregeln der Wirtschaft genau eingehalten werden, denn einen Ruf haben sie nicht zu verteidigen und selbst bei vorliegenden Unstimmigkeiten in der Vergangenheit kann ich mich nur erinnern an Empörung und Verneinung und Aussitzen seitens Chinas.
    --
    @skalar
    Nettes Bullshit-Bingo, leider solltest Du Deine Quellen mal überdenken, denn ich finde genug, die nicht mit dem Kurs von Trump übereinstimmen, natürlich werden die Medien da dann nicht vom Staat kontrolliert, um den Willen der Bürger zu lenken, wie hier angedeutet durch die eigentümliche Verwendung des Begriffs "Willensbildung", sondern dort in Übersee sind es dann die Demokraten oder die Feinde Trumps, die ihre eigenen Medien nutzen, um Agendas oder Ideologien voranzubringen, wobei konservative Kreise schnell vergessen, dass sie eigene Agendas und Ideologien verfolgen und sie das Offensichtliche beim Gegenüber festgestellt haben.
    Übrigens wäre voll toll, wenn wir nicht so pauschal ankommen mit Behauptungen, dass unsere "gesteuerten" Medien dies Land mögen, jenes Land aber nicht, wir müssten uns dann mal all die tollen offiziellen Kanäle ansehen, die solche verallgemeinerten Behauptungen in die Welt setzen.
    PS: eine einfach Suche bei Google zeigt übrigens, dass das Zitat "Wer Europa beherrscht, der beherrscht die ganze Welt" auf Herbert Backe unter Hitler zurückgeht.
    --
    @tkmopped
    Da teile ich Deine pessimistische Einstellung bezüglich der "Willensbildung", obwohl den Bürgern hierzulande wie anderswo in Demokratien Medien zur Verfügung gestellt werden sollen, dass sie sich selber politisch bilden können, um sich einen Willen zu bilden, so gibt es inzwischen Faktoren, die diesen Mechanismus erschweren; erlebt habe ich da, dass die Leute nur noch daran denken, wie sie über die Runden kommen, oder sich nur für ihre Arbeit interessieren, Politik als lästig empfinden oder überflüssig, oder wie Du sagst, dass sie irgendwo eine Meinung gefunden haben, die ihnen gefiel, die sie dann ständig durchkauen, wenn sie die Gelegenheit finden, davon zu erzählen, wie toll sie diese Meinung finden, und wer dann noch nachfragt und Fragen stellt oder sogar Teile der Meinung infrage stellt, der wird zum Feind und Angreifer.
    Das Thema hat in der EU und in Ger keinerlei Bedeutung. Gleichstellung, bzw. Frauenquote dagegen hatte gestern im Ger-Prlament höchste Priorität!
    "Gleichstellung, bzw. Frauenquote dagegen hatte gestern im Ger-Prlament höchste Priorität!"
    Gleichstellung, bzw. Gleichberechtigung gibt es bereits. Was gewisse Parteien fordern, ist Gleichheit und das wird es niemals geben.
    In der CDU z.B., sind 26% der Mitglieder Frauen. Und nun sollen 50% der Posten dort mit Frauen besetzt werden. Das kann nicht funktionieren.
    @anthropos:
    Dein Bullshit ist Google!
    Meine Quellen arbeiten als Professoren und Dekanen an Universitäten!
    Du scheinst auf meine Kommentare ziemlich abgesehen zu haben, ich habe da wohl ziemlich ins Schwarze getroffen...
    .Bernd
    Den USA gehen bald die Gelder aus und die Wirtschaft pleite. Nicht nur durch Corona, sondern wegen der extremen Abhängigkeiten der Globalisierung. Das China expandiert nach etlichen Jahrhunderten... Wo China allerdings das viele Geld hernimmt, ist aber auch wunderlich für mich.
    Beide bescheißen. Die Finanzbranche ist das wichtigste und die wird immer mit Geld versorgt. Zur Not zur Lasten der eigenen Bürger, meist aber durch Kriege oder die Gelddruckmaschine. Da sich die Chinesen echten Krieg nicht leisten können, wird die Landnahme anders durchgeführt, siehe Afrika, Südosteuropa und Südamerika. Machen die Amerikaner zwar auch, aber alle paar Jahre muß auch ein Krieg her. Auch wenn sich ein Land mal den falschen Partner für den Wiederaufbau aussucht, landen gerne mal erneut amerikanische Bomben dort.
    Das System wird auch in nächster Zeit nicht zusammenbrechen. Siehe die aktuelle Lage. Die Börsen in China und Amerika eilen von Rekord zu Rekord. Das ist eine Blase, die aber niemand platzen sehen will, also platzt sie auch nicht.
    tkmopped
    Man sollte nicht davon ausgehen, das dieser Herr Trump mit Amerika gleichzusetzen ist.
    Nicht mit dem ganzen, aber mit einem großen Teil. Zwar sicher keine absolute Mehrheit, aber eine relative leider schon. Die Republikaner haben sich mit der Radikalisierung von größeren Teilen ihrer Basis selbst eine Grube gegraben, leider ist jedoch diese radikale Basis immer noch groß genug für Mehrheiten. Die können gar nicht mehr anders als auf dem Trump Train mit zufahren, weil dank amerikanischem Wahlrecht sonst entweder ein radikalerer Republikaner oder ein Demokrat ihren Platz am Tisch einnimmt.
    tkmopped
    Wegen des wohlergehens der Welt, hat er vor kurzem fast alles an Remdesivir aufgekauft, was irgendwo in den Ecken gelegen hat. Ob das wirksam ist oder nicht - egal.
    Ist eben eine Firma im eigenen Land, da kann man schon mal so zuschlagen. Würde hier vermutlich nicht anders laufen, wenn's hart auf hart kommt.
    tkmopped
    Aus genau diesem Grund wollte er doch auch diese kleinere Pharmafirma CureVac nach Amerika holen. Damit er die Welt retten kann? Wohl kaum - "Amerika First"! Guter Mann!
    Diese Geschichte ist ja nun mehr als zweifelhaft.
    tkmopped
    Politische Willensbildung? Was soll das sein? Welche Medien und Wer hört Wem überhaupt noch zu, wenn er nicht die eigene vorgefaßte Meinung befleißigt? Argumente - völlig überbewertet.
    Große Teile der Bevölkerung sind gar nicht in der Lage sich zu den meisten aktuellen politischen Themen eine fundierte Meinung zu bilden. Da geht es nicht mal um die fehlende Bildung und möglicherweise die fehlende Intelligenz, die man zumindest bei Teilen der Bevölkerung feststellen kann, sondern auch um das fehlende Wissen, Fakten, usw. Wissen, das einfach abseits der Insider gar nicht vorliegt, weil es keine Transparenz gibt. Selbst wenn der ein oder andere Aspekt dann mal transparenter abläuft, haben die meisten neben ihrem Beruf keine Zeit, sich auch noch damit in der nötigen Tiefe zu beschäftigen.
    skalar
    Es ist wie in einem Gerichtssaal, man muss zuerst alle beteiligten Seiten gehört haben, um sich eine seriöse Meinung zu bilden. Ein Meinung allein (deutsche Medien) ist nicht ausreichend!
    Eben das ist eines der Probleme. Man hat in der Regel nur Zugang zu den Meinungen der anderen. Sich die notwendigen Fakten zu beschaffen ist entweder mit sehr viel für die meisten nicht zu leistendem Aufwand verbunden oder schlicht nicht möglich. Die Medien fallen als neutraler Filter von Fakten und Zusammenfassungen leider vollständig aus.
    TobiV.Helsinki
    Es ist schade, dass hier das Rückfahren der Globalisierung Dinge besser machen könnte. Aber auf Grund des Verhaltens der USA und China denke ich, dass es nötig ist. Davon abgesehen ist verteilte Kompetenz eine sehr gute Idee um Ausfallsicherheit und Innovationsdruck zu verbessern.
    Inzwischen ist mit der Pandemiegefahr, die immer da war, aber den meisten erst jetzt bewußt wurde, ein weiterer Punkt hinzugekommen, warum die bisher gelebte Art der Globalisierung eher ein schlechte Lösung war.
    Don Smeagle
    eigentlich bin ich ein Fan der EU und auch der Globalisierung, allerdings nicht in der Form, in der sie momentan vor uns liegt.
    ich denke schon, dass jedes Land gewisse Stärken und Vorzüge hat, die es anderen Ländern zur Verfügung stellen könnte, und damit einen ausgleich zu den Schwächen des eigenen Landes zu schaffen
    aber das ist so ein rosarotes Idealbild ;)
    Die EU ist m.E. der einzige Ausweg, der Europa bleibt. Aber sämtliche Erweiterungen haben es bisher eher den Gegnern der EU leichter gemacht. Sicher hat Deutschland von der Osterweiterung profitiert, allerdings wird die EU inzwischen dadurch vollständig blockiert.
    Don Smeagle
    daher bin ich schon der Meinung, dass die EU sich für bestimmte Dinge einfach etwas autarker aufstellen sollte
    kann ja nicht sein, dass die z.B. die Abschaltung gewisser Dienste unseres hier im Blog favorisierten IT-Unternehmens, die Wirtschaft in Europa lahmlegt,
    Sicherlich einer der wichtigsten Aspekte der nächsten Jahre, allerdings haben sich die EU-Bürokraten da nicht mit Ruhm bekleckert. Die Misere gerade auf dem IT-Bereich wurde mit von der EU verursacht.
    In erster Linie sollte die EU für einheitliche Standards bei Menschen- und Bürgerrechten sorgen. Das heißt zuvorderst Polen und Ungarn und andere östliche Länder bzw. deren autoritäre Regierungen in die Pflicht nehmen und dann auch die einzelnen Mißstände im Westen angehen - auch Deutschland und Frankreich sind nicht in allen Bereichen diesbezüglich Musterschüler.
    Caramba
    Der Punkt ist, daß Europa mit seiner Kleinstaaterei keine Chance hat gegen USA, China, Russland (vormals: UdSSR). Sie sitzen da in der zweiten Reihe und können nur zuschauen.
    Europa ist der Kontinent der Zweifler und der Bremser. Insbesondere in Deutschland sitzen die Zweifler. Hinter jeder neuen Technik wird die Apokalypse vermutet. So wird das nix.
    Autoritäre Staatsformen haben schon immer einen Vorteil gegenüber eher demokratisch organisierten Ländern. Und wenn China und USA gerne auf den Aktienmärkten und sonstigen Märkten bescheißen, Europa dabei aber den Deppen spielen will, wird sich da wenig ändern. Ohne den Marktzugang in Europa können aber weder Amazon, Apple, Google und Co. noch Huawei, Lenovo und Co. existieren, also sollte man das aus Sicht von Europa nutzen.
    LoneSurvivor
    Gleichstellung, bzw. Gleichberechtigung gibt es bereits. Was gewisse Parteien fordern, ist Gleichheit und das wird es niemals geben.
    In der CDU z.B., sind 26% der Mitglieder Frauen. Und nun sollen 50% der Posten dort mit Frauen besetzt werden. Das kann nicht funktionieren.
    Konsequent wäre es, wenn alle Befürworter dieser Art von Gleichstellung und Quoten ihren über dem Durchschnitt Deutschlands oder noch besser der gesamten Welt liegenden Lohn, Besitz usw. abgeben würden, damit er an diejenigen unterhalb des Durchschnitts verteilt werden könnte. Nur da hört meistens die Gleichheitslust auf. Auf die Diskussion, warum nur das Geschlecht ein Faktor sein soll, alles andere aber nicht, will sich keiner einlassen, weil dabei nämlich nicht die "Richtigen" etwas verlieren.
    Don Smeagle
    eigentlich bin ich ein Fan der EU und auch der Globalisierung, allerdings nicht in der Form, in der sie momentan vor uns liegt.
    hier würde ich mir wirklich ein größeres Engagement in Europa und sei es nur in einer Katastrophen-Depot-Strategie wünschen.

    Ich hatte die kritische Infrastruktur in der Hinsicht auch nicht umsonst angesprochen. Wir haben hier eine große Palette an wichtigen Bereichen wie die Polizei, Feuerwehr, Energieversorgung, medizinische Einrichtungen wie Krankenhäuser, Katastrophenschutz und weitere Akteure, wo aber besonders US-amerikanische Unternehmen wie Microsoft Schlüsselpositionen bei der Versorgung inne haben und worauf wir uns auch im Rahmen des deutschen IT-Sicherheitsgesetzes verlassen. Jetzt male man sich mal aus, Trump hat mal wieder eine seiner spontanen Ideen und trifft eine ähnliche Entscheidung wie bei Huawei, die wieder globale Folgen hat, oder nutzt wirklich den Technologiesektor, um Druck auf die Europäer auszuüben. In Zeiten von Ransomware und Co. wäre das keine gute Nachricht, wenn zum Beispiel außer mit Sicherheitsupdates bei Bestandsgeräten nichts mehr von Microsoft, Google oder Apple hier kommen dürfte.
    Das ist natürlich stark vereinfacht, aber gerade bei der kritischen Infrastruktur können und dürfen wir uns nicht unbedingt auf das außereuropäische Ausland verlassen, wenn die aktuelle Regierung in der Hinsicht nicht berechenbar genug ist. Globalisierung bedeutet ja auch ein Gleichgewicht und da haben wir momentan eine ziemliche Schlagseite. Jetzt kann man über den Zustand und den Rückhalt hinter der europäischen Technologiebranche in manchen Bereichen lachen und wir haben sicherlich in manchen Bereichen was aufzuholen, aber am Ende hilft es ja nichts. Normalerweise wäre ein zügiger Aufbau innerhalb weniger Jahre der richtige Weg und der funktioniert nur, wenn wir aus dem Ist-Zustand das Beste in dem Bereich herausholen. Und so schlecht ist die Basis nicht, die in Europa zur Verfügung steht.
    Was beim Consumer passiert, ist dann wieder ein anderes Thema. Die Massen sind träge und bestimmte Abhängigkeiten wird man hier vielleicht niemals lösen können, aber auch hier muss man die europäische Branche nicht schlechter machen, als sie tatsächlich ist.
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