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Die Sidebar in Microsoft Edge hat viel Potenzial

Die Sidebar in Microsoft Edge hat viel Potenzial

In den letzten Monaten hat Microsoft viele neue Funktionen in Microsoft Edge integriert, die teils kontrovers diskutiert wurden. Dabei wurde oft die Frage aufgeworfen, ob diese oder jene Funktion in einem Browser etwas zu suchen hat. Mit der neuen Sidebar haben die Edge Entwickler meiner Meinung nach allerdings einen Volltreffer gelandet, zumindest für mich steckt in diesem Konzept ganz viel Potenzial.

Bei den allermeisten Nutzern sollte die Sidebar seit Edge Version 106 vorhanden sein (mit der Tastenkombination STRG+Shift+# findet man es am schnellsten heraus). Wo sie schon vorhanden ist, hat sie vor einigen Tagen ein Update erhalten, mit dem viele neue Module hinzugefügt wurden. Die Musikstreamingdienste Deezer, Spotify und Apple Music wurden integriert, außerdem sind der Facebook Messenger, WhatsApp und Instagram hinzugekommen. Google-Dienste sind mit Gmail und YouTube ebenfalls verfügbar.

Microsoft Edge Sidebar Module

Jedes einzelne dieser Module lässt sich an- und abschalten, sodass man nur die Dinge in der Sidebar sieht, die man auch wirklich nutzen möchte.

Die Idee ist offensichtlich: Man soll bei der Arbeit in Microsoft Edge „im Flow“ bleiben und andere Dinge nebenbei machen, ohne den Fokus zu verlieren – beispielsweise den Posteingang checken, Chatten oder seine Lieblingsmusik hören. Ich habe schon mehrfach erwähnt, dass ich jemand bin, der leicht abzulenken ist, daher gefällt mir dieser Ansatz sehr gut.

Die Integration der einzelnen Dienste ist unterschiedlich gut gelöst. Apple Music fügt sich beispielsweise sehr gut in die Sidebar ein und lässt sich prima bedienen, wie man im folgenden Screenshot sehen kann.

Microsoft Edge Sidebar mit Apple Music

Spotify und Deezer dagegen nehmen sich die halbe Fensterbreite, von einer „Sidebar-Lösung“ kann man da nicht mehr sprechen. Bei den Messengern verhält es sich mit WhatsApp und dem Facebook Messenger leider ebenso, Instagram kommt dagegen wieder in einer schmalen Version, die dem Formfaktor des Smartphone-Bildschirms ähnelt.

Outlook und Office verwenden ebenfalls die schmale Ansicht, das führt bei Outlook allerdings dazu, dass Inhalte teilweise abgeschnitten und Buttons nicht erreicht werden können. Das ordne ich mal in die Rubrik „Anlaufschwierigkeit“ ein.

Ein Problem ist für mich, dass Office und Outlook standardmäßig und nicht veränderbar das gleiche Konto verwenden, mit dem man in Edge angemeldet ist. Für die meisten Menschen dürfte das so genau richtig sein, ich verwende allerdings für Office meinen privaten Microsoft Account und für Outlook ein geschäftliches Microsoft 365 Konto, das ist mit der Sidebar in ihrer aktuellen Form so nicht darstellbar.

Wenn man das gedanklich alles noch ein bisschen weiter spinnt, dann landet man sehr schnell wieder beim „Edge OS“. In der schmalen Sidebar könnte man übrigens auch Android Apps sehr gut andocken lassen und dann würde das vielleicht schon sehr viel sinnvoller aussehen, als wenn man eine Smartphone-App einzeln auf dem Bildschirm hat.

Je länger ich damit herumspiele und darüber nachdenke, umso mehr gefällt mir, was da passiert.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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