Die Zukunft von Android ist faltbar – Samsung macht nur den Anfang

Die Zukunft von Android ist faltbar - Samsung macht nur den Anfang

Es war dann wirklich keine Überraschung mehr: Samsung hat auf seiner Entwicklerkonferenz SDC am Mittwochabend sein erstes faltbares Display gezeigt. Die weitaus bedeutsamere Nachricht aber kam an diesem Abend von Google und sie ging im Wirbel um Samsungs Präsentation beinahe unter.

Schauen wir zunächst auf das, was die Koreaner gezeigt haben: Die biegsame Anzeige hört auf den Namen „Infinity Flex Display“ und soll schon in Kürze fit für die Massenproduktion sein. Auf der Bühne gezeigt wurde es bei gedimmten Licht, außerdem wurde der Prototyp in ein dickes Gehäuse gepackt. Im Innern aber, so versicherte man, stecke ein „wunderschönes Gerät“.

Samsungs Infinity Flex Display

Wer sich die Präsentation anschauen möchte, sie steht auf YouTube zum Abruf bereit, das Gerät selbst wird ca. ab 1:25 h vorgeführt. Viel mehr als auf dem Bild werdet ihr aber nicht zu sehen bekommen.

Samsung ist nicht das einzige Unternehmen, welches an flexiblen Displays arbeitet, aber es sollte nicht überraschen, dass sie nun die Ersten sind, die ein solches Produkt zur Marktreife bringen. Die Koreaner sind auf diesem Gebiet nun mal die Besten auf diesem Planeten.

Andere Hersteller werden ganz sicher folgen, und deshalb war die eigentliche Nachricht des Abends für mich jene, dass Android die faltbaren Displays auf Plattformebene unterstützen wird. Noch bevor auf der Samsung-Bühne der Prototyp in die Luft gestreckt wurde, machte Google eine entsprechende Ankündigung:

Für Android ist das wirklich eine große Sache, denn Android-Tablets werden damit praktisch hinfällig. Nicht sofort, denn Samsungs erstes Klapp-Smartphone wird garantiert so aberwitzig teuer sein, dass man für das selbe Geld gleich mehrere gute Smartphones und Tablets kaufen kann. Aber die Preise werden sinken, und irgendwann sind flexible Displays eine unspektakuläre Selbstverständlichkeit, vielleicht werden sie sogar zum Standard.

Der unvermeidliche Gedankensprung zu Microsoft

Es ist unvermeidlich, dass man in diesem Zusammenhang auch auf Microsoft zu sprechen kommt. Das schon fast sagenumwobene „Project Andromeda“ setzt bekanntlich auch auf ein faltbares Design. Dass Samsung nun zuerst mit einem solchen Gerät kommt, ändert im Grunde gar nichts, trotzdem hilft es dabei, ein etwas besseres Verständnis für die Problematik zu bekommen.

Samsungs Infinity Flex Display ist technisch durchaus eine Sensation – ein Durchbruch, an dem lange gefeilt wurde. Was am Ende dabei heraus kommt, ist aber „nur“ ein großes Smartphone. Das ist für Android dennoch fantastisch, denn das Ökosystem ist ja nahezu perfekt darauf vorbereitet.

Ein faltbares Windows-Gerät dagegen ist weder Fleisch noch Fisch. Als Smartphone untauglich, weil ohne Apps, als PC untauglich, weil immer noch zu klein. Während Samsung nur ein technisches Problem zu lösen hatte, steht Microsoft immer noch vor dem Problem, die Frage nach dem grundsätzlichen Sinn eines solchen Geräts zu beantworten. Und zwar in der Form, dass nicht nur ein paar Fanboys feuchte Augen bekommen, sondern so, dass eine echte Nachfrage entsteht. So lange sie diese Antwort nicht haben, wird das Gerät in der Schublade bleiben. Das könnte durchaus auch „für immer“ sein.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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