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Digitale Souveränität: Der Newssplitter zum langen Maiwochenende

Digitale Souveränität: Der Newssplitter zum langen Maiwochenende

Momentan befinden wir uns noch im langen ersten Maiwochenende und wir wollen die Gelegenheit einmal nutzen, die wichtigsten Meldungen im Bereich Europa & Digitaler Souveränität aus den letzten Tagen in aller Kürze nachzuholen. In den letzten Tagen gab es einige relevanten Meldungen, die ihr nun nachfolgend findet.

EU und USA verhandeln digitale Grenzpartnerschaft

Mit ihrem Verhandlungsmandat hat die EU-Kommission den Rahmenentwurf für eine Grenzpartnerschaft mit den USA ausverhandelt, um die weitere Teilnahme am Visa-Waiver-Programm zu sichern. Die Daten, die US-Behörden – voraussichtlich ICE und der US-Zoll CBP – abfragen dürfen sollen, gehen nun aber weit über die bisher vorgesehenen Gesichtsbilder und Fingerabdrücke hinaus. Hinzu kommen alphanumerische wie das Geburtsdatum und der volle Name, in einigen Fällen auch besonders sensible Informationen wie die sexuelle Orientierung, Herkunft, Mitgliedschaft in einer Gewerksschaft, politische Überzeugungen oder die eigene Religion.

In Deutschland wäre wahrscheinlich das BKA die zuständige Behörde. Die Rechte europäischer Nutzer sollen eingeschränkt gesichert werden, eine Weitergabe der Daten an weitere Drittstaaten soll unter engen Voraussetzungen möglich sein. Auch europäische Behörden erhalten im Gegenzug Abfrageberechtigungen – sofern sich die US-Regierung nicht aus Gründen der Nationalen Sicherheit dagegen sperrt. Das Abkommen könnte vor dem Jahreswechsel in Kraft treten.

Wero gelobt Besserung – Migration zu europäischen Anbietern geht weiter

Vor Kurzem haben wir berichtet, dass Wero teilweise in die Kritik geraten ist, weil ein Teil der eigenen Infrastruktur weiter auf Amazon Web Services gehostet wird. Die European Payment Initiative hat in einem kurzen Beitrag nun darauf reagiert und Besserung gelobt. Besagte AWS-Bestandteile, die allerdings auch in Europa gehostet werden, sind deswegen vorhanden, weil zum Zeitpunkt der Gründung von Wero europäische Anbieter selbst noch nicht so weit waren.

Angesichts der geopolitischen Realitäten arbeitet man aber daran, den Rest nun zu rein europäischen Lösungen zu migrieren, nachdem sich der Markt hier gut entwickelt hat. Insofern ist mit der schrittweisen Reduzierung dieser Abhängigkeiten in naher Zukunft zu rechnen.

EU-App zur Altersverifikation kommt nicht nach Deutschland

Deutschland wird die EUDI-Wallet adaptieren, dabei jedoch eine nationale Umsetzung vorantreiben. Damit folgt die Bundesregierung anderen Ländern wie Polen, Irland, Frankreich und den Niederlanden, nachdem die eigentliche EU-App zur Altersverifikation bereits nach zwei Minuten gehackt werden konnte. Mit einer Umsetzung der deutschen Eigenentwicklung inkl. dem Gesetzentwurf durch Digitalminister Karsten Wildberger ist noch in diesem Jahr zu rechnen.

Zwischenstand zum digitalen Euro gegeben

Die EU ringt weiter um die richtigen Rahmenbedingungen für den digitalen Euro, wo vor allem die EZB aufgrund des engen Zeitplans mittlerweile Druck macht. Die Kollegen bei Netzpolitik.org haben den aktuellen Stand einmal zusammengefasst.

Auswertung von digitalen Fluggastdaten vereinfacht

In zwei Bereichen haben die Gesetzgeber die Verarbeitung von digitalen Fluggastdaten innerhalb von EU und EFTA vereinfacht, um unnötige Bürokratie zu streichen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder erlaubt Airlines fortan, das Lichtbild beim Check-in mittels dem im Ausweis integrierten RFID-Chip elektronisch auszulesen.

Zudem können sensible Daten von Fluggästen nun auch an die EFTA-Mitglieder Norwegen und Island weitergegeben werden. Im EU-Parlament stimmten die Abgeordneten sowohl bei Norwegen (532x Ja, 72x Nein, 26x Enthaltung) als auch Island (532x Ja, 75x Nein, 28x Enthaltung) zu.

Mistral AI zeigt mehrere Neuerungen für alle Nutzer

Der europäische KI-Primus Mistral AI aus Frankreich hat mehrere Neuerungen in diversen Bereichen angekündigt. Im Zentrum steht das neuen Modell Mistral Medium 3.5, welches unter einer modifizierten MIT-Lizenz als Open Weight veröffentlicht wurde und mit vergleichsweise niedrigen Systemanforderungen und günstigen Preisen überzeugen soll. Auch bei den agentischen Chatbots und der KI-Nutzung für Entwickler soll er Verbesserungen geben.

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Über den Autor

Kevin Kozuszek

Kevin Kozuszek

Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden und habe in diesem Ökosystem meine digitale Heimat gefunden. Bei Dr. Windows halte ich euch seit November 2016 über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden, die Microsoft bei seinen Open Source-Projekten und Microsoft Edge zu berichten hat. Beiträge über Mozilla, Europas Digitalwirtschaft und inklusive Informatik runden meinen Bereich ab.

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