Digitale Souveränität: Schweizer Bundesverwaltung prüft Alternativen zu Microsoft 365
Raus aus Microsoft 365, rein in Open Source. Ist das möglich? Die Schweizer Bundeskanzlei hat das in einer Machbarkeitsstudie überprüfen lassen. Das Ergebnis ist ein klares „Jein“. Jetzt sollen weitere Schritte folgen. Das Ziel ist es, ab Ende 2027 in der Bundesverwaltung 3.000 Arbeitsplätze auf eine souveräne Lösung umzustellen.
Seit die US-Regierung kein verlässlicher Partner mehr ist, sind es auch die sich bei Donald Trump anbiedernden Unternehmen nicht mehr. Microsoft ist hier ganz vorn mit dabei, wenn es darum geht, die oft zweifelhaften Methoden in die Tat umzusetzen. Man erinnere sich nur an die Sperre des E-Mail-Kontos des Chefanklägers am Internationalen Strafgerichtshof. Kein Wunder also, dass es Bestrebungen gibt, sich von US-Technologie unabhängig zu machen.
In der Schweiz glaubt man, die Office-Kernfunktionen problemlos mit Open Source-Software abbilden zu können. Was man darunter versteht, kann man in der veröffentlichten Erklärung (via Borncity) nachlesen:
Unter Office-Kernfunktionen sind E-Mail, Kalender, Dokumente und Präsentationen, Telefonie sowie Audio- und Videokonferenzen zu verstehen. In der Pilotphase des Programms für eine souveräne Arbeitsplatzsoftware konzentriert sich die Bundeskanzlei auf den Aufbau der Plattform. Die souveräne Arbeitsplatzsoftware soll als eigenständige Lösung bereitstehen, die parallel neben Microsoft 365 betrieben wird. Das Programm richtet sich an ausgewählte Mitarbeitende aus verschiedenen Departementen und der Bundeskanzlei, die in besonders kritischen Geschäftsprozessen tätig sind. Die entsprechende Lösung für rund 3000 Nutzerinnen und Nutzer soll ab Ende 2027 bereitstehen.
Austausch mit Schleswig Holstein
In der Machbarkeitsstudie haben sich die Schweizer Beamten unter anderem mit dem Bundesland Schleswig-Holstein ausgetauscht. Dort treibt man entsprechende Bemühungen ebenfalls mit großem Eifer voran. Siehe hier: Schleswig-Holstein: Digitalminister Schrödter stellt neue Digitalstrategie 2026 vor.
Studie liefert keine neuen Erkenntnisse
Insgesamt liefert die Studie keine neuen Erkenntnisse: Dass man mit Open Source-Lösungen ebenso gut E-Mails und Briefe schreiben oder Tabellenkalkulationen und Präsentationen erstellen kann, ist altbekannt. Die größte Herausforderung, so auch die Aussage dieser Studie, ist die enge Verzahnung von Applikationen und Fachanwendungen, die in vielen Fällen das Vorhandensein der Microsoft-Lösungen voraussetzen. Auch bei großen Videokonferenzen mit vielen Teilnehmern stoßen die freien Lösungen oft schnell an ihre Grenzen.
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Martin Geuß
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!


