DirectX Developer Day: Microsoft stellt DirectX 12 Ultimate vor

DirectX Developer Day: Microsoft stellt DirectX 12 Ultimate vor

Nachdem in den vergangenen beiden Tagen das Game Stack Live-Event stattgefunden hat, zieht Microsoft am heutigen Donnerstag mit dem DirectX Developer Day nach. Im Rahmen der virtuellen Veranstaltung wurde dabei mit DirectX 12 Ultimate eine Weiterentwicklung der Grafikschnittstelle von Microsoft vorgestellt, die vor allem beim Raytracing und den Shadern wesentliche Verbesserungen bringt und die Grafikplattformen von Windows 10 und der neuen Xbox Series X vereint. Gleichzeitig betonen die Entwickler, dass die neuen Entwicklungen keine Auswirkungen auf die Kompatibilität mit bereits existierender Hardware haben werden, die nicht den vollen Umfang von DX12 Ultimate unterstützen.

Mit der neuen Version wird DXR 1.1 eingeführt, welches die bisherige DirectX Raytracing-Plattform um drei neue Funktionen erweitert. Die Fähigkeiten der GPU werden beim Raytracing nun generell besser ausgenutzt, außerdem können Streaming-Engines entsprechende Shader nun effizienter laden, wenn sich ein Spieler in der Welt bewegt und dabei neue Objekte erscheinen. Außerdem wird mit Inline-Raytracing ein alternativer Ansatz eingeführt, welcher den Entwicklern mehr Kontrolle über den Prozess gibt, anstatt diese vollständig dem jeweiligen System zu überlassen.

Auch bei den Shadern hat Microsoft nachgebessert. Mit Variable Rate Shading (VRS) können Entwickler nun mehr Einfluss auf die Darstellung von Inhalten nehmen, indem in wichtigeren Phase entsprechend mehr GPU-Power abgerufen wird, während in anderen Szenarien entsprechend weniger Leistung gebraucht wird. Komplett neu sind außerdem die Mesh Shaders, welche die grundsätzliche Arbeit mit der Geometry-Pipeline ändern und damit detailliertere und dynamischere Welten als bisher ermöglichen, und das neue Texture-spacing Shading (TSS), welches das Shading eines Objekts in einer Welt von der Rasterization des Objekts entkoppelt. TSS gehört außerdem zum neuen Sampler Feedback-Feature, welches Entwicklern bessere Informationen liefern und damit eine bessere Grafikqualität, kürzere Ladezeiten und weniger Ruckeln ermöglichen soll, indem Texturen nur noch dann geladen werden, wenn sie gebraucht werden.

Microsoft stellt den Entwicklern für die Umsetzung neben dem quelloffenen HLSL-Compiler und dem PIX Graphics Optimization Tool auch einen „Getting Started“-Guide zur Verfügung, außerdem wurden zu DXR 1.1, VRS, Mesh Shaders und Sampler Feedback entsprechende Blogposts verfasst. Wenn weitere Fragen bestehen, können interessierte Entwickler den entsprechenden Server des Teams bei Discord unter discord.gg/directx ansteuern.

Über den Autor
Kevin Kozuszek
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Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.

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Kommentare
  1. DirectX ist irgendwie eine typische Microsoft-Entwicklung. ;) Jeder nutzt es, es ist der absolute Platzhirsch bei den Grafiktechnologien, und Microsoft bekommt einfach keine Lorbeeren dafür verpasst. Schon ungerecht, die Welt. :)
    Punkt1:
    Wird DirectX 12 Ultimate auch bei der neuen Sony-PS5 verfügbar sein oder ist es nur der XBox Series X vorbehalten?
    **********************
    Punkt2:
    Es wäre wünschenswert, wenn ihr die neue PS5 mit der XBox Series X vergleichen würdet. Es fehlt da ein direkter Vergleich.
    skalar
    Wird DirectX 12 Ultimate auch bei der neuen Sony-PS5 verfügbar sein oder ist es nur der XBox Series X vorbehalten?

    DirectX ist eine proprietäre Entwicklung und speziell auf Windows-basierte Systeme zugeschnitten, auch die neue Xbox wird wieder ein solches Betriebssystem auf Basis von Windows Core OS bekommen. Sony verwendete bis zur Playstation 3 ein Linux-basiertes Betriebssystem, was Nintendo auch bei der Switch noch tut. Die Playstation 4 verwendet mit Orbis OS ein System auf Basis von FreeBSD, was sicherlich auch bei der Playstation 5 wieder zum Einsatz kommt.
    Heißt: Wenn Sony sich dazu durchringt, wird vielleicht Vulkan vollständig unterstützt. Aber DirectX wirst du da nicht sehen.
    @skalar zu Punkt 2: Alles, was man bis jetzt tun kann, ist die Datenblätter von Series X und PS 5 nebeneinander zu legen. Das kann jeder für sich selbst. Über das Gaming-Erlebnis auf den beiden Konsolen weiß ja zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand was.
    @Martin:
    So weit bin ich auch schon. Ich meine aber die funktionellen Auswirkungen, die sich aus den technischen Daten ergeben. Ein Beispiel war DirectX 12 Ultimate. Ein subjektives Spieleerlebnis möchte ich nicht lesen, weil dies evtl. von einem Fanboy verzerrt werden könnte.
    @skalar
    Das Problem ist in dem Zuge aber, dass man relativ sicher sagen kann, dass Sony, was die Software betrifft, noch nicht alle Karten auf den Tisch gelegt hat. Wenn man die Current Gen nimmt, verwendet die Xbox One in all ihren Varianten ja auch ein Betriebssystem auf Basis von Windows 10 und ein Subset von DirectX 11/12. Die Playstation 4 hatte damals den Wechsel von Linux auf Orbis OS als BSD-basiertem Betriebssystem vollzogen und parallel dazu eigene Werkzeuge entwickelt, um Code von DirectX 11 mehr oder weniger für die Playstation zu übersetzen.
    Wenn die Next Gen-Konsolen kommen, wird sich bei der Xbox Series X im Wesentlichen nicht viel ändern. Das Betriebssystem wird wohl auf Windows Core OS basieren, die Grafikgeschichte auf DX12 Ultimate. Das Problem ist, dass sich bei Linux und teilweise BSD auch in den vergangenen Jahren eine Menge getan hat. Es gibt mit Vulkan eine neue API, die wesentlich leistungsfähiger als OpenGL ist, und gleichzeitig ist es durch Valve auch mit Proton einfacher geworden, Windows-Games dort zum Laufen zu kriegen. Die Frage ist jetzt, ob Sony die bisherigen Werkzeuge weiter entwickelt oder sie an die neuen, allgemein verfügbaren Technologien andocken. Das wissen wir noch nicht, insofern wäre alles, was wir dazu sagen könnten, pure Spekulation.
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