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Download eingestellt: Warum Spiele aus dem Xbox Store verschwinden

Download eingestellt: Warum Spiele aus dem Xbox Store verschwinden

Von heute auf morgen stehlen sich Xbox-Spiele fort, sind anschließend nicht mehr in den Stores aufzufinden. „Delisting“ hat zur Folge, dass veröffentlichte Games nicht zu erwerben sind. Interessierte Gamer müssen in einem solchen Fall auf neue Versionen oder physische Datenträger ausweichen, falls vorhanden. Dass Publisher zu diesem Schritt greifen, hat bei genauem Hinsehen oft nachvollziehbare Gründe.

Grund 1: Abgelaufene Lizenzen

Forza Horizon 4 musste Ende 2024 den Xbox Store verlassen, und Teil fünf wird eines Tages das gleiche Schicksal ereilen. Rennspiele gehen oft Verträge mit Autoherstellern ein – das Recht, bekannte Marken und Fahrzeuge in ein Computerspiel zu verfrachten, ist mit erheblichen Kosten verbunden. Nach einigen Jahren verfallen die Rechte, Verträge müssten neu ausgehandelt werden. Musikrechte wären gleichermaßen betroffen. Aus Kostengründen werden Forza und andere Rennspiele aus dem Store entfernt. Normalerweise wird dies mehrere Monate im Voraus angekündigt. Sowohl das Hauptspiel als auch DLC-Inhalte lassen sich nach dem „Delisten“ herunterladen.

Andere Sportspiele wie EA Sports FC (ehemals FIFA) unterhalten Verträge mit Ligen, Mannschaften und Spielern. Laufen diese aus, muss der Verkauf eingestellt werden. Gleichzeitig sind Entwickler und Publisher bestrebt, virtuelle Fußballathleten zum neuen Serienteil zu lotsen. Das Matchmaking würde viel länger dauern, wenn sich die Kicker auf FIFA 94 bis EA Sports FC 2026 verteilen.

Sogar Handy Casinos in der Schweiz sind von Lizenzrechten betroffen. Spielautomaten, die auf Videospielen, Comicbuchhelden, Filmen oder TV-Shows basieren, dürfen in manchen Regionen nicht angeboten werden. In den AGB internationaler Spieleseiten ist nachzulesen, welche Games wo fehlen.

Grund 2: Technisch veraltet

Manchmal werden Xbox-Spiele aus Sicherheitsgründen zeitweilig aus dem Store entfernt. Im Oktober 2025 hatte Unity mit schwerwiegenden technischen Problemen zu kämpfen, die einem Einfallstor für Cyberkriminelle glichen. Daraufhin wurden Avowed, Fallout Shelter, Wasteland 3, Pillars of Eternity und andere Titel kurzerhand aus dem Store befördert.

Typischerweise werden alte Versionen zurückgenommen, sobald ein Remake oder Remaster erscheint. Im Dezember 2025 ist dies zum Beispiel Yakuza 0 widerfahren. Seit Release ist nur der Director’s Cut erhältlich, der den ursprünglich 2015 veröffentlichten Serienteil um neue Inhalte ergänzt. Lizenzkosten sind ein Grund, warum ältere Titel verschwinden. Andererseits wollen die Publisher keine Verwirrung stiften. Würde die Suche nach Yakuza 0 zig Suchergebnisse zutage fördern, wäre unklar, was zu kaufen ist.

In seltenen Fällen sind Spiele auf Windows 11 nicht mehr lauffähig. Folgen keine Patches des Entwicklers, sehen sich Microsoft – und andere Stores – veranlasst, den Titel von der Plattform zu verbannen. Wird ein Spiel bei Erscheinen Mindestanforderungen nicht gerecht, werden getätigte Käufe nachträglich erstattet. Dies war etwa bei Cyberpunk 2077 zu beobachten, das auf der Xbox One in einem desaströsen Zustand herausgebracht wurde. Mittlerweile ist das Action-Rollenspiel auf den alten Konsolen einigermaßen lauffähig. Inhaltliche Updates sind den modernen Xbox-Series-Konsolen vorbehalten.

Grund 3: Ende des Supports

Spiele mit einem starken Fokus auf Multiplayer werden aus den Stores genommen, sobald der Publisher das Ende des Supports verkündet. New World, das erst seit Oktober 2024 auf der Xbox Series spielbar ist, wurde im Januar 2026 des Xbox Stores verwiesen. Grund: Amazon wird zwar bis Anfang 2027 für die Serverkosten aufkommen. Doch neue Käufe sind nicht vorgesehen.

Was New World bevorsteht, hat Anthem hinter sich: Publisher Electronic Arts hat die Server des Open-World-Shooters am 12. Januar 2026 geschlossen. Seitdem ist Anthem nicht mehr spielbar. Wer noch Erfolge zu meistern hatte, muss jetzt stark sein: Diese Achievements werden sich nie nachholen lassen.

Grund 4: Kein Rechteinhaber

Publisher und Entwicklerstudios streichen im Laufe der Jahre immer wieder die Segel. Normalerweise werden die Rechte an Videospielen an den Höchstbietenden veräußert. Allerdings ist manchmal unklar, wer die Rechte besitzt. Zum Beispiel ist seit Jahren ein Remake zum humorvollen Ego-Shooter No One Lives Forever aus dem Jahre 2000 angedacht. Da jedoch niemand zu wissen scheint, wer die Rechte innehat, ist der Titel in einem Limbus gefangen.

Kurios sind auch Fälle, in denen die Rechte teilweise verlorengehen. Runaway ist ein Point-and-Click-Adventure der – mittlerweile geschlossenen – Péndulo Studios. Heutzutage ist das Spiel auf Verkaufsplattformen wie Steam zu kaufen, aber die hervorragende deutsche Sprachausgabe fehlt. Für diese zeichnete die Hamburger dtp entertainment AG verantwortlich, die sich 2012 aufgelöst hat. Seither fehlt ein offizieller Weg, den deutschen Ton wiederherzustellen. Online behelfen sich tatkräftige Fans mit Sprachdateien, die manuell eingepflegt werden, aber diese Lösung mutet arg umständlich und halblegal an.

Grund 5: Sonstige Probleme

Urheberrechtsverletzungen oder fehlender Jugendschutz können dazu führen, dass Games nach Release dem Store entschwinden. In anderen Fällen ist unbekannt, was die Ursache war. Omori dient hierfür als Paradebeispiel: Im Juni 2023 ist das Rollenspiel dem Xbox Store enteilt. Andere Plattformen bieten den Titel nach wie vor zum Kauf an. Weder Publisher noch Microsoft haben offiziell Stellung bezogen. Gerüchteweise soll es zu Unstimmigkeiten gekommen sein. Möglicherweise sind Lizenzen ausgelaufen. Publisher Omocat kämpft wiederholt mit Schwierigkeiten: Im europäischen PlayStation Store glänzt Omori bis heute mit Abwesenheit.

Vorausahnen, welche Spiele verschwinden

In der Regel lässt sich vorausahnen, welchen Xbox-Spielen die Löschung droht. Bei Sport- oder Rennspielen ist es nur eine Frage der Zeit, bis Lizenzen zu erneuern wären. Auch Multiplayer-Spiele haben einen begrenzten Lebenszyklus. Sollte ein Titel den Xbox Store verlassen, wird dies häufig angekündigt. So haben interessierte Käufer Zeit, sich den Titel zu beschaffen. Schließlich bleibt der spätere Download vom „Delisten“ unberührt.

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