Ein unbekannter Microsoft-Dienst: Bing Places for Business

Ein unbekannter Microsoft-Dienst: Bing Places for Business

In den letzten Tagen wurde im Dr. Windows Team diskutiert, ob wir euch an dem teilhaben lassen sollen, was wir hauptberuflich neben Dr. Windows machen. Dazu kam gestern eine Unterhaltung bezüglich Onlinepräsenzen von Firmen und ich dachte mir, das wäre eine gute Gelegenheit, von mir zu erzählen.

Ich bin seit 10 Jahren für einen Microsoft-Dienstleister tätig. Die ersten vier Jahre war ich beim Deutschen Xbox-Support, danach 5 Jahre beim Office 365 Support für Geschäftskunden und seit Ende 2019 berate ich nun bei Microsoft Advertising.

Microsoft Advertising, vormals Bing Ads, bietet Werbetreibenden an, auf Bing und anderen Microsoft-Plattformen zu werben. Natürlich ist die Reichweite nicht mit Google zu vergleichen, trotzdem hat Microsoft Advertising einen Anteil von 10-15%, welches im Gesamtwerbevolumen ein nicht unerheblicher Umsatz ist.

Näherbringen möchte ich aber einen anderen Dienst, den wir mitbetreuen:

Bing Places for Business

Bing was? Ja genau.

Damals, in der guten alten Zeit, als es ein Windows Phone 8 gab, hatte Bing erhebliche Ambitionen und pimpte seine Kartensoftware auf, nutzte Nokias Karten und nannte es von da an Bing Maps. Ähnlich wie bei Google, wo es en Vogue war, mit Google Maps und AR-Funktion durch die Gegend zu laufen und Geschäfte, Restaurants und ähnliches zu finden, plante Microsoft selbiges mit Bing Places.

Mit dem Einstellen der Windows Phones fiel Bing Places zunächst in einen Dornröschenschlaf.

Später wurde es dann verstärkt mit Microsoft Advertising verknüpft und bietet für Firmen einen kostenlosen Dienst an, eben Bing Places for Business.

Das Google Äquivalent dazu ist Google My Business. Den meisten wird es auch nichts sagen, aber vielleicht fiel euch im Sommer eine massive TV-Werbung dafür auf?
Etwas, worauf Microsoft (in meinen Augen leider) verzichtete, denn Google my Business und auch Bing Places bieten etwas an, das in der jetzigen Zeit sehr wertvoll ist: Eine
Online-Präsenz ohne eigene Online-Präsenz.

Mit Bing Places for Business kann ein einfacher Handwerker, Dienstleister oder ein Ladenlokal kostenlos ein Profil mit Kontaktoptionen, Bildern und zusätzlichen Informationen erstellen. Sucht man nun auf Bing nach zum Beispiel „Sportgeschäft“, dann bekommt man standardmäßig natürlich die ersten 4 Reihen der Suche, die bezahlten Werbelinks.

Was man aber auf der rechten Seite auch sieht – vielleicht habt ihr das schon mal bemerkt – ist ein Eintrag mit einem Kartenausschnitt. Das ist Bing Places.

Dieser Eintrag orientiert sich entweder an einer Standortfreigabe eures Smartphones und Computers oder einem Ort den ihr in der Suche angebt.

Bing Places Eintrag in der Suche

Der Bing Places Eintrag kann entweder von 3rd Party Feeds wie Facebook, Foursquare oder 11880 sein, was ihr am Ende des Eintrages unter „Data From“ seht, oder aber der Inhaber hat diesen selbst erstellt, in diesem Fall sind die Informationen dann meistens up to date.

Bing Places Eintrag im Detail

Warum ich euch davon erzähle?
Weil ich in einem Gespräch mit Martin einen Disput hatte, dass es für einen Laden oder einen Handwerker, der noch nie was mit „Online“ zu tun hatte, schon eine Herausforderung sein kann, mal eben eine Webseite aus dem Boden zu stampfen. Und weil Bing Places for Business absolut kostenlos und ohne Verpflichtung ist.

Um zu starten, könnt ihr in Bing Places for Business selbst einen Eintrag erstellen, von Google my Business einen oder mehrere importieren oder aber einen der automatisch generierten Einträge aus der Suche mittels der Funktion “Jetzt Beanspruchen“ übernehmen und gegebenenfalls aktualisieren. Auch können Einzelhandelsketten ihre Filialen als Bulk-Datei hochladen. Es gibt für Firmen, die keinen eigenen Standort haben oder anzeigen möchten, wie beispielsweise Hausmeister-Dienste, außerdem die Möglichkeit, die Adresse auszublenden.

Bing Places Startmenü

Neben so selbstverständlichen Dingen wie Öffnungszeiten, Kontaktoptionen und Webseite werden aber auch Bewertungen von Trip Advisor, GoYellow oder Facebook angezeigt.

Zusätzlich gibt es auch die Möglichkeit, das Geschäft als temporär geschlossen anzeigen zu lassen oder mit speziellen Corona-Warnhinweisen zu versehen, wie z.B. eine Apotheke, die nur begrenzt Personen auf einmal einlässt. Tatsächlich hatten wir in letzter Zeit verstärkt Behörden oder Öffentliche Gebäude, die diesen Service nutzen.

Dazu kommt, dass ihr kostenlosen, deutschsprachigen Support per E-Mail und Chat erhaltet. Solltet Ihr neugierig sein, findet ihr hier auch eine Hilfe und Einführungsseite.

Auch gibt es immer mehr Medienagenturen, die das Einrichten solcher Einträge für Kleinstkunden anbieten.

Ich hoffe, dieser kurze Einblick in meinen Alltag gefällt euch und bei Fragen stehe ich euch gerne auch zur Verfügung.

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Über den Autor
Daniel Heithorn
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