Einsatz von Office 365 an hessischen Schulen nun unter Vorbehalt möglich

Einsatz von Office 365 an hessischen Schulen nun unter Vorbehalt möglich

Für großes Medienecho sorgte im letzten Monat eine Stellungnahme des hessischen Datenschutz-Beauftragten, der eine Nutzung von Microsofts Office 365 an hessischen Schulen aufgrund von Datenschutzbedenken untersagte.

Nun liegt eine zweite Stellungnahme vor, über die ich bisher noch keine Meldungen gefunden habe. Da ich die letzten Tage aber nur sehr eingeschränkt online war, mag ich durchaus etwas übersehen haben.

In dieser zweiten Stellungnahme wird die Nutzung von Office 365 nun unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt – oder besser gesagt „geduldet“, wie es wörtlich heißt. Um das Risiko einer unvollständigen oder falschen Wiedergabe auszuschließen, zitiere ich den entscheidenden Abschnitt aus der neuen Stellungnahme wörtlich:

Die Überprüfung erweist sich als außerordentlich komplex und aufwendig, sodass sie noch nicht, auch nicht zum bevorstehenden Schulbeginn in Hessen, endgültig abgeschlossen werden kann. Das bedeutet, dass die Zulässigkeit des Einsatzes von Office 365 zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschließend geklärt ist. In meiner Stellungnahme vom 09.07.2019 habe ich daraus die Konsequenz gezogen und erklärt, dass nach dem Stand der Überprüfungen der Einsatz von Office 365 in hessischen Schulen nicht geduldet werden könne. Seither fanden intensive Gespräche mit Microsoft über die Datenschutzkonformität der schulischen Anwendung von Office 365 statt, die zu einer datenschutzrechtlich veränderten Einschätzung führten und die einen erheblichen Anteil der Bedenken entkräfteten. Das versetzt mich unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit in die Lage, meine Stellungnahme vom 09.07.2019 dahingehend zu modifizieren, dass
a) die Nutzung der Cloud-Anwendung Office 365 in der Version ab 1904 (Office365 ProPlus, Office365 Online und Office365 Apps) durch Schulen, die diese bereits erworben haben, wird bis auf weiteres geduldet wird;
b) entsprechendes für Schulen gilt, bei denen der Erwerb haushaltsrechtlich gesichert ist.
Die Duldung beruht auf Vertrauenserwägungen.
Schulen, die den Erwerb beabsichtigen, können sich ebenfalls auf die Duldung berufen, tragen aber das finanzielle Risiko, falls die weitere Überprüfung zur Unzulässigkeit des Einsatzes von Office 365 in hessischen Schulen führen sollte. Vertrauenserwägungen kommen hier nicht in Betracht.

Ich interpretiere diese Aussage so, dass man aufgrund der klärenden Gespräche mit Microsoft  nun optimistisch ist, den Einsatz von Office 365 zu erlauben, aber aufgrund der Komplexität eben noch nicht endgültig den Haken setzen kann. Darum heißt es sinngemäß „Neuanschaffung auf eigene Gefahr“.

Das klingt nun natürlich schon sehr viel freundlicher, es wird allerdings noch darauf hingewiesen, dass die Übermittlung von Diagnosedaten generell unterbunden werden muss. Hierzu will der Datenschutzbeauftragte demnächst noch weitere konkrete Vorgaben machen.

Danke an Oliver aus unserer Facebook-Gruppe für den Hinweis.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Gibt es eigentlich solche Einschränkungen/Hinweise für den Einsatz von Chrome in öffentlichen Einrichtungen?
    Der Einsatz müsste ja dann schon komplett verboten werden...?
    Tja... guter Punkt. Meiner Meinung nach wird da auch immer mit zwei Maß gemessen. Es wird ja schon seit geraumer Zeit immer Stimmung gegen den Einsatz von Windows und Office in Institutionen gemacht. Ich sehe das in diesem Fall ähnlich. Alles andere interessiert dann halt nicht, und ist vom Tisch, weil man sich immer auf eine einzige Sache versteift, in diesem Fall auf Microsoft und Office.
    Im Grunde genommen müsste doch jedem Schüler bei Unterrichtsanfang erstmal das Smartphone aus der Tasche gefischt werden. Es könnte doch sein, dass man Videos vom Unterricht macht, und die dann datenschutzfeindlich ins Netz hochläd.
    Ich fi de es sehr dilettantisch und zu sehr Mittelalter. Mein Sohn schreibt in der dritten Klasse noch immer auf einer Tafel!!!! Eine Tafel!!!! Kinder schleppen sich mit 15 Kilogramm Rucksäcken zur Schule!( Überspitzt gesagt) und nein ich gehöre gewiss nicht zu den HelliEltern und packe alles in Watte ein. Aber, es muss doch mal in den Schulen zu einer Digitalisierung kommen. Gefühlt ist das noch immer Mittelalter. Es gibt aus Datenschutz Gründen in den meisten Schulen keinen Vertretungsplan als App oder online. Das System kriecht in Deutschland nur so vor sich hin. Spätestens ab dem Studium oder Ausbildung befindet sich alles auf dem Laptop /Tablet und Co.
    Es wäre soviel einfacher im Leben wenn wir nicht die ständigen Neinsager um uns hätten. Da sind wir auch wieder bei den langsamen des Ausbaus für Glasfaser. Symptomatisch zieht sich die Digitalisierung wie ein roter Faden durch Deutschland. Ich befinde mich gerade auf Mallorca und war in den letzten Ecken mit lte unterwegs. In Bonn haste es schwer.
    Andererseits... freu dich doch, dass dein Filius noch nicht den ganzen Tag auf Laptop oder Smartphone starrt. Das kommt dann noch später zur Genüge...
    Digitalisierung macht auch faul und willenlos. Ich spreche da aus Erfahrung. :D
    Der arme Mann bezieht seine Informationen wohl nur aus dem Heise-Forum. Es erfreut doch immer wieder, wie vorurteilsfrei Menschen auf solchen Posten sind!
    Was du schwarz auf weiss hast, kannst du getrost nach hause tragen. (Notizen/Schulbücher)
    Wer schreibt, der bleibt.
    Oder: Was du selbst aufgeschrieben hast, vergisst du auch nicht so schnell.
    Digitalisierung macht auch faul und willenlos.

    Jup - wenn man alles suchen&finden kann, warum soll man sich es dann noch merken?
    AT Bernd und sogar rb13125 traue ich zu, dass ihr wisst was ich meine. Bitte lasst uns vernünftig Diskutieren und nicht mit Polemik agieren.
    Ich habe drei Kinder. Und das ich jetzt nicht denke, dass die Kids nur mit einem Ipad zur Schule laufen, sollte verständlich sein.
    @.Bernd
    Um etwas mit dem Gelernten anzufangen und sich Gedanken über die Nutzung zu machen; es gibt mehr Kompetenz, als ein Datenspeicher zu sein.
    Ich hatte früher auch nicht die Gelegenheit, im Netz zu suchen: es war eine Qual, passende Bücher zu finden oder von Bibliotheken Auszüge zu bekommen oder Quellen zu bestimmten Themen zu suchen; ständig musste ich mich allein auf Gerüchte oder vorgebliches Besserwissen verlassen, das Andere haben wollten.
    Digitalisierung soll faul machen? Kann sein, ich muss nicht mehr so viele Bücher herumschleppen oder mehrere Übersetzungen desselben Werks, ich kann auch Wörterbücher öfter zu Hause lassen.
    Ich wünsche mir nicht mehr die alte Zeit zurück, und Jeden, der wagt, mir persönlich ins Gesicht zu sagen, wie toll es früher war, den lach ich auf der Straße aus.
    Denn wer faul mit der Digitalisierung ist, der war es auch schon ohne sie.
    Internet als Recherche ist heutzutage wirklich besser als früher, da gab es nichts, nicht zu meiner Zeit. Das Problem mit dem Wissen oder Nicht-Wissen mit sich rumtragen hat heutzutage leider mehr Konsequenzen als einem lieb ist. Die Jugendlichen wissen heute zuviel von etwas, was ihnen im Leben nicht oder nur wenig weiterhelfen wird. Frag die doch mal, was die unter "Digitalisierung im Klassenraum" verstehen - da kommt kaum was sinnvolles bei raus. Stell die doch mal anne Schippe...
    https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/oekonomie/das-sind-die-berufswuensche-von-kindern-und-jugendlichen-13372612
    a) woman helfen kann
    b) wo man mehr Geld verdient
    c) Freigeist sein
    2% wollen Krankenpfleger werden - wenn sie es dann man geworden wären, hätte man heute keinen Notstand bei diesem Beruf.
    1/6 mag Handwerk
    https://www.stein-magazin.de/neue-studie-haelt-jugendliche-vom-handwerk-fern/
    Status und Ansehen, sie sind laut der Studie die Einflussgröße Nummer eins bei der Berufswahl. Und selbst wenn sie es können, befürchten sie, mit dem Beruf nicht in ihrem Umfeld zu punkten

    Au ja, alle gehen studieren, und da es keine Unis gibt, die gebaut wurden, passiert das unter freiem Himmel. Regenschirme gibt es auch keine, weil sie keiner mehr herstellt. Stuhl und Tisch auch nicht, gibt ja keine Schreiner mehr. Und Papier erst recht nicht.
    Wie sag ich so schön: zu allem fähig, aber für nichts zu gebrauchen. Ausser an Freitagen :D
    Interessant ist
    -
    5. Andere Cloudlösungen von z.B. Google und Apple
    Was für Microsoft gilt, ist auch für die Cloud-Lösungen von Google und Apple zutreffend. Die Cloud-Lösungen dieser Anbieter sind bislang ebenfalls nicht transparent und nachvollziehbar dargelegt worden. Deshalb gilt auch hier, dass für Schulen die datenschutzkonforme Nutzung derzeit nicht darstellbar ist.
    -
    Wie was? Bei Apple ist doch angeblich alles verschluesselt und so. Wie kann es da passieren das dies der hessische Datenschuetzer nicht kapiert?
    Alles in einem vernünftigem Rahmen bitte. Die Dosis macht es. Nur Digital oder nur Analog steht heute nicht mehr zur Debatte. Was spricht dagegen, die Kinder weiterhin in einem gesonderten Fach "Computer" darin zu unterrichten.
    Dazu gehört auch die Unterrichtung in den gängigsten Programmen die später mal zum Alltag gehören werden. Wer sagt denn das in einem Fach Kabinett die Rechner mit der MS Cloudwolke verbunden sein müssen?
    Reine Digitalisierung im Klassenzimmer ist ein NOGo! Copy Paste Kids verdummen.
    Digitalisierung bedeutet nicht, dass man weiß, wie Copy&Paste funktioniert.
    Es bedeutet, den Einfluss der Technologie auf unser Leben zu verstehen. Ich wüsste allerdings nicht, wer das unterrichten sollte.
    Dozenten, die man eh nicht bezahlen kann :D
    Meine Kurse habe ich frewillig gemacht und das Vorwort lautete ungefähr so:
    Meine Damen und Herren. Sie sind hier, weil blablabla. Wer das als Spass oder Zeitvertreib sieht, dort ist die Tür.
    Gibt es das Office auch in beständiger Ansicht? Denn die ständigen Änderungen im Design stören das Gesamtempfinden und zuweilen auch die Ästhetik.
    Kann man das auch wieder rückgängig machen. Ich bin ja nicht blind oder so.....daher müssen diese hässlichen und großen Schaltflächen nicht wirklich sein und auch das Eingabefeld ist eher was für Klumpfüsse. :angel


    Kann man das reduzierte Menüband anpassen? Die Einstellung wirkt sich nur auf das "klassische" Menüband aus. Leider gibt es zwischen "klassisch" und "modern" eine erhebliche Diskrepanz.
    Ich weiß nicht, welches Office du hast, aber mein Office 365 hat sich in den letzten Jahren nur selten signifikant verändert.
    Das letzte Design-Update bei Outlook finde ich rundum gelungen, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.
    Das ist noch Office365 und in den letzten Wochen gab es teils heftige Änderungen. Schaltflächen die größer wurden und retro wirken. Icons an die man sich teils neu gewöhnen muss. Veränderungen im Menü und in den Einstellungen - (wovon das abstellen von Terminerinnerung für vergangene Termine nicht funktioniert)
    Ne, man macht es auf will einen Termin anlegen und findet eine andere Ansicht vor. Das kostet Zeit und zuweilen auch Kopfschmerzen.
    Sorry, aber wozu sind diese riesigen Schaltflächen für Weiterleiten, Antworten nötig? Wozu diese große Eingabefelder für den Titel und Ort eines Termins? Und warum Ort, wenn es Räume gemeint und es immer noch nicht möglich ist einen Kontakt als Ort anzugeben? (stattdessen wird eine Besprechungsanfrage erstellt - das könnte soviel einfacher sein)
    Edit und wie schon gesagt, das "moderne" Menüband lässt sich nicht anpassen. Ich finde da andere Dinge und Reihenfolgen wichtiger. Zumindest sollte es harmonischer sein und nicht deutlich in der Bestückung abweichen. (siehe Anhang im vorigen Beitrag)
    Wie du erahnen kannst Martin - ich bin nicht mehr zufrieden. Deswegen läuft das Abo jetzt auch aus und wird nicht verlängert.
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