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EU fürchtet Schwächung des Wettbewerbs und leitet ausführliche Untersuchung der Activision-Übernahme ein

EU fürchtet Schwächung des Wettbewerbs und leitet ausführliche Untersuchung der Activision-Übernahme ein

Die EU Kommission wird die geplante Übernahme von Activision durch Microsoft genau unter die Lupe nehmen und hat eine tiefergehende Untersuchung angekündigt, die bis März 2023 dauern wird. Überraschend kommt dieser Schritt allerdings nicht.

In der letzten Woche war bekannt geworden, dass Microsoft eine Deadline der EU, innerhalb derer sie bestimmte Garantien gefordert hatte, verstreichen ließ. Bis zum 8.11. sollte eine Entscheidung über das weitere Vorgehen gefällt werden, wie dieses Aussehen würde, war allerdings offenkundig, insofern war dieser Schritt nun nur eine Formalität.

Die EU fürchtet in der hierzu veröffentlichten Erklärung negative Auswirkungen auf den Wettbewerb, wenn die Übernahme mit einem Volumen von rund 68 Milliarden US Dollar ohne weitere Auflagen genehmigt wird. Es geht dabei um drei Kernpunkte, bei denen die EU Bedenken hat:

  • Microsoft könnte die Verfügbarkeit von Activision-Spielen wie beispielsweise Call of Duty auf rivalisierenden Plattformen einschränken oder diese durch geänderte Bedingungen benachteiligen.
  • Microsoft könnte die Integration von Activision-Spiele in andere Cloud Gaming Dienste oder Spiele-Abonnements erschweren oder verhindern.
  • Microsoft könnte seine gestiegene Marktmacht im PC Gaming benutzen, um Kunden davon abzuhalten, PCs mit einem anderen System als Windows zu kaufen.

Der letzte Punkt ist ein bisschen albern, weil PC-Gamer schon heute…naja sagen wir mal nicht allzu viel Auswahl haben, welches Betriebssystem für einen Spiele-PC wohl die beste Wahl ist. Die beiden anderen Punkten sind absolut valide Bedenken, und da wiederhole ich mich: Dass Microsoft beteuert, beispielsweise keine Pläne zu haben, an der Verbreitung von Call of Duty auch nur das Geringste zu ändern, ist die eine Sache, aber das muss eben auch rechtssicher zu Papier gebracht werden.

Bis zum 23. März hat die EU nun Zeit, dann wird sie den Deal entweder durchwinken, ablehnen oder unter Auflagen genehmigen. Ich tippe auf die dritte Option.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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