exFAT: Microsoft macht Weg für eine offizielle Linux-Unterstützung frei

exFAT: Microsoft macht Weg für eine offizielle Linux-Unterstützung frei

exFAT ist schon ein relativ altes Dateisystem von Microsoft, welches von vielen Herstellern bei externen Speichermedien wie SD-Karten oder USB-Sticks verwendet wird/wurde. Um die Entwicklung zu schützen, hatte Microsoft zur gleichen Zeit eine Vielzahl an Patenten für exFAT angemeldet, was besonders in der Linux-Community immer wieder für Kritik sorgte und eine Integration in den Linux-Kernel erschwerte. Technisch existiert bereits seit 6 Jahren ein freier Treiber für exFAT, der seinerzeit von Samsung entwickelt und von einem unabhängigen Entwickler im Quellcode von Android 3.0 gefunden wurde. Dieser wurde kürzlich für die aktuellen Kernel-Generationen fit gemacht.

Nach einer längeren, internen Diskussion kündigte John Gossman von Microsoft nun an, dass Microsoft die Integration in den Linux-Kernel unterstützen und die eigene technische Spezifkation von exFAT für alle Nutzer freigeben wird. Auch der entsprechende Schutz vor eventuellen Patentverletzungen ist damit verbunden. Die Kernel-Entwickler haben bereits reagiert und der freie Treiber befindet sich nun zur Stabilisierung im Staging-Unterverzeichnis, wo er für die allgemeine Verwendung noch weiter optimiert werden soll.

Über den Autor
Kevin Kozuszek
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Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.

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Kommentare
  1. Die Qualität des Treibercodes soll wohl zur Zeit recht furchtbar sein. Ich schätze der Treiber bleibt noch was länger im Staging Bereich.
    So oder so, ich mag ExFAT und würde mich freuen da eine breitere Unterstützung zu bekommen. Von einer Unterstützung im Linuxkernel hätten auch Windows Nutzer z.B. mit einem NAS auf Linux Basis was, weil dann auch dort ExFAT Sticks genutzt werden könnten. Das ist zumindest bei mir ein Problem.
    Aber eigentlich, wenn Microsoft doch neuerdings Linux so liebt, wo bleibt die Ext4 und BTRFS Unterstützung unter Windows?
    Aber eigentlich, wenn Microsoft doch neuerdings Linux so liebt, wo bleibt die Ext4 und BTRFS Unterstützung unter Windows?

    Ist doch reines Marketing. Keine Firma "liebt" irgendetwas, oder irgendjemanden.
    Ich lasse jetzt mal völlig außen vor, wie ich diese Art von Marketing, und was und wen es ansprechen soll, finde.
    Creech
    Aber eigentlich, wenn Microsoft doch neuerdings Linux so liebt, wo bleibt die Ext4 und BTRFS Unterstützung unter Windows?

    Windows ist im Gegensatz zu Linux, BSD oder Solaris kein POSIX-kompatibles Ökosystem, insofern sollte man bei allem, was von NTFS abweicht, grundsätzlich vorsichtig sein. Technisch gibt es bereits einige Möglichkeiten. Mit dem Linux Reader von DiskInternals kann Windows zumindest lesetechnisch auf Partitionen mit Dateisystemen wie ext2, ext3, ext4, HFS, UFS2 und ReiserFS bzw. Reiser 4 zugreifen. Außerdem gibt es für BTRFS bereits einen entsprechenden freien Treiber, der für Windows entwickelt wird. Die Version 1.0 erschien schon 2017, damals war er für den Produktiveinsatz aber immer noch unbrauchbar. Mittlerweile sind sie bei Version 1.3 angekommen.
    Trotzdem wäre so ein Einsatz für mich fragwürdig. ZFS oder von mir aus auch XFS fände ich deutlich interessanter. Leider rückt Microsoft sein modernisiertes ReFS nicht für die normalen Windows-Versionen raus.
    Windows NT hat(te) ein POSIX-Subsystem. Allerdings nur entsprechend einem sehr alten, minimalen Standard.
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