Facebook: Microsoft setzt Werbeanzeigen auf unbestimmte Zeit aus

Facebook: Microsoft setzt Werbeanzeigen auf unbestimmte Zeit aus

Facebook ist nicht nur eines der größten, sondern auch eines der umstrittensten Unternehmen, was die Technologiebranche zu bieten hat. Nachdem im Jahr 2018 der Skandal um Cambridge Analytica hohe Wellen schlug und im vergangenen Jahr die kommende Kryptowährung Libra in die Kritik geriet, ist in diesem Jahr vor allem der Umgang von Mark Zuckerberg mit Phänomenen wie Rassismus auf seiner Plattform das beherrschende Thema. Das führte nicht nur zu einem Wertverlust von 53 Milliarden USD an der Börse, auch viele Unternehmen ziehen ihre Werbeanzeigen von Facebook zurück.

Die Liste der betroffenen Unternehmen ist mittlerweile ziemlich lang und umfasst auch bekannte Namen wie Coca Cola, Verizon, Unilever, Mozilla und Henkel. Auch Microsoft hat nun in einer internen Memo von Marketing-Chef Chris Capossela, die vom Branchendienst Bloomberg als echt bestätigt wurde, gegenüber den Mitarbeitern angekündigt, seine Werbeanzeigen mindestens bis August nicht mehr auf Facebook zu schalten. Als Gründe nennt Capossela vor allem den Umgang von Facebook mit Hassrede, Pornographie und terroristischen Inhalten. Finanziell macht Microsoft durchaus einen gewichtigen Unterschied. Mit einem Budget von 116 Millionen USD waren die Redmonder im vergangenen Jahr der drittgrößte Zahler an das Netzwerk.

Insgesamt ist das sicherlich ein begrüßenswerter Schritt der Redmonder, aber er dürfte bei den Mitarbeitern und zumindest gewissen Endkunden, die auch eine stärkere Bindung an Microsoft haben, auch weiterhin einen faden Beigeschmack auslösen. Die Kooperation zwischen Xbox und Facebook Gaming ist da eher eine Randnotiz, aber es ist auch bekannt, dass die eigentliche Forderung von Mitarbeitern, Aktivisten und Bürgerrechtsorganisationen eine andere ist, die ein viel stärkeres Signal setzen würde: die Auflösung der Zusammenarbeit mit der United States Immigration and Customs Enforcement, kurz ICE, einer Polizei- und Zollbehörde, die dem Innenministerium der USA untersteht. Ob Microsoft diese immerhin 8 Millionen USD wertvollen Verträge aber tatsächlich aufgeben wird, steht in den Sternen.

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Quelle: Thurrott.com

Über den Autor
Kevin Kozuszek
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Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.
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