Facebook: Zuckerberg kündigt auf der f8 2019 große Neuausrichtung an
Facebook hatte in der jüngeren Vergangenheit eine ziemlich schlechte Zeit und kam quasi wöchentlich mit einer neuen Panne rund um den Datenschutz und seinen Umgang damit in die Schlagzeilen. Begonnen hatte alles mit Cambridge Analytica, später kamen weitere Skandale wie die VPN-App Onavo noch hinzu. Auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz f8 2019, die heute in San José, Kalifornien, beginnt, ging Facebook-Chef Mark Zuckerberg nun in die Offensive und verkündete gleichzeitig eine neue Strategie für sein Unternehmen, bei der der Schutz der Privatsphäre und der Daten im Mittelpunkt stehen sollen.
Tatsächlich gibt es kaum einen Bereich, der bei Facebook nicht auf Links gedreht wurde. Eine der größten Baustellen war dabei der Facebook Messenger, der komplett neu entwickelt wurde und mit einer nativen App auch auf Windows und Mac kommen wird. Die neue Anwendung wird funktionell mit denen für iOS und Android identisch sein, soll in unter zwei Sekunden starten und dabei auch noch wesentlich weniger Speicherplatz verbrauchen. Daneben sollen einige neue Features wie ein eigenes Friends-Tab, in dem nur Beiträge der engsten Kontakte angezeigt werden sollen, und ein neues Video-Feature, was den Messenger quasi zum digitalen Wohnzimmer machen soll, einfließen. Am Wichtigsten ist jedoch die neue Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, zudem soll die neue interoperable Messaging-Plattform, über die Nutzer von Facebook Messenger, WhatsApp und Instagram Direct unabhängig vom Netzwerk miteinander chatten können, ebenfalls kommen. Die neue App für den Facebook Messenger startet im Herbst.
Auch das Mutterschiff bekommt einen neuen Anstrich und stellt dabei die Facebook Gruppen als zentrales Element in den Mittelpunkt. Die neue Facebook-App ist dabei ab heute in den USA verfügbar und soll genau wie das Redesign der Webansicht in den nächsten Wochen und Monaten auf weitere Länder ausgedehnt werden. Als Teil der Unternehmens wird zudem Facebook Dating weiter aufgebohrt. Abseits dieser Entwicklungen wird auch der Vertrieb von Facebook Portal, dem hauseigenen Smart Display, demnächst auf Europa ausgedehnt.
Innerhalb von Instagram wird das Thema Shopping im Explore-Feed noch präsenter und wird es Influencern erlauben, Produkte von Marken zu vertaggen. Außerdem wird die Kamera-Funktion innerhalb der App um einen Create Mode erweitert und es sollen weitere grundlegende Funktionen des Netzwerks überdacht werden. WhatsApp war hingegen vor allem mit der Bezahlfunktion ein Thema, die nach erfolgreichem Test in Indien bald auf weitere Länder ausgedehnt werden soll. Zuletzt gab es auch Neuigkeiten im Bereich VR/AR, wo unter anderem Spark AR Studio in einer neuen Version nun auch für Windows zur Verfügung steht.
Bleibt die Frage, was man von der großen Runderneuerung bei Facebook halten soll. Letztlich hat das Dilemma zwei unterschiedliche Seiten. Einerseits kann man als normaler Nutzer einem Unternehmen nach einer Pannenserie, die eigentlich beispiellos ist und ihresgleichen sucht, nicht mehr vertrauen und sollte alle denkbaren Verbindungen kappen. Trotzdem bleiben gerade Instagram und vor allem WhatsApp in ihren Bereichen die dominanten Player und Oculus ist im VR-Bereich nicht wegzudenken. Hinzu kommt der Einfluss von Facebook im Entwicklerbereich, wo man vor allem mit React ein echtes Schwergewicht aufbieten kann.
So oder so ist eine große Portion Skepsis trotz der heutigen Keynote geboten. Auch wenn Facebook vor allem bei seinen Messenger 2019 als Übergangsjahr bezeichnet, werden die kommenden 12 Monate zeigen müssen, ob die große Kehrtwende gelingt. Das betrifft weniger den einzelnen Nutzer von nebenan, der sich darüber oft nicht so viele Gedanken macht, aber gerade die Politik sitzt dem Unternehmen aus Palo Alto im Nacken. Ob es aber tatsächlich zu einer Regulierung des Unternehmens kommen würde, muss die Zeit zeigen.
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- Via: Facebook Newsroom
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Über den Autor

Kevin Kozuszek
Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden und habe in diesem Ökosystem meine digitale Heimat gefunden. Bei Dr. Windows halte ich euch seit November 2016 über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden, die Microsoft bei seinen Open Source-Projekten und Microsoft Edge zu berichten hat. Beiträge über Mozilla, Europas Digitalwirtschaft und inklusive Informatik runden meinen Bereich ab.


