Fahren im Beta-Status: Autonomes Fahrzeug an tödlichem Unfall beteiligt

Fahren im Beta-Status: Autonomes Fahrzeug an tödlichem Unfall beteiligt

Im Prinzip jeder Autohersteller und auch neue Mitstreiter entwickeln am autonomen Fahrzeug. Generell soll durch das selbstfahrende Automobil die Unfallzahl und Unfallschwere reduziert werden. Hierbei ist der Vorteil, dass die durchaus „langsame“ menschliche Reaktionszeit durch den schnelleren Computer ersetzt wird. Doch autonom ist nicht gleich autonom. Oftmals gerät die Berichterstattung etwas durcheinander mit den Begriffen. Darum zunächst eine kurze Definition.

Definitionen des „autonomen Fahrens“

Der Verband der Automobilingenieure – Society of Automotive Engineers oder kurz: SAE International – hat verschiedene Stufen definiert. Nach den SAE-Leveln werden sechs verschiedene Automatisierungsgrade unterschieden. Stufe 0 bedeutet keinerlei Fahrerassistenz, Stufe 1 steht für Systeme wie Abstandswarner („Parkpiepser“) oder einen Einparkassistenten, bei dem der Fahrer selbst Gas und Bremse bedient und das Auto lenkt. Teilweise automatisiert ist Stufe 2, womit beispielsweise ein vom System ausgeführtes Abbremsen bis zum Stillstand gemeint ist. Hierbei muss der Fahrer im Auto sein und aktiv auf die Umwelt achten. Er ist verantwortlich im Schadensfall. Momentan sind die meisten PKWs mit Assistenzsystemen der Stufe 1 oder 2 ausgestattet. Im Folgenden eine kurze Auflistung:

Es werden sechs verschiedene Grade an Automatisierung unterschieden.

Schon als aufpreispflichtige Sonderausstattung in der Hinterhand, aber in Deutschland noch nicht zugelassen, befinden sich Systeme auf Level 3-Niveau. Hierzu zählt beispielsweise ein Staupilot im neuen Audi A8. Dieser lässt sich nur auf Autobahnen aktivieren, die durch GPS-Ortung erkannt werden. Der teilautonome Assistent soll für Geschwindigkeiten bis 60 km/h funktionieren und im Stau sowie in Engstellen das Fahren komplett übernehmen. Wenn der Fahrer die Autobahn verlässt, wird ihm die Kontrolle wieder übertragen. Ebenfalls muss der Mensch einbezogen werden, wenn das redundant ausgelegte System nicht mehr weiter weiß. Im Audi sind alle Sensoren und Kameras für den Staupiloten doppelt vorhanden, um auch bei einem möglichen Ausfall einer Einheit die konditionierte Automation weiterhin offerieren zu können.

Noch Zukunftsmusik sind Fahrzeuge mit Level 4 oder 5. Hierbei spielt der Mensch quasi keine Rolle mehr. Er kann nicht mehr aktiv eingreifen. Bei Level 4 ist die Ausfallsicherung das System selbst, das daher doppelt vorhanden sein muss. Der autonome Fahrmodus steht jedoch nur in bestimmten Situationen, beispielsweise einer abgesperrten Strecke, zur Verfügung. Im Falle von Level 5 ist es so, dass das Auto in allen Fahrsituationen selbständig fahren kann. Diese hoch- oder vollautomatisierten (die Bundesregierung spricht im Falle von Level 5 vom autonomen, „fahrerlosen“ Fahren) Fahrsysteme werden derzeit von verschiedenen Herstellern getestet. Beispielsweise will GM ab nächstem Jahr ein Auto komplett ohne Lenkrad anbieten (siehe hier). Mit dabei ist in den USA auch der Mitfahrdienst Uber. Das Unternehmen verwendet umgebaute Ford und Volvo-Modelle.

Hoch-/Vollautonomes Fahren – Eine Frage der Verantwortung

Nun hat sich in Tempe/Arizona auf einer öffentlichen Straße ein Unfall mit einem hochautomatisierten Volvo ereignet. Das Auto hat eine Fußgängerin angefahren, diese starb wenig später im Krankenhaus an den Verletzungen. Der im Testfahrzeug sitzende Fahrer, der eigentlich beim Systemausfall eingreifen sollte, griff offenbar nicht ein. Genaue Erkenntnisse zum Unfallhergang sind noch unklar, nach ersten Ermittlungen geht die Polizei allerdings davon aus, dass der Unfall nur schwer zu verhindern gewesen sei, egal ob von einem System oder einem menschlichen Fahrer. Die Frau war aus dem Schatten heraus unvermittelt auf die Fahrbahn getreten.

Unabhängig von der Schuldfrage heizt der Fall die Diskussionen ums autonome Fahren natürlich an, Kritiker und Befürworter liefern sich Wortgefechte. Grund genug, die Diskussion auch hier in der Community anzuregen. Martin, der eigentlich einen Kommentar-Artikel schreiben wollte und dem ich hier zuvor gekommen bin, darf anfangen – und ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen.

Weitere Informationsquellen zum Thema findet ihr hier:

Bundesregierung: Automatisiertes Fahren.
Donath, Andreas: Autonomes Auto verletzt Fußgängerin tödlich.
Greis, Friedhelm: Neuer Audi A8 vorgestellt. Staupilot steckt noch im Zulassungsstau. 
SAE: Automated Driving.
Wilkens, Andreas: Fußgängerin stirbt nach Unfall. Uber stoppt seine autonomen Autos.

Über den Autor
Claus Ludewig
Ich bin mit Windows 98 aufgewachsen und habe seitdem jede Windows- und Office-Version genutzt. Zum Entspannen dient die Xbox. Neben der engen Verbundenheit zu Microsoft-Produkten, schaue ich auch gerne mal über den Tellerrand hinaus in die weite Welt. Ich interessiere mich für alles, was vier Räder hat. In diesem Sinne nehme ich Euch gerne zu einer Spritztour mit.

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Kommentare
  1. Die Diskussion, ob autonomes Fahren sicherer oder unsicherer ist, wird noch sehr lange theoretisch bleiben, denn es gibt ja keine Möglichkeit, einen echten Real-World-Vergleich unter identischen Bedingungen durchzuführen.
    Meine subjektive Sichtweise ist die, dass technische Systeme per Definition besser sind als der Mensch. Sie haben eine kürzere Reaktionszeit, werden nicht müde und können ein Fahrzeug im physikalischen Grenzbereich ganz sicher besser lenken als die meisten Menschen, die das nie trainiert haben.
    Es geht also eher um die ethischen Dinge wie die berühmte Frage "soll ein autonomes Fahrzeug lieber die 90jährige Oma oder das Kleinkind überfahren, wenn es sich entscheiden muss?" Heute regelt das ein unwillkürlicher Reflex für uns, in Zukunft wird jemand eine solche Logik programmieren und somit eine Entscheidung treffen müssen.
    Dazu ein Beispiel aus eigenem Erleben, noch gar nicht lange her: Ich fuhr auf der Autobahn mit hoher Geschwindigkeit auf der linken Spur, als rechts ein langsames Fahrzeug einscherte und ein anderes Fahrzeug, dass schneller, aber immer noch sehr viel langsamer als ich fuhr, auf meine Spur wechselte. Ich bremste, rechnete aber damit, dass es zum Unfall kommt, und "zielte" nach kurzer Überlegung auf das Auto, bei dem ich davon ausging, dass ich ihm beim Aufprall "überlegen" bin. Zum Glück hat es gerade so gereicht. Ich weiß nicht, wie ein autonomes System entschieden hätte, aber mir wurde schnell klar, dass die Siutation weit weniger gefährlich gewesen wäre, denn das System hätte schneller reagiert und hätte kompromisslos verzögert - ich hatte den typischen Fehler gemacht, das Bremspedal nicht sofort durchzutreten.
    Zurück zur Theorie:
    Die viel banalere Frage ist: Inwieweit sind wir bereit, uns von Robotern überfahren zu lassen - auch aus Versehen? In vielen Lebensbereichen legen wir unsere Sicherheit und unser Leben bereits in die Hand von Maschinen, das Auto wäre nur ein weiterer Punkt auf der Liste.
    Ein Problem bei diesem Thema ist durchaus auch die moderne Medienwelt, die nur noch von Skandalen und Empörungen lebt und nicht mehr in der Lage zu sein scheint, technische Entwicklungen sachlich zu begleiten. 10.000 durch autonome Systeme verhinderte Unfälle haben keinen medialen Effekt. Das Bild von zwei Eltern, die traurig in die Kamera blicken, weil sie durch einen Computerfehler ihr Kind verloren haben, würde uns dagegen wochenlang begleiten und bis zum letzten Klick ausgeschlachtet werden. Wie soll da noch objektiv diskutiert werden...
    Interessanter Artikel!
    Ich bin sehr gespannt, ob das langfristig Auswirkungen auf die Legalisierung von solchen Systemen haben wird, hoffe aber nicht.
    Manchmal sind halt eben doch nicht die Autos / die Fahrer schuld, so wie wohl auch in diesem Fall...
    Verringern heißt halt auch nicht ausschließen von Unfällen.
    PS: Im ersten Absatz fehlt die Anzahl, auf die solche Unfälle minimiert werden sollen. Ich schätze mal das "auf eine Minimum" ist weggelaufen :-D
    Was mich am autonomen Fahren noch stört ist die Anfälligkeit der Technik, z.Bsp Parkrempler und einer der Sensoren geht defekt, was dann, Taxi ? weil das Auto seinen Dienst aus Sicherheitsgründen verweigert ?
    Erst wenn alle Sensoren ok sind kann bzw darf das Auto fahren, oder man muss selber eingreifen,
    Es gibt aber demnächst auch Autos ohne Lenkrad, was dann?
    Technik ist eben nicht alles, der Mensch muss mit einbezogen werden, als letzte Entscheidungshilfe ( Notbetrieb z.Bsp )
    Was unsere Straßen sicherer machen könnte:
    1) Tempolimit (max.120 kmh)
    2) kg/ps Quotient für PKW : 50 ps/1000 kg
    3) Induktionsspuren auf Autobahnen
    4) weitgehend autofreie Innenstädte
    Ich weiß, daß solche Thesen im Automobil-Land BRD nicht wohl gelitten sind und schwerlich umzusetzen, aber die von Martin geschilderte Situation hätte mit einem Tempolimit so nicht stattfinden können.
    Ich weiß, daß solche Thesen im Automobil-Land BRD nicht wohl gelitten sind und schwerlich umzusetzen, aber die von Martin geschilderte Situation hätte mit einem Tempolimit so nicht stattfinden können.

    Ich wohne in der Schweiz und hier gilt das, von dir favorisierte Tempolimit und trotzdem ist mir die von Martin geschilderte Situation nicht unbekannt. ;)
    @Sockenimnetz: Vollkommen richtig. Das Eine schließt das Andere aber nicht aus. Autonome und miteinander vernetzte Autos könnten dafür sorgen, dass Tempo 120 vollkommen ausreicht, weil man dank viel weniger Staus tatsächlich viel öfter in diesem Tempo voran kommt.
    Außerdem sind "weniger Autos" auch ein wichtiger Punkt und ein erstrebenswertes Ziel. Wenn es statt 50 Autos nur noch zehn braucht, um 50 Personen innerstädtisch von A nach B zu transportieren, wäre auch für die Umwelt viel gewonnen.
    Ich möchte hier in die ethische Debatte nur kurz einwerfen, dass es auch die Möglichkeit der "Selbstzerstörung" gibt. Bevor das Auto in eine Personengruppe rast, kann das System auch entscheiden, frontal gegen eine Wand auszuweichen oder von der Brücke oder in die Schlucht, wenn nur ein Mensch im Auto sitzt. Das Leben der Insassen kann unter Umständen auch weniger wiegen, als das Leben der potenziellen Kollisionsopfer.
    Vielen Dank für den Artikel. Ich bin echt gespannt, wie sich das noch alles weiterentwickelt.
    Aber: Sollte statt Ford nicht Volvo da stehen? Volvo gehört ja nicht mehr zu Ford, sollte damit also eig nichts mit zu tun haben.
    50PS/1 Tonne für PKW?
    Stimmt, früher ist ja keiner im Trabbi, Käfer etc pp gestorben -.-
    Abgesehen davon, passieren die meisten Unfälle unter 120 km/h.
    Vielen Dank für den Artikel. Ich bin echt gespannt, wie sich das noch alles weiterentwickelt.
    Aber: Sollte statt Ford nicht Volvo da stehen? Volvo gehört ja nicht mehr zu Ford, sollte damit also eig nichts mit zu tun haben.

    Sehr gerne! Ich finde die Thematik auch spannend, um nicht zu sagen, elektrisierend ;-)
    Ja, da hast Du recht.
    Uber verwendet Automodelle von mehreren Herstellern. Ich habe den Text entsprechend angepasst.
    Ich halte ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen nicht für zielführend. Hochautonome und vollautonome Fahrzeuge werden sich - normalerweise - eh an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Und in Deutschland gilt für hoch- und vollautonome Fahrzeuge maximal Tempo 130.
    Es ist zu überlegen, wie man den Verkehr effizient gestalten kann, durch z.B. Fahrgemeinschaften. Auf die "Freiheit" des Individualverkehrs wird kaum ein Bürger verzichten wollen! Insofern ist das "Auto", in welcher Form auch immer, nicht wegzudenken.
    Aber es wird ein Wandel stattfinden, WIE wir Auto fahren bzw. es benutzen...
    Die StVO gibt vor (und jeder der einen Führerschein hat, hat unterschrieben diese einzuhalten) daß man nur so (schnell) fahren darf, um bei einem plötzlich auftauchenden Hindernis rechtzeitig anhalten zu können. Ich denke, dass ein Mensch in dieser speziellen Unfall-Situation evtl. von vorneherein und instinktiv langsamer gefahren wäre wie zulässig, weil man z.B. sieht, dass man nahe an dem parkenden Wagen vorbei fahren muss. Ein autonomes Fahrzeug fährt halt stur (!) die zulässige Geschwindigkeit weil das so in der SW festgelegt ist.
    Bei diesem Unfall geht es um ein Fahrzeug aus dem Fuhrpark von Uber. Einen Artikel bei der NY Times fand ich recht interessant dazu und besonders fiel mir auf daß die Behörden in USA noch keinesfalls einheitliche Gesetzgebungen haben in Bezug auf öffentliche Zulassungen.
    Was im Land of the Free noch im Experimentierstatus läuft wird in Europa mit ganz anderer Infrastruktur mit xxx Jahren Verzögerung Realität werden.
    Vielleicht (oder hoffentlich:D ) erreichen mich die Segnungen dieser Technik bevor ich altershalber nicht mal mehr im Städtle herumkurven und einparken darf.
    Im übrigen warte ich bis die ersten YT Tutorials erscheinen.
    Ich finde es gut, dass sich inzwischen alle größeren Autohersteller am HERE-Konsortium beteiligen. Man stelle sich vor, ein autonomes Fahrzeug würde auf die Karten -App von Microsoft zurückgreifen...
    Das Problem mit jeder "neuen" Technik sind die Kinderkrankheiten und mangelnde Erfahrungswerte, da helfen weder RADAR, LIDAR noch hochauflösende Kameras mit Infrarottechnik.
    Hier sei auf die von den USA gerne verwendeten Cruise Missiles verwiesen, die im Prinzip das gleiche machen wie autonome Autos, auch hier waren und sind die "Kolateralschäden" erheblich.
    Trotzdem begrüße ich die neue Technik wie wohl jeder, der schon mal von der niederbayerischen Provinz nach München gefahren ist, sich mangels PS an die vorgegebene Geschwindigkeit hält und deshalb ständig von Nieren- oder Ringe-Fahrern bedrängt, geschnitten, bei Gegenverkehr überholt und genötigt wird...
    Im weiteren fehlt mir bei dieser Diskussion ein wichtiger Punkt:
    Es geht nur um Unfälle, also Situationen, die nicht willkürlich zustande kommen.
    Aber was ist, wenn jemand absichtlich vor's Auto läuft?
    Was, wenn es jemand lustig findet, Steine von der Autobahnbrücke zu werfen?
    Hier fehlt mir noch eine akzeptable Antwort
    @Blacker: Kommt halt darauf an, ob man "Leben" auf die menschliche Stückzahl bezogen wiegen kann oder nicht - dass ein einzelnes Opfer weniger schlimm ist als eine Gruppe, leuchtet zwar auf den ersten Blick ein, ist aber alles andere als klar.
    Davon ab: Man stelle sich vor, dass ein Hersteller angibt: "In einer Gefahrensituation berechnet unser System den möglichen Personenschaden und entscheidet unter Umständen, das Leben des Fahrers eher zu riskieren als das Leben von Passanten." - Das könnte ja sogar im Einzelfall sinnvoll sein, weil der Fahrer einen Blechpanzer um sich rum hat und Passanten nicht. Aber wer will denn so ein Auto kaufen, das lieber in die Betonwand brettert als auf einen Bürgersteig? Selbst wenn das vernünftig sein sollte, will man das doch selbst entscheiden. Oder eben auch anders entscheiden.
    Da die Frau unvermittelt die Fahrbahn betreten hat, und der Unfall somit auch mit einem herkömmlichen Fahrzeug wohl unvermeidlich war, ist es völlig sinnlos, aufgrund dieses Unfalls eine Diskussion, über die Sicherheit des Autonomen Fahrens loszutreten.
    Entsprechende Systeme können, genau wie menschliche Fahrer auch nicht Hellsehen.
    Deshalb fände ich es wesentlich zielführender, weiterhin an der Entwicklung zu arbeiten und den derzeitigen Populismus außen vor zu lassen.
    Da die Frau unvermittelt die Fahrbahn betreten hat...

    Mal schauen ob sich der Unfall Hergang in den nächsten Tagen noch ändert. Wäre ja nicht der erste Fall....
    Freue mich schon wenn Hacker den Autonomen Fahrzeuge den befehl gibt in menschen Massen zu rasen.
    Daher halte ich nichts von Automatische oder Autonome systeme im Real life. Ich weiß was man alles anstellen kann mit etwas Zeit und spucke kommt man Überall rein :)
    Freue mich schon wenn Hacker den Autonomen Fahrzeuge den befehl gibt in menschen Massen zu rasen.
    Daher halte ich nichts von Automatische oder Autonome systeme im Real life. Ich weiß was man alles anstellen kann mit etwas Zeit und spucke kommt man Überall rein :)

    Wäre das theoretisch nicht jetzt schon möglich, dass Fahrzeuge mit modernen Assistenzsystemen gehackt werden können,so dass die Insassen keine Kontrolle mehr über das Fahrzeug haben?
    Wäre das theoretisch nicht jetzt schon möglich, dass Fahrzeuge mit modernen Assistenzsystemen gehackt werden können,so dass die Insassen keine Kontrolle mehr über das Fahrzeug haben?

    Klar. Auf jeden fall man kann jedes system Hacken. Und in Amerika bekommen solche Fahrzeuge die Fahrerlaubnis ohne ein Lenkrad zu besitzen. Dann kann der Passagier Garnichts mehr kontrollieren. In Deutschland wurde aber ein gesetzt verabschiedet das man jeder zeit eingreifen kann bzw. muss. Aber da stellt sich mir die frage ob dies wie heutzutage üblich direkt mit der Lenkung verbaut werden muss oder die Lenkung durch die steuer einheit muss. Wenn das Lenkrad wie bei einer Konsole angeschlossen ist na prost Mahlzeit dann wird es noch lustig denn dann wird es beim ersten solchen Unglücks das geschrei größ werden "Das haben wir nicht gewusst" oder "Das system währe lücken los sicher".
    Das versucht doch schon heute die Auto Industrie mit den neuen Schlüsseln zu verkaufen. Dann wunder sich die Leute huh wo ist den mein Auto hin. Ja solch ein sicheres system sehe ich in Autonomes Fahren. 100% nicht sicher.
    Linux gald auch als sicher bis vor ein paar jahren und was ist? Genau nichts ist sicher.
    Mal schauen ob sich der Unfall Hergang in den nächsten Tagen noch ändert. Wäre ja nicht der erste Fall....

    Das die Straße schlecht ausgeleuchtet gewesen und die Passantin aus dem Schatten heraus getreten sei, wurde mittlerweile korrigiert.
    Das die Straße schlecht ausgeleuchtet gewesen und die Passantin aus dem Schatten heraus getreten sei, wurde mittlerweile korrigiert.

    Mit welchen sensoren ist den das Fahrzeug unterwegs gewesen? Nur eine Cam?
    johnny power

    Abgesehen davon, passieren die meisten Unfälle unter 120 km/h.

    Ob das so stimmt vermag ich nicht zu beurteilen. Ich habe jedoch den Eindruck, das die überwiegende Anzahl von tödlichen Unfällen, auf die nicht Einhaltung gängiger Regelungen zurückzuführen ist.
    Da stellt sich mir zumindest die Frage, wie strengere Regeln hier wirklich für Besserung sorgen können?
    Ebenfalls steht zu befürchten, das ein durchgehendes Tempolimit zum Phänomenen des zivilen Ungehorsam führt. Eine Überschreitung von 10-20 Kmh als normal empfunden und weitgehend von der Bevölkerung akzeptiert wird.
    Ein Schuldbewusstsein bei Tempoüberschreitung ist ja jetzt schon eher selten und Regelverstöße werden häufig als Akt von "Notwehr" empfunden.
    Na, m.E bringt es nichts, ein Korsett immer enger zu schnüren und regelwidrigen Verhalten dadurch zu fördern. Nachhaltig kann sich eine Gesellschaft nur aus freien Stücken verbessern.
    Autonomes Fahren könnte zur optimalen Ausnutzung der Verkehrsinfrastruktur führen und langfristig nicht nur Steuergelder sparen, sondern auch die Infrastruktur landschaftlich komplett verändern.
    Die größte Hürde bei alle dem, ist die Überwindung des Aufeinandertreffens der Alte und der Moderne.
    Ich meine vor einigen Jahren mal eine Untersuchung zum Thema - die Auswirkungen von Stress im Straßenverkehr - gelesen zu haben.
    Im Ergebnis aber nichts ungewöhnliches. Stress erhöht die Wahrscheinlichkeit von Fehlern, reduziert die Aufmerksamkeit welche sich dann auf das Reaktionsverhalten auswirkt.
    tobiasgt
    Da die Frau unvermittelt die Fahrbahn betreten hat, und der Unfall somit auch mit einem herkömmlichen Fahrzeug wohl unvermeidlich war, ist es völlig sinnlos, aufgrund dieses Unfalls eine Diskussion, über die Sicherheit des Autonomen Fahrens loszutreten.
    Entsprechende Systeme können, genau wie menschliche Fahrer auch nicht Hellsehen.

    In vergleichbarer Situation. Aber dennoch kann hieraus gelernt werden. Es wird auch die Frage ungeklärt bleiben, wie der Unfall ausgegangen wäre, mit einem anderen Fahrer der sich intuitiv/instinktiv anders Verhält.
    Für die Technik kann man daraus lernen, Risiken besser "vorauszusehen". Die Sensorik zur Fahrbahnrand-Begebenheit hin zu Optimieren.
    Im Frühjahr- in einem bestimmten Zeitabschnitt vor bis nach Sonnenuntergang/Aufgang fahre ich anderes auf Landstraßen welche den Wald durchneiden und konnte dadurch schon einige Überraschungen vermeiden. Das kann die Technik auch lernen.
    Das kann die Technik auch lernen.
    Das ist eben die Frage, was die Technik alles lernen kann. Hier wurde ja schon Hellsehen angesprochen. Erfahrene Fahrer haben durchaus so einen siebten Sinn für gewisse Situationen und das wird aufgrund der eingeschränkten Sensorreichweite auch eine KI m.E. nicht erlernen können.
    Daß ein autonomes Auto irgendwann mal besser sein wird, als unterdruchschnittliche Autofahrer ist allein wegen der überlegenen Sensorik keine Frage, aber ob es mit erfahrenen Autofahrern mithalten können wird, bezweifle ich. Letzteres behaupten aber die Hersteller der autonmen Autos. Bisher wird bei jedem Unfall nur lapidar behauptet, daß ein menschlicher Fahrer den Unfall auch nicht hätte vermeiden können. Leider ist das nicht überprüfbar.
    Auch wenn ich jetzt schweren Herzens zugeben muss, nicht gänzlich von Sensationslust befreit zu sein.......das jetzt veröffentlichte Video zeigt m.E. sehr deutlich, das vom Zeitpunkt des Erkennens bis zum Unfall das Zeitfenster zum reagieren sehr gering war.
    Bleibt aber die Frage, ob ein aufmerksamer Mensch hätte besser reagieren können? Das Video legt nahe das dieser Unfall, für einen Menschen, schwer zu vermeiden gewesen wäre.
    Von "HighTech" hätte ich aber mehr erwartet.
    Man betrachte zu dem Unfallvideo folgende Aufnahme: https://youtu.be/CRW0q8i3u6E?t=30s
    Die Kamera scheint hier bei der Aufnahme entscheidend und ich denke, dass die Lichtverhältnisse schon besser gewesen sind, als in der Uber-Aufnahme. Bei Lichtverhältnissen wie in dem verlinkten Video würde ich behaupten, dass hier ein menschlicher Fahrer rechtzeitig hätte reagieren können... :grübel
    Das Video gibt nicht die tatsächliche Helligkeit wieder, und in der einen Sekunde vom Erscheinen bis Aufprall hätte jeder Fahrer da noch was machen können, zumal real die Scheinwerfer weiter reichen als das was im Video zu sehen ist, hätte man weit vorher einen zu Fuss gehenden Radfahrer auf der Gegenfahrbahn erkannt, hier haben alle Sensoren versagt in meinen Augen
    Video siehe hier https://www.heise.de/newsticker/meldung/Tod-mit-autonomem-Auto-Uber-Fahrerin-schaute-vor-Unfall-nach-unten-4001186.html
    Einem quer von der anderen Fahrbahnseite daher laufenden Tier ist das Fahrzeug also gänzlich unterlegen. Schaut euch das 22 Sec Video auf Heise an.
    Was bei dem Video nicht zu sehen ist, und daher mit Vorsicht zu betrachten gilt, ist die Tatsache das eben nur wenige Sekunden zu sehen sind. Man kann darauf nicht sehen, ob die Radfahrerin 10 oder 15 sec zuvor evtl. mal kurz gesehen wurde. Denn wenn ich in der Ferne am Rand mal etwas wahrnehme und es dann nicht mehr sehe, fahre ich vorsichtiger. Weil ich davon ausgehe, dass das Gesehene plötzlich wieder auftaucht.
    Von der Technik hätte ich schon erwartet, das sie Objekte auch bei widrigen Sichtverhältnissen schneller und besser erkennen kann.
    Aber: Das werden "wir Internet- Detektive" eigentlich nie wirklich beurteilen können. Wir waren weder dabei, noch eignet sich das Video zum "verurteilen". Wir können nur einschätzen, vermuten und spekulieren.
    Was mich am autonomen Fahren noch stört ist die Anfälligkeit der Technik, z.Bsp Parkrempler und einer der Sensoren geht defekt, was dann, Taxi ? weil das Auto seinen Dienst aus Sicherheitsgründen verweigert ?
    Erst wenn alle Sensoren ok sind kann bzw darf das Auto fahren, oder man muss selber eingreifen,
    Es gibt aber demnächst auch Autos ohne Lenkrad, was dann?
    Technik ist eben nicht alles, der Mensch muss mit einbezogen werden, als letzte Entscheidungshilfe ( Notbetrieb z.Bsp )

    Wenn alle Autos die gleichen Sensoren haben, gibt es keine Parkrempler. :)
    Wenn man sich das Video dazu anschaut gibt es 3 faches Versagen.
    1. Auto (wäre interessant was die Sensoren aufgezeichnet haben) siehe Tesla Unfall (Sattelschlepper als Verkehrsschild erkannt). Vieleicht sollte es Sensoren geben die die Blickrichtung der Augen des Fahrers erfassen. und sobald dieser nicht auf die Straße schaut wird das Fahrzeug auf Geschwindigkeit x abgebremst.
    2. Die Fahrerin weil total abgelenkt.
    3. Das Unfallopfer (diese schaut irgenwo hin aber achtet nicht auf den Verkehr) das ist fast das Gleiche als wenn ich zu Fuß eine Autobahn überqueren möchte, die GegenSpur beobachte und dann losgehe.
    Die Ethische Frage gibt es so nicht , Vorrang hat der Schutz der Personen im Auto. Weil die Kombinationen ob Oma oder Kind oder in ein anderes Auto fahren oder oder oder ... sind unendlich groß und selbst wir als Menschen entscheiden uns für unser Leben.
    Unfälle wird es immer geben egal ob Autonomes Fahren oder manuelles Fahren. Den Zufall kann kein System (Mensch oder Maschine) berechnen.
    Die Technik hat hier total versagt
    https://www.mobilegeeks.de/artikel/toedlicher-unfall-autonomes-auto-uber/
    Auch ein Forscher der dieses Video gesehen hat meint
    Sensoren hätten Frau bemerken müssen
    Raj Rajkumar, der an der Carnegie Mellon University verantwortlich ist für ein Forschungsprojekt zum autonomen Fahren, sagte laut Washington Post, das von der Polizei veröffentlichte Unfallvideo sei aufschlussreich. Das spätere Unfallopfer sei einige Sekunden vor dem autonomen Uber-Testwagen unterwegs gewesen, es hätte von dessen Sensoren wahrgenommen werden müssen. Auch hätte ein Bremsvorgang ausgelöst werden müssen. Das Video legte nahe, dass das Auto ungebremst gegen die Frau fuhr.

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Toedlicher-Unfall-mit-autonomem-Auto-Oeffentlicher-Betatest-mit-unwissentlichen-Crashtest-Dummies-4002169.html
    Nach und nach kommen die ganzen Schweinereien raus. Anscheinend war das Notbremssystem deaktiviert:
    Uber Technologies Inc. disabled the standard collision-avoidance technology in the Volvo SUV that struck and killed a woman in Arizona last week, according to the auto-parts maker that supplied the vehicle’s radar and camera.

    https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-03-26/uber-disabled-volvo-suv-s-standard-safety-system-before-fatality
    Das ist nur eine weitere Meldung der Art "Wir sind nicht schuld!". Zur Aufklärung trägt das nicht bei, sondern ist nur PR. Da werden noch so einige kommen, schließlich ist in einem solchen Fahrzeug Technik von mehreren Unternehmen verbaut.
    Krass finde ich, wie viele Unternehmen jetzt die Tests stoppen. Wobei das vermutlich eine reine Vorsichtsmaßnahme ist und sicher kein generelles Umdenken. Aktuell würde ja jeder minimale Zwischenfall zu einem weiteren Störfall katastrophalen Ausmaßes hochstilisiert. Also lässt man die Kisten erst mal stehen, bis sich der Mediensturm gelegt hat.
    Ich grabe den Thread nach etwa 2 Monaten mal wieder aus, da es neue Infos aus dem vorläufigen Unfallbericht der NTSB (National Transportation Safety Board) gibt:
    Die Frau sei zwar sechs Sekunden vor dem Zusammenstoß von den Sensoren des selbstfahrenden Autos bemerkt worden Die Software habe sie aber zunächst als unbekanntes Objekt, dann als Fahrzeug und schließlich als Fahrrad eingeordnet – und sei sich unsicher gewesen, in welche Richtung sie sich überhaupt bewegt.
    Erst 1,3 Sekunden vor dem Aufprall sei das Uber-Programm dann zu dem Schluss gekommen, dass eine Notbremsung notwendig sei "Uber zufolge sind Notbremsmanöver abgeschaltet, wenn das Fahrzeug vom Computer gesteuert wird, um ein unberechenbares Verhalten des Fahrzeugs zu vermeiden." Stattdessen setzte Uber darauf, dass der Sicherheitsfahrer in Aktion tritt. Der muss sich aber auf seine Augen verlassen: "Das System sieht keine Warnmeldungen an den Operator vor."
    Auch der Mensch am Steuer des Fahrzeugs reagierte nicht und schien laut Videoaufnahmen aus dem Innenraum vor dem Unfall abgelenkt gewesen zu sein. Die NTSB-Experten erklärten, dass die Sicherheitsfahrerin nach eigener Aussage auf einen Bildschirm des Roboterwagen-Systems schaute. Ihre Smartphones seien nicht in Betrieb gewesen.
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Toedlicher-Unfall-mit-autonomem-Auto-Uber-Software-konnte-Fussgaengerin-nicht-identifizieren-4057817.html
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