Firefox: Mozilla peilt Start der Premium-Dienste für Oktober an

Firefox: Mozilla peilt Start der Premium-Dienste für Oktober an

Dass sich die Marke Firefox seit einiger Zeit im Umbruch befindet, ist kein großes Geheimnis mehr. Das betrifft natürlich zunächst einmal die technische Seite. Mit Firefox 57 stellte Mozilla seinen Browser im November 2017 auf die neue Quantum-Basis um und wird hier bis Ende des Jahres noch größere Schritte unternehmen. Daneben werden die Versionen für den Fire TV und für Android auf Basis der Android Components neu entwickelt, es gibt eine Version für Mixed Reality und auch Windows 10 on ARM wird voll unterstützt.

Aber auch im wirtschaftlichen Bereich wird sich bald viel verändern. Bereits in der jüngeren Vergangenheit hat Mozilla nach der Übernahme von Pocket an weiteren Services gearbeitet, um die Marke Firefox zu erweitern, darunter Firefox Send, Firefox Monitor, Firefox Lockwise (ehem. Lockbox) und Firefox Notes. Diese sollen für die Nutzer nicht nur attraktive Alternativen zu kommerziellen Mitbewerbern sein, sondern Mozilla vor allem auch ein drittes Standbein ermöglichen, um von der Finanzierung etwa durch Suchmaschinenbetreiber wie Google unabhängiger zu werden. Entsprechend soll es für einige der Dienste auch Premium-Funktionen geben.

Wie Mozilla-CEO Chris Beard nun im Interview mit t3n mitteilte, peilt man als Starttermin für die neuen Abomodelle den kommenden Oktober an. Bekannt war bereits, dass es neben Pocket Premium, was es weiterhin gibt, eine kostenpflichtige Version von Lockwise und Firefox Monitor geben soll. Zudem kooperiert Mozilla mit ProtonVPN, um einen entsprechenden VPN-Dienst bereit zu stellen. Welche Services noch kommen und was sie kosten werden, steht noch nicht fest. Allerdings sollen alle Funktionen, die schon jetzt kostenlos sind, auch kostenlos bleiben.

Quelle: t3n

Über den Autor
Kevin Kozuszek
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Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.

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Kommentare
  1. Du oder ich hatten ja damals diesen Artikel zur Aussage verlinkt
    http://www.cnet.com/news/mozilla-ceo-chris-beard-says-firefox-57-browser-is-a-big-bang/
    So langsam wird das wohl konkret.
    Was viele nicht verstehen - diejenigen beziehen diese Aussage auf Firefox und befürchten, dass Teile von Firefox kostenpflichtig werden würden - alles Quatsch. Firefox wird in seiner jetzigen Form so bleiben! Neben VPN wären aber erweiterte (bezahlte) Funktionen zu Sync oder Screenshot - letzteres hatte ja mal eine Online-Speicherfunktion, die weggefallen ist.
    In dem Zusammenhang eine Antwort von Sören Hentzschel:
    Die Mozilla Foundation ist "Non-Profit", nicht die Mozilla Corporation, welche eine Tochter der Mozilla Foundation ist. Wobei "Not-for-Profit" treffender wäre und eine Bezeichnung, die man auch häufig liest. Ansonsten wären auch solche Deals wie mit Google rein rechtlich überhaupt nicht möglich. Wichtig ist auch das Verständnis, dass wir im Falle von Mozilla bei den Umsätzen nicht tatsächlich von "Profit" sprechen. Das Geld füllt die Mozilla-Kasse, womit die Ausgaben bezahlt und Reserven aufgebaut werden, falls mal der Umsatz stark einbrechen sollte. Insofern gibt es da auch keinen Widerspruch zwischen der Gewinnerzielung und dem Stiftungs-Status, schließlich wird bei Mozilla kein Profit gemacht, um Aktionäre glücklich zu machen. Das Geld bleibt bei Mozilla oder wird investiert.
    Das ist das, was mich an der Berichterstattung auch so ankotzt. Viele wie der GoogleWatchBlog schreiben mal einfach, dass Firefox ein komplettes Abomodell bekommt und in seiner Grundfunktionalität stark eingeschränkt wird. Das ist einfach mal Bullshit. Genau genommen ist das, was t3n da "aufgedeckt" hat, auch keine News, sondern Chris Beard hats auf Nachfrage einfach nochmal angesprochen.
    Drei Sachen wissen wir:
    1. Pocket hat nach seiner Übernahme durch Mozilla seinen Premium-Dienst behalten. Hier hat sich sowieso nichts geändert.
    2. Was das Thema VPN anbelangt, kooperiert Mozilla seit Ende Oktober mit ProtonVPN. Sören hat da am 21. Oktober 2018 drüber geschrieben.
    3. Von den eigenen Diensten sind nur Firefox Lockwise und Firefox Monitor betroffen. Das hat Sören wiederum am 5. März 2019 schon berichtet. Mozilla will im nächsten Quartal mit solchen Features erstmal nur experimentieren und sie hatten auch vorher schon gesagt, dass in der Grundversion immer noch ausreichend Raum für die Leute ist, die nicht zahlen möchten oder können.
    Firefox als Browser ist und bleibt kostenlos und auch für kommende Features wie den Super Private Mode wird man nicht zahlen müssen.
    Na ja, von Marketing scheinen die bei Mozilla nicht viel zu halten.
    Nach dem Mai-Bug nun eine an sich sinnvolle Mitteilung, die aber in einer Form, die üblen Auslegungen Raum lässt.
    Das Mozilla-Personal scheint nur aus IT-Projektanten und Programmierern zu bestehen - ohne Kaufleute, die wissen, wie etwas "an den Mann" gebracht wird.
    Das Marketing war schon ok, aber manche sind halt zu blöd, das richtig zu lesen und zu verstehen - und wenn nicht verstanden, wird auch nicht nachgefragt, sondern anderen Deppen nachgeplappert. Ich hatte das 2017 schon richtig einsortiert. Ich meine, wir sind jetzt 10 Versionsschritte weiter - was hat sich konkret bei Firefox geändert in seinen Grundfunktionen? Richtig, nichts.
    Nachtrag - und prompt geht das Geplärre darüber los, wie unlaubwürdig Mozilla wäre etc bla blubb, echt lächerlich. Und das von Leuten, die entweder gar kein Firefox nutzen oder so veraltete Firefox nutzen aus keinen glaubwürdigen Gründen.
    Tja... einerseits finde ich es absolut in Ordnung, denn, die Ausgaben für Entwicklung etc. müssen halt wieder reingebracht werden. Andererseits ist es ja eben dieser Grundgedanke der Stiftung, "non profit" etc., der es jetzt sicherlich einigen zu denken gibt, warum man nicht von Anfang an Butter bei die Fische gemacht hat. Warum bildet man sich ein Inselsystem innerhalb einer Gesellschaft, in der für Arbeit mit Geld entlohnt wird? Für mich sind das einfach Weltverbesserer, die jetzt von der Realität eingeholt werden. Genauso wie viele Linux-Distros bereits von der Realität eingeholt wurden (z.B. Linux Mint, was eine kommerzielle Sache ist, kein "alles für umsonst" Wohltätigkeitsprojekt). Insofern, tja, mir ist das im Grunde genommen klar, dass die allermeisten Projekte, die mit so einer Maxime gestartet sind, so "enden". Ohne Moos ist halt nichts los.
    Übrigens können Stiftungen nur von den Zinsen des Stiftungsgeld arbeiten. Ich weiß nicht, wie vielen das wirklich klar ist. Da ist nicht viel mit zu machen. Für mich ist das eh ein Wunder, wie man von sowas "leben" kann. Viele Entwickler kann Mozilla nicht haben. Jedenfalls nicht vom "Stiftungsgeld" allein. Aber, offenbar ist das ja eh getrennt. Mozilla Foundation und Corporation. Komischerweise war immer von der Foundation die Rede, aber, so ist das halt auch. Immer das Gute rausstellen, auch wenn's noch so ferner liefen ist, und im Grunde genommen gar nichts beiträgt.
    Auf Wikipedia, dem "Blatt des Guten" wird das natürlich wieder total durcheinander genudelt. Mozilla Foundation: 1000 Mitarbeiter. Mozilla Corporation: 1000 Mitarbeiter. Is klar.
    Foundation - Corporation - das fängt bereits im Browser an. Dort steht ganz klar "Foundation" und in USA sind die Bedingungen für eine Foundation sehr deutlich gegeben - und das beinhaltet auch eine klare Transparenz für monetäre Dinge. Wenn die Corporation also Gelder in die Foundation gibt, ist das bekannt.
    (iG zur DUH hier, Transparenz komplette Fehlanzeige)
    Die Foundation wurde 2003 gegründet, mit Firefox 1.0!
    https://www.mozilla.org/de/about/history/details/
    Die Corporation entstand 2005. Allerdings steht das genauer im englischen Wiki
    https://en.wikipedia.org/wiki/Mozilla_Corporation
    https://www.mozilla.org/en-US/foundation/moco/
    Dort ist auch zu lesen, dass die Corp für die Zusammenarbeit mit anderen Konzernen zuständig ist, also auch für die mit Google, Yandex, Yahoo usw. und auch für die Einkommen aus diesen Quellen. Die bzw eine Foundation darf sowas nicht. Als 100% Tochter der Foundation werden also Entwicklungen damit unterstützt, zB der Technologietransfer von Mozilla nach Google (zb JavaScript-Engine). Hinsichtlich der Mitarbeiterzahl ist das englische Wiki auch kaum besser, weil es für die Corp 1000+ angibt, bei der Foundation keine Zahl benennt.
    Man kann im Prinzip nur aufklären, was die Leute aber tatsächlich glauben oder verstehen wollen ist davon unabhängig.
    Zu Wikipedia:
    Wer es besser weiß, dort aber keine Änderung beantragt, ist selber mit schuldig an den mangelhaften Informationen dort, Zauberwort: mitmachen.
    Wenn Jemand eine bessere Sammlung von Quellen kennt, die diese in einem eigenen Artikel zusammenfasst, möge sie den armen Unwissenden veröffentlichen, dass sie nicht länger auf Wikipedia blicken müssen.
    Zu Firefox:
    Traurig, welche Horrorgeschichten wieder gesponnen werden, Mozilla ist ja bald so ein beliebtes Ziel wie Microsoft, wenn es darum geht, deren Ziele und Strategien als böse auszulegen.
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