Flexible Business Class: Das Dynabook Portégé X30W-J-10K im Test

Flexible Business Class: Das Dynabook Portégé X30W-J-10K im Test

Seit etwa zweieinhalb Jahren firmiert Toshibas (ehemalige und inzwischen an Sharp verkaufte) Notebook-Sparte unter dem Namen „Dynabook“. Toshiba-Laptops hatten im Business-Bereich über viele Jahre hinweg einen exzellenten Ruf und galten gemeinsam mit den Thinkpads als der Goldstandard. Diese Tradition möchte der Name Dynabook selbstverständlich fortführen.

Ich hatte in den letzten Wochen das Dynabook Portégé X30W im Einsatz. Dabei handelt es sich um ein 360-Grad-Convertible mit Stiftunterstützung, das demnach für alle Einsatz-Szenarien gerüstet sein soll.

Dynabook Portege X30W Seitenansicht

Wie immer beginnen wir mit dem Steckbrief des Testgeräts.

Technische Daten des Dynabook Portégé X30W-J-10K

  • Prozessor: Intel Core i7-1165G7
  • Display: 33,8 cm (13,3 Zoll) Full-HD-Touchdisplay aus entspiegeltem Corning Gorilla-Glas, Interne Auflösung: 1.920 x 1.080
  • Grafikadapter: Intel Iris Xe-Grafik
  • RAM: 16 GB LPDDR4X
  • SSD: 1 TB, M.2 PCIe
  • Schnittstellen: 2 x USB-C 3.1 (Thunderbolt 4), 1 x USB 3.1 Type A, 1 x HDMI-out (unterstützt 4K), 3,5mm Audio, MicroSD Kartenslot
  • Drahtlos: Dualband-WLAN 802.11ax (Wi-Fi 6), Bluetooth
  • Sound: Harman Kardon-Stereolautsprecher
  • Rückseitige Kamera: 8-MP Kamera mit Touch-Autofokus
  • Stift: Universal Stylus Pen mit Wacom AES 2.0-Pen-Technologie
  • Sicherheit: Windows Hello per Kamera und Fingerprint, TPM 2.0, mechanische Webcam-Blende, Kensington Lock
  • Akkulaufzeit: Bis zu 16 Stunden
  • Maße: 303,9 × 197,4 × 17,9 mm
  • Gewicht: ca. 980g
  • Betriebssystem: Windows 10 Pro 64-bit
  • Farbe: Mystic Blue

Hierbei handelt es sich um die Maximalausstattung. Der Preis dieses Geräts liegt bei 2.299 Euro UVP, es geht aber auch günstiger. Als X30W-J-10H mit Intel Core i5-1135G7, 8 GB RAM und 256 GB SSD werden derzeit rund 1.600 Euro fällig, das Modell X30W-J-10F mit Intel Core i7-1165G7, 16 GB RAM und 512 GB SSD kostet 1.800 Euro. Ab Mai wird es auch Modelle mit LTE-Unterstützung geben.

Die Preise sind gewohnt anspruchsvoll, und auch wenn die Dynabooks reine Business-Geräte sind und auf Glanz und Glitter vollständig verzichten, werden sie den Premium-Ansprüchen gerecht. Dazu gleich mehr. Erwähnenswert ist an dieser Stelle die Zuverlässigkeitsgarantie: Geht ein Dynabook in den ersten 12 Monaten nach dem Kauf kaputt, wird es nicht nur kostenlos ersetzt, der Kunde erhält auch den vollen Kaufpreis zurück. Da möchte man ja fast schon hoffen…

Design und Verarbeitung

Als ich das Portégé X30W auspackte, dachte ich: Oh Mist, man hat mir aus Versehen einen Dummy ohne Innenleben geschickt. Laptops mit einem Gewicht von unter einem Kilogramm sind zwar inzwischen keine Neuheit mehr, für ein 360-Grad-Convertible mit Touch-Display sind die rund 980 Gramm aber eine echte Ansage. Dynabooks spezielle Magnesium-Legierung ermöglicht einerseits eine leichte, gleichzeitig aber auch stabile Bauweise.

Den Einhand-Öffnungstest besteht das Portégé X30W nicht, es wäre aber auch das erste 360-Grad-Convertible gewesen, bei dem das funktioniert.

Das Design ist schlicht, unauffällig und zweckmäßig, wie wir das von Dynabook gewohnt sind. An der Verarbeitung gibt es erwartungsgemäß nichts auszusetzen.

Auf der Rückseite befinden sich wartungsfreundliche Kreuzschlitz-Schrauben für den Self-Service. Reingeschaut habe ich allerdings nicht.

Display

Obwohl es „nur“ FullHD-Auflösung bietet, ist das Display beim Dynabook Portégé X30W ein echtes Highlight: Trotz Multitouch-Unterstützung ist es nämlich matt und entspiegelt. Entsprechend angenehm ist das Arbeiten auch in hellen Umgebungen. Für Terrasse und Garten ist es dennoch nur bedingt geeignet, dafür fällt die maximale Helligkeit etwas zu gering aus.

Text wird gestochen scharf dargestellt und auch ohne fehlenden Hochglanz-Effekt kann man auf dem Bildschirm farbenprächtige Fotos genießen oder einen Film schauen.

Der Blickwinkel ist für ein Business-Gerät fast schon zu groß. Auch wenn man von der Seite auf den Bildschirm schielt, kann man dennoch bequem fast alle Inhalte erkennen.

Tastatur, Touchpad und Stift

Dynabook Portege X30W Tastatur

Das Touchpad fällt mit 10 x 5,5 cm recht klein aus, was der kompakten Bauform des Geräts geschuldet ist, mehr Platz ist eben nicht vorhanden. Die Maussteuerung funktioniert damit sehr gut, zum „Klicken“ muss man vor allen Dingen im mittleren und oberen Bereich recht kräftig drücken. Eine gute Übung, sich daran zu erinnern, dass man statt klicken ja auch tippen kann. Der nutzbare Bereich des ohnehin schon kleinen Touchpads wird durch den integrierten Fingerabdruckscanner nochmals verkleinert, zumal der Raum über und links neben dem Sensor „tot“ ist und nicht auf Eingaben reagiert. Das hätte man besser lösen müssen, indem man den Sensor außerhalb platziert.

Die Tasten der Tastatur bieten eine hervorragende Haptik und einen ordentlichen, aber nicht zu festen Druckpunkt. Auch hier fordert die Kompaktheit ihren Tribut, einige Tasten wurden gestaucht, glücklicherweise dort, wo es am wenigsten weh tut. Beim Tippen im Bett, im Sessel oder auf der Couch hat die Tastatur die ideale Größe, nutzt man das Portégé X30W auf dem Schreibtisch, denkt man hin und wieder „ein bisschen größer dürfte die Auflagefläche für die Handballen schon sein“. Ich gehe allerdings davon aus, dass man sich im Lauf der Zeit daran gewöhnt. Eine Tastenbeleuchtung gibt es auch, diese lässt sich in drei Stufen regulieren.

Eingabemöglichkeit Nummer 3 beim Portégé X30W ist der Stift, der nach dem Wacom AES 2.0 Protokoll arbeitet. In der von mir getesteten Konfiguration liegt er bei, beim kleinen i5-Modell muss er separat erworben werden.

Beim Schreiben punktet das matte Display ein zweites Mal. Die entsprechende Beschichtung sorgt für eine rauhe Oberfläche, und darum fühlt sich das Schreiben tatsächlich fast so an wie auf echtem Papier (es klingt nebenbei bemerkt auch fast so).

Wenn man sehr schnelle Linien zieht, kann man einen leichten Nachzieheffekt beobachten, beim normalen Schreiben fällt das allerdings nicht weiter auf.

Die Stiftspitze kann getauscht werden, zwei weiche und zwei harte Spitzen liegen als Ersatz bei.

Dynabook Portege X30W Stifteingabe

Performance

Wie man es von mir gewohnt ist, gibt es auch in diesem Test keine Benchmark-Tabellen. Der Intel Core i7-1165G7 ist für mein Nutzungsszenario maßlos übertrieben und dürfte sich während des Tests meistens gelangweilt haben. Wer die CPU an ihre Grenzen bringt, muss beim Portégé X30W allerdings kaum Angst vor Thermal Throttling haben. Das Kühlkonzept ist laut Dynabook darauf ausgelegt, die 28 Watt TDP auch wirklich zu liefern. Es sind zwei starke Lüfter verbaut, die unter Last dementsprechend laut werden können. Während meiner täglichen Arbeit habe ich den Lüfter allerdings nie gehört, lediglich einmal bei der Installation von Systemupdates empfand ich das Lüftergeräusch als unangenehm.

Akkulaufzeit

Eine Laufzeit von „bis zu 16 Stunden“ wird für das Portégé X30W angegeben. In der Praxis fällt dieser Wert wie üblich kleiner aus, stabile 12 Stunden sind allerdings tatsächlich drin. Somit hat das Gerät genug Kondition auch für lange Arbeitstage. Sollte es dennoch mal eng werden, kann man einen kurzen Tankstopp einlegen: Dank Quick Charge kann das Gerät in rund 30 Minuten für eine Nutzungsdauer von vier Stunden aufgeladen werden.

Sound

Den Sound steuert harman/kardon bei, die Stereo-Lautsprecher befinden sich links und rechts am Gehäuseboden und strahlen nach unten ab. Der Klang ist ordentlich, die maximale Lautstärke für meinen Geschmack ein wenig zu dürftig. Weil ich es neulich im Review des Galaxy Book Flex2 kritisiert habe, will ich auch hier anmerken, dass ein 360-Grad-Convertible meiner Meinung nach über Lautstärketasten verfügen sollte, damit man auch im Tablet-Betrieb eine schnelle Einstellmöglichkeit hat.

Sicherheits-Features

Windows Hello gibt es beim Portégé X30W sowohl per IR-Kamera als auch per Fingerabdruck-Scanner. Die Webcam verfügt zum Schutz der Privatsphäre über einen mechanischen Shutter. TPM 2.0 ermöglich hardwarebasierte Verschlüsselung, der Port für das Kensington-Lock schützt vor Langfingern. Dynabook weist außerdem immer wieder gerne darauf hin, dass man das BIOS vollständig selbst entwickelt und dabei besonderen Wert auf Sicherheit legt.

Dynabook Portege X30W Webcam Shutter

Sonstiges und Fazit

Leider ist auf dem Dynabook Portégé X30W recht viel Crapware zu finden. Neben diversen Spielen finden sich auch Apps von ExpressVPN, Amazon, IOLO oder Booking.com, wobei ExpressVPN beim ersten Hochfahren auch gleich eine aufdringliche Werbung auf dem Desktop anzeigt. Das gehört sich nicht, erst recht nicht für ein Business-Gerät. Bei dem Preis sollte auch keine Querfinanzierung durch derartige Beigaben nötigt sein.

Eine positive Erwähnung wert ist dagegen die App „Dynabook Settings“, mit der viele spezifische Einstellungen vorgenommen werden. Hier kann man beispielsweise microSD Slot, Webcam, Mikrofon und Thunderbolt-Controller hardwareseitig deaktivieren – aus Sicherheitsgründen oder um Strom zu sparen. Beim Betrieb an einem Dock kann man außerdem festlegen, dass beim Systemstart auf externe Monitore gewartet werden soll. Es gibt noch viel mehr Einstellungen, das würde hier allerdings den Rahmen sprengen.

Zusammenfassend liefert Dynabook mit dem Portégé X30W ein gewohnt hochwertiges Gerät ab. Das matte Display und das äußerst geringe Gewicht sind die Highlights, auch die Akkulaufzeit weiß zu überzeugen. Die kompakte Bauform muss man mit Abstrichen vor allen Dingen beim Touchpad bezahlen, es geht eben nur entweder oder.

Die vielfältigen Einstellmöglichkeiten und die cleveren Sicherheitsfunktionen runden das Gesamtpaket ab.

Disclaimer: Das Testgerät wurde mir von Dynabook leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

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Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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