Flight Simulator, Halo und Konsolengeflüster: Die Xbox-Woche im Rückblick

Flight Simulator, Halo und Konsolengeflüster: Die Xbox-Woche im Rückblick

Ihr kennt ja bereits unsere diverse Rückblick-Formate für Android oder iOS sowie den „Windows-Rückspiegel“. Da es diese Woche einige News rund um die Xbox gegeben hat, erlaube ich mir, euch eine komprimierte Übersicht zu geben.

Nachdem das Marketing von Xbox nochmals bekräftigte, dass es beim Xbox Showcase kommende Woche nur um Spiele gehen wird und nicht um Konsolen, xCloud oder Zubehör, haben sie einige Informationen rausgehauen, die sonst unnötiges Störfeuer für den 23. Juli gewesen wären.

Den Anfang machte am Montag die langerwartete Ankündigung des Microsoft Flight Simulator.

Der Simulator, der mittlerweile mehr als 30 Jahre auf dem Buckel und eine riesige Fangemeinde hat, wird am 18. August abheben. Die Veröffentlichung ist erstmal auf Windows 10 beschränkt, ein späteres Erscheinen für Xbox Konsolen aber definitiv geplant.

Es wird drei verschiedene Versionen geben. Da wäre zunächst die Standard-Edition, auf welcher die anderen aufbauen. Die Limited- und Deluxe-Variante erweitern sich jeweils um zusätzliche Flugzeugmodelle und händisch kreierte, detailgetreue Flughafen, die man ansteuern kann.

Hat man den Xbox Game Pass Ultimate oder den Xbox Game Pass für PC, erhält man Zugriff auf die Standard-Edition. Sollte man keine Lust auf den 90 Gigabyte Download haben, so gibt es eine Oldschool-Variante auf 10 Datenträgern und ein Handbuch im Pappschuber.

Am Dienstag folgte ein Blogpost von Jason Ronald, seines Zeichens Program Manager für die Xbox Series X, in dem er detailliert auf die besondere Architektur der neuen Xbox Series X einging, die auf den Namen Xbox Velocity Architecture. Sehr lesenswert, wenn man gerne hinter die Technik-Kulissen schaut.

Der Artikel ist sehr technisch und ich will euch nicht mit Details belasten. Kernstück ist eine Kombination aus customized NVME SSD-Festplatte, einem neuen, ebenfalls customized RDNA 2 und Zen2 Prozessor und neuen Prozessen wie hardwarebeschleunigte Daten-Dekompression, eine neue DirectStorage API und Sampler Feedback Streaming (SFS).

Der wichtigste Faktor ist, dass man jeden möglichen Flaschenhals, der die Performance beinträchtigen könnte, eliminiert hat. Zeitgleich wurde mit der Xbox Velocity Architecture und dem SFS eine neue Technik entwickelt, die es erlaubt, Texturen in verschiedenen Detailstufen und Auflösungen in neue Formen, sogenannte Mipmaps, zu generieren, sodass diese vom System ultraschnell dargestellt werden können, unabhängig wie nah oder fern man dem Objekt ist. Dies erlaubt auch die Optimierung der älteren Titel der Xbox One, 360 und Original, sodass diese in Echtzeit ein 4K und HDR Upgrade erhalten.

Der Mittwoch war zwar etwas ruhiger, dafür gab es aber eine neue Halo Portierung auf den PC und Zuwachs für die Master Chief Collection. Halo 3, der für viele beste Teil der Original-Trilogie und ursprünglich von Bungie entwickelt, wurde vom hauseigenen Halo Studio 343 Industries nicht nur aufgehübscht, sondern bekam ein komplettes Makeover, inklusive 4K und HDR und zusätzlichen Multiplayer und Creator-Tools. Halo 3 gibt’s nicht nur für Windows 10 im Store, sondern auch als Steam Variante.

Der Donnerstag hatte dann wohl das Motto „Only Thrillers, no Fillers“.

Den Anfang machte eine persönliche Note von Phil Spencer auf Xbox Wire, in der er einen Ausblick auf die Zukunft von Xbox gibt. Zu Beginn des Schreibens ging er nochmal darauf ein, dass jeder willkommen ist, egal ob Gamer oder Creator, unabhängig von Hautfarbe, Orientierung, Identität oder Bedürfnissen. Gemäß dem neuen Anthem „When everybody plays, we all win.“

Dazu gehörte auch noch einmal der Hinweis auf die Xbox Community Standards. Da ein Verstoß gegen diese Standards auch zur Sperrung bei Xbox Live führen kann, spielt das natürlich auch bei unserem Thema der Woche, der Fragilität des Microsoft Kontos, eine erhebliche Rolle.

Außerdem zeigte er nochmal die Stärken und Prioritäten der neuen Xbox Series X auf, sei es die 40fache Steigerung des In-und Output Durchsatzes oder aber der Ansatz, für 1st Party Spiele bis zu 120 Frames per Second anzupeilen.

Spencer betonte nochmals, dass der Übergang zur neuen Konsolengeneration fließend ist. Spiele, die man heute kauft, werden dank Smart Delivery kostenlos auf die Xbox Series X portiert. Zubehör für die Xbox One S und X wie Controller, Headsets und anderes wird auch mit der Series X Familie kompatibel sein.

Ein Wermutstropfen, der aber zu erwarten war, ist der Umstand, dass die Kinect auch mit USB-Adapter nicht mehr in der neuen Generation unterstützt wird. Wie gesagt, schade.

Dann kam der wichtigste Abschnitt von Phil Spencers Rundbrief.

Auch zukünftig wird mit dem Xbox Game Pass jeder neu erscheinende 1st Party Titel der zukünftigen Generation, sei es ein neues Forza, Halo Infinite, Age of Empires und andere am Launch Tag des Spiels sofort abrufbar und spielbar sein.

Wer den Xbox Game Pass Ultimate hat, kann sich besonders freuen: Project xCloud wird unter einem noch nicht genannten neuen Namen ab September für alle verfügbar sein, die in den Ländern leben, in der xCloud aktuell in der Beta ist.

Der Clou: Das Streaming auf Android und iOS ist als Premium Feature kostenlos im Xbox Game Pass Ultimate enthalten. Da der Game Pass via xCloud mehr als 100 Titel unterstützt, die ohne Extrakosten gespielt werden können, ist dies auf jeden Fall eine ordentliche Kampfansage an Googles Stadia, das neben der Abogebühr für vergleichbare Funktionen es auch noch erforderlich macht, dass man die Spiele käuflich erwirbt.

Später am Donnerstag folgte dann die Details zum Xbox Games Showcase am 23. Juli. Das Datum war zwar schon bekannt, aber nun kennen wir auch die Uhrzeit. Ab 18 Uhr unserer Zeit wird es eine Stunde lang nur um Spiele gehen.

Wie zuvor erwähnt gibt es nichts Neues zu Konsolen, Services oder Zubehör. Auch Moderationen sollen auf ein Minimum reduziert sein. Es geht also nur um GAMES, GAMES, GAMES!

Ein Highlight wird ganz sicher das versprochene Gameplay der Halo Infinite Kampagne sein. Da Mixer zwei Tage zuvor offiziell eingestellt wird, gibt es den Live Stream auf Twitch, Facebook, Twitter und Youtube.

Letzteres hat ein besonderes Schmankerl für uns: Der Stream wird in 1080p, dafür aber mit 60 FPS auf Youtube gesendet. Anschließend gibt es das Video on Demand dann in 4K/60FPS. Wer es nicht bis 18 Uhr aushalten kann, der hat die Möglichkeit, ein Summer Game Fest Special ab 17 Uhr auf Youtube zu sehen, in dem Geoff Keighly als Moderator eine Pre-Show abhält.
Die Direktlinks:

Am Freitag morgen ging eine Meldung von The Verge, die Martin und Kevin dann noch aufgegriffen haben: Die Xbox One S All Digital und die Xbox One X werden nicht mehr produziert.
Während Viele unkten, dass Microsoft wohl auf unverkauften Stückzahlen sitzen bleibt und die Reißleine zieht, hatte Martin die Meldung versucht einzuordnen.

Da die All Digital Edition nicht so beliebt war wie erhofft und wir sie nur bedingt akzeptierten, gibt es im Abverkauf eventuell die Option, ein Schnäppchen zu ergattern. Gerade in Verbindung mit Project xCloud eine gelungene Konsolen-Streaming Kombination.

Bei der Xbox One X sieht es natürlich schon anders aus, aber auch da gab es die passende Einordnung. Die ursprüngliche UVP der Xbox One X lag bei 499 €, später bei 399 € und mittlerweile ist sie mit etwas Glück für 299 € zu haben. Für eine Konsole, die 4K und HDR beherrscht und mit einem 4K Bluray-Laufwerk ausgestattet, ist es schwer, eine preisliche Lücke zwischen der weiterhin produzierten Xbox One S sowie der neuen Konsolengeneration zu finden.

So wird die Xbox One S das Einstiegsgerät, die (mutmaßliche) Series S das Standardmodell und die Xbox Series X das Flaggschiff.

Meine persönliche (Ein)Schätzung zu den künftigen Preisen: Xbox One S 199 €, Xbox Series S 299 € und Xbox Series X 449-499 €, abhängig davon, wie Sony sich verhält.

Die letzte Meldung der Woche: Über den Microsoft Store kann man künftig kein 12-Monats-Abonnement für Xbox Live Gold mehr kaufen, gegenüber den Kollegen von Eurogamer.de hat Microsoft das bestätigt. Bestehende Abonnements bleiben davon bis zu ihrem Ablaufen unberührt. Retail-Codes über Einzelhändler wie Mediamarkt, Saturn etc. bleiben davon ausgenommen und sind weiterhin erhältlich.

Auf den ersten Blick wirkt das natürlich ungewöhnlich, schaut man sich aber die Sache genauer an, ist es logisch und nachvollziehbar. Nur die Allerwenigsten haben sich wohl direkt über die Konsole ein Jahresabonnement zur UVP gegönnt, sondern haben die günstigeren Angebote im Einzelhandel genutzt.

Ferner passt es zu der Nachricht, dass der Xbox Game Pass Ultimate, der Xbox Live Gold beinhaltet, ab Herbst das xCloud Streaming beinhaltet. Da der Game Pass, ähnlich wie Netflix oder Amazon Prime, nur als längerfristiges Abonnement wirklichen interessant ist, war es an der Zeit, ein hausinternes Konkurrenzprodukt zu eliminieren.

Ich hoffe, euch hat die Zusammenfassung der letzten Tage gefallen und ihr seid genauso wie ich auf nächsten Donnerstag, 18Uhr gehyped?!

Game on!

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Daniel Heithorn
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Microsoft-Padawan seit MS-DOS 5.0 und Windows 3.1 | Überzeugter Surface, Office 365 und Xbox One X User | Xbox FanFest süchtig | RIP Windows Phone & Microsoft Band 2
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