Für Container: Docker für Windows wechselt von Hyper-V zu WSL 2

Für Container: Docker für Windows wechselt von Hyper-V zu WSL 2

Vor wenigen Tagen stellte Microsoft die erste Insider Build für die übernächste Version 20H1 von Windows 10 vor, die die nächste Generation des Windows Subsystem for Linux mitbringt. Mit WSL 2 kommt erstmals ein echter Linux-Kernel in Windows 10, mit dem entsprechende Systemaufrufe nun nativ umgesetzt werden können und nicht mehr emuliert werden müssen. Diese Verbesserungen ermöglichen es künftig auch, Linux-Container wie Docker nativ unter Windows laufen zu lassen. Die Entwickler hinter Docker kündigten nun größere Veränderungen für die Windows-Version an.

Bisher wurde bei Docker für Windows eine virtuelle Maschine eingesetzt, die zwingend Hyper-V voraussetzt und entsprechend nur von Windows 10 Pro und höher eingesetzt werden konnte. In Zusammenarbeit mit Microsoft haben die Entwickler die Software nun von Grund auf überarbeitet und ersetzen die virtuelle Maschine durch ein Integrationspaket, das direkt auf WSL 2 zugreift. Dadurch wird auch Windows 10 Home in Zukunft unterstützt. Außerdem kündigten die Entwickler mit den nativen Linux-Workspaces ein ganz neues Feature an. Diese können in Zukunft gleichwertig neben den Windows-Workspaces genutzt werden und sollen quasi die gleiche Performance wie auf einer nativen Linux-Maschine erreichen. Die Docker-Entwickler empfehlen allerdings Visual Studio Code mit der „Remote to WSL“-Erweiterung, um möglichst optimal mit der Software umzugehen.

Eine erste technische Preview der nächsten Generation von Docker für Windows soll im Juli vorliegen. Weitere Informationen findet ihr im entsprechenden Blogpost.

Über den Autor
Kevin Kozuszek
  • Kevin Kozuszek auf Twitter
Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Kommentare
  1. Das hoert sich sehr gut an. Damit duerfte Docker gerade auf "kleinen" Maschinen (<= 8GB RAM) benutzbar werden.
    Wäre es vielleicht möglich das Thema einmal genauer in einem OneCast bzw. einem Artikel zu erklären? Tutorial etc.? Danke :-)
    Das ist wirklich schön zu hören und das werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren. Zum Thema Hyper-V, ich frage mich ja, wann MS die geschachtelte Virtualisierung für AMD-Prozessoren implementiert..
    ntoskrnl
    WSL2 basiert doch auch auf Hyper-V

    Ja und nein. Microsoft hat Hyper-V bereits vor einiger Zeit in seiner Pakettierung geändert und in mehrere kleinere Elemente aufgesplittet. Eine Teilmenge davon, die Virtual Machine Platform und die Windows Hypervisor Platform, macht sich WSL 2 zunutze und die sind auch unter Windows 10 Home verfügbar. Das hat mit den vergleichbaren, aber umfassenderen Virtualisierungen der Windows Sandbox oder WDAG nichts zu tun.
    Die Docker-Entwickler machen im Prinzip nichts anderes, als ihre bisherige VM zurückzupfeiffen und die Elemente, die zur normalen Linux-Parität bei WSL 2 bisher für Docker fehlen, über ein Integrationspaket nachzuliefern.
    @coolerfish
    Im OneCast sicherlich nicht, so versiert ist vor allem Martin nicht. ;) Ich selber renne hier keine Insider Builds. Wenn ich es auf dem produktiven System gefahrlos einsetzen kann, denke ich darüber nach.
Nach oben