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Gadgetcheck: Anker Apex und PowerExpand 5-in-1 Thunderbolt 4 Docks

Gadgetcheck: Anker Apex und PowerExpand 5-in-1 Thunderbolt 4 Docks

Lange ist es her, dass ich meinen letzten „Gadgetcheck“ verfasst habe, doch heute gibt es ein Review von zwei meiner Meinung nach sehr interessanten Dockingstations.

Anker hat mir die beiden aktuellen Thunderbolt 4 Dockingstations, namens Apex 12-in-1 und PowerExpand 5-in-1 zur Verfügung gestellt, die ich einmal für euch getestet und in Betrieb genommen habe.

Beides sind vollwertige Thunderbolt 4 Dockingstations, welche an das Gerät, an das ihr sie anschließen wollt, auch eine ganz klare Voraussetzung stellen. Es muss einen Thunderbolt 4 fähigen USB-C Anschluss haben. (Nachtrag: Ein Thunderbolt 3 Anschluss reicht auch aus. Es kann jedoch sein, dass damit nicht die volle Geschwindigkeit von 40Gbps erreicht werden kann, da es bei Thunderbolt 3 keine Voraussetzung ist.) Damit sind wir zum einen wieder bei dem Chaos der USB-Versionierung und zum anderen auch bei: „Wie erkenne ich eigentlich, ob mein Gerät Thunderbolt 4 unterstützt?“.

Thunderbolt 4 ist eine Technik aus dem Hause Intel. Habt ihr also ein AMD-Gerät, ist es sehr unwahrscheinlich, dass es eine Unterstützung für Thunderbolt 4 hat. Sind die USB-C Anschlüsse mit einem Blitz und einer 4 gekennzeichnet, dann sollten sie den Standard unterstützen. Doch die Kennzeichnung erfolgt nicht durch alle Hersteller und manchmal wird auch die „4“ weggelassen, obwohl es doch ein Anschluss mit Thunderbolt 4 ist. Hier muss man also vor dem Kauf ganz genau hinschauen, ob man auch ein kompatibles Gerät besitzt.

Außerdem wird auch ein mit Thunderbolt 4 kompatibles Kabel benötigt, welches in der Regel über einen Aufdruck an den USB-C Anschlüssen und technisch über einen eingebauten Chip verfügt.

Thunderbolt 4 bringt dabei so einige Vorteile gegenüber dem klassischen USB-C-Anschluss:

  • Übertragungsrate von bis zu 40GBit/s
  • Netzwerkverbindung per Thunderbolt mit bis zu 10GBit/s
  • Unterstützung von zwei 4K Displays oder einem 8K Display mit je @60 Hz
  • Stromversorgung über USB-PD mit bis zu 100W
  • Geringe Latenz für externe Grafik- oder Audiogeräte

Ich selbst nutze aktuell ein MacBook Pro 14″ aus dem Jahre 2021 mit drei solcher Anschlüsse und hatte keine Probleme, die Dockingstations damit in Betrieb zu nehmen.

Doch kommen wir zunächst einmal zum wichtigsten: Den Anschlüssen der Dockingstations.
Die Anker Apex 12-in-1 bietet folgende Anschlüsse:

  • 1x Thunderbolt 4 Upstream (90W, 40Gbps)
  • 1x USB-C 3.1 Gen 2 (20W, 10Gbps)
  • 1x Klinkenanschluss mit Headsetsupport
  • 1x SD Card Slot (SD 4.0, UHS-II)
  • 2x HDMI 2.0 (Bis zu 2x [email protected] oder 1x [email protected])
  • 1x Thunderbolt 4 Downstream (15W, 40Gbps, [email protected])
  • 1x Gigabit Ethernet
  • 2x USB-A 3.1 Gen 2 (5V/0,9A, 10Gbps)
  • 2x USB-A 2.0 (5V/0,9A, 480Mbps)

Die Anker PowerExpand 5-in-1 bietet folgende Anschlüsse:

  • 1x Thunderbolt 4 Upstream (85W, 40Gbps)
  • 1x USB-A 3.1 Gen 2 (5V/0,9A, 10Gbps)
  • 3x Thunderbolt 4 Downstream (15W, 40Gbps, [email protected])

Unboxing und Inbetriebnahme

Beide Dockingstations kommen mit einem ähnlichen Lieferumfang daher:

  • Ein Netzteil, welches beim PowerExpand maximal 100 Watt und beim Apex maximal 120 Watt liefert
  • Ein 0,7 m langes Thunderbolt 4 Kabel
  • Die Dockingstation
  • Eine Anleitung

Anker Apex Review

Anker Apex Review

Beide Pakete sind echt schwer (700 g und 1 kg). Beim Auspacken zeigt sich aber, dass mehr als die Hälfte des Gewichts vom leistungsstarken Netzteil herrühren. Die PowerExpand ist mit 124 x 72 x 24 mm Größe sehr kompakt, die Apex mit Außenmaßen von 186 x 74 x 33 mm schon deutlich größer.

Die Inbetriebnahme geht schnell vonstatten. Strom einstecken und das Thunderbolt 4 Kabel an einen kompatiblen Port an PC oder Laptop und auf der anderen Seite in den Upstream-Port der Dockingstation stecken. Dieser ist anhand des kleinen Laptopsymbols über dem Port erkennbar. An meinem MacBook hatte ich dabei keinerlei Probleme. Auch auf einem Lenovo-Arbeitslaptop mit Windows 10 21H2 war die Inbetriebnahme problemlos ohne die Nachinstallation von speziellen Treibern möglich.

Auf der Vorderseite der Dockingstations befinden sich bei der Apex eine und bei der PowerExpand zwei LEDs, die den Betriebszustand signalisieren. Leuchten/Leuchtet die LED grün, besteht eine Stromversorgung. Leuchtet zusätzlich die blaue LED, bzw. die Einzel-LED blau, besteht eine Upstream-Verbindung mittels Thunderbolt 4 und die 40Gbps Verbindung kann genutzt werden. Unterstützt ein angeschlossener Laptop auch das Aufladen per USB-C, wird sogar das erledigt. Bei der PowerExpand kann dies mit maximal 85 Watt und bei der Apex sogar mit bis zu 90 Watt per USB-PD geschehen.

Der Anschluss von weiteren Geräten und/oder Monitoren an die Dockingstation war problemlos möglich und sowohl unter Windows als auch unter MacOS wurden diese gleich erkannt. Lediglich der SD-Kartenleser der Dockingstation wollte nicht so recht mit meinem Mac reden. Unter Windows hingegen war das überhaupt kein Problem. Natürlich teilen sich alle angeschlossenen Geräte die Gesamtbandbreite von 40 Gbps, jedoch habe ich es bislang nicht geschafft, diese auch nur annähernd auszureizen, da ich keinen 8K Monitor mein Eigen nenne. Auf anderen Wegen sehe ich hier genug Luft für alle Einsatzzwecke: Tastatur, Maus, Monitor, LAN, externe Festplatte und vielleicht noch ein paar Sticks, oder Ladekabel können problemlos gleichzeitig betrieben werden.

Die Apex besitzt im Gegensatz zur PowerExpand zwei direkte HDMI Anschlüsse, über die Anzeigegeräte mit 2x [email protected], bzw. 1x [email protected] verbunden werden können, sofern der PC oder der Laptop dies unterstützen. Hier betrifft die Einschränkung aber hauptsächlich Apple Laptops mit M1 (Pro/Max) Prozessoren, die über Thunderbolt 4 nur ein HDMI-Gerät verbinden können. Ein zweiter Bildschirm kann mit der Apex dennoch verbunden werden, sofern dieser nativ Thunderbolt 4 unterstützt. Dann wäre eine Konfiguration mittels 1x HDMI und 1x Thunderbolt Downstream möglich. Mit der PowerExpand können an dieser Stelle ohnehin nur Monitore mit nativer Thunderbolt Schnittstelle verbunden werden. Mit meinem Arbeitslaptop war es problemlos möglich, auch zwei Bildschirme per HDMI über die Dockingstation zu verbinden.

Fazit

Beide Dockingstations sind wirklich gut in dem, was sie sein möchten: Eine Erweiterung der bestehenden Ports am Gerät, oder eine vorkonfektionierte Verbindungseinheit für mobile Arbeitsgeräte, die im Homeoffice genauso genutzt werden möchten wie ein PC. Thunderbolt 4 lässt hinsichtlich Bandbreite, Latenz und Stabilität keine Wünsche offen und über nur ein einziges Kabel kann mit beiden Dockingstations sowohl der Laptop aufgeladen als auch die gesamte Peripherie direkt angeschlossen werden.

Thunderbolt hat jedoch einen ganz klaren Nachteil: Den Preis. Beide Dockingstations sind nicht gerade als Schnäppchen zu bezeichnen. Die PowerExpand ist mit 249,99 Euro vielleicht noch gerade so als erschwinglich zu bezeichnen, die Apex hingegen schlägt mit 399,99 Euro zu Buche und ist damit sicherlich nur etwas für absolute Poweruser oder Enthusiasten. Auch ein Thunderbolt 4 Kabel ist praktisch nicht für unter 30 Euro zu erwerben. Bei größeren Längen müssen da auch schnell 50 oder mehr Euro für eingeplant werden.

Nichtsdestotrotz befinde ich für mich die Apex als eine optimale Dockingstation an meinem heimischen Schreibtisch. Die PowerExpand würde ich eher als Reisebegleiter sehen, da sie mir persönlich mit nur einem USB-A-Anschluss zu wenige klassische USB-Anschlüsse bietet, wobei hier das schwere und klobige Netzteil entgegen sprechen würde. Für einen sehr modernen Arbeitsplatz mit hauptsächlich Equipment, welches über USB-C angeschlossen wird und kabellosen Eingabegeräten, kann aber auch die PowerExpand eine super Dockingstation für den Schreibtisch sein. Für mich sind die zwei USB-C Anschlüsse der Apex im heimischen Gebrauch vollkommen ausreichend.

Die Anker PowerExpand 5-in-1 kann für 249,99 Euro exklusiv bei Amazon und die Anker Apex 12-in-1 kann für 399,99 Euro ebenfalls exklusiv beiAmazon erworben werden.

Disclaimer: Enthält Affiliate Links. Das Testmuster wurde mir vom Hersteller kostenlos überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

Über den Autor

Alex Lüttgen

Alex Lüttgen

Ich bin Alex Lüttgen, oder auch Utgardus. Als Netz- und Systemadministrator fühle ich mich in so ziemlich allen Produkten von Microsoft im Client-, Server- und Office 365-Bereich zu Hause. Nach der Arbeit wird dann selbstverständlich auch mal die Xbox angeschmissen. Mobil bin ich nach dem Aus von Windows Mobile auf iOS gewechselt und fühle mich dort deutlich wohler, als bei Android. Neben der IT ist Elektromobilität meine absolute Leidenschaft. Ich bin fest der Überzeugung, dass sich dort in naher Zukunft immer mehr tut, bis dann irgendwann die Verbrenner ganz abgelöst werden.

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